Kimono Tee-Hack, die 2te

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen - Kopie

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Auch wenn ich keinerlei Kooperation mit Maria Denmark eingegangen bin, weder Güter noch Geld geflossen sind, und ich lediglich das kostenlose Schnittmuster heruntergeladen habe, ist das, was ich hier mitunter mache, seit kurzer Zeit als Werbung zu kennzeichnen. Hiermit geschehen. Auch wenn ich es Empfehlung nennen würde.

Wie kommt es bloß, dass ich diesen famosen Schnitt vor drei Jahren nur einmal genäht und ihn dann bis dieses Frühjahr links liegen gelassen habe? Verstehe ich gar nicht mehr!

Das Kimono Tee von Maria Denmark ist super wandelbar,  gerade weil es so ein simpler Schnitt ist. Deshalb kommt hier also schon mein nächstes abgewandeltes Kimono Tee. Wieder aus dehnbarem Material, aber mit Kragen und Schleife!

Genäht wird erst einmal wie gehabt „nach Anleitung“. Ihr näht alles soweit fertig, lediglich den Ausschnitt lasst Ihr noch unbearbeitet.
Für das Verarbeiten von Jersey müsst Ihr keine Overlock besitzen. Der enge Zickzackstich einer Haushaltsnähmaschine tut´s auch!

Für den Kragen messt Ihr einmal den gesamten Umfang des Ausschnitts mit einem Maßband ab. Zu diesem Ergebnis addiert ihr nun für die Schleifenbänder 20 Zentimeter, für jedes der beiden Schleifenteile also 10 Zentimeter. Somit habt ihr die Länge Eures Kragens.

Schneidet nun längs im Bruch liegend einen Streifen mit 5 Zentimetern Höhe (also aufgeklappt 10 Zentimeter) und Eurer errechneten Gesamtlänge zu. Der Fadenlauf läuft dabei parallel zu den beiden kurzen Ende.

Lasst den Zuschnitt im Bruch liegen und bügelt die Kante einmal ordentlich. Sodann näht Ihr die beiden kurzen Enden jeweils einmal im 45°-Winkel ab und kürzt die so entstandene dreieckige Nahtzugabe ein. Näht dann an beiden Enden jeweils 10 cm an der offenen Längskante entlang, wendet die so entstandenen Schleifenbänder und bügelt alles links auf links liegend und achtet darauf, dass die offenen Kanten bündig übereinander liegen (weil, wissen wir ja eigentlich, gut gebügelt ist halb genäht).

Schaubild Kragen Kimono Tee Hack_1

Wählt nun am Ausschnitt den Punkt aus, an dem Eure Schleife sitzen soll. Ich habe das so Pi mal Daumen entschieden, am besten ist, Ihr schlüpft mal rein und markiert Euch den Punkt, der Euch am besten taugt, mit einer Stecknadel oder einem Wonderclip.

Steckt dann den Kragen rechts auf rechts an den Ausschnitt beginnend bei Eurem markierten Anschlusspunkt, auf dem die spätere Schleife sitzen soll. Damit der Kragen gleichmäßig gedehnt angenäht werden kann (es wurde ja im 45°-Winkel abgenäht, sodass sich die anzunähende Strecke des Kragens verkürzt hat und das ist auch richtig so), unterteilt euch den Ausschnitt vorher ausgehend vom Anschlusspunkt in vier gleiche Strecken und markiert diese wiederum mit Stecknadeln oder Wonderclips. Das gleiche passiert mit dem Kragen, allerdings nur zwischen den beiden Anschlusspunkten, also dem Bereich, der angenäht werden soll. Die beiden Schleifen sind komplett außen vor.

Schaubild Anschlusspunkte Kimono Tee Hack

Legt nun die mit Nadeln/Wonderclips markierten Punkte von Kragen und Ausschnitt aufeinander und steckt an diesen Stellen Kragen und Ausschnitt mit nur einer Nadel aufeinander. Näht nun Kragen und Ausschnitt zusammen und dehnt innerhalb der abgesteckten Intervalle den Stoff des Kragens gleichmäßig. Achtet darauf, dass der Anschlusspunkt des Kragenendes dann wieder genau auf den Anschlusspunkt des Kragenausschnitts trifft.
Zuletzt klappt Ihr die innere Nahtzugabe nach unten und steppt diese knappkantig im Geradstich von rechts ab, damit sie nicht unschön „hochflappen“ kann.

