Alive and kicking

Naja, es hat dann doch etwas länger gedauert…sich einen ganzen Monat hier nicht zu melden…Asche auf mein Haupt!
Vor dem Urlaub war ich ja doch reichlich geschafft und vom Wetter genervt, obwohl ich noch ein paar Wochen zuvor meinte, ich sei dieses Jahr gar nicht so richtig reif für ne Auszeit. Je näher  dann jedoch der Juli rückte, desto kaputter war ich. Die absolute Krönung waren dann die „Post-G 20-Wochen“: So eine unglaublich schlechte Stimmung in meiner Nachbarschaft, so viel Zoff, so viel Schwarz-Weiß-Denken! Ich war heilfroh als ich im Flieger saß.

Drei Wochen später hatte ich Sehnsucht nach Hamburg. :)

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Und hier bin ich wieder!
Seit gut anderthalb Wochen  ist die Koje wieder bemannt und ich habe glücklicherweise schon bemerken dürfen, dass ich echt gut erholt bin. Ich habe die Shops aufgefüllt und werde Euch in absehbarer Zeit hier den ein oder anderen Artikel vorstellen.

Für Ursulas in Hamburg-Rissen ansässiges Geschäft kleinkariert-stoffversand darf ich Euch demnächst Nähbeispiele für einen wunderschönen beschichteten Baumwoll-Leinenstoff der japanischen Firma KOKKA präsentieren, worüber ich mich sehr freue. Ich bin nämlich schon seit einigen Jahren Kundin und das nicht nur gewerblich! Und KOKKA, meine Damen und Herren, das war vor sieben Jahren meine erste große Liebe in Sachen Japanstoffe!

Bis Dezember bin ich auch immer wieder ein bisschen auf Tour und ich freue mich sehr, wenn wir uns sehen! Die Termine könnt ihr der Sidebar entnehmen. Der nächste Termin wird im Hamburger Hanseviertel am 17. September stattfinden, aber losgegangen ist es bereits vergangenen Samstag und es hätte wirklich keinen besseren Marktauftakt nach dem Urlaub geben können!

Wie letztes Jahr habe ich bei der alljährlich stattfindenden Release-Party des ‚Girls & legendary US cars‘-Kalenders aus dem Hause SWAY BOOKS Koje-Produkte ausgestellt und war in sehr fröhlicher Gesellschaft neben meiner famosen Kollegin Miss Frida und einigen anderen Händlern such as old 50´s, Frau Lux, Bikers & BabesRockabilly Artworks, Sterling Gold, Doc Jensen Guzzi und Mein wunderbarer Hutsalon. Eventuell haben wir uns ja dort schon gesehen?!

Foto: Carsten ModrowFoto: Carsten Modrow

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GLUS8Foto: Amiage Uli Wingler

Und es hat nicht einmal geregnet! ;)

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine gute Restwoche und ein famoses Wochenende! Bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen, ich freue mich, dass ich wieder hier bin!

„Der Schein bestimmt das Sein.“

Nahaaa…habt Ihr mal wieder so richtig Lust auf ein handwerklich hochwertiges Umkleide-Selfie, das ein perfekt aufeinander abgestimmtes Outfit zeigt?
Wusste ich´s doch! ;)

We are the Mods

Es ist ja bereits wieder ein paar Monate her, dass ich einen Schatz in München beim weltbesten Vintage-Bekleidungsgeschäft Alexa´s gehoben habe.
Ein schwarzweiß kariertes Kleidchen mit Bubikragen, Original Sechzigerjahre, der Bekleidungsmarke Fritzi of California, deren Kopf und Namensgeberin Fritzi Lehmann Benesch im Übrigen 1939 aus Deutschland geflohen ist und zunächst in London, später dann in den USA Fuß gefasst hat und die Damenwelt mit einfallsreicher, erschwinglicher Mode beglückt hat. Guckt mal auf Etsy, da finden sich immer noch Kleidungsstücke von ihr!

