Duftes Ding in Dulsberg

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Samstag bin ich gaaanz früh aufgestanden, um diverse Dinge zu erledigen. Gleich zuallererst hat es mich mit meiner besten Freundin im Rahmen eines 50er und 60er Flohmarkts zum Verein Petticoat und Nierentisch verschlagen. In einem denkmalgeschützten, 1951 wiederaufgebauten Backsteinhäuschen im bodenständigen Hamburg-Dulsberg hat der Verein seine Zelte aufgeschlagen und die Räumlichkeiten komplett wie ein Heim aus den Fünfzigerjahren eingerichtet. Wenn Du da mit Turnschuhen reinlatschst, was ich natürlich getan habe, fühlst Du dich gleich underdressed.

Der ehemalige Verkaufsraum ist ein wunderschönes Wohnzimmer, im hinteren Teil gibt es eine pastellfarbige Resopalküche (inkl. Handwaschmaschine mit Kurbel!) und ein stilechtes Frisier- und Ankleidezimmer für die Dame. Weiter wäre ich denn gar nicht gekommen, hätte mich nicht Vereinsmitglied Gerhard Dorn angesprochen, ein sehr freundlicher, kommunikativer Herr, ob wir denn die Kellerbar schon gesehen hätten.

Whaaat!?

Er zeigte uns sodann den mit Tikibar und diversen Original Sitzgelegenheiten bestückten Partyraum, den man mit kleinerer Gesellschaft auch für private Veranstaltungen bis 22 Uhr mieten kann. „Da wissen wir ja, wo ihr eure Hochzeit feiert! […] Falls das doch noch mal passiert!“ Ja. Vielleicht. ;)

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Die Ausstellungsräume sind jeden Freitag von 16 bis 19 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr geöffnet (ja, die Mitglieder arbeiten halt!) und man kann gerne auf Kaffee und Kuchen vorbeikommen. Bei schönem Wetter wird das Kränzchen natürlich nach draußen verlagert. Unterm Sonnenschirm wird dann in Acapulco chairs am Kaffee genippt.

Eins noch: Herr Dorn erwähnte auch den alten Röhrenfernseher, den sie im Wohnzimmer stehen haben. Der funktioniert und auf dem werden tatsächlich Filme geguckt. Ich habe blöderweise nicht gefragt, ob sie das Ding aufgerüstet haben und DVDs ansehen oder  ob  das Fernsehprogramm nach passendem Filmmaterial durchforstet wird und man noch wirklich fernsieht. Ich glaub´ ja aus absolut nachvollziehbaren Gründen an die erste Möglichkeit…obwohl letzteres stilechter wäre… ;)

Lohnt sich und macht Spaß:
Petticoat und Nierentisch e. V.
Verein zum Erhalt der Kultur der 50er Jahre in Hamburg
Alter Teichweg 132
Hamburg Dulsberg

P.S. Flohmarkt war ja auch noch! Gestatten: mein Flohmarkt-Schnapper

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Psychedelic Prints

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Lithografien PiPaPop Poster (1968/69) von Lothar-Günther Buchheim, Museum Buchheim, Bernried, März 2017

Kunst am Millerntor

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Bereits zum 6. Mal findet die Millerntor Gallery statt, für mich war´s 2016 die Premiere: Vier Tage lang werden die Süd- und die Haupttribüne des Hamburger Millerntorstadions zum Schauplatz von Kunst, Kultur und Musik und das echt nicht zu knapp. So flitzten wir also gestern durch die ersten auf dem Heiliggeistfeld ankommenden Trucks des in Hamburg stattfindenden Schlagermoves schnurstracks zum Stadion, immer darauf bedacht, den schwankenden Gestalten mit den Schlaghosen und den orangefarbenen Minipliperücken auszuweichen.

Was fanden wir vor?

Kinderbespaßung? Check!
Street Art Workshops? Check!
Siebdruck, Tattoo, Photobox? Check!
Filme und Vorträge? Check!
Konzerte? Check!
Gastro? Sowieso! Mit Ginverkostung, die war nur leider zu früh am Tag für mich! ;)

Gute zweieinhalb Stunden schlenderten wir herum und haben uns alle Exponate angesehen, die selbstverständlich auch käuflich zu erwerben sind. Bis zu 70% der Erlöse fließen nämlich in das gemeinnützige Projekt Viva con Agua de Sankt Pauli e. V., um damit Wasserprojekte auf der ganzen Welt (guck mal HIER) zu unterstützen.

Sich Kunst anschaffen und damit eine gute Sache unterstützen, das ist doch ein famoses Ding! Und wer wie ich einen eher schmaleren Geldbeutel hat oder für den das Ausgestellte einfach nix ist, was man sich ins Wohnzimmer hängen möchte, der kann den Verein mit Einzelspenden unterstützen. Jeder Euro zählt! Damit unter Volldampf daran gearbeitet werden kann, allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen!

Millerntorstadion

Also, wer auf der Ecke ist und Lust hat:

Millerntor Gallery
Millerntorstadion Hamburg, Eingang Südtribüne
Heiliggeistfeld
heute noch von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr (ganz ohne übriggebliebene Kleiner Feigling-Leichen des Schlagermoves, hoffe ich!)
Eintritt 7 €, ermäßigt 3 €, Kinder bis 12 Jahre Einritt frei

Es lohnt sich echt!

