Wir

Christina Rüttinger - Zwölfte Koje links

Wie es anfing

Zu Weihnachten 1989 bekam ich meine erste Nähmaschine geschenkt, eine Riccar Model 8410. Die Herstellerfirma gibt es schon länger nicht mehr, aber der good ole´ boy Rick läuft und läuft und läuft. Er hat den Umzug von München nach Hamburg im Jahr 1995 unbeschadet überstanden und noch drei weitere Wohnungswechsel innerhalb Hamburgs.

War die Maschine zu Anfang hauptsächlich dafür zuständig, die Löcher in meinen Levi´s 501 im Zaum zu halten, wurde sie später für mich DAS Werkzeug zum Hosenkürzen. Denn irgendwie hörten die Standardhosenlängen früher bei L32 einfach auf. Echt wahr!

Meine erste „echte“ Textilarbeit nähte ich ziemlich spontan im Jahr 2005. Unsere Uromi hatte mir für unseren Sohn einen Original Siebzigerjahre-Stoff mit Kaufmannsladenmotiv geschenkt.
„Da kann man Kissenbezüge draus machen!“, sagte Uromi. Ne, dachte ich, diese Ladenszene darf man nicht zerschneiden. Und so entstand daraus eine gefütterte Decke für den Raketensohn, sogar mit Reißverschluss, sodass er sich darin wie in einen Schlafsack einmummeln konnte.

Wieder fünf Jahre später begleitete ich meine beste Freundin zu einem Nähkurs, den die üblichen Verdächtigen und ich ihr zum Geburtstag geschenkt hatten. Einer musste mit und das war ich. Und dort, in einem kleinen Hinterzimmer eines Hamburger Stoffladens, packte es mich. Die Lust am Nähen und an der Arbeit mit Textilien hält bis heute an und hat schnell Ausmaße angenommen, die es mir unmöglich machen, alles selbst zu benutzen oder zu verschenken. Für hinten im Schrank ist es auch zu schade.

And here we go, ich und mein kleiner Maschinenpark um Good ole´ boy , Berni, Oda und Addi, der mit dem Umzug von Zwölfte Koje links in die Modenäherei Kandemir im September 2015 um die eine oder andere Industriemaschine ergänzt wurde.

Vintage-Fan

Meine Liebe zu Fünfzigerjahre-Grafik und -Design hat sich schon sehr früh entwickelt. „Oma und Opa Mittermayrstraße 16“ hatten sich nach dem Krieg nach und nach neu eingerichtet und ich, anstatt sie als Kind der Siebziger für muffig und altmodisch zu befinden, fand Nierentisch und Sputniklampe schon als Fünfjährige höchst apart. Und so ist es auch geblieben.

Als ich zum Nähen kam, vernähte ich zunächst alles, was mir in die Finger kam. Erst später fand ich meinen heutigen Stil unter der Verwendung von ausgesuchten Mid Century-Retrostoffen, Japanmustern und, sofern auffindbar und käuflich, Originalstoffen aus den 50ern und frühen 60ern.

Was ich sonst so gemacht habe?

Ach, viel, das wollt Ihr alles gar nicht wissen!
Ich bin ausgebildete Sortimentsbuchhändlerin und Diplom Dokumentarin und habe die Buchbranche von fast allen Seiten kennengelernt. Zuerst habe ich im Laden „an der Front“ gearbeitet, später dann in mehreren Verlagen im Vertrieb. Zuletzt war ich Einkäuferin in einer Versandbuchhandlung.

Das Leben hat mich dann an ein komplett anderes Ufer gespült und nun fröne ich meiner Buchleidenschaft eben nur noch als Privatperson. Macht nichts, auch gut! Denn das, was ich Ende 2012 zu meiner Arbeit gemacht habe, wird nicht mit weniger Leidenschaft betrieben und kommt mit viel Spaß und einer tiefen Zufriedenheit daher.
Lucky me.

Ich freue mich immer über Feedback, und Anfragen jedweder Art sollt Ihr natürlich auch loswerden! Schreibt mir, ich beeile mich mit der Antwort!

5 Gedanken zu “Wir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s