Likörgläser im Mid Century Stil

schnpsgläschen_2

Ich trinke eigentlich so gut wie nie hartes Zeug, trotzdem habe ich schon seit etlichen Jahren vier stinknormale, schlichte 2 cl-Gläschen im Büffet stehen. Fürs Backen zum Kleinstmengen abwiegen, jawoll!

Pläne hatte ich mit den Vieren überhaupt keine, aber als ich letztes Jahr die Kreidefarbe für das Aufmöbeln meines Kinderzimmerhockers einkaufte, habe ich gesehen, dass es besagte Farbe auch für Glas und Keramik gibt. Wollte ich dann ja schon ausprobieren und habe mir Chalky Finish für Glas in Türkis geholt. Und wenn ich ehrlich bin: Ich wollte mir nichts Heißgeliebtes verhunzen und habe mich aus dem Grund auch an den Schnapsgläschen ausprobiert, die hätte ich mit verhehrendem Ergebnis schließlich immer noch zum Backen benutzen können!

Dann jedoch kam´s anders: Das Anmalen und Einbrennen der Farbe nach mehreren Tagen Trocknungszeit hat prima geklappt, aber nur Anmalen fand ich natürlich langweilig. Also habe ich mir einen Fineliner-Porzellanmalstift in Schwarz gegriffen und mich (manchmal etwas zittrig, man sollte halt alles einfach schwungvoll durchführen) an einem grafischen Gittermuster im Retrostil versucht. Einige der so entstandenen Kästchen habe ich noch mit Schwarz aufgefüllt, fertig.
Auch diesen Auftrag habe ich nach mehreren Stunden Trocknung im Backofen bei 160° eingebrannt. Und nach dem Auskühlen erst einmal gespült, ich wollte zuerst nicht so recht glauben, dass die Farbe wirklich hält. Tut sie aber!

Und? Was glaubt Ihr, habe ich daraus nun auch mal n Likörchen getrunken?
Jaaa.
Granatapfel-Chili.
Zum Geburtstag.
:D

20170420_181857
Material:

2 cl-Likörgläschen
Kreidefarbe „Chalky Finish“ für Glas, Farbe Türkis
Marabu Porcelain Painter, Kontur & Fineliner, Farbe Schwarz

Werbeanzeigen

Die letzte Plastiktüte

Ich bin Lichtjahre zu spät! Der Plastiktüten-bügeln-und-vernähen-Trend ist (zu Recht!)schon lääängst wieder out. Außerdem  versuche ich doch seit Jahren weitestgehend auf Plastiktüten zu verzichten, ich habe also gar nicht viele in petto, mit denen ich etwas machen könnte!
Eine kleine, geblümte Tüte habe ich neulich beim Aufräumen zusammengeknüllt in unserer Speisekammer gefunden und eine weitere (hmmm, räusper…) wegen des Donald Duck-Motivs geschenkt bekommen. Da dachte ich bei mir, okay, haste zwei Stück mit ganz netten Motiven, also probierst Du das jetzt doch einmal aus, ist ja doch irgendwie spannend. Also habe ich die Tüten zerschnitten und drei bis vier Plastiklagen aufeinander gebügelt. Ganz kurz auf Stufe 2, denn sonst schmurgelt alles weg. Aber ganz ehrlich, überzeugt hat es mich nicht: Ich halte die so entstandene Verbindung des Plastiks in haptischer Hinsicht für eine Vollkatastrophe. Ich könnte daraus keinen Gebrauchsgegenstand nähen, den ich oft anfassen muss, Tasche/Etui fällt total aus. Habt Ihr das einmal ausprobiert, wie findet Ihr die Haptik?
Aus meinen beiden Tütenverbindungen habe ich dann lieber einen Freestyler-Übertopf für Bettys Katzengras sowie ein Hänge-Utensilo (das kostenlose Schnittmuster plus Anleitung findet ihr HIER) für unsere Spülschwämmchen genäht. Plastik darf ja schließlich nass werden.

Fazit: Das mache ich nicht noch einmal! Aber der Hängekörbchen-Schnitt ist ganz knuffig, oder?!

Nähen für die Katz´

Also, ich weiß wohl, der Katze ist es vollkommen egal, was für eine Form ihr Katzenminze-Kissen hat. Hauptsache Katzenminze, wird mir da nonverbal mitgeteilt.
Als nun Bettys altes Spielzeug total durch war und meistens nur noch in der Küche an ihrem Ausguck auf der  Fensterbank lag, habe ich bei meinem nächsten Katzenfuttergroßeinkauf eine Phiole getrocknete Katzenminze mitgenommen. Denn so ein Kissen können Leute mit Nähmaschine und Stofflager schließlich schnell selbst nähen. Mir schwebte da meine Stray Cat vor, auch wenn sie so gar nicht das füllige Aussehen von Betty hat (nein, unsere Katze ist nicht übergewichtig, die hat einfach viel Fell!).
Ich hatte noch ein Stück festen Nesselstoff aufgehoben, auf dem ein Probedruck vom Siebdrucken war, der wurde jetzt dafür vernäht.

