Rezension ‚Ich lerne nähen: Taschen‘ (oder auch nicht)

Zanatta, ich lerne nähen. Taschen. Zanatta Grandamme

Ja, es war einmal wieder Zeit, um der Handarbeitsabteilung in der Bücherhalle  einen Besuch abzustatten. Ich habe da diesmal zwar nichts Brandneues entdeckt, aber ein Buch, das ich seit seinem Erscheinen im August letzten Jahres noch nicht in den Fingern hatte und zwar ‚Ich lerne nähen: Taschen‘ des Autorenteams Zanatta/Grandamme, über die ich auf die Schnelle jedoch nichts im Netz finden konnte.

Die maisgelbe Kelly Bag auf dem Cover sprach mich sofort an, sodass ich mir das Buch unmittelbar griff ohne es vorher großartig durchzublättern. Zuhause stellte ich dann fest, dass ich zusätzlich ca. ein Drittel der insgesamt 10 Taschenmodelle, die jeweils in zwei unterschiedlichen Varianten realisiert sind, ganz spannend finde. Das ist gar kein schlechter Durchschnitt! Die Modelle sind in vier Schwierigkeitsgrade (Anfänger, Niveau Intermédiaire, Fortgeschrittene und Könner) unterteilt.
Mein Favorit blieb aber das Covermodell!

Ich lerne nähen. Taschen Ansicht 1

Obwohl ich, wenn das Wort ‚Kelly Bag‘ fällt, sofort an edles Handtaschenmaterial wie zum Beispiel Lackleder denken muss, schwebte mir ein sommerlich-verspieltes Strand-Modell vor. Die Wahl fiel aus diesem Grund auf einen gestreiften Stoff, denn ich mir vor ca. fünf Jahren auf Mallorca gekauft habe.
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt ca. sechs Monate Spanischunterricht gehabt und kann mich erinnern, dass ich den gesamten Einkauf damals mit Hängen und Würgen auf Spanisch durchziehen konnte, weil der Verkäufer so unheimlich nett war, mein Gestammel zu ertragen und NICHT auf Deutsch geantwortet hat. Das rechne ich ihm auch heute noch hoch an!

Der damals gekaufte Stoff ist ein gestreifter Canvas in Braun, Beige, Türkis und Weiß, den ich mit einem Canvas in Türkis fürs Innenfutter kombiniert habe.
Ne Kellytasche braucht natürlich einigermaßen Stand, sodass der gesamte Korpus mit kaschiertem Schaumstoff in 5 mm Stärke unterfüttert wurde. Das Innenleben habe ich so gestaltet, wie ich das auch bei meinen eigenen Taschenschnitten handhabe, nämlich mit einer großen Reißverschlusstasche und einem Einsteckfach fürs Telefon. Und obwohl ich ja schon seit einigen Monaten ununterbrochen meine Vintage Schoolbag Leonabel trage, damit das getragene Gewicht geichmäßig auf beide Schultern verteilt ist, habe ich links und rechts zwei D-Ringe angebracht, damit ich einen Gurt einklinken kann, wenn ich die Tasche einmal umhängen möchte.

Nun kann ich in den allermeisten Fällen die Schnittteile einer solchen Standard-Tasche zusammennähen ohne dass ich auch nur ein einziges Mal vorher in die Anleitung schaue. Diesmal war das genauso, aber nach Beendigung der Tasche (deren Schnitt ich total toll finde, habe ich das schon erwähnt?!), befasste ich mich doch einmal etwas genauer mit dem Titel…und war echt erschüttert!

Ich habe selten ein Buch mit derart lückenhaften, irreführend oder unverständlich formulierten und zum Teil schlicht falschen Angaben in Händen gehalten. Der Untertitel ’20 Modelle Schritt für Schritt erklärt‘ – er ist eine glatte Lüge! Den meisten Taschenmodellen wird maximal eine Doppelseite mit karger Anleitung zugestanden. Von Schritt-für-Schritt-Anleitung kann da wirklich keine Rede sein!

