Buchtipp: Nähen macht glücklich

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Ich muss gestehen, ich habe dieses Buch die ersten Monate nach Erscheinen letzten Spätsommer erst einmal links liegen gelassen, nicht, weil ich Blutsgeschwister-Kleidung doof finde, ganz im Gegenteil, aber ich hatte so viel Liegengebliebenes wegen meines Händeausfalls, dass es mich nur genervt hätte, wenn ich mich nicht sofort ans Ausprobieren hätte machen können. Arbeit ging halt vor und ich war eine Zeitlang sowieso übervorsichtig.

Ende Dezember nun habe ich mich fürs überstandene Weihnachtsgeschäft belohnt und siehe da, mir gefällt der Inhalt von Nähen macht glücklich noch viel besser als erwartet!

Es sind zumindest für mich einige Schnittmusterüberraschungen dabei wie  Wendehandschuhe, High-Waist-Panties (!!!) und ein Dirndl. Klar gibt´s auch Anleitungen für weitere Kleider und Hoodies sowie für ein paar hübsche Wohnaccessoires in größerem Stil, die ich auch nicht unbedingt in diesem Buch erwartet hätte.

Mit den Schnitten für die Oberteile wurde mit Sicherheit das Rad nicht neu erfunden, aber mal ehrlich, wann passiert das schon? Das Tolle ist, dass es sich um solide, alltagstaugliche Oberteile handelt, die zum größten Teil so konzipiert wurden, dass sie mit den Schnitten für die Rockteile der Kleider kombinierbar sind und man so ohne größere Schnittmusteranpassung loslegen könnte.

Frau Ziegler hat auf den Schnittmusterbögen lediglich zwei Größen, nämlich S/M und L/XL gradiert, erklärt aber für einen Laien ziemlich ausführlich, wie man diese Grundmuster an die eigene Figur anpassen kann. Das ist bestimmt nix für komplette Anfänger, aber man kommt definitiv zurecht, wenn man sich schon ein paar Kleidungsstücke genäht hat.

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Ich selbst habe mir bisher die Schlupfbluse im Materialmix Jersey/Interlock plus feste Baumwolle/Viskose sowie das Highland Rose-Kleid auf dem Cover genäht, das man im Übrigen trotz der Schwere der Rockstoffe tatsächlich auch ohne den Gürtel, den ich mir dazu genäht habe, tragen kann, nur dann eben etwas „hüftiger“.

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Zu guter Letzt sei gesagt, dass auch dieser Titel ein paar Upcycling-Ideen birgt. Die abgefahrenste ist sicherlich die mit dem alten Sonnenschirmbezug, aus dem ein Fifties-Tellerrock entsteht.

Und? Lust bekommen? ;)

Karin Ziegler
Nähen macht glücklich
Dorling Kindersley
ISBN 9783831027903
LP 19,95 €

Aufm Sofa

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…mit alten und neuen Bekannten.

Hat sich der eine oder andere bestimmt schon gedacht: „Was macht die eigentlich?! Erst annonciert sie eine neue Tasche und dann…kommt einfach nix mehr!“
Stimmt´s?

Glaubt mir, niemanden hat es mehr genervt als mich, die Zuschnitte da liegen zu sehen und weder schneiden (AUA!!!) noch nähen zu können, denn mein Handgelenk verlangte eine Zwangspause von eineinhalb Wochen. Was für ein ätzendes Gefühl im Herbstgeschäft auszufallen, ich sag´s Euch!

Für mich hiess es in letzter Zeit Schiene, Schmerzmittel, Retterspitzumschläge (Retterspitz is da remedy!), und wenn möglich, Dinge mit links zu erledigen. Fällt aber echt viel weg, kann ich Euch flüstern. Da landet man ja zwangsläufig auf dem Sofa.