Schleife bzw. lockeren Knoten machen nicht vergessen! Und dann reinschlüpfen! :)

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 1

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 2

Erinnert mich irgendwie an das Oberteils eines Tennisoutfits aus den Vierzigern. Aber das finde wahrscheinlich nur ich. Außerdem spiele ich gar nicht Tennis und werde diesbezüglich auch zukünftig keine Ambitionen haben. :)

Material: Ajour-Jersey (100 % Baumwolle)
genäht mit meinem Maschinen-Oldie (1989) und meiner Overlock

Vintage Schoolbag Leonabel von LaLilly Herzileien

Vintage Schoolbag Leonabel Totale Zwölfte koje links

+++ Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation. Das digitale Schnittmuster ‚Vintage Schoolbag Leonabel‘ wurde mir von LaLilly Herzileien kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist davon unbeeinflusst. +++

„Und wo ist das Pferd?“, schießt es mir noch jedes Mal durch den Kopf, wenn ich meine rotbraune Satteltasche erblicke, die ich mir seit einigen Wochen umschnalle. „Das Pferd bist du selbst, min Deern!“, raunt mir sodann eine leise Stimme in meinem Kopf zu. Gut, in Ordnung! Hauptsache, kein Rücken-, kein Schulter-, kein Waden- und besonders kein Daumenschmerz mehr!

Da ich nach drei Jahrzehnten erstaunlicherweise doch spürbare Statik-Probleme durch meine einseitig oder quer getragene, stets gut gefüllte Umhängetasche bekommen habe und schon so manches Mal „gerade gezogen“ werden musste, kam der Aufruf zum Schnittmustertest für die Vintage Schoolbag Leonabel von LaLilly Herzileien sehr gelegen. Denn dass ich mein Trageverhalten allmählich ändern muss, haben mir die eine oder andere recht schmerzhafte Bewegungseinschränkung und Kirsten, die dann immer an das Elend ran muss, sehr deutlich gemacht.

Leonabel ist ein Schnittmuster, das in drei Varianten realisiert werden kann, nämlich als eine auf dem Rücken zu tragende Rucksacktasche, eine klassische Messenger Bag oder als geräumige Fahrradtasche.

Der Korpus wird bei allen drei Varianten identisch genäht, lediglich Schlaufen, Haken, Ringe und ggfs. Druckknöpfe müssen an unterschiedlichen Stellen angebracht werden. Das ist es dann aber auch schon mit der Gleichmacherei, denn abgesehen davon, dass es drei Klappenvarianten (eckig, rund, mit Zunge) gibt, bietet Lisa eine unglaubliche Bandbreite an Möglichkeiten an, die Tasche innen wie außen individuell zu gestalten: Es gibt mächtig viele Schnittteile für einen großen Reißverschlusseinsatz,  diverse kleine wie große Einschubfächer sowie aufgesetzte Reißverschlusstaschen, die dann auch noch einmal  miteinander überlappend angebracht werden können. Also nix für NäherInnen, die ein Projekt möglichst schnell „runterreißen“ wollen, sondern an das man mit ein wenig Muße und dem Spaß am Kombinieren herangehen sollte.

Ich selbst habe im Inneren ein großes RV-Fach und zwei Einschubfächer eingenäht, so wie ich es auch bei meinen eigenen Schnitten gerne mache. Außerdem gibt es außen ein großes Steckfach und innen einen Karabiner am Band, sodass man den Schlüsselbund einklinken kann.

Fazit: Ein sehr sehr tolles, variables Schnittmuster! Die Umsetzung hat gut geklappt, weil Fotos und Anleitungsschritte stimmig sind und der Schnittbogen trotz der sehr vielen Teile übersichtlich ist.
Insgesamt würde ich das Schnittmuster Personen mit ein wenig Näherfahrung empfehlen, die gleichzeitig Spaß an Baukastensystemen und individueller Gestaltung haben.