Ich lerne nähen. Taschen Ansicht 2

Ich bleibe einmal bei der Anleitung meines genähten Modells: Diese befasst sich auf der ersten der zwei zugestandenen Seiten fast ausschließlich mit der Anbringung der Magnetschließen.  Davor und danach besteht sie aus Sätzen wie ‚Das Futter der Kelly Bag hat drei Fächer, davon eines mit Reißverschluss. Den Reißverschluss einnähen (Siehe Schritt-für-Schritt Einen Reißverschluss einnähen, S. 12).‘
Wie dieses Futter im Detail aussieht, wird nicht gezeigt, und wie man das Reißverschlussfach in diesem speziellen Fall im Futter zwischenfasst auch nicht. Für jemand, der erst mit dem Nähen beginnt, ist das absolut nicht nachvollziehbar.

Ja, selbstverständlich habe ich dann auch Seite 12 gelesen, die mit der Basisanleitung, wie man einen Reißverschluss einnäht. Dort wird dem Nähanfänger dann erklärt, dass er den Reißer ‚rechts auf rechts auf das Vorderteil legen‘ soll und im Anschluss das Innenfutter ‚rechts auf rechts darauflegen‘ soll. Fairerweise muss ich anmerken, dass dort eine Abbildung ist, mit der ein Anfänger nachvollziehen könnte, wie es eigentlich korrekt wäre. Aber trotzdem: So etwas kann doch nicht ernsthaft durch ne Schlusskorrektur gelangen und gedruckt werden!

Mir ist schon klar, dass das Schreiben von Anleitungen eine Kunst ist. Da muss man auch Bock drauf haben! Den Prozess der Optimierung konnte ich insbesondere bei meinen letzten beiden Schnittmustertestungen für die oben bereits erwähnte Leonabel und ein weiteres Handtaschenmodell verfolgen. Dem einen ist sofort alles sonnenklar, der zweite empfindet es als umständlich formuliert und der Dritte kann auch nach mehrmaligem Lesen nicht nachvollziehen, was gemeint ist.
Der springende Punkt ist, dass bei Anleitungen oder Nähbüchern, die schon auf dem Cover als anfängertauglich angepriesen werden, in punkto Näherfahrung auch nur der kleinste gemeinsame Nenner vorausgesetzt werden kann und das heißt für mich, die Anleitungen haben gefälligst ausführlich, verständlich und reich bebildert zu sein.
Säße ich in der Lizenzabteilung eines Handarbeitsverlags, hätte ich diesen sehr schlampig realisierten, ursprünglich französischsprachigen Titel nicht eingekauft!

Fazit: Nur für Fortgeschrittene, die nicht zwingend eine Anleitung brauchen! Dies Buch hätte konsequenterweise ein schönes Inspirationsbuch mit Schnittmusterbogen für Näherfahrene werden können, denn neben ein paar 0-8-15-Modellen findet man spannende Taschen mit sehr hübschen Details! Aber auch das hätte vorausgesetzt, dass wenigstens die Materialangaben zu 100 % korrekt gewesen wären. Nicht einmal das hat geklappt.

Blöd, wa?!
Leider Daumen runter.

Sommerfrisches Freestyle-Top

Modifiziertes Streifentop Vintage Stil Totale

Streifen finde ich von je her sehr gut! Ich habe ziemlich viel Gestreiftes, allerdings bisher nur horizontal, nicht diagonal.
Neulich besuchte ich meine Marktkollegin Y. und weil die so nahe bei ‚Alles für Selbermacher‘ in Hamburg-Bergedorf wohnt, hat sie mich im Anschluss dorthin hingebracht und mich dann auch gleich auf dem Parkplatz verlassen.
„Das geht nämlich nicht schnell! Und ich brauche gar keinen Stoff!“. Bin ich also alleine hinein und anderthalb Stunden nicht mehr hinausgekommen. Diese Vielfalt und die Mengen machen Dich fertig, ich kannte ‚Alles für Selbermacher‘ ja bisher nur aus dem Netz!
Ich habe dann auch etwas gekauft, nicht für die Koje, sondern ganz allein für mich! Und das ist der Stoff, den ihr hier seht!
Zwei Meter hatte ich genommen und nachdem ich mir einen half circle skirt im Mid Century Stil draus genäht hatte, blieb noch so viel übrig, dass ich dachte, mit ein bisschen Freestyling bekommst Du da noch ein Sommertop raus. Mir kam ziemlich schnell die Idee, ich könnte das Oberteil eines Fiftieskleids zuschneiden und den unteren Bund so weit wie der Stoffrest es zulässt verlängern, da das Top ja sonst auf Taillenhöhe enden würde. Da ich wegen der zusammenlaufenden Streifen jeweils in der Mitte von Vorder- und Rückteil nicht im Fadenlauf zuschneiden konnte, bin ich damit nicht sehr weit gekommen, dennn so viel „Rest“ war es dann doch nicht. Aber mal im Ernst: Ist doch gar nicht schlecht mit Bündchen! Mir gefällt´s!