Zum Glück guckten viele Bekannte vorbei, die mir die Zeit vertrieben haben. Stephen King war da, mit dem ich mich erst letztes Jahr nach 24 Jahren totaler Funkstille aufgrund des Fortsetzungsromans von ‚Shining‘ wieder getroffen habe. Seitdem sind wir wieder ganz dicke als ob überhaupt keine Zeit ins Land gegangen wäre!
Die bessere Hälfte schickte mir seinen Kumpel Ernest Cline vorbei. Die Tatsache, dass der Typ allen Ernstes einen DeLorean fährt, liess mich Einschlägig-Absurdes erahnen. Sein Gedicht eines alternden Nerds an ein Kind der Gegenwart ‚When I was a kid‘ ließ meine Lachmuskeln dann sehr heftig vibrieren. Es endet doch tatsächlich mit den Worten

I swear to God, you wouldn´t last five minutes…
Back in 1987.

Mr. Benjamin Black nun, der ja eigentlich sowieso ganz anders heißt, unterhielt mich bestens mit seinem Bay City-Straßenfeger feat. Philip Marlowe (jaha, Mensch, er ist es wirklich!), dessen Dienste, wie es sich gehört, gern von verzweifelten, gutaussehenden Damen in Anspruch genommen werden. Bei Weitem nicht so gut aussehend war der Schrecken vom Amazonas, der bei mir für Kurzweil und extreme Erheiterung sorgte. So viele Klamottenwechsel bei der Heldin! Und das auf einem Kahn auf dem Amazonas! Wahnsinn!

Ich dachte eben schon darüber nach Andie und Duckie zusammen mit einem Offizier und Gentleman einzuladen, da…

…klingelten Dani und Rebi und fingen an, bei mir in der Küche Zuschnitte zu machen. Ich habe nämlich ganz schön tolle Freunde.
Es ist nämlich glücklicherweise folgendermaßen: Ich bin schmerz- und die Sehne entzündungsfrei und ich habe neben der ‚Stillhalteschiene‘ noch eine andere bekommen, mit der ich arbeiten kann. Noch längst nicht wieder so wie sonst, sondern langsam und eierig, aber wird schon! Und ERGONOMIE  am A-Platz wird zukünftig bei mir absolut großgeschrieben. Learned it the hard way.

Vintage auf Australisch

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Ich habe schon alles umgeräumt in meine neue Tasche. Die ist sowas von Retro geworden, die wird jetzt den Sommer durch getragen.
Den Schnitt und die wirklich gute Anleitung habe ich dem relativ neuen Titel Trag mich! entnommen, habe wie üblich etwas weggelassen und an anderer Stelle etwas hinzugefügt (denn ganz ohne Innenleben finde ich es unpraktisch). Hier hat sogar das bei mir nicht so Hoch im Kurs stehende Einnähen des Innenfutters per Hand einigermaßen Spaß gemacht, weil alles akkurat passte.

Nun aber auch ein bisschen was zum Buch: Die Stoffkombis der Mustertaschen im Buch sind zum Teil echt allerschrillst, lasst Euch davon nicht abschrecken, denn dafür sind einige der Schnitte recht originell.
Irgendwie mutet alles ein bisschen mehr nach Sonne, Strand oder Summer in the city an, ist halt auch ne easy going Australierin, die uns dieses Buch beschert hat. Und der deutsche Verlag hat auf jeden Fall ein gutes Timing mit der Veröffentlichung im Frühjahr hier in Deutschland bewiesen (seit gestern ist es sogar hier in Hamburg Ciddie in Sachen Wetter geradezu sommerlich). ;)

Neben den hilfreichen Kapiteln über Handwerkszeug und Nähtechniken enthält das Buch Anleitungen für zwölf in verschiedene Schweregrade eingeteilte Taschen inklusive Schnittmusterbogen. Alles dabei, was man nun so nähen wollen könnte, ein guter Rundumschlag auf jeden Fall.

Unbedingt erwähnenswert finde ich, dass beim Christophorus Verlag nicht einfach irgendwie übersetzt wurde; zumindest für die Maßangaben der von mir genähten Vintagetasche kann ich meine Hand ins Feuer legen, dass die Übertragung von Inches in Zentimeter-Angaben einwandfrei und genau ist. Es ist nämlich leider so, dass ich diesbezüglich schon einmal echt schlechte Erfahrungen mit einem anderen vom Englischen ins Deutsche übersetzten Schnittmusterbuch gemacht habe. Als Anfänger denkst Du dann schlimmstenfalls, Du bist irgendwie talentfrei, derweil wurde da einfach bei der Übertragung der Maßeinheit großzügig auf- bzw. abgerundet.