Für Inspiration und Augenschmaus empfehle ich des Weiteren Lisas Leonabel-Look Book, in dem sämtliche Ergebnisse des Probenähens aufgeführt wurden. Glaubt mir, es ist ein Farben-Feuerwerk! :)

P.S. Stichwort Material, aus dem ich meine Leonabel genäht habe: Es handelt sich dabei um British Oilskin, einen stark gewachsten und aus diesem Grund wasserabweisenden, sehr festen Canvas in einem schönen Rotbraun, welches sich „Conker“, also Kastanie nennt.
Das Zeug ist so stark gewachst, sodass ich zunächst ein wenig eingeschüchtert war. Möchte man so etwas auf dem Rücken tragen? Saut man sich damit nicht die Klamotten ein? Nein!
Zwar waren meine Finger, die Stichplatte der Nähmaschine und die benutzte Nadel nach dem Nähen des Korpus voller Wachs (nichts, was ein bisschen Seife und Alkohol nicht wieder sauber bekommen würden),  aber es scheint, als wäre das Wachs nach der Verarbeitung tiefer ins Gewebe gesunken. Spuren auf Kleidung und Händen gibt es nicht mehr und haptisch ist die Oilskin ebenfalls viel angenehmer als zu dem Zeitpunkt als sie noch auf der Rolle war. Ich find´s superpraktisch! Und herrlich verwegen-verwittert-oldschool, denn Obacht: Auf der Oilskin sieht man jeden Knick und jeden „Kratzer“. Das ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber mich als treue Freundin alter Dinge spricht es natürlich sehr an. Abgesehen davon kann das Material aber nachgewachst werden.
Oilskin = Patinamaterial ;) und momentan in einigen ganz famosen Farben bei der Tillabox in Lüneburg erhältlich.

Leonabel 2 Zwölfte Koje lnks

See you soon, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen!
Genießt die Sonne!

Komm her, Schluppe!

Suzabelle Dress Vintagekleid

St. Pauli-Flohmarktgespräche

Mann hinterm Tresen: Hier, ‚Plan 9 from outer Space‘, den musst du haben, das ist der schlechteste Film aller Zeiten, lohnt sich!
Ich: Neee, den bin ich doch gerade erst Anfang April in Barmbek aufm Flohmarkt losgeworden! Und weißt du was, ich glaube, DU warst der Käufer!
Mann hinterm Tresen: …
Ich: Stimmt´s? Im April war das!
Mann hinterm Tresen: Joa…is richtig…aber hast du den auch ganz zu Ende geguckt?

Ja, glaubt mir, habe ich, der kommt mir nicht mehr ins Haus, der Film schmerzt und ist harte Arbeit!

Außerdem habe ich was viel Besseres gefunden, nämlich dieses wahnsinnig hübsche Schluppenkleid (Label: Suzabelle). Stört mich auch nicht, dass es nicht original Sixties ist (hat auch Vorteile, ist aus Baumwolle, nicht aus Polyester), der Schnitt ist herrlich Vintage und es muss nix geändert werden, es passt! Einfach so!

Fleamarket rules! Immer wieder! :)

Hack-O-Rama: Kimono Tee mit Knopfleiste

Da stand ich einmal wieder mit einem vor Monaten im Affekt gekauften Meter Webware, wohlgemerkt ein Meter, der auf 1,10 m liegt, also einer Stoffmenge, mit der man in Sachen Kleidungnähen nicht gaaanz so weit kommt.  Also habe ich überlegt und folgendes Experiment gewagt: Ich habe das schöne, schlichte Kimono Tee, ein kostenloses Schnittmuster von Maria Denmark für ein T-Shirt mit überschnittenen Ärmeln, das für dehnbare Stoffe entworfen wurde, abgewandelt in ein Vintage-Blüschen in Größe S mit rückwärtiger Knopfleiste.

Hierzu bin ich folgendermaßen vorgegangen: Das Vorderteil habe ich wie gehabt im Bruch zugeschnitten, jedoch beim Rückenteil an der mittigen Bruchkante jeweils 2,5 cm hinzugefügt und aus einem Rückenteil zwei gemacht, die sich mittig überlappen. Bis auf den Halsausschnitt und die Ärmelausschnitte wurde alles einmal rundherum gekettelt bzw. mit der Overlock versäubert und dann die Schulternähte sowie die Seitennähte mit einem Geradstich der Haushaltsnähmaschine geschlossen.