Zunächst habe ich den Siebdruck mit einem Rand von ca. 0,7 cm sowie eine spiegelverkehrte Rückseite ausgeschnitten. Mit passendem schwarzen Garn habe ich dann entlang der Kontur Vorder- und Rückteil zusammengenäht und dabei eine Füllöffnung von ca. 5 cm gelassen, durch die ich dann die getrocknete Katzenminze direkt aus der Phiole einfüllen konnte. Beim Zunähen der Öffnung war ich einmal wieder froh, dass ich Besitzerin von ein paar Wonderclips bin, denn mit Stecknadeln wäre das Zeug leicht wieder hinausgerieselt. Da die Minze sich auch durch kleine Öffnungen hindurcharbeitet, habe ich die unversäuberten Kanten der Stray Cat zum Schluß noch einmal im Zickzackstich umrandet. Fertig!

20161208_165937_1-kopieEin paar weitere Ideen, um Katzenminze-Kissen ohne vier Ecken zu realisieren:
großen Plätzchenausstecher als Vorlage nehmen
aus großgemusterten Stoffen ein Motiv auswählen und mit Nahtzugabe ausschneiden
★ auf Nesselstoff mit Stoffmalfarbe / -stift zeichnen und mit Hitze fixieren
 Stempeldruck mit Kartoffeln, Äpfeln oder voll profimäßig mit Stempelgummi und mit Hitze fixieren

Makeover Lifetime-Hocker

20161003_124312-kopie

Als er ab 1974 in meinem Babyzimmer stand, war er weiß. Davor war er aber rot und danach (schon von mir selbst ) in Dunkelblau angestrichen gewesen. Dann 2004, als sich der Offspring ankündigte, habe ich ihn schnell in Sonnengelb umgefärbt, und so stand er bis neulich im Kinderzimmer und diente zuletzt als Nachtkästchenersatz. Vor fünf Wochen flog er aus selbigem raus und ich fand ihn ausrangiert im Flur stehen.

Zeit für´n Makeover, obwohl das Kleinstmöbel schon krumme Beinchen hat und bestimmt nicht mehr so richtig zum Draufsitzen taugt. Vermutlich wird der Hocker in erster Linie von Farbe zusammengehalten, aber den Job als kleines Beistelltischchen kann er schon noch übernehmen, deshalb ging es für ihn am ersten Oktoberwochenende ab auf den Balkon zum Aufhübschen.

Großansichten der Bilder jeweils mit Klick aufs Bild

Ich wollte wohl gern einmal Kreidefarbe ausprobieren, also habe ich mir für alle Fälle drei Chalky Finish-Farben für Holz, nämlich Beige, das wie ein ganz helles Cremeweiß wirkt, Klassikrot und Ebenholz (mei, Schwarz halt!) geholt. Die beiden letzteren habe ich dann auch tatsächlich gemischt, weil mir der Vollton Rot auf dem Hocker dann einfach zu krass war.

Natürlich kam zu aller erst die ganz doofe Arbeit: Ohne gründliches Anschleifen haftet die Farbe später nicht gut und genaugenommen gehört auch unter Kreidefarbe nach dem Abschleifen ein Anstrich mit Grundierung. Ich habe stattdessen den Hocker zweimal mit einem weiteren gründlichen Schleifvorgang zwischen den beiden Farbaufträgen gestrichen.

Ich wollte zwar von Anfang an mit zwei kontrastreichen Farben arbeiten, die schlichte, aber effektvolle Art Deco-Nummer kam mir aber erst ganz zuletzt in den Sinn, als ich mich schon in einigen floralen Spielereien verrannt hatte. Zum Glück behielt da mein Faible für Klares, nicht allzu Schnörkeliges die Oberhand!

Nach der Trocknungszeit habe ich dann also die Sitzfläche jeweils parallel zu den Kanten mit Malerkrepp abgeklebt und mit einem sehr scharfen Bastelskalpell (niegelnagelneue Klinge!) das Klebeband zurechtgestutzt. Ich benutze sonst z. B. für den Lavendeldruck immer das günstige Billigheimer-Malerkrepp, weil´s für diesen Zweck einfach ausreicht, aber in diesem Fall habe ich das teure genommen, es gut festgedrückt und die Kreppkanten noch einmal mit Kreidefarbe in Beige überstrichen, damit im Anschluss der rote Farbauftrag nicht unters Kreppband laufen konnte.

