Leftover-Etuis

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Also, jetzt mal ehrlich: Machen diejenigen unter Euch, die auch Textiles verkaufen, das wenigstens manchmal auch so wie ich oder findet Ihr das kolossal unprofessionell?

Ich habe mich heute mit meinen Leftover-Etuis aus der Deckung gewagt und sie bei Facebook im Rahmen von 7 Tage / Produkte / 7 Nominierungen vorgestellt. Denn sie sind, das ist ja schließlich eine Tatsache, ebenfalls ein Koje-Produkt, auch wenn sie strenggenommen ein…o neee, jetzt muss ich das wirklich schreiben…Abfallprodukt sind.

Ja, ein Abfallprodukt. Sieht man ihnen gar nicht an, nicht? ;)
Ihr glaubt gar nicht, was bei mir an kleineren Stoffresten anfällt und ich packe das nicht, die einfach wegzuwerfen.
Vor ein paar Jahren habe ich damit noch wie ein Berserker Knopfrohlinge bezogen, aber später fing ich an, kleine Etuis, mal mit, mal ohne Kunstleder, daraus zu nähen. Die Größe des Stoffrestes entscheidet dabei das spätere Format, es kommt, wie es passt. Und deshalb gibt´s die fast gar nicht im Onlineshop, sondern bei Sevgi in der Modenäherei & Boutique Kandemir, in der ich meinen Arbeitsplatz habe, sowie bei Linda im Nachmacher x, Laden und Werkstatt für individuelle Produkte, Upcycling und Mitmachangebote in Hamburg-Eimsbüttel. 

Für mich ist das inzwischen eine zufriedenstellende Maßnahme, der Stoffreste, der leftovers, Herr zu werden. Zero waste werde ich nicht schaffen, komme dem Ganzen dadurch aber etwas näher.

Was denkt ihr darüber?

Neue Mid Century Designs

Achtung, neue Stoffdesigns! Und ich bin in alle verknallt!

  1. Guckt Ihr die auch so gerne an, diese oft wuchtigen, mitunter pastellig lackierten Wagen aus der Wirtschaftswunderära? In ein paar dieser „Schlachtrösser“, wie ich sie manchmal nenne, bin ich auf Kuba ordentlich durchgerüttelt worden, zumindest, wenn die Wagen noch im Originalzustand und nicht neu gefedert waren. ;)
  2. Kakteen, ja, die sind selbstverständlich nicht explizit ein Fünfzigerjahre-Motiv. Diesen Stoff jedoch empfinde ich mit seiner bauchigen, organischen Grafik als ziemlich Retro, da denke ich gleich an Mariachi und Tequila, träge Tage und prächtige Nächte im Kurzurlaub in Acapulco. Wer das damals eben bezahlen konnte, ich kenne Acapulco ja nur aus Filmen…
  3. Ein bisschen weniger dekadent ging es auch: Der deutsche Nachkriegsbürger, der bislang ja höchstens im Schwarzwald oder vielleicht noch in Österreich Urlaub gemacht hatte, entdeckte in den Fünfzigerjahren Italien als Urlaubsland für sich. Wer es  sich leisten konnte, fuhr zum Urlauben mit dem eigenen PKW an die italienische Riviera oder setzte sogar total mutig mit der Fähre nach Ischia über. Was passt da besser als der himmelblaue Stoff im Vintage-Style mit seinen kleinen Segelbooten?
  4. Tiles, also Kacheln, oder Mosaike, die erinnern mich ebenfalls an süßes Nichtstun in den Fünfzigern, stilvolles Abhängen am Pool, bunte Drinks mit Schirmchen, etc.
    Wenn ich mir diesen Retrostoff ansehe, muss ich trotz der Trendfarbe, ich nenne die mal Hummerrot, an Sonnenlicht denken, das sich glitzernd in den Fliesen eines Pools in San Fernando Valley bricht. ;)
  5. Wir benutzen den Ausdruck relativ gedankenlos, obwohl er einen ziemlich unschönen Ursprung hat: Atomic Age, so werden die Jahre nach der ersten Detonation einer Testatombombe durch die USA im Jahr 1945 im Staate New Mexico genannt. Grafik, Design, Architektur und Werbung, sie alle waren während des Kalten Krieges stark durch die Atomwissenschaft und der Angst der westlichen Welt vor einem Atomkrieg beeinflusst, was sich in der Verwendung vieler verwandter Motiven und Formen niederschlug. Sputniks, Sterne, Raketen und fliegende Untertassen hatten ihre große Zeit!
    Ich habe eine sehr große Affinität zu diesem Design und freue mich deshalb besonders, Euch dieses Raketenmotiv mit der tollen Farbgebung präsentieren zu können. Und hoffe natürlich, dass ich in Zukunft noch auf weitere Designs in der Art stoßen werde!
  6. Atomic Cats, da brauche ich jetzt nicht wirklich viel dazu sagen, oder? Katzen gehen IMMER, egal ob Retro oder modern! Die schwarze Katze hier tummelt sich zusammen mit grafisch typischen Mid Century Elementen auf einem cremefarbenen Stoff. Und das Gute: Ich habe die noch auf anderen Stoffen gefunden. There´s more to come, Katzenfreunde! ;)

Alle Stoffdesigns findet Ihr aktuell in meinem DaWanda-Shop. Und falls Ihr aus einem der Stoffe etwas angefertigt haben möchtest, zögert nicht lange, meldet Euch, denn  ich hab´ Spaß an Sonderaufträgen!