Viel ändern musste ich an meinem Fritzi of California-Kleid nicht, lediglich die Rückenabnäher wurden sowohl nach oben als nach unten verlängert, weil das Kleid aufgrund meiner 157 cm Körpergröße auf Steißbeinhöhe eine Falte geworfen hat. Ist ja nicht wirklich was Neues, dass mir zum guten Sitz ca. 5 cm an Körpergröße fehlen.
Und keine Sorge, ich trage dieses astreine Mod-Kleidchen draußen auf der Straße nicht mit Kniestrümpfen und Chucks, das mache ich nur total geheim in der Umkleide! ;)

Mir gefällt dieser schlichte Schnitt samt Bubikragen, den ich noch vor wenigen Jahren höchst befremdlich fand, inzwischen sehr gut, sodass ich mir auf der Grundlage des Schnittmusters Mathilda, das ursprünglich mit einem kontrastierenden Vorderteileinsatz genäht wird, ein weiteres Modell Marke Modmädchen genäht habe. Es ist ein einfacher Schnitt, der für dehnbare Stoffe konzipiert wurde, es fallen also nicht zwingend Abnäher an, aber die Variationsmöglichkeiten sind enorm!
Meine abgewandelte Mathilda ist ganz schlicht aus schwarzem, hochwertigem Jersey genäht, lediglich zwei große Knöpfe als Hingucker habe ich mit kontrastierendem Stoff bezogen. Zusammen mit halbhohen Stiefeln übrigens sehr apart! Das ging aber fürs Foto nicht, Stiefel bei dampfigen 25 Grad Außentemperatur nach einem Mega-Hamburg-Unwetter, nö, wirklich nicht!

Easy Sixties Dress

Kommt die Sprache auf Mods, woran denke ich denn da überhaupt?

An The Who!
An Rebis alte Vespa, die wir im Jahr 2000 in einem kleinen Ort an der Ostsee abgeholt haben und mit der sie bis letztes Jahr in Hamburg herumgefahren ist!
Und natürlich an NATO-grüne Parkas, am besten noch gepimpt mit The Who- oder Lambretta-Aufnähern!

Die Subkultur der Mods ( „modernists“) entstand in der britischen Arbeiterklasse und der unteren Mittelschicht im England der späten Fünfzigerjahre unter Fans des amerikanischen Modern Jazz, Soul, Ska und R&B und entfaltete sich bis Mitte der Sechzigerjahre zu seiner vollen Blüte.
Die Abgrenzung zu anderen war wie bei allen Jugendkulturen ein wesentlicher Bestandteil des Mod-Movements, aber auch die zur eigenen, bescheidenen Herkunft. Da wurde schon einmal der Wochenlohn beim Schneider in einen Maßanzug investiert, um erfolgreich rüberzukommen.
Der übergroße Parka, der so gar nicht zum Rest des Outfits zu passen schien, kam erst später hinzu und wurde in erster Linie von den Rollerfahrern unter den Mods getragen, um die kostspielige Kleidung bei der Fahrt zu schützen. So fuhr  man denn auch mit den Vespas und Lambrettas am Wochenende im Konvoi ins Seebad Brighton, um es im angesagten Club Electric Ballroom gepflegt krachen zu lassen, oder lieferte sich regelrechte Straßenschlachten mit den Rockern, die es ebenfalls am Wochenende oft nach Brighton zog.
Also, ihr seht schon, brave Jungs`n´Deerns waren das nicht und Drogen wurden auch zuhauf konsumiert.

Quadrophenia

Lesley Ash und Phil Daniels in Quadrophenia (1979)

Ende der Siebzigerjahre erlebte die Mod-Bewegung noch einmal ein Revival. Denn nicht alle fanden Punk damals so prall, es gab auch viele, denen das einfach zu schmuddelig und zu No future war. Und ganz ehrlich, in Sachen Melodie lieferte Punk nicht gerade Klangexplosionen ab. Trotzdem bedienten sich damals Bands gern beider Musikstile, allen voran The Jam, eine der einflussreichsten  Bands des Mod-Revivals.
1979 entstand auch der Film Quadrophenia, der auf dem gleichnamigen Konzeptalbum von The Who aus dem Jahr 1973  basiert und den ich wärmstens empfehlen kann. Ich war ja nun nicht dabei, möchte aber behaupten, dass es Quadrophenia gelingt, recht authentisch die Szene der Mods darzustellen, und eindrucksvoll das damalige Lebensgefühl einfängt.
Anfang der Achtzigerjahre versandete die Bewegung wieder, blitzt jedoch insbesondere in Rollerkreisen immer einmal wieder auf und nimmt definitiv immer noch Einfluss auf Musik und Popkultur, die aus dem Vereinten Königreich kommt. Mehr als wir manchmal denken…

In diesem Sinne: We are the Mods!

