Kork meets Acrylmedium

20170520_163431

Dass man mit Acrylmedium ganz wunderbar Laserausdrucke auf Holz bringen kann, habe ich ja schon einmal ausprobiert und für gut befunden, nun habe ich es mit einer dünnen Korkplatte versucht und das Ergebnis kann sich ebenfalls sehen lassen.

Ich musste mir nämlich Gedanken um einen Türstopper machen, da die Tür unseres neuen Badezimmers nach außen aufgeht und aufgrund der leicht schiefen Wände (tja, Vorkriegsbau) gerne zufällt.
Die Betty-Katze hätte im umgekehrten Fall kein Problem, denn sie springt auf Klinken, um Türen zu öffnen, in diesem Fall jedoch ist es absolut tagesformabhängig, ob sie mittels Pfote die recht schwere Tür aufdrücken kann. Der Blick, als ich neulich nach Hause kam und die Katze mich  nicht begrüßte, sondern genervt vor der geschlossenen Badezimmertür herumlungerte („Ihr Blödiane! Ich halte seit Stun-den ein!“), liess mich dann auch schnell handeln.

Nun sollte es aber wirklich nix schweres sein, an dem man sich womöglich noch die nackten Zehen anschlägt, nur etwas, das die Tür einen Spaltbreit offen hält.

Alsdann fielen mir drei nie benutzte Korkuntersetzer in die Hände (wir mussten ja auch mit dem Keller umziehen!). Ich besorgte mir zusätzlich eine 1 mm dicke Korkplatte und suchte im Netz nach einer passenden Grafik für unsere Zwecke. Gefunden habe ich die hier gezeigte, sehr aussagekräftige, auf den Punkt gebrachte Zeichnung von Herrn Kossak, die ich nur ein bisschen in Photoshop bearbeitet habe! :)

Während der Trocknungsphase des Drucks habe ich mir aus zwei Korkuntersetzern drei Kreise im Durchmesser von 10,5 cm zurecht geschnitzt. Habe ich nicht mit dem Skalpell gemacht, sondern mit einem alten Küchenmesser, ging einfach leichter mit einer größeren Klinge.
Die drei Teile habe ich inklusive bedruckter Korkplatte mit Holzleim aufeinander geklebt und während der Trocknung mit drei ordentlich schweren Buchschwarten beschwert. Weil ich Spraylack im Hause hatte, habe ich den Druck später damit fixiert, ein bis zwei Schichten dünn aufgepinseltes Acrylmedium tun es aber genauso.

Fertig!

Betty ist natürlich unbeeindruckt. Aber vielleicht eines Tages…

20170520_163402 Kopie

P.S. Ein Untersetzer ist übrig, den ich auch noch bedrucken werde. Mal sehen, ob Acrylmedium hitzebeständig ist. Hat jemand schon Erfahrungen gemacht damit?

Ruckedigu…

 

IMG_20160729_170336_2 - Kopie

…Geld ist im Schuh.

;)

Da hat sich jemand gezielt Geld gewünscht für Tanzschuhe. Mit denen man toll Balboa tanzen kann und die diverse Tanzabende und Workshops durchhalten sollen.
Nun, Geld im Umschlag zu übergeben find´ ich irgendwie lieblos und doof, und so richtig inspirierend fand ich die von Google gelieferten Ergebnisse mit den Suchwörtern ‚Geldgeschenk‘, ‚Tanzen‘ und/oder ‚Schuhe‘ auch nicht.

Da fiel mir aber auch schon die angebrochene Rolle Snap Pap im Farbton Chocolate vom letzten Jahr wieder ein, mit der ich ja schändlicherweise nicht gerade viel angefangen habe. Transferfolie hatte ich auch noch im Haus und schon war die Idee da: Mit einem Schwarzweiß-Print auf diesem dunklen Material könnte man wahrscheinlich einen richtig guten Vintage-Effekt erzielen, und um alte, wieder auflebende Tänze geht es ja schließlich.

