Ausmisten – und dann Wischtücher selber machen

[enthält unbezahlte Werbung, da Markennennung]

Der Frühjahrsputz und das damit verbundene Ausmisten sind dieses Jahr irgendwie komplett an mir vorübergegangen bzw. scheine ich 2020 ziemlich antizyklisch von dem Gefühl befallen worden zu sein, hier zu Hause ein bisschen Ballast abwerfen zu wollen.

Nachdem nun aber schon gut erhaltene Kleidung übers Netz verkauft ist, geht es jetzt den Dingen an den Kragen, die man nicht einmal mehr guten Gewissens in die Kleidersammlung geben kann. Davon betroffen sind hauptsächlich ausgeleierte T-Shirts und fadenscheinig gewordene Handtücher. Schon unsere Omas haben aus ausrangierter Kleidung Putzlappen oder Aufsätze für Wischmopps zugeschnitten, also warum diese Art der Weiterverwertung nicht grundsätzlich wieder aufleben lassen im Sinne der Nachhaltigkeit und des Upcyclings?

Also: Schnapp´ Dir die alten Textilien, schneide sie in der gewünschten Größe zu und nähe jeweils eine Seite Jersey und Baumwollfrottee zusammen.

Es gibt folgende Varianten:

  1. Du kannst die Zuschnitte rechts auf rechts füßchenbreit (0,7 cm) zusammennähen und lässt an einer der Seiten eine Wendeöffnung von mindestens 6 cm. So kannst Du den Wischlappen leicht wenden. Forme die Ecken gut aus z. B. mit einer Häkelnadel und bügele den Lappen, steppe ihn sodann knappkantig entlang der Seiten ab und schließe in diesem Zug auch die Wendeöffnung. Voilá!
    Tipp: Als Aufhängung kannst Du ein ca. 10 cm langes Stück Ripsband, Baumwollkordel oder Schnürsenkel verwenden, das Du vor dem Zusammennähen diagonal in einer Ecke zwischen die zwei Stofflagen legst. Denk dran, die Schlaufe muss nach innen zeigen, da der Stoff wird gewendet wird!
  2. Wenn Du eine Overlock besitzt und es schnell gehen soll, gehst Du folgendermaßen vor: Lege die Zuschnitte links auf links zusammen und nähe mit der Overlock einmal rundherum. Setze dabei nach jeder Seite einmal ab, schneide die Fäden durch und nähe über das an der Ecke entstandene Ende darüber, wenn Du die anschließende Seite zusammennähst; so vermeidest Du „Overlocknasen“, die die Ecken wulstig aussehen lassen. Hier kannst Du z. B. schon Akzente setzen, in dem Du knallige Garnfarben wählst.

Nun aber zum richtig schönen Teil: So ein Lappen ist natürlich jetzt schon einsatzfähig, macht aber doppelt so viel Spaß, wenn er mit einem Motiv bedruckt ist. Hierfür eignen sich z. B. vorgefertigte Stencil-Schablonen, deren Motive Du mit einem Stupfpinsel auftragen kannst. Wer eigene Motive bevorzugt, ist mit Freezer-Paper als Schablonenersatz sehr gut bedient, da es aufgebügelt und nach dem Drucken rückstandslos wieder von der Textilie abgelöst werden kann (und bei umsichtiger Behandlung in einer Kladde aufbewahrt und wiederverwendet werden kann).
Wer eine Siebdruckwerkstätte in der Nähe hat, könnte es auch einmal mit dem klassischen Siebdruck mit wasserbasierter Farbe probieren, so wie ich das hier gemacht habe. Das sieht dann schon so professionell aus, dass sich die Lappen bereits als hübsche Mitbringsel und kleine Geschenke eignen. Und wem das zu kostspielig ist: Seit einigen Jahren gibt es auch ganz fabelhafte Siebdrucksysteme für zu Hause wie z. B. von Bobbin Hood (habe ich selbst schon ausprobiert, ist topp!) oder Alles für Selbermacher (da habe ich von anderen bisher nur Gutes gehört), mit denen man ebenfalls sehr professionell aussehende Drucke erstellen kann.
Und wer Kinder zu Hause hat, kann mit ihnen gemeinsam auf Stempeldruck zurückgreifen wie z. B. den guten alten Kartoffeldruck oder einfach Drucken mit Apfelhälften.

Ihr seht also, dass Ausmisten nicht nur wunderbar befriedigend sein kann, sondern unter Umständen den kreativen Tiger in Dir hervorholt. :)

Probiert es aus! Es werden ein langer Herbst und Winter!

Liebe Grüße und alles Gute!
Tina

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