Vestido Gala Annabel Bénilan  .jpg

Als Grundschnitt habe ich mich für das Oberteil des Vestido Gala (dem Galakleid) aus dem Buch ‚Costura Vintage‘ (Vintage-Schneidern) von Annabel Bénilan entschieden, das mir vor Jahren im Spanienurlaub in die Hände fiel.
Es enthält 24 klassische Vintage-Schnittmuster in drei Doppelgrößen (36/38, 38/40 und 40/42) plus kurzer Nähanleitung (CAVE: überhaupt nicht anfängertauglich!) in Wort und Zeichnung.
Neben den zu erwartenden Schnittmustern für Kleider gibt es auch Schnittmuster für Oberteile, eine Caprihose, ein Cape und einen Regenmantel. Frau Bénilan ist übrigens Kostümbildnerin und Stylistin und stammt aus Frankreich, aber glücklicherweise wurde ihr Buch auch in Spanien von Larousse herausgegeben, den Französisch kann ich ja gar nicht gescheit! War auch nicht mein Lieblingsfach…

Für mein Oberteil habe ich Gr. 38/40 zugeschnitten und die Seiten um jeweils 1,5 Zentimeter verbreitert. Das habe ich gemacht, weil ich ein locker sitzendes Top und nix Knallenges wollte. Ursprünglich hatte ich geplant, einen rückseitigen nahtverdeckten Reißverschluss einzuarbeiten, aber bei der ersten Anprobe des gehefteten Stücks konnte ich so reinschlüpfen, also habe ich das mal gepflegt sein lassen.

Für die Blenden an Armen und Ausschnitt habe ich einen unregelmäßig rosafarbenen Baumwollstoff mit roten Herzchen verwendet. Der war mal weiß und ist in der Wäsche furchtbar ausgeblutet. Ja, wahrlich ein Stoff zum in die Tonne treten, aber für nicht sichtbare Blenden geht er natürlich.
Zuletzt habe ich einen breiten, dehnbaren, für die Fünfzigerjahre völlig unauthentischen Bund aus weißem Jersey angenäht und die Blenden innen an den Nahtzugaben vernäht, damit sie nicht ständig umklappen oder rausschlüpfen können.
Morgen zieh´ ich´s an! Und verlinkt habe ich bei Sew La La.

Modifiziertes Streifentop Vintage Stil Front

Annabel Bénilan

Costura Vintage (spanische Ausgabe)
ISBN 9788416124725

Couture Vintage (französische Ausgabe)
ISBN 9782295004598

Annabel Bénilan Costura Vintage

 

 

A bisserl Orga (= ein bisschen Orga)

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Eigentlich für alle und alles diesmal. Aber muss ja auch einmal sein.

Urlaub 2018 Zwölfte Koje links Tina

So, Ihr Lieben, Sommerzeit – Urlaubszeit, ist ja nix Neues.

Ich nehme mir auch dieses Jahr ne Auszeit, was für Euch heißt, dass ihr in den Shops weiterhin einkaufen könnt, ich mich aber unter Umständen nicht zeitnah melden kann und die Ware erst nach meinem Urlaub verschicken werde – mit einer Ausnahme und die teile ich Euch gleich im nächsten Absatz mit!

Der letzte Versandtag vor meinem Urlaub ist der 28. Juli, mittendrin kann ich Euch, sofern die Ware bis dahin bezahlt ist, den 4. August 2018 anbieten. Ab dem 11. August geht alles wieder seinen gewohnten Gang und ich versende in den Zeiträumen, die im Artikelangebot angegeben sind.