Ich habe mir im Netz das Foto eines Aris Allen-Tanzschuhs im Vintage-Look ausgesucht und dieses dann zweimal (einmal spiegelverkehrt für die Rückseite) auf Transferfolie für helle Textilien ausgedruckt. Hell, weil ich in diesem Fall auf keinen Fall weiße Ränder auf dem dunklen Untergrund des Snap Paps haben wollte. Zugegeben, es war try and error, aber das Ergebnis fand ich sehr zufriedenstellend, sieht doch richtig schön „alt“ aus.

Der Folienanleitung folgend (die gibt´s zu jeder Transferfolie dazu) habe ich die Folien aufgebügelt, auskühlen lassen und dann mit einem ca. 1 cm breiten Rand zum Motiv ausgeschnitten. Vor dem Zusammennähen habe ich mit Stecknadeln drei Fixpunkte an Ecken des Motivs gepinnt, damit ich die beiden Schuhteile möglichst deckungsgleich aufeinander nähen konnte. Zusätzlich habe ich die beiden Teile mit Wonder Clips fixiert und dann mit einem Kontrast schaffenden, cremefarbenen Garn zusammen genäht. Dabei habe ich oben selbstverständlich eine großzügige Öffnung fürs Geld gelassen. Als das erledigt war, habe ich alle Ränder noch einmal auf ca. 2 mm zurückgeschnitten. Über der Schleife des Schuhs habe ich mit einem stinknormalen Locher gelocht und dann das ca. 30 cm lange Spitzenband durchgezogen und eine Schleife gebunden.

Fertig.

Und macht was her, finde ich.

Spielereien

Hermie 1

Neulich habe ich meinen allerersten Probedruck aus meinem Siebdruckkurs im letzten Jahr wiedergefunden, ein Bild von meinem absolut ‚liebenswertesten Lieblingsdeppen‘ Herman Munster aus der Sechzigerjahre-Fernsehserie The Munsters. Ich kenne die auch bloß, weil sie in den Achtzigerjahren im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, was ich damals unglaublich lustig fand. Ich bin eben ab und an auch sehr leicht zu erfreuen und seitdem großer Fan von Hermie, seiner Frau Lily & Co.

Sooo, zurück zum eigentlichen Thema. Er (der Print) war nicht perfekt, aber brauchbar, was also tun damit?
An die Wand hängen mit schickem DIY-Rahmen?
Nö.
Minimini-Kuschelkissen draus machen?
Nö, auch nicht.
Den ganzen Hermie auf eine Weekender Kulturtasche applizieren?
Hmmm, ja, okay, kann man machen.

Man muss ja auch nicht unbedingt einen Siebdruck hernehmen, Bilder kann man ja auch z. B. mit Transferfolie auf Stoff übertragen oder, im Hause Koje sehr beliebt, mit Hilfe eines ätherischen Öls wie beim Lavendeldruck. Wichtig ist nur, möchte man den Stempeleffekt haben, dass man sich ein Bild mit möglichst kontrastreichen Hell- und Dunkelanteilen aussucht und auf dieses dann in Photoshop  den Filter ‚Stempel‘ drüberlegt. Aber normale Aufnahmen gehen sebstverständlich auch.

Um das Stoffbild besser auf dem Untergrund fixieren zu können, habe ich auf die Rückseite Vliesofix aufgebügelt. Hermiebaby sollte aber nicht einfach schnöde im Zickzackstich appliziert werden, deshalb bekam er einen Rahmen aus  grünblauem Schrägband verpasst. Erst dann habe ich ihn auf kleinerer Stufe auf das Wachstuch aufgebügelt (ja, das geht, aber eben auf kleiner Stufe, nur, um die Appli grob zu fixieren) und konnte ihn aufgrund des Schrägbands in einem Geradstich festnähen.

Dann ging es auch schon ans Zusammennähen der Schnittteile und herausgekommen ist eine, wie ich finde, sehr famose, individuelle Kulturtasche, die perfekt für Kurztrips geeignet und auch ein sehr feines Mitbringsel ist (es muss ja nicht immer gleich Frankenstein vorne drauf sein…).