Very helpful link:
http://www.modculture.co.uk/

Duftes Ding in Dulsberg

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Samstag bin ich gaaanz früh aufgestanden, um diverse Dinge zu erledigen. Gleich zuallererst hat es mich mit meiner besten Freundin im Rahmen eines 50er und 60er Flohmarkts zum Verein Petticoat und Nierentisch verschlagen. In einem denkmalgeschützten, 1951 wiederaufgebauten Backsteinhäuschen im bodenständigen Hamburg-Dulsberg hat der Verein seine Zelte aufgeschlagen und die Räumlichkeiten komplett wie ein Heim aus den Fünfzigerjahren eingerichtet. Wenn Du da mit Turnschuhen reinlatschst, was ich natürlich getan habe, fühlst Du dich gleich underdressed.

Der ehemalige Verkaufsraum ist ein wunderschönes Wohnzimmer, im hinteren Teil gibt es eine pastellfarbige Resopalküche (inkl. Handwaschmaschine mit Kurbel!) und ein stilechtes Frisier- und Ankleidezimmer für die Dame. Weiter wäre ich denn gar nicht gekommen, hätte mich nicht Vereinsmitglied Gerhard Dorn angesprochen, ein sehr freundlicher, kommunikativer Herr, ob wir denn die Kellerbar schon gesehen hätten.

Whaaat!?

Er zeigte uns sodann den mit Tikibar und diversen Original Sitzgelegenheiten bestückten Partyraum, den man mit kleinerer Gesellschaft auch für private Veranstaltungen bis 22 Uhr mieten kann. „Da wissen wir ja, wo ihr eure Hochzeit feiert! […] Falls das doch noch mal passiert!“ Ja. Vielleicht. ;)

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Die Ausstellungsräume sind jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet (ja, die Mitglieder arbeiten halt!) und man kann gerne auf Kaffee und Kuchen vorbeikommen. Bei schönem Wetter wird das Kränzchen natürlich nach draußen verlagert. Unterm Sonnenschirm wird dann in Acapulco chairs am Kaffee genippt.

Eins noch: Herr Dorn erwähnte auch den alten Röhrenfernseher, den sie im Wohnzimmer stehen haben. Der funktioniert und auf dem werden tatsächlich Filme geguckt. Ich habe blöderweise nicht gefragt, ob sie das Ding aufgerüstet haben und DVDs ansehen oder  ob  das Fernsehprogramm nach passendem Filmmaterial durchforstet wird und man noch wirklich fernsieht. Ich glaub´ ja aus absolut nachvollziehbaren Gründen an die erste Möglichkeit…obwohl letzteres stilechter wäre… ;)

Lohnt sich und macht Spaß:
Petticoat und Nierentisch e. V.
Verein zum Erhalt der Kultur der 50er Jahre in Hamburg
Alter Teichweg 132
Hamburg Dulsberg

P.S. Flohmarkt war ja auch noch! Gestatten: mein Flohmarkt-Schnapper

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Psychedelic Prints

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Lithografien PiPaPop Poster (1968/69) von Lothar-Günther Buchheim, Museum Buchheim, Bernried, März 2017

Buy local! Adventssause im Nachmacher X

unbenannt-1-kopieNur noch ein Tag und es geht los!
Bei meiner Kollegin Linda Langer im Nachmacher X steigt morgen, am Samstag, den 3. Dezember, von 11.00 bis 20.00 der lange Adventssamstag, an dem auch acht weitere Labels unter anderem Zwölfte Koje links beteiligt sind.
Ihr könnt im Ladenlokal und in einem eigens dafür aufgestellten Outdoor-Zelt bei Glühwein, Kakao und Plätzchen nach Herzenslust stöbern und vielleicht findet ihr ja auch schon das eine oder andere Weihnachtsgeschenk?!