Bitte achtet in dem Zuge, wenn ihr etwas erwerben wollt, unbedingt darauf, ob es sich dabei um einen vorrätigen Artikel handelt oder um einen, den ich auf Bestellung anfertige. Die Info hierzu findet ihr immer gleich oben im Angebot. Einen Artikel mit 14 Tagen Lieferzeit kann ich innerhalb eines Tages vor meinem Urlaub nicht mehr aus dem Ärmel schütteln. Aber nach meinem Urlaub gebe ich Gas und arbeite streng chronologisch und so zügig wie möglich die Bestellungen ab. Das ist versprochen!

Mit gleich zwei Veranstaltungen starte ich dann in den August.

Viertel Meile #5Am 12. August findet ihr mich auf dem Viertel Meile Designmarkt unter freiem Himmel auf dem Hamburger Spielbudenplatz auf St. Pauli bei hoffentlich herrlichem Sommerwetter. Ich werde da mit meinem Partner in crime cosmicshop und vielen anderen Ausstellern sein und habe vor, mir einen wunderbaren Tag mit euch zu machen!
Ich bringe Portemonnaies, Clipbörsen, Pinup Bags und Kelly Bags, Backgammons, Scherenetuis und Kulturtaschen mit. Was bei heißem Wetter ebenfalls nicht fehlen darf: Breenbüdel, die patentierten Kühlkissen mit action figures inside von Linda aus dem Nachmacher x. Und ein paar reduzierte Artikel nehme ich natürlich auch mit! Ich freue mich, wenn ihr vorbeikommt!

Schon am 25. August baue ich meinen Stand im Oberhafen zum Release des Legendary Girls And US Cars-Kalenders 2019 wieder auf.
Freut euch auf Vintage Cars, Livemusik von Rocksin, Speis und Trank von der Oberhafenkantine und Hobenköök sowie der einen und anderen Showeinlage der Burlesque-Tänzerin Belle la Donna. Und freut euch auf meine Kollegen und mich von der Händlermeile!

Girls and legendary US Cars 2019

Da die Verkaufsplattform, die mir meine ersten Schritte in Sachen Onlineshop ermöglicht hat, zum 30. August schließen wird, werde ich ebenfalls im Laufe des Augusts komplett mit meinem DaWanda-Shop zu Etsy ziehen. Mein Etsy-Shop existiert bereits, wird aber erst nach und nach gefüllt werden. Bequem ist es aber insbesondere in der Umzugszeit, einfach in meinem Zwölfte Koje links-Shop zu stöbern, dort sind so gut wie alle erhältlichen Artikel aufgeführt.

Zum 30. August ist dann Schluss mit DaWanda. Wenn ihr noch einen DaWanda-Gutschein bei mir einlösen möchtet, könnt ihr das trotzdem bis zu diesem allerletzten Tag tun. Wir, Käufer wie Verkäufer haben nach diesem Termin noch 30 Tage Zeit letzte Käufe/Bestellungen abzuwickeln, das heißt alle Abwicklungstools stehen uns noch vollständig bis Ende September zur Verfügung.

Zwölfte Koje links Etsy Ankündigng

Tja, und dann schlage ich mit Etsy ein neues E-Commerce-Kapitel auf.  Da gibt´s wohl einiges neu zu sortieren und Neues zu lernen, aber ich sehe dem Ganzen mit einer Mischung aus Spannung und Gelassenheit entgegen. Denn viel blöder als von einer Verkaufsplattform mit einer Frist von gerade einmal acht (!) Wochen abserviert zu werden, kann´s eigentlich nicht kommen. Was bleibt, ist ein Gefühl, als würde man von den Verantwortlichen nicht als echtes Gewerbe betrachtet, sondern als jemand, der über die Jahre ein bisschen Online-Kaufmannsladen spielen durfte.

Aber wie sagte schon Franklin D. Roosevelt?

A smooth sea never made a skillful sailor.

Damn right.

