Fische von der Nähmannsbraut

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Jetzt aber her mit den ausrangierten Pullovern! Mit denen geht nämlich noch was!

Denn meine Kollegin Eva, die Nähmannsbraut, hatte aufgrund eines Waschmaschinen-Pulli-Unfalls nicht nur zunächst den Schaden, sondern im Anschluss eine absolut famose Idee! So ist das nämlich manchmal mit den Ideen, die kommen nicht zwingend, wenn man am Schreibtisch sitzt, sondern auch, wenn man z. B. ratlos auf einen zu heiß gewaschenen Pullover starrt.

Mittlerweile betreibt die Wahlhamburgerin ein kleines Upcycling-Unternehmen, indem sie aus Ärmeln alter Pullover, Baumwolle, Webbändern und viel Füllwatte Couchfische fertigt. Frei nach dem Motto: „Eben noch am Leib getragen, lungern sie nun auf Sofas herum, dienen als Kissen oder stylisches Wohnaccessoire mit Geschichte.“ Und Sachen mit Geschichte, die mag ich ja besonders gern! :)

Abgesehen davon läuft man aber an so einem prallen,  gemütlichen Knautschknuddelfisch nicht vorbei, die Optik ist einfach so „noch nicht da gewesen“, da guckt man immer ein zweites Mal hin. Das geht im Übrigen nicht nur mir so.
Als z. B. einige Fische als Ausstellungsstücke im Schaufenster einer Hamburger Buchhandlung auslagen, wurde eine Redakteurin des Norddeutschen Rundfunks auf die handgefertigten Stücke aufmerksam und überzeugte Eva, einen Fernsehbeitrag über ihr kleines Label zu drehen. Nach der Ausstrahlung der Sendung ging´s erst einmal rund, erzählte sie mir: Viele Leute meldeten sich nämlich auf den Beitrag und baten sie, auch individuelle Ärmelfische aus von ihnen zugesandten Pullovern anzufertigen. Was sie natürlich gerne macht.
Oft werden aus diesen Kleidungsstücken „Erinnerungsfische“, die aus Pullovern nahestehender Verstorbener entstehen. Und das macht die Sache irgendwie noch toller und sinnvoller, finde ich!

Wer also mehr über Eva und ihre Arbeit erfahren möchte, der klickt sich am besten mal in die NDR-Mediathek in den Nordtour-Beitrag hinein.

Nähmannsbraut Ärmelfische

P. S. Klar habe ich ´nen eigenen Fisch! :)

Vintage Baumschmuck

Erwin Geyer Lauscha Weihnachtsdeko 1936

Ich will sie alle!

Doppelseite aus dem Handelskatalog des Unternehmens Erwin Geyer, 1936 via
Corning Museum of Glass (sehr lesenswert!)

Vintage Halloween

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So, in wenigen Tagen ist es wieder so weit: Halloween, das wir als Kinder der Siebzigerjahre nur aus amerikanischen Filmen kannten.  E.T. und so. Und als wir ein bisschen älter waren natürlich Halloween, in dem so viel geschrien wurde, dass ich dachte, woher nimmt die Jamie Lee bloß die Luft dafür, wo sie doch auch so viel herumrennen muss. :)

Für mich hatte Halloween aus diesem Grund also schon immer weniger etwas mit Religion und Brauchtum am Tag vor Allerheiligen zu tun als mit ein bisschen Verkleidungsulk und ganz viel Grusel. Das mögen viele, vielleicht auch zu Recht, kritisieren und doof finden, aber mir macht´s Spaß!

Halloween Poster Deko 1960´s

Meine beste Halloween-Party hatte ich vor fünf Jahren mit ganz wenig Personen, von denen drei zum damaligen Zeitpunkt keine zehn Jahre alt waren. Bombe, sage ich Euch!
Dieses Jahr gehört die berüchtigte German Gemütlichkeit (schließlich bekommen wir einmalig einen Feiertag „geschenkt“), einschlägige Filme, schweißtreibendes Kürbisschnitzen, eine Kürbis-Curry-Suppe sowie ein appetitlicher Starter und Schnabulier-Kram als Nachtisch dazu. Dann bin ich happy!

Let´s boogie and wake the dead by Christopher Lee!

Denn, ehrlich gesagt, manchmal zieht es mir echt die Schuhe aus, was für schockierende Blüten Koch- und Backkünste in Sachen Halloween treiben. Dieses Jahr habe ich sogar schon Muffins in Form menschlicher Organe mit rotem Fondant und „Blutsauce“ überzogen gesehen. Handwerklich sicher nicht zu verachten, aber…ach, das Auge isst bei mir halt mit!

