Die Koje ist kein Hobby!

Ich muss da mal etwas loswerden: Es gibt einen Beitrag in diesem Blog, der ziemlich regelmäßig Auftragsanfragen nach sich zieht und zwar ist es dieser. Tatsächlich ist es so, dass kein einziges der offiziellen Koje-Produkte so viele Anfragen bekommt wie das Schnuller-Utensilo, das ich vor knapp drei Jahren einmalig für eine Kindertagesstätte angefertigt habe.

Ich antworte daraufhin recht ausführlich mit Angabe der  voraussichtlichen Arbeitszeit, meines Stundensatzes  sowie der Materialkosten bzw. gebe Einkaufstipps hochwertige Wachstücher betreffend, damit die Interessentin sich einen Überblick verschaffen kann.

Eine Antwort, dass ob des Preises noch einmal Rücksprache gehalten werden muss, habe ich bislang nur von einer einzigen Interessentin erhalten. Ansonsten nicht einmal eine Rückmeldung á la  „Danke für die Info, aber das sprengt unser Budget“. Also gehe ich mittlerweile davon aus, dass mein Stundensatz als völlig überzogen betrachtet wird.   Ja, ein Schnuller-Utensilo ist definitiv kein Schnäppchen, aber meine Arbeit ist das wert.

Als Kleinunternehmen, das Gewinn abwerfen soll, bin ich nicht gewillt eine andere Preispolitik  zu betreiben.
Außer einem 450 €-Job, mit dem ich meinen Krankenkassenbeitrag und die Miete für meinen Arbeitsplatz in der Schneiderei bestreite, ist Zwölfte Koje links meine einzige Einnahmequelle. Ich lebe davon. Nicht auf großem Fuß, aber meistens sehr ausgeglichen und zufrieden. Wer der Meinung ist, ich könnte es mir leisten, mir allerhöchstens den aktuellen Mindeststundenlohn von 8,50 € auszuzahlen und einen Artikel, für den ich zweieinhalb Stunden Arbeitszeit einrechnen muss, für 29,90 € inklusive Materialkosten anzufertigen, der möge bitte von Anfragen absehen.

No hard feelings, überhaupt nicht, aber bitte vergegenwärtigt Euch, dass meine Arbeit kein Hobby ist, bei dem ich es mir herausnehmen kann, am Monatsende mit Plus/Minus Null dazustehen.

Da ich versuche, nach Möglichkeit immer genau hinzuhören und keine hörbare bzw. in diesem Fall lesbare Reaktion schließlich auch als Antwort gewertet werden kann, habe ich mir eine sehr viel günstigere Lösung für das Schnuller-Herumflieg-Problem in Kindertagesstätten überlegt: Statt der aufwendigeren Einstecktaschen  kann ich auch farbige Ripsbänder  auf dem Wachstuch aufnähen, die durch Anbringung eines Druckknopfes eine Schlaufe bilden, in die der Schnuller „eingehängt“ werden kann. Dies setzt voraus, dass der Schnuller entweder an einem Schnullerband hängt oder einen Greifring hat. Namensschilder können z. B. auf Washi Tape geschrieben werden, das sich auch von Wachstuch rückstandslos wieder ablösen lässt.
Kosteneinsparung gäbe es auf diesem Weg nicht nur durch eine geringere Anfertigungszeit, sondern auch durch Einsparung an Material. Und ein Unikat habt Ihr trotzdem!

Wäre das eine Alternative?
Gebt mir gern ein Feedback!

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Eine Übersicht, welche Kosten in die Preiskalkulation mit einfließen müssen, um als gewerbliche Handmaid über die Runden zu kommen, findet Ihr HIER.

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