I dream of Jeannie: Glasuntersetzer und Kühlhusse für Flaschen

Kühlhusse und Glasuntersetzer DIY - Kopie

Na, endlich ist der Sommer wieder da!
Ich hatte ja ernsthaft letzte Woche schon wieder angefangen, Heißgetränke zuzubereiten, so frisch fand ich die Temperaturen. Aber nun geht´s wieder verstärkt raus! Und weil ich auch gerne lange mit Buch auf dem Balkon sitze und das Buch oft so spannend ist, dass ich darüber vergesse in die Küche zu laufen, um mein Glas wieder mit kühlem Nass aufzufüllen, habe ich uns eine Kühlhusse für Flaschen genäht und mich obendrein an Glasuntersetzern versucht.
Thema: ‚I dream of Jeannie‘, zu deutsch ‚Bezaubernde Jeannie‘, noch so ne Sixties-Fernsehserie, die ich als Kind unheimlich gern gesehen habe.

Kennt diese Serie der eine oder andere von Euch noch?
Jeannie ist ein sog. Dschinn, ein Flaschengeist, der aus Versehen von Tony Nelson, einem Astronauten, der nach einer Bruchlandung auf einer Pazifikinsel gestrandet ist, befreit wird. Ihr merkt schon, das ist wirklich alles ungeheuerlich lebensnah! Einmal aus der Flasche raus, möchte Jeannie ihrer Aufgabe gerecht werden und ihrem neuen Herren zu Diensten sein. Der will aber eigentlich gar nicht so richtig. Nichtsdestotrotz folgt Jeannie Tony nach dessen Rettung mit in sein Zuhause und versucht fortan, es ihrem Herren so bequem wie möglich zu machen. Der Haken an der Sache: Jeannie ist der absolute Chaot unter den Dschinns. Und mehr muss ich dazu, glaube ich, nicht sagen. ;)

Kühlhusse Flasche DIY

Für die Flaschenhusse habe ich mir ein Stück naturfarbene Biobaumwolle ausgesucht, die ich via Transferfolie für helle Stoffe bedruckt habe. Transferfolie gibt´s in vielen Schreibwarenläden und Bürofachmärkten und der Druck ist leicht zu bewerkstelligen. Ihr braucht lediglich einen Drucker, ein Bügeleisen und müsst Euch dann gaaanz genau an die beigelegte Anleitung halten.

Für meine Husse diente eine Weinflasche als Vorlage. Ich habe mir den Umfang des Flaschenbodens errechnet (kannste aber auch hier bei Mathepower errechnen lassen), den Umfang wieder halbiert und sodann einmal 1,4 cm für die Nahtzugaben (je 0,7 cm Füßchenbreite) und 2,5 cm für das „Spiel“ zugegeben. Ihr nehmt diese errechnete Bodenbreite und zeichnet Euch auf dieser Basis eine eindimensionale Flasche. Wenn es ans Verjüngen in den Flaschenhals geht, orientiert ihr Euch höhenmäßig wieder an der Originalflasche. Der Abstand sollte auch am Flaschenhals die Differenz aus errechneter Bodenbreite und halbiertem Umfang mit Nahtzugaben sein.
Fügt zum Schluss oben und unten noch einmal jeweils 0,7 cm Nahtzugabe und unten 1,5 cm Saumzugabe hinzu.  Schneidet die Vorlage zweimal aus Stoff, zweimal aus Wachstuch und zweimal aus dünnem Baumwollmolton zu.
Viele würden statt Baumwollmolton Thermolam zur Isolierung benutzen, aber bei uns in der Schneiderei bleiben aus der Produktion oft Moltonstücke übrig und ich finde, sie isolieren auch ganz prima, weil sie so dicht gewebt sind. Eine weitere Möglichkeit wäre die Verwendung einer alten Kühltüte aus dem Supermarkt oder Discounter. Eine solche kam bei meiner Kühltasche zum Einsatz und funktioniert ebenfalls super!

Zusammengenäht wird folgendermaßen:
1. Wer die Husse mit Webbändern etc. verzieren möchte, macht das mal zuallererst.
2. Die Moltonzuschnitte werden knappkantig auf die linke Seite des Wachstuchzuschnitts aufgesteppt.
3. Legt nun jeweils den abgesteppten Wachstuchzuschnitte rechts auf rechts auf den Außenstoff und näht die Flaschenhälse aneinander (senkrechte rote Linie im Schaubild).
4. Faltet die am Flaschenhals aneinander genähten Teile wie im Schaubild auseinander und näht die beiden so entstandenen Teil rechts auf rechts und natürlich Innenfutter auf Innenfutter und Außenstoff auf Außenstoff aufeinander (weiße Linien im Schaubild).
5. Stülpt nun das Innenfutter ins Außenfutter. Das ist ein bisschen fummelig durch den Flaschenhals, aber es geht!
6. Wenn alles zurecht gezupft ist, schlagt die offenen Kanten am unteren Ende der Husse 1,5 cm ein und steppt das Ganze noch einmal im Geradstich rundherum ab.