Neben im Siebdruckverfahren bedruckten Produkten wie Papeterie und Textilien aller Art bis hin zu bedruckter Keramik und sogar Kleinmöbeln und den patentierten Breenbüdeln (Kühlkissen mit eingeschweißten Spielfiguren) von Nachmacher X werden folgende Labels ihre handgemachten Produkte anbieten:

Caro fertigt in ihrem Label Burlemann aus Original Kaffesäcken, die von weit her gereist sind, um ihren Inhalt in Röstereien all over Hamburg abzuliefern, wunderbar praktische Küchentextilien, Wohnaccessoires und robuste Seesäcke. Da kein Kaffeesack dem anderen so richtig gleicht, erhält man bei Caro am Stand nicht selten ein absolutes Unikat, das es so kein zweites Mal geben wird.

Nun schreib´ doch mal wieder!
Mit sechs Postkartenmotiven fing es 2013 an. Heute hat der Cosmic-shop Post- und Klappkarten für fast jede Lebenslange und jeden Anlass im Sortiment, selbstverständlich auch für die Advents- und Weihnachtszeit.
Hinter dem Label steht Anja, die die Motive für ihre Postkarten weitgehend selbst fotografisch einfängt. Und um die Sache rund zu machen, gibt es zusätzlich Sticker, Plakate, Magnete und Text-Armbändchen!

Eva sendet uns aus Mannheim große Cliphandtaschen, Taschenminis für Krimskrams, Schlüsselanhänger und Tabakbeutel aus dem Hause Nephtyis- Cat Couture.
Upcycling wird bei ihr großgeschrieben, deshalb entstehen ihre nicht nur textilen Arbeiten sowohl aus neuen Materialien als auch aus älteren, gut erhaltenen Schätzchen.

Yvonne aka Miss Frida liebt den Calavera-Style und Sugarskulls im Stile des mexikanischen Día de los muertos. Da wir hier ja schließlich in Hamburg sind, darf hier und da ein Anker bzw. Maritimes nicht fehlen.
Yvonne wird ihren Schmuck, Zierkissen sowie mit Stoff bezogene Tischlampen zum langen Samstag mitbringen.

imageJanine stieß auf ihrer privaten Suche nach einer Haut- und Haarpflege ohne künstliche Duft- und Inhaltsstoffe auf das reichhaltige Pflanzenfett Sheabutter, das aus der Nuss des Sheabaums in Zentralafrika gewonnen wird. Schon sehr gut, dass sie daraufhin ButterButter gegründet hat und uns so Zugang zu zu 100 % natürlichen Cremes in den Duftvarianten Orange, Thymian, Lavendel und Schokolade verschafft. Oder?!

Hochwertige Halstücher aus Materialien von Baumwolle bis Seide findet ihr bei Bianca und ihrem Label Gespür.design. Der Clou: Bianca designt viele der dafür verwendeten Stoffe höchstselbst!
Darüberhinaus bringt sie uns kuschelige Babydecken aus Biojersey mit wunderschönen Kindermotiven und ausgefallene Quilts zum langen Samstag mit.

Frau Pelant ist diejenige, bei der ein nicht geringer Teil der Hamburg-Eimsbütteler Damen erste Nähschritte in einem Kurs gemacht hat. Sie ist ausgebildete Damenschneiderin, gibt im Nachmacher x Nähkurse und präsentiert allerhand Schönes aus Stoff so z. B. ihre mit bedrucktem Stoff bezogenen Pflaster („Mit Blut!“). Seid gespannt!

Naja, und ich halt. ;)

Wir freuen uns über euer Kommen, wenn ihr auf der Ecke seid, und wünschen euch ein erholsames Wochenende und einen schönen zweiten Advent!

Nachmacher X
Laden und Werkstatt für individuelle Produkte, Upcycling und Mitmachangebote
Grandweg 178
22529 Hamburg

3. Dezember 2016
11.00 bis 20.00 Uhr