Ich denke, die nächste, die appliziert wird, wird Lily sein. Ich habe da schon so eine Idee…
:)

Liebe Grüße aus der Koje!
Tina

Chewie auf Holz gebracht

Achtung Vorgeschichte!
Direkt zum Holzdruck hier lang!

„Chewie!“ ruft man bei uns zu Hause, wenn man sich den Platz vorne neben dem Fahrer im Auto sichern will. Entnommen ist der Ausruf dem Film ‚Fanboys‘, einer herzallerliebsten Hommage an Star Wars und ihre nerdigen Fans, den wir im Sommer unserem Sohn gezeigt haben, der seit seinem vierten Lebensjahr auch ein Fanboy ist, davon selbstverständlich viele Jahre lang ohne die Filme überhaupt gesehen zu haben; was nicht heißt, dass wir in diesen ersten Jahren nicht auch ständig diskutieren mussten, wann er nun endlich alt genug sei.
Mit sieben haben wir mit ihm dann Episode 4 (FSK 6) geguckt. Und geschlagen gegeben haben wir uns, nachdem ich ihm unbedachterweise erzählt hatte, dass ich ‚Die Rückkehr der Jedi-Ritter‘ (FSK 12), meine All time favourite-Episode, 1983 im Sollner Kino gesehen hätte.
„Aber da warst du ja erst neun!“ rechnete der Sohn nach.
[Ja, nun, wir waren halt nicht overprotected, obwohl meine Mutter das heute tatsächlich denkt…]

20151227_102418

Wir kamen zu dem Schluss: Im Gegensatz zu den ganzen modernen ‚Abenteuerfilmen‘ ist Star Wars doch einfach nur eine astreine Geschichte von Gut und Böse. Ne eindeutige Sache, nix was Kinder in Verwirrung stürzt, weil ihr Held sich als bösartiger, illoyaler Dreckskerl entpuppt.
Das hat sich nun unerwarteterweise ausgezahlt: Zu Weihnachten haben wir vom Offspring, mittlerweile 11, unter anderem einen Gutschein geschenkt bekommen, mit ihm zusammen Episode VII zu gucken. Sowas muss natürlich zeitnah eingelöst werden. Gestern, um genau zu sein. Und es war wirklich wieder ganz großes Kino. Fast wie 1983. :)


Aber vorher gab´s noch Chewie auf Holz gebracht, was ich Euch nicht vorenthalten möchte, denn bei dieser Art des Druckens finde ich vor allem den entstehenden Vintage-Effekt bzw. Shabby Chic total charmant.

Transferdruck auf Holz ist wahrlich keine Zauberei. Man braucht dazu unbehandeltes Holz, Laserausdrucke der gewünschten Motive (Schrift natürlich spiegelverkehrt!), einen Pinsel, ein Spülschwämmchen, ein Nudelholz und Acrylmedium (gibt´s in Zeichen- und Bastelgeschäften), mit dem die Farbpigmente aus dem Papier gelöst werden. Im Detail geht das so:

  1. Die Holzfläche und den Laserausdruck auf der Motivseite dünn mit Acrylmedium einpinseln.
  2. Den Ausdruck mit der bedruckten Seite nach unten auf der Holzplatte platzieren und andrücken; sodann alle eventuell vorhandenen Luftbläschen mithilfe des Nudelholzes „ausbügeln“.
  3. Gut trockenen lassen, wir haben die Hölzer gleich 24 Stunden in Ruhe gelassen.
  4. Wenn alles gut getrocknet ist, mit einem feuchten Spülschwämmchen in kleinen, kreisenden Bewegungen vorsichtig das Papier vom Holz lösen. Nicht zu stark aufdrücken, sonst läuft man Gefahr, zu viel Farbe wegzuwaschen.
  5. Trocknen lassen.
  6. Wahlweise Motiv mit etwas Acrylmedium fixieren, dann wird es leicht glänzend; der matte Effekt ohne Fixierung ist allerdings auch sehr schön!
  7. So, und wer´s aufhängen möchte, schlägt auf der Rückseite noch zwei Haken ein.
  8. Fertig!