Flaschenusse Schaubild

Meine Glasuntersetzer bestehen aus drei Lagen dünnem Kork (hatte ich noch übrig, sonst hätte ich gern Kork mit einer Stärke von 0,5 cm verwendet, denn die Kanten hätten dann way better ausgesehen) und sog. Furnierholzpapier. Dieses selten coole Zeug habe ich im Januar bei Modulor in Berlin erstanden,  das gab´s da reduziert im Zehnerpack mit verschiedenen Holztönungen, aber günstig ist es auch reduziert nicht wirklich.

Das Holzfurnierpapier habe ich ebenfalls im Transferdruck, aber mit Acrylmedium bedruckt. Dafür braucht Ihr gespiegelte Laserausdrucke Eurer Motive, Acrylmedium, einen Pinsel, ein Spülschwämmchen und eine alte Scheckkarte o. ä.

Jeannie

Gedruckt wird so:
1. Zuerst pinselt Ihr das Holzfurnier und den Laserausdruck auf der bedruckten Seite mit Acrylmedium ein.
2. Drückt dann die bedruckte Seite des Laserausdrucks auf die eingepinselte Seite des Holzfurniers, streicht ihn glatt und schabt mit der Scheckkarte alle Luftbläschen oder zu viel aufgetragenes Acrylmedium hinaus. Dann gut durchtrocknen lassen, über Nacht schadet auch nicht.
3. Nehmt Euch ein Spülschwämmchen und feuchtet das Papier an.
CAVE: Benutzt nur die weiche Seite des Schwämmchens, nicht die grüne!
Löst nun in kreisenden Bewegungen das Papier vom Holzfurnier. Das kann etwas mühsam sein, ist aber auch sehr spannend, wenn das Motiv darunter zum Vorschein kommt. ;)
4. Seid gründlich!
5. Lasst alles gut durchtrocknen und gönnt dem Furnier noch ein bis zwei dünne Acrylmedium-Anstriche, die wieder gut durchtrocknen müssen.

Glasuntersetzer Holzfurnier DIY

Schneidet nun die gewünschte Form für die Untersetzer aus dem Kork und dem Holzfurnier mit einem Bastelskalpell aus und klebt sie entweder mit Holzkleber oder (einfacher!) mit doppelseitig klebendem Klebeband aufeinander. Zuletzt packt ihr noch einmal für zwei bis drei Stunden einen dicken Wälzer (ich will doch hoffen, Ihr besitzt noch Bücher!) auf die Untersetzer, damit alles schön zusammengepresst wird.

DIY Glasuntersetzer Holzfurnier

So.
Und dann könnt ihr damit auch schon raus in den Garten oder auf den Balkon!
Schön!

Und im Winter verwendet Ihr die Kühlhusse einfach als Flaschenvasendeko und die Untersetzer schützen unbehandelte Holztische dann vor Tee- und Glühweinflecken. :)

DIY Glasuntersetzer Holzfurnierpapier

Kimono Tee-Hack, die 2te

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen - Kopie

+++Werbung+++

Auch wenn ich keinerlei Kooperation mit Maria Denmark eingegangen bin, weder Güter noch Geld geflossen sind, und ich lediglich das kostenlose Schnittmuster heruntergeladen habe, ist das, was ich hier mitunter mache, seit kurzer Zeit als Werbung zu kennzeichnen. Hiermit geschehen. Auch wenn ich es Empfehlung nennen würde.

Wie kommt es bloß, dass ich diesen famosen Schnitt vor drei Jahren nur einmal genäht und ihn dann bis dieses Frühjahr links liegen gelassen habe? Verstehe ich gar nicht mehr!