Wieder nach einer Trocknungsphase habe ich die Seitenteile der Sitzfläche und die mit Krepp abgeklebte Sitzfläche rot gestrichen. Mit dem Ergebnis war ich nicht zufrieden, zu grell das Ganze. Also war der zweite Anstrich schon ein dunkles Burgunder durch das Mischen mit der schwarzen Kreidefarbe. Ein dritter Anstrich folgte und nach ca. eineinhalb Stunden Trocknungsdauer habe ich das Kreppband vorsichtig gelöst.

Länger habe ich mich nicht getraut zu warten, da ich Angst hatte, ich würde bei einer „staubtrockenen“ Oberfläche wieder die Hälfte der Farbe zusammen mit dem Krepp herunterreißen. Aber so wie ich es gemacht habe, war es zumindest nicht total verkehrt, ich musste lediglich zwei kleine Stellen mit einem feinen Pinsel ausbessern. ;)

So weit, so gut. Das Ergebnis gefällt mir. Die Farbe verläuft nicht zu einer glatten Oberfläche, sondern bleibt relativ grobkörnig. Man sieht die Pinselverläufe, das muss man natürlich mögen, und der Anstrich hat einen recht matten Effekt.
Ich habe das Hockerchen nach weiteren zwei Stunden Durchtrocknung mit Möbelwachs gewachst, zum einen, weil dann der Anstrich besser geschützt ist, zum anderen finde ich dann so ein ganz leichtes „Möbelschimmern“ doch sehr apart.

Insgesamt halte ich Kreidefarben für eine schöne Sache. Da auf Wasserbasis, riecht sie überhaupt nicht, das heißt, man muss zum Verarbeiten nie auf schönes Wetter warten, weil sonst die Bude wie ne Lackiererei duftet und der Schädel brummt. Des Weiteren mag ich den antiken, etwas rauen Look, den die Farbe erzeugt. Falls mir noch in Bälde etwas „Anstreichwürdiges“ unterkommt, würde ich es wohl einmal mit dem Schablonieren versuchen. Selbstverständlich mit selbstgemachter Schablone! ;)

Hochzeitsreise

img_20160910_121327-kopieLong time no see or hear, ich weiß! Manchmal hat man im nichtvirtuellen Leben eben einfach so viele Verpflichtungen und abgesehen davon auch so viel Feines zu tun wie z. B. auf tollen Hochzeiten von sensationellen Leuten eingeladen zu sein! ;)

Nun, die Brautleute von heute haben ja in der Regel schon alles, mit einem Mixstab oder Schnellkochtopf braucht man ihnen also nicht daherkommen. In diesem speziellen Fall war sogar gar nichts außer unserem Kommen gewünscht.

Aber ohne machen wir´s nicht. Also Geldgeschenk, ein Beitrag zur Hochzeitsreise. Naheliegend war da irgendetwas mit Autos und Dosen und ‚Just married‘, da ich ja auf Kuba so viele wunderbare alte US Autos geknipst hatte; und tatsächlich fand ich eine Aufnahme, die wunderbar passte: Aufgenommen am Malecón, der Uferpromenade von Havanna, mit einem Paar auf dem Rücksitz einer Limousine und sie sogar mit wehendem Haar!

Die Idee reifte, einfach statt Dosen Geldscheine hinten an die Stoßstange zu binden und so etwas Dreidimensionales aus dem zweidimensionalen Bild herauswachsen zu lassen.

Du brauchst dazu:

  • einen Bilderrahmen
  • einen Fotoausdruck eines Wagens in Rückansicht, optional mit Schriftzug
  • Cutter/Bastelskalpell
  • Satinbänder mit einer Länge von 30 cm bis 50 cm
  • Tesafilm und doppelseitig klebendes Klebeband
  • Geldscheine

Schneide mit dem Cutter vorsichtig oberhalb der Stoßstange eine ca. 1 cm breite und 1 mm bis 2 mm hohe Öffnung.

Binde nun jeweils an beide Enden der Bänder dreimal gefaltete Banknoten und fädele die zur Schlaufe geformte Mitte des Bandes vorsichtig durch den Schlitz an der Stoßstange. Wenn Du alle Bänder eingefädelt hast, fixiere sie mit einem Streifen Tesafilm, den Du vorher durch die Bänderschlaufen führst; so kann nichts mehr herausrutschen.

Nun musst nur noch das Bild ohne Glas- oder Kunststoffscheibe in den Rahmen gesetzt werden. Für einen guten Sitz habe ich den Fotoausdruck vorher noch mit doppelseitigem Klebeband auf der hinteren Spanplatte des Rahmens fixiert.

Fertig!

Vergrößerung mit Klick aufs Bild!