P.S. Ich habe gehört, es soll auch mit Tapetenkleister funktionieren, wird ausprobiert (damit kann man im Übrigen auch prima Flaschenetiketten kleben!).

Mantra: Fluten und drucken, fluten, drucken, fluten, drucken…

20150301_124637

Nicht, dass ich nach der letzten Woche nicht schon reichlich „sonntagsreif“ im Sinne von „faulenzerreif“ gewesen wäre; aber die Möglichkeit war da, also haben Frau Nähzimmer und ich sie ergriffen und vorgestern im Stoffdeck in Wilhelmsburg Siebdrucken bei Claudia gelernt.

Das Stoffdeck vermietet gewerblich vier Einzelateliers an Textildesigner, ist aber hauptsächlich ein Co-Working-Space, also eine Werkstatt, in der man zusammen arbeitet, denn wie uns allen klar ist:

Zusammen ist man irgendwie weniger allein!

Es bietet auf über 250 m² Profiarbeitsplätze für Textildesigner und Menschen, die ihrer Näh- oder Druckleidenschaft frönen möchten, und wurde als gemeinnütziges Projekt, welches von der Kulturbehörde Hamburg gefördert wird, initiiert. Der Fokus liegt darüberhinaus auf Stadtteilprojekten, Schul- und Jugendarbeit und Angeboten für Arbeitssuchende, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

So, das waren die hard facts.

Kommen wir nun aber mal zum Kurs: Simone und ich waren nicht gerade brillant vorbereitet, dafür war´s zu spontan und die Woche zu vollgepackt, aber einige eigene Motive, die wir noch Samstagnacht vorbereitet und in zweifacher Ausführung auf Transparentpapier gebracht hatten, kamen dann doch mit uns in den Kurs.

Siebdrucken ist tatsächlich so, wie alle sagen, die es gelernt haben: Nicht schwer. Man muss es aber mindestens einmal richtig erklärt und gezeigt bekommen, denn Siebdruck-Supplies sind schlicht zu teuer, um auf diesem Feld gemäß dem Motto „try and error“ zu werkeln. Claudia verklickerte uns also zuerst die hilfreiche Theorie und den Druckablauf, und wer wollte, konnte sich aus der umfangreichen Vorlagenmappe noch ein paar Fremdmotive zusätzlich zu den eigenen aussuchen. Danach wurde es aber ernst.

Ich glaube, nach unseren ersten Probedrucken haben wir alle ehrfürchtig dasselbe gedacht: Det jeht! Ich kann siebdrucken!! Und überhaupt bin ich die Königin der Weeööölt!!!

Da man den Druckvorgang wirklich schnell erlernt, haben wir vier Kursteilnehmerinnen den ganzen Nachmittag hindurch hochkonzentriert arbeiten können (lauter Mädels und wir haben kaum gequatscht!).
Ich war sehr verhalten und hatte nur alte T-Shirts und einen Meter naturweißes Leinen mitgebracht, Simone war da mutiger und hatte Stoffe für zukünftige Nähprojekte mitgenommen, aber am Tisch nebenan wurde sogar forsch ein Teil des eigenen Kleiderschrankinhalts bedruckt.

Siebdrucken eröffnet einem ein weites Feld. Da rattert es im Hinterkopf, was man zukünftig an eigenen Entwürfen einmal auf Stoff oder Papier bringen möchte. Mit Absolvierung eines Kurses ist man im Stoffdeck nämlich willkommen, nach Voranmeldung das Siebdruckatelier zu nutzen: Die aktuellen Mietkonditionen findet ihr HIER. Darüberhinaus kann man Drucksiebe ausleihen und sie für einen Preis von 25 € vorab beschichten und nach Gebrauch auch reinigen lassen. Das heißt also, man kann selbst sofort mit der Belichtung und im Anschluß mit dem Drucken beginnen, wenn man im Stoffdeck einläuft. :)

Claudia, vielen Dank für den coolen Tag! Haste uns gut erklärt!

Dani, Rebi, Tina, Harry und Frank: Danke für den Geburtstagsobulus für die Kursgebühr!

Simone? Machen wa wieder mal, oder?!

20150303_133513