Das Kimono Tee von Maria Denmark ist super wandelbar,  gerade weil es so ein simpler Schnitt ist. Deshalb kommt hier also schon mein nächstes abgewandeltes Kimono Tee. Wieder aus dehnbarem Material, aber mit Kragen und Schleife!

Genäht wird erst einmal wie gehabt „nach Anleitung“. Ihr näht alles soweit fertig, lediglich den Ausschnitt lasst Ihr noch unbearbeitet.
Für das Verarbeiten von Jersey müsst Ihr keine Overlock besitzen. Der enge Zickzackstich einer Haushaltsnähmaschine tut´s auch!

Für den Kragen messt Ihr einmal den gesamten Umfang des Ausschnitts mit einem Maßband ab. Zu diesem Ergebnis addiert ihr nun für die Schleifenbänder 20 Zentimeter, für jedes der beiden Schleifenteile also 10 Zentimeter. Somit habt ihr die Länge Eures Kragens.

Schneidet nun längs im Bruch liegend einen Streifen mit 5 Zentimetern Höhe (also aufgeklappt 10 Zentimeter) und Eurer errechneten Gesamtlänge zu. Der Fadenlauf läuft dabei parallel zu den beiden kurzen Ende.

Lasst den Zuschnitt im Bruch liegen und bügelt die Kante einmal ordentlich. Sodann näht Ihr die beiden kurzen Enden jeweils einmal im 45°-Winkel ab und kürzt die so entstandene dreieckige Nahtzugabe ein. Näht dann an beiden Enden jeweils 10 cm an der offenen Längskante entlang, wendet die so entstandenen Schleifenbänder und bügelt alles links auf links liegend und achtet darauf, dass die offenen Kanten bündig übereinander liegen (weil, wissen wir ja eigentlich, gut gebügelt ist halb genäht).

Schaubild Kragen Kimono Tee Hack_1

Wählt nun am Ausschnitt den Punkt aus, an dem Eure Schleife sitzen soll. Ich habe das so Pi mal Daumen entschieden, am besten ist, Ihr schlüpft mal rein und markiert Euch den Punkt, der Euch am besten taugt, mit einer Stecknadel oder einem Wonderclip.

Steckt dann den Kragen rechts auf rechts an den Ausschnitt beginnend bei Eurem markierten Anschlusspunkt, auf dem die spätere Schleife sitzen soll. Damit der Kragen gleichmäßig gedehnt angenäht werden kann (es wurde ja im 45°-Winkel abgenäht, sodass sich die anzunähende Strecke des Kragens verkürzt hat und das ist auch richtig so), unterteilt euch den Ausschnitt vorher ausgehend vom Anschlusspunkt in vier gleiche Strecken und markiert diese wiederum mit Stecknadeln oder Wonderclips. Das gleiche passiert mit dem Kragen, allerdings nur zwischen den beiden Anschlusspunkten, also dem Bereich, der angenäht werden soll. Die beiden Schleifen sind komplett außen vor.

Schaubild Anschlusspunkte Kimono Tee Hack

Legt nun die mit Nadeln/Wonderclips markierten Punkte von Kragen und Ausschnitt aufeinander und steckt an diesen Stellen Kragen und Ausschnitt mit nur einer Nadel aufeinander. Näht nun Kragen und Ausschnitt zusammen und dehnt innerhalb der abgesteckten Intervalle den Stoff des Kragens gleichmäßig. Achtet darauf, dass der Anschlusspunkt des Kragenendes dann wieder genau auf den Anschlusspunkt des Kragenausschnitts trifft.
Zuletzt klappt Ihr die innere Nahtzugabe nach unten und steppt diese knappkantig im Geradstich von rechts ab, damit sie nicht unschön „hochflappen“ kann.

Schleife bzw. lockeren Knoten machen nicht vergessen! Und dann reinschlüpfen! :)

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 1

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 2

Erinnert mich irgendwie an das Oberteils eines Tennisoutfits aus den Vierzigern. Aber das finde wahrscheinlich nur ich. Außerdem spiele ich gar nicht Tennis und werde diesbezüglich auch zukünftig keine Ambitionen haben. :)

Material: Ajour-Jersey (100 % Baumwolle)
genäht mit meinem Maschinen-Oldie (1989) und meiner Overlock
verlinkt auf Sew La La