Im Anschluss habe ich dünne Vlieseline (hier H200) in einer Breite von 2 cm links auf die Schnittkanten der zwei Rückenteile gebügelt, die Kanten in einem Abstand von 2 cm links auf links umgebügelt und knappkantig parallel zur Falzkante abgesteppt. Nun ging´s ans Knopflöcher nähen (zur Orientierung: Guckt man auf die Rückenansicht, kommen die Knopflöcher auf die rechte Seite): Meine schlichten rosa durchscheinenden Minis hatten einen Durchmesser von 1,3 cm, also addierte ich 0,2 cm hinzu, um die Länge der Knopflöcher zu erhalten. Zwischen den Knopflöchern selbst habe ich immer einen Abstand von 4,5 cm abgemessen, sodass ich am Ende auf eine Knopfleiste mit 7 Knöpfen gekommen bin. Weil ausnahmsweise zu Hause und nicht in der Schneiderei genäht wurde, kam meine allererste Maschine, mein good ole boy von 1989, zum Einsatz und ich sag´ Euch, der Maschinenopa hat die Knopflöcher wirklich einmal wieder einwandfrei hinbekommen. Ich weiß schon, warum ich ihn behalte, auch wenn ich oft an seinem Stichbild herummäkele, das nicht ganz so super gerade ist wie das meines Nähcomputers. Aber der Bursche ist für die Ewigkeit gemacht, kann Geradstich und Zickzack und Knopflöcher und mehr muss doch so ne Haushaltsnähmaschine genau genommen gar nicht können, um famose Ergebnisse zu erzielen. Behaupte ich mal!

Wie dem auch sei, hier geht´s jetzt mit der Minianleitung weiter:
Nachdem alle Knopflöcher mit dem Nahttrenner vorsichtig aufgeschnitten waren, drapierte ich das Kimono Tee vor mir und legte die von mir aus gesehene rechte Kante über die linke, sodass sich die beiden um ca. 2 cm überlappten. Mit Stecknadeln habe ich dann die Stellen markiert, an denen die Knöpfe angenäht werden müssen. Man steckt dazu durch das obere Ende (wichtig) des Knopflochs senkrecht eine Nadel in den darunterliegenden Stoff. Dies ist genau der Punkt, an dem der Knopf festgenäht werden muss, damit die Kopfleiste später gut sitzt und die Seiten parallel zueinander laufen. Mich persönlich nervt Knöpfe annähen kolossal, aber muss ja und das Ergebnis ist eine wirklich hübsche Rückenansicht, finde ich!

Für den Halsausschnitt habe ich mir aus den Stoffresten ein Schrägband zum Einfassen genäht und gebügelt. Hierfür habe ich Stoffstreifen mit einer Breite von 3,5 cm diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten, die Enden im 45°-Winkel zugeschnitten und diese wie auf dem Foto abgebildet aneinander genäht, mittig gefalzt und die Längsenden ca. 0,7 cm nach innen gebügelt.

Die Ärmel haben jeweils ein schmales Bündchen von knapp einem Zentimeter Breite bekommen, das fix mit der Overlock angenäht wurde. Sodann einmal darüber gebügelt über das Ganze, schon war die Vintage-Bluse anziehfertig!

Sie passt im Übrigen einwandfrei zum Bleistift-, Teller- und A-Linie-Rock und zur langen wie kurzen Hose sieht sie auch sehr kleidsam aus. Man kann sie unter und selbstverständlich auch über dem Bund tragen. Letzteres sieht auch ganz apart aus, da die Knopfleiste nicht ganz nach unten reicht und die Enden dann ein bisschen auseinanderstreben wie ein Schwalbenschwanz. Ich mag es leiden!

Stichwort Bequemlichkeit: Doch, im Ernst, volle Punktzahl! Das gute Stück engt nicht ein und ist schwer bequem, weil auch genügend Armfreiheit gegeben ist.

Fazit: Aus der Not ne Tugend gemacht! Das Kimono Tee kann auch aus Webware mit Knopfleiste genäht werden. Selbige, die ja notwendig ist, um ins Shirt einsteigen zu können, ist gleichzeitig ein sehr schöner Hingucker. Ich würde sagen, ab an den See oder das Meer, in den Park oder gleich in die Sommerfrische damit!

Ich wünsch´ Euch was, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen! Genießt die Sonne!

P.S. Mit diesem Kleidungsstück gehe ich heute ein allerletztes Mal zu RUMS – Rund ums Weib. Leider schwebt auch über RUMS das Damoklesschwert der DSVGO. Und wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich für mich so an, als hätte dieses Schwert längst zugeschlagen, denn auch RUMS schließt aus diesem Grund wie so viele andere Blogs seine Pforten.