Happy Halloween

Was jedoch auch die nächsten Tage schon nicht fehlen darf, ist ein bisschen Halloween-Deko-Zeug. Wie bei so vielen anderen Sachen auch fahre ich diesbezüglich sehr auf Illustrationen und Grafiken aus vergangenen Zeiten bzw. Reproduktionen ab. Ein paar, die ich mir auch ohne weiteres das ganze Jahr über in die Wohnung hängen würde, zeige ich Euch hier. Ein bisschen mehr davon gibt´s auf meinem Pinterest-Board im Halloween Graphics & Design-Ordner.

Jack o´Lantern

Jemand, der übrigens in der Jetztzeit absolut famose Illustrationen im Retrostil erschafft, ist die amerikanische Künstlerin Stephanie Buscema. Von ihren Entwürfen wirken manche wie komplett aus der Zeit gefallen. Ich mag ihren verspielten Stil sehr und finde es darum sehr  schade, dass sie nur innerhalb der USA verkauft, denn ich bin sicher, auch hier würden ihre Bilder und Stoffprints guten Absatz finden. Dafür bin ich jedoch ein enthusiastischer Follower ihres Instagram-Accounts. Werft bei Interesse unbedingt mal einen Blick drauf, es lohnt sich sehr, nicht nur an Halloween!

Wärmstens empfehlen möchte ich auch die Arbeit von Lance Inkwell, der den Stil alter Comics absorbiert zu haben scheint. Insbesondere seine Halloween-Illustrationen sind nicht nett und lieblich, sondern haben definitiv einen gruseligen Touch. Auch hier lohnt sich ein Besuch auf seinem Instagram-Account sowie seiner Homepage.

Trick or treat cat

Um abschließend auch ja schön beim Grusel zu bleiben: Wen jetzt obendrein noch interessiert, in welchem Aufzug die lieben Kleinen früher an Halloween durch die Straßen gezogen sind, den würde ich noch hinüberschicken zu Vintage Everyday.

Aber Achtung: Ist echt nix für schwache Nerven!

Grinsekatze invers_1

Umziehen till kingdom come

Einfach mal auf die Gefahr hin, dass ihr herzlich über mich lachen müsst: Mir hat der Umzug vom 4. Stockwerk links in den 4. Stock rechts im selben Haus einiges an Kraft abverlangt. Es ist vielleicht ein bisschen so wie mit den Schülern, die zwar nur einen Katzensprung von der Schule entfernt wohnen, aber irgendwie sehr oft zu spät zum Unterricht erscheinen: Man denkt, das kriegt man easy hin, hat massig Zeit, etc., aber irgendwie rennt einem dann plötzlich die selbige davon.

Wenn man viele Bücher, DVDs, CDs und anderes Gedöns hat, wenn man vierzehneinhalb Jahre in ein und derselben Wohnung gelebt hat, in der sich natürlich enorm viel angesammelt hat, wenn dann zusätzlich irgendein übler Renovierscheiß durch die gestellten Handwerker passiert und man schließlich auf eigene Kosten Frau P., Malermeisterin des Vertrauens, kommen lassen muss, damit man überhaupt termingerecht umziehen kann, und wenn, und das war wirklich das Allerschlimmste, eine nächtelang schreiende Betty the cat Null Bock auf Revierwechsel hat und schon gar nicht in die Feindeswohnung, in der Lotti the cat vorher gewohnt hat, dann, ja dann hat man einfach KEINEN easy Umzug, OBWOHL man ja nur auf dem Stockwerk umzieht.

Wir haben es jetzt geschafft. Betty auch. Die markiert hier und da zaghaft und frisst und schläft noch im Katzen-Pheromone-Zimmer, allgemein bekannt als Wohnzimmer.

Also insgesamt? War das ein echt saudoofer Umzug! Aber ich habe natürlicht ein paar   schockierende / skurrile / coole Sachen gefunden, die mir in dem ganzen Chaos auch einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Wollt ihr vielleicht mal sehen?

Links seht ihr meinen wichtigsten Fund: Frank, von mir von klein auf Frankieboy genannt (yep, richtig, meine Eltern hatten bei der Namenswahl ihre Finger im Spiel). Er ist meine erste Puppe und die einzige, mit der ich je etwas anfangen konnte. Frankieboy hatte nie Jungsklamotten an. Das wird auch nix mehr, vermute ich, der kann froh sein, dass er Unterhosen anhat.

Rechts ein Minipulli, Gr. 62, in den wir doch tatsächlich den Offspring reingesteckt haben. Fragt mich nicht, wo der Strickpulli herkommt, der war plötzlich im Haushalt, gekauft habe ich den nicht…aber vielleicht bekommt Frank ihn jetzt?