Hey Ho Flatstock!

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Meeensch, ist ja schon wieder Reeperbahn Festival! Und so viel Zeit muss sein, um zwischen ordentlicher und außerordentlicher Arbeit auf einen Sprung bei der Flatstock Poster Convention vorbeizuschauen. Feinste Posterart aus der ganzen Welt wird dort ausgestellt und kann selbstverständlich auch käuflich erworben werden. Ich sag´ Euch, Stielaugen Galore, wenn man sich für Grafik und Siebdruck interessiert und Konzertposter im Besonderen!

Ich habe mich in Sekundengeschwindigkeit in einen Siebdruck verknallt, was dazu führte, dass ich minutenlang vor dem Poster stand, was wiederum dem Künstler hinter Clockwork Pictures nicht verborgen blieb. Er fragte mich, ob ich die Band The Handsome Family kennen würde, was ich verneinen musste. Der Druck hatte mich nichtsdestotrotz in seinen Bann gezogen, die Abbildung eines Mannes, der grübelnd/wartend in einem düsteren Zimmer sitzt.
Erst als er mich fragte, ob ich die Serie True Detective gesehen hätte, fiel der Groschen. Ich konnte dann immerhin behaupten, ich würde doch mindestens EINEN Song dieser Band kennen, einen ziemlich großartigen dazu. Und im Bild im Sessel vor dem Bett, das kapierte ich dann auch, da sitzt Detective Rust Cohle, in der Serie ganz großartig verkörpert von Matthew McConaughey, der da neben dem nicht minder großartigen Woody Harrelson gespielt hat.
Oha! Entfuhr es mir doch glatt: Now I know why I´m so attracted to it! ;)
Ich hab´s gekauft. Und habe noch am selben Abend Geld in einen neuen Rahmen statt in das Konzert der Handsome Family investiert, die just gestern hier in Hamburg im Knust gespielt haben.

Also, Leute, Empfehlung fürs WE, denn da kann man ruhig mal zwischen zwei Reeperbahn Festival-Konzerten hindurchschlendern:

23. bis 27. September 2015
Flatstock Poster Convention im Rahmen des Reeperbahn Festivals
Spielbudenplatz
Hamburg – St. Pauli

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Kunst für alle!

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Das traf sich so was von gut!

Der Offspring und ich haben erst vor wenigen Wochen ausgiebig über Keith  Haring gesprochen und zwar im Zusammenhang mit LUNA LUNA, einem Jahrmarkt-Kunst-Projekt, das 1987 stattfand. Ich habe das Buch über die Entstehung noch hier, mit anderen Worten, ich fand es auch 1995 noch ziemlich gut, sodass es in einer Hamburg-Umzugskiste landete.

In München hat es dann auch nur eine Litfaßsäule mit Plakatwerbung gebraucht, um mich zu begeistern. Wann hat man schon die Möglichkeit so viele Haring-Originale auf einem Haufen zu sehen?!
Eben!

„Aber ich geh´ nur mit Dir hin, wenn wir nicht vor jedem Bild 10 Minuten stehen bleiben!“
„Keine Sorge, min Jung´, höchstens drei!“

In der Ausstellung finden sich viele Werke aus den Siebziger- und frühen Achzigerjahren und eine nicht kleine Menge seiner Subway Drawings, Kreidezeichnungen auf abgedeckten Werbetafeln aus der New Yorker U-Bahn, für die er alle naslang einkassiert wurde. Anhand der weichen Kreidestriche kann man erahnen, dass sich unzählige Schichten Papier unter der Malfläche befunden haben müssen; und dass davon überhaupt offiziell so viele erhalten sind und dann auch noch gerade in good old Bavaria abhängen, hätte ich nicht erwartet. Es zaubert einem doch immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, dass da jemand nicht nur von ‚art is for everybody‘ gesprochen hat, sondern es auch noch mit wachsendem Erfolg genau so gehalten hat.

Als Teenie kam ich an Keith Haring nicht vorbei, genausowenig wie an Madonna. Ich hielt beide für extrem coole Säue, wenn ich das mal so salopp sagen darf, und beide habe ich nicht nur für ihr Schaffen, sondern auch für ihre eindeutige Haltung bestimmten Dingen gegenüber sehr bewundert. Auch die Ausstellung zeigt viele Werke, in denen Haring seine Einstellung zu sozialen und politischen Missständen zum Ausdruck bringt. Und obwohl man dort eine große Fülle an Informationen vorfindet, ist es doch keine Ausstellung, bei der man ‚ab Raum 8‘ irgendwie nur noch schnell hindurchwandert. Wenn Ihr also die Möglichkeit habt und in der Nähe seid, schnappt Euch Eure Nachkommen und Vorfahren (jahaaa, auch meine Mutter musste mit!) und bringt ihnen the one and only Keith Haring näher, denn einen anderen werden wir laut seiner eigenen Aussage nicht bekommen!

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bis 30. August 2015

Keith Haring – Gegen den Strich
Kunsthalle Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstr. 8
80333 München

http://www.kunsthalle-muc.de/ausstellungen/details/keith-haring/

 

When I die there is nobody to take my place.
(Keith Haring)