Liebe Muddi,

meinen allerherzlichsten Dank für, wie ich gerade gelesen habe, 281 (!) Male RUMS!
Ich habe immer gern vorbeigeschaut und auch gern meine „Ergüsse“ verlinkt. Ich wünsch´ Dir alles Gute!

So this time not only my name
but my gratitude as well! :)

Tina

 

Am besten gleich zwei: Bronte Top von Jennifer Lauren Handmade

Bronte Top Jennifer Lauren Handmade

Ihr wisst ja sicher um meinen für mich sehr kleidsamen Lieblingsschnitt LIV (den mit U-Boot-Ausschnitt), ein Evergreen, den ich mir immer mal wieder mit kurzen, Dreiviertel- oder langen Ärmeln nähe. Der hat jetzt Konkurrenz bekommen, denn dieser hier der neuseeländischen Schnittmusterdesignerin Jennifer Lauren gefällt mir auch enorm gut!

Bronte Top heißt er und das, was ihn auszeichnet, ist der sogenannte „amerikanische Ausschnitt“, den ich aus meiner eigenen Kindheit in den Siebzigern zur Genüge kenne. Und wer jemals einen kleinen Offspring oder mehrere zu Hause hatte, der ist ebenfalls sehr vertraut damit, denn viele Bodies für Babies haben diesen superpraktischen Ausschnitt ebenfalls.
Ich kann ihn keinem Jahrzehnt so richtig zuordnen, mal heißt es Vierzigerjahre, mal Fünfziger, mich erinnert´s an die Siebziger, aber schön Retro ist er in jedem Fall.

Das Schnittmuster ist ausschließlich digital und auf englisch erhältlich, ist gut verständlich und sehr einfach umzusetzen. Jennifer Lauren gibt im Ebook auch Tipps zur Beschaffenheit des Materials. Sie empfiehlt feste, auch nach Dehnung unbedingt in Form bleibende Maschenware, damit das Top nicht nach einem halben Tag wie ein Sack an einem herunterhängt.

Mein erstes Bronte Top habe ich aber gleich einmal aus mintgrünem Ajourjersey aus 100 % Biobaumwolle ohne jegliches Elasthan genäht, also genau einem Material, von dem sie abrät. Ich finde, je nachdem welchen Sitz man bevorzugt, kann man das ruhig machen, denn der Ausschnitt bleibt trotzdem auch nach längerem Tragen schön im Form. Zum festlichen Kleidungsstück reicht es so natürlich nicht, aber zur legeren Alltagsgarderobe allemal.

Für mein zweites Bronte Top, das aus der schieren Begeisterung nur wenige Tage nach dem ersten genäht wurde, habe ich dann festen blauweißen Ringeljersey mit Elasthananteil verwendet. Es ist in derselben Größe zugeschnitten, sitzt aber im Gegensatz zum Ajourjersey sehr figurbetont und wirkt, als hätte ich es eine Nummer kleiner als das erste genäht.

Bronte Top Detail Knopf

Mir gefallen beide Shirts, die werde ich viel tragen, ich muss aber betonen, dass das Bronte Top nur dann richtig sitzt, wenn man die überlappenden vorderen und hinteren Ausschnitteile zurecht zieht und sie mit oder ohne Zierknöpfe miteinander fixiert. Tut man das nicht, gibt es unsexy Schulterwülste und Falten im Vorderteil. Die will ja keiner, nehme ich mal an, aber im Bronte Top hat die von hinten nach vorne kommende Ausschnittlinie so immer einen kleinen Knick, was man im Foto unschwer erkennen kann.

Da ich den amerikanischen Ausschnitt jedoch auch gerne „ohne Knick“ nähen würde, wollte ich schon mal sachte bei meinen Kolleginnen in der Schneiderei anfragen, ob man da mit einer Schnittanpassung etwas machen kann, aber dann fand ich doch glatt etwas im Netz darüber.
Womit wir wieder bei meinem Lieblingsschnitt LIV mit U-Boot-Ausschnitt (hier echt wichtig, die Anpassung funktioniert nur bei dieser Variante!) wären: Im pattydoo-Blog zeigt Ina nämlich, wie man selbigen Schnitt anpassen kann, um ihn mit amerikanischem Ausschnitt zu nähen. Das ist natürlich sehr cool! Und, das muss gesagt werden, auch sehr kostensparend gegenüber dem Luxuseinkauf bei Frau Lauren! :)