Oha, those were the days! Bikerboots mit Kaktus-Stickerei! Habe ich in den Neunzigern angezogen! Im Ernst jetzt! Und nebendran in für mich heute untragbarer Kleidergröße 34 ein schwarzes Samtoberteil mit Perlenfransen und seitlichem Reißverschluss aus den Sechzigerjahren. Habe ich auch getragen, aber ich denke, es ist an der Zeit, dafür eine neue Besitzerin zu finden, denn ich werde da nie mehr hineinpassen. Interessenten vor! Ansonsten weiß ich ja, wo ich anfragen könnte! ;)

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Zu guter Letzt habe ich unheimlich schicke Interieur-Sachen aus meiner Lieblingsdesign-Zeit gefunden: Ein Kaktusbänkchen, was eigentlich schon wieder so cool ist, dass man sich ein paar kleine Kakteen anschaffen sollte, sowie einen Kissenbezug mit Rüschen und der typischen Printgrafik dieser Zeit. Flohmarktfund von ca. 1997 auf Kampnagel in Hamburg.

Na, nun richten wir uns erst einmal ein und ich gelobe Besserung in Sachen Homepage- und Blogpflege. Und bald nehme ich mir auch wieder die Zeit für mich zu nähen. Ich freue mich nach dieser Chaos-Episode auf jeden Fall sehr auf die kommende Zeit! :)

Bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen! Vielleicht sehen wir uns ja bald einmal auf einem der Märkte oder in der Schneiderei Kandemir!

Auf jeden Fall erst einmal einen famosen 1. Mai!

Neue Mid Century Designs

Achtung, neue Stoffdesigns! Und ich bin in alle verknallt!

  1. Guckt Ihr die auch so gerne an, diese oft wuchtigen, mitunter pastellig lackierten Wagen aus der Wirtschaftswunderära? In ein paar dieser „Schlachtrösser“, wie ich sie manchmal nenne, bin ich auf Kuba ordentlich durchgerüttelt worden, zumindest, wenn die Wagen noch im Originalzustand und nicht neu gefedert waren. ;)
  2. Kakteen, ja, die sind selbstverständlich nicht explizit ein Fünfzigerjahre-Motiv. Diesen Stoff jedoch empfinde ich mit seiner bauchigen, organischen Grafik als ziemlich Retro, da denke ich gleich an Mariachi und Tequila, träge Tage und prächtige Nächte im Kurzurlaub in Acapulco. Wer das damals eben bezahlen konnte, ich kenne Acapulco ja nur aus Filmen…
  3. Ein bisschen weniger dekadent ging es auch: Der deutsche Nachkriegsbürger, der bislang ja höchstens im Schwarzwald oder vielleicht noch in Österreich Urlaub gemacht hatte, entdeckte in den Fünfzigerjahren Italien als Urlaubsland für sich. Wer es  sich leisten konnte, fuhr zum Urlauben mit dem eigenen PKW an die italienische Riviera oder setzte sogar total mutig mit der Fähre nach Ischia über. Was passt da besser als der himmelblaue Stoff im Vintage-Style mit seinen kleinen Segelbooten?
  4. Tiles, also Kacheln, oder Mosaike, die erinnern mich ebenfalls an süßes Nichtstun in den Fünfzigern, stilvolles Abhängen am Pool, bunte Drinks mit Schirmchen, etc.
    Wenn ich mir diesen Retrostoff ansehe, muss ich trotz der Trendfarbe, ich nenne die mal Hummerrot, an Sonnenlicht denken, das sich glitzernd in den Fliesen eines Pools in San Fernando Valley bricht. ;)
  5. Wir benutzen den Ausdruck relativ gedankenlos, obwohl er einen ziemlich unschönen Ursprung hat: Atomic Age, so werden die Jahre nach der ersten Detonation einer Testatombombe durch die USA im Jahr 1945 im Staate New Mexico genannt. Grafik, Design, Architektur und Werbung, sie alle waren während des Kalten Krieges stark durch die Atomwissenschaft und der Angst der westlichen Welt vor einem Atomkrieg beeinflusst, was sich in der Verwendung vieler verwandter Motiven und Formen niederschlug. Sputniks, Sterne, Raketen und fliegende Untertassen hatten ihre große Zeit!
    Ich habe eine sehr große Affinität zu diesem Design und freue mich deshalb besonders, Euch dieses Raketenmotiv mit der tollen Farbgebung präsentieren zu können. Und hoffe natürlich, dass ich in Zukunft noch auf weitere Designs in der Art stoßen werde!
  6. Atomic Cats, da brauche ich jetzt nicht wirklich viel dazu sagen, oder? Katzen gehen IMMER, egal ob Retro oder modern! Die schwarze Katze hier tummelt sich zusammen mit grafisch typischen Mid Century Elementen auf einem cremefarbenen Stoff. Und das Gute: Ich habe die noch auf anderen Stoffen gefunden. There´s more to come, Katzenfreunde! ;)

Alle Stoffdesigns findet Ihr aktuell in meinem DaWanda-Shop. Und falls Ihr aus einem der Stoffe etwas angefertigt haben möchtest, zögert nicht lange, meldet Euch, denn  ich hab´ Spaß an Sonderaufträgen!