20150603_185220Also, Anfänger und alte Nähhasen, wenn Ihr nach diesem Buch näht, seid Ihr sicher vor solchen Überraschungen! Ich mag es leiden und liebäugele auch schon mit zwei weiteren Schnitten. :)

Melanie McNeice
Trag mich!
Lieblingstaschen selbst genäht

ISBN 9783841063342
Christophorus Verlag 2015
LP 16,99 €

http://www.mellyandme.com

Love it! Easy Knit Pencil Skirt

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Ach, ich hab´s mir wieder leicht gemacht, das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen! Nase mal wieder in Gertie sews Vintage Casual gesteckt und den figurnahen Easy Knit Pencil Skirt aus einem ganz wunderbar geblümten, leicht stretchigen Stoff und einem 3 cm breiten Gummiband genäht. There´s room for lunch as I say.

Das Schnittmuster von Gretchen Hirsch kann ich wärmstens empfehlen. Das ist auch das, was ich so an ihr mag: Dass sie einerseits total famose Vintageschnittmuster liefert und uns alte Nähtechniken wieder näher bringt, und andererseits so ne leicht und schnell zu nähende Fakenummer für ein Retrokleidungsstück abliefert. Gut, ich musste den Schnitt mal wieder an meine Größe anpassen (ganze 10 cm sind dabei flöten gegangen), ansonsten jedoch ist es auch für Anfängerinnen ganz prima geeignet, und ungelogen, wenn ihr lest, wie man Schnittmuster an die eigenen Maße anpasst, werdet ihr merken: Auch das ist keine Zauberei, nur ein bisschen Arbeit, wie eine ehemalige Kollegin zu sagen pflegte. ;)

Nähen im Stil der Sechziger

So, ich bin neulich in den Weiten des Netzes mal wieder auf ein Buch gestossen und zwar dieses hier:

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Ich hab´s mir dann in der Zentralbibliothek vormerken lassen und musste erst einmal warten. Und warten. Aber es hat sich gelohnt, denn es ist ein sehr feines Stück Nähliteratur, was ich letztendlich in den Händen gehalten habe!
Ausgeliehen habe ich es mir natürlich der Schnitte wegen, aber Frau Walnes, die sich das Nähen selbst beigebracht hat, bietet in ihrem Buch auch eine sehr ausführliche, gut verständliche Nähschule für alle, auch für absolute Nähanfänger. Sie selbst nennt das Entmystifizierung der hohen Kunst des Schneiderns und das ist nicht etwa abfällig denjenigen gegenüber gemeint, die professionelles Schneidern gelernt haben, sondern der Versuch, das Selbernähen für ein neues Publikum zu erschließen. Ich finde, sie macht das gut, und die abgedruckten Nähprojekte bauen Stück für Stück auf die Nähschulenkapitel auf.
Was mir sonst noch gut gefallen hat, sind die Variationsmöglichkeiten der einzelnen Schnitte. Da wird ein und dasselbe Schnittmuster aus Popeline oder aus Baumwolljersey gezeigt, mit Muschelsaum, Rundhalsausschnitt, Zierknopfleiste oder Bordüre. Ich war daraufhin auf ihrem Blog Tilly and the buttons unterwegs und habe mir, was ich echt selten tue, ein Schnittmuster geleistet, so cool fand ich alle drei Variationen. Und am passenden Stoff bin ich Anfang dieser Woche auch vorbeigelaufen, also werde ich so in ein, zwei Wochen ein neues Kleidungsstück haben.

To be continued, ist klar. ;)

So long!
Es grüsst vergnügt die Tina aus der Koje

Tilly Walnes
Liebe auf den ersten Stich. Einfach perfekte Kleider nähen
Edition Michael Fischer, 2014
ISBN 9783863552398
LP 22,90 €