Gerties Bleistiftkleid aus Nickisamt

 

Ach, das mit den Gegensätzen kann ja auch hinhauen, das wissen wir doch!
Also habe ich einen von Gretchen Hirsch abgewandelten Vogue-Schnitt von 1952 aus Nickisamt genäht. Ha, das weckt Erinnerungen an die Siebzigerjahre-Kindheit mit kuscheligen dunkelblauen (nicht braunen, nicht orangefarbenen!) Nickipullis!

Denn neulich beim Lageraufräumen habe ich einen Rest Nickistoff gefunden, aus dem ich vor gut drei Jahren bereits das Funnel Neck-Shirt Coco von Tilly Walnes genäht habe. Da das damals ein Restposten von 2,5 Metern war, hatte ich noch ganz schön viel davon übrig, genug für ein weiteres Bleistiftkleid nach dem Schnittmuster vom fabelhaften Gretchen Hirsch.

Obwohl der Schnitt für feste Stoffe konzipiert ist, funktionierte er bereits im Sommer ganz prima als Kurzarm-Jerseyvariante.  Klar, das hat mit echtem Nähen im Vintage-Stil nicht ganz so viel zu tun, denn ich spare mir schon so einiges an Arbeit wie z. B. den Reißverschluss im Rücken, und abgesehen davon waren Kleider aus dehnbaren Stoffen in den Fünfzigerjahren wohl auch eher nicht existent.
Ist mir aber schnuppe, dafür sind figurnahe Kleider aus dehnbaren Stoffen saubequem, so sieht´s doch aus!

Abändern musste ich diesmal auch das Vorderteil. Es besteht aus vier Schnittteilen, weil es vom Zuschnitt her sonst nicht mehr geklappt hätte. Aber nun gut, das war eben der Kompromiss und ich find´s auch nicht total daneben.
Des Weiteren habe ich die vorderen Abnäher, die man bei Gretchens grünem Kleid auf der linken Seite deutlich erkennen kann, komplett weggelassen. Das Pencildress sitzt jetzt im Gegensatz zum Originalschnitt eben nicht knalleng in der Taille, jedoch können die Abnäher immer noch nachträglich eingearbeitet werden. Im Moment fühle ich mich aber in dem Kleid wohl, so wie es jetzt ist, mit zwei Kilo weniger sähe das wahrscheinlich schon wieder anders aus. ;)

Pencildress Bleistiftkleid Gretchen HirschPencildress Bleistiftkleid Vogue Getchen Hirsch Nickistoff

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dat Gretchen                                                                   Dat Tina

Dafür bin ich, weil der Schnitt keine angesetzten Ärmel hat, nicht um das Einsetzen von Achselzwickeln, also rautenförmigen Stoffeinsätzen im Achselbereich, herumgekommen.
Ich habe ein Elefantengedächtnis und habe die Quälerei beim Nähen meines ersten Pencildress selbstverständlich NICHT vergessen. Deshalb freue mich mitteilen zu können, dass ich glücklicherweise auch diesbezüglich lernfähig bin und mir das Einsetzen beim Nickisamtkleid schon viel leichter gefallen ist: Sie sind fast perfekt eingenäht. :)

 

Generell ist es so, dass ich in Gerties Büchern zwar fleißig die Theorie über Nähtechniken und vor allem das Anpassen von Schnittmustern lese, aber eine Schnittmusteranpassung noch nie bis zum Ende durchgehalten habe. Das einzige, um das ich einfach nicht herumkomme, ist die Anpassung an meine Körpergröße. Ansonsten gehöre ich zu den Leuten, die sich während des Nähens herantasten. Dafür gibt es Renate, meine Schneiderpuppe, oder, sofern Zeit dafür ist, stecken Sevgi und Sebile in der Schneiderei ab (also während ich drinstecke, versteht sich).

Nach diesem Kleid hat das für dieses Schnittmuster jedoch ein Ende: Ich finde es so, wie es ist,  so gelungen, dass ich den Schnitt vom aktuellen Kleid abnehmen werde.

Wie macht ihr das so? Striktes Anpassen des SM an die eigenen Maße oder Freestyle-Herantasten?

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