Vintage Schoolbag Leonabel von LaLilly Herzileien

Vintage Schoolbag Leonabel Totale Zwölfte koje links

+++ Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation. Das digitale Schnittmuster ‚Vintage Schoolbag Leonabel‘ wurde mir von LaLilly Herzileien kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist davon unbeeinflusst. +++

„Und wo ist das Pferd?“, schießt es mir noch jedes Mal durch den Kopf, wenn ich meine rotbraune Satteltasche erblicke, die ich mir seit einigen Wochen umschnalle. „Das Pferd bist du selbst, min Deern!“, raunt mir sodann eine leise Stimme in meinem Kopf zu. Gut, in Ordnung! Hauptsache, kein Rücken-, kein Schulter-, kein Waden- und besonders kein Daumenschmerz mehr!

Da ich nach drei Jahrzehnten erstaunlicherweise doch spürbare Statik-Probleme durch meine einseitig oder quer getragene, stets gut gefüllte Umhängetasche bekommen habe und schon so manches Mal „gerade gezogen“ werden musste, kam der Aufruf zum Schnittmustertest für die Vintage Schoolbag Leonabel von LaLilly Herzileien sehr gelegen. Denn dass ich mein Trageverhalten allmählich ändern muss, haben mir die eine oder andere recht schmerzhafte Bewegungseinschränkung und Kirsten, die dann immer an das Elend ran muss, sehr deutlich gemacht.

Leonabel ist ein Schnittmuster, das in drei Varianten realisiert werden kann, nämlich als eine auf dem Rücken zu tragende Rucksacktasche, eine klassische Messenger Bag oder als geräumige Fahrradtasche.

Der Korpus wird bei allen drei Varianten identisch genäht, lediglich Schlaufen, Haken, Ringe und ggfs. Druckknöpfe müssen an unterschiedlichen Stellen angebracht werden. Das ist es dann aber auch schon mit der Gleichmacherei, denn abgesehen davon, dass es drei Klappenvarianten (eckig, rund, mit Zunge) gibt, bietet Lisa eine unglaubliche Bandbreite an Möglichkeiten an, die Tasche innen wie außen individuell zu gestalten: Es gibt mächtig viele Schnittteile für einen großen Reißverschlusseinsatz,  diverse kleine wie große Einschubfächer sowie aufgesetzte Reißverschlusstaschen, die dann auch noch einmal  miteinander überlappend angebracht werden können. Also nix für NäherInnen, die ein Projekt möglichst schnell „runterreißen“ wollen, sondern an das man mit ein wenig Muße und dem Spaß am Kombinieren herangehen sollte.

Ich selbst habe im Inneren ein großes RV-Fach und zwei Einschubfächer eingenäht, so wie ich es auch bei meinen eigenen Schnitten gerne mache. Außerdem gibt es außen ein großes Steckfach und innen einen Karabiner am Band, sodass man den Schlüsselbund einklinken kann.

Fazit: Ein sehr sehr tolles, variables Schnittmuster! Die Umsetzung hat gut geklappt, weil Fotos und Anleitungsschritte stimmig sind und der Schnittbogen trotz der sehr vielen Teile übersichtlich ist.
Insgesamt würde ich das Schnittmuster Personen mit ein wenig Näherfahrung empfehlen, die gleichzeitig Spaß an Baukastensystemen und individueller Gestaltung haben.

Für Inspiration und Augenschmaus empfehle ich des Weiteren Lisas Leonabel-Look Book, in dem sämtliche Ergebnisse des Probenähens aufgeführt wurden. Glaubt mir, es ist ein Farben-Feuerwerk! :)

P.S. Stichwort Material, aus dem ich meine Leonabel genäht habe: Es handelt sich dabei um British Oilskin, einen stark gewachsten und aus diesem Grund wasserabweisenden, sehr festen Canvas in einem schönen Rotbraun, welches sich „Conker“, also Kastanie nennt.
Das Zeug ist so stark gewachst, sodass ich zunächst ein wenig eingeschüchtert war. Möchte man so etwas auf dem Rücken tragen? Saut man sich damit nicht die Klamotten ein? Nein!
Zwar waren meine Finger, die Stichplatte der Nähmaschine und die benutzte Nadel nach dem Nähen des Korpus voller Wachs (nichts, was ein bisschen Seife und Alkohol nicht wieder sauber bekommen würden),  aber es scheint, als wäre das Wachs nach der Verarbeitung tiefer ins Gewebe gesunken. Spuren auf Kleidung und Händen gibt es nicht mehr und haptisch ist die Oilskin ebenfalls viel angenehmer als zu dem Zeitpunkt als sie noch auf der Rolle war. Ich find´s superpraktisch! Und herrlich verwegen-verwittert-oldschool, denn Obacht: Auf der Oilskin sieht man jeden Knick und jeden „Kratzer“. Das ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber mich als treue Freundin alter Dinge spricht es natürlich sehr an. Abgesehen davon kann das Material aber nachgewachst werden.
Oilskin = Patinamaterial ;) und momentan in einigen ganz famosen Farben bei der Tillabox in Lüneburg erhältlich.

Leonabel 2 Zwölfte Koje lnks

See you soon, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen!
Genießt die Sonne!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s