Reisebuddy

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Gibt ja nix, was es nicht gibt, also auch Reiseetuis!
Ich zum Beispiel bin jahrelang ohne zentrale Sammelstelle für Reiseunterlagen in den Urlaub gefahren. Ich habe immer in diversen Taschen herumgekramt, das war lange Zeit auch okay. Erst letztes Jahr, als wir nach Kuba reisten, hatten wir so etwas wie ein Reiseetui dabei und zwar meine Upcycling-Clutch, welches der Prototyp für Clutch WILMA gewesen ist und in die alle wichtigen Unterlagen, auch die vom Format her etwas unhandlichen Flugtickets, primaprächtig hineingepasst haben.

Nun ist meine erste Sonderanfertigung in diesem Jahr ein Reiseetui geworden, das im März mit seiner neuen Eigentümerin die weite Reise nach Australien zum angekündigten Enkelkind antreten wird.
Das Format entspricht mit 23 cm x 16,5 cm in etwa DIN A5 und hinein passen zwei Reisepässe in die dafür vorgesehenen Steckfächer, ein Stift zur schnellen Verfügung sowie die Flugtickets, für die ich ein Steckfach aus durchsichtigem Vinyl auf die beiden Pass-Steckfächer aufgesetzt habe. In der vorderen Klappe befindet sich eine große Reißverschlusstasche für Dinge, die nicht immer gleich zur Hand sein müssen und verschließbar ist das Ganze wie fast immer :) mit einer Magnetschließe.

G´day, mate, thinking, we´re ready to go to Queensland! Aber auch überall anders hin!

Koje kariert

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Ja, richtig gesehen, die Koje wird diesen Herbst vom sog. Schottenkaro, dem Tartanmuster*, wieder eingeholt.
Ich wurde schon als Kind in Kilts gesteckt, mega angesagt in den Siebzigern, sage ich Euch, und als Teenie habe ich gleich so weitergemacht. Ich kann mich gut an einen rotkarierten Schal erinnern, den habe ich auch mal bis ins tiefe Frühjahr bei schon recht muckeligen Temperaturen getragen.

Ich finde, Rot passt gut zu flammenden Herbstfarben und kleckst später ein bisschen Farbe ins trübe Wintergrau hier in Deutschland. So habe ich mich entschlossen, einen Tartan in ebendieser Grundfarbe für meine Artikel zu verwenden. Er wird nicht immer als Außenstoff auftauchen, denn als kontrastreiches Innenfutter macht er sich einfach zu gut.
Ich hoffe, ich habe den Geschmack der/s einen oder anderen von Euch getroffen! Ein paar Produkte findet Ihr bereits in den Shops.

Vergrößerung  mit Klick aufs Bild möglich!

*Webmuster, das durch das Verweben verschiedenfarbiger Garne entsteht und heute hauptsächlich für schottische Kilts und Plaids verwendet wird. Die so entstandenen Karomuster repräsentieren seit dem 16. Jahrhundert bis zum heutigen Tag häufig die Zugehörigkeit in einem schottischen Clan. Rob Roy lässt schön grüssen! :)

Ruckedigu…

 

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…Geld ist im Schuh.

;)

Da hat sich jemand gezielt Geld gewünscht für Tanzschuhe. Mit denen man toll Balboa tanzen kann und die diverse Tanzabende und Workshops durchhalten sollen.
Nun, Geld im Umschlag zu übergeben find´ ich irgendwie lieblos und doof, und so richtig inspirierend fand ich die von Google gelieferten Ergebnisse mit den Suchwörtern ‚Geldgeschenk‘, ‚Tanzen‘ und/oder ‚Schuhe‘ auch nicht.

Da fiel mir aber auch schon die angebrochene Rolle Snap Pap im Farbton Chocolate vom letzten Jahr wieder ein, mit der ich ja schändlicherweise nicht gerade viel angefangen habe. Transferfolie hatte ich auch noch im Haus und schon war die Idee da: Mit einem Schwarzweiß-Print auf diesem dunklen Material könnte man wahrscheinlich einen richtig guten Vintage-Effekt erzielen, und um alte, wieder auflebende Tänze geht es ja schließlich.

Ich habe mir im Netz das Foto eines Aris Allen-Tanzschuhs im Vintage-Look ausgesucht und dieses dann zweimal (einmal spiegelverkehrt für die Rückseite) auf Transferfolie für helle Textilien ausgedruckt. Hell, weil ich in diesem Fall auf keinen Fall weiße Ränder auf dem dunklen Untergrund des Snap Paps haben wollte. Zugegeben, es war try and error, aber das Ergebnis fand ich sehr zufriedenstellend, sieht doch richtig schön „alt“ aus.

Der Folienanleitung folgend (die gibt´s zu jeder Transferfolie dazu) habe ich die Folien aufgebügelt, auskühlen lassen und dann mit einem ca. 1 cm breiten Rand zum Motiv ausgeschnitten. Vor dem Zusammennähen habe ich mit Stecknadeln drei Fixpunkte an Ecken des Motivs gepinnt, damit ich die beiden Schuhteile möglichst deckungsgleich aufeinander nähen konnte. Zusätzlich habe ich die beiden Teile mit Wonder Clips fixiert und dann mit einem Kontrast schaffenden, cremefarbenen Garn zusammen genäht. Dabei habe ich oben selbstverständlich eine großzügige Öffnung fürs Geld gelassen. Als das erledigt war, habe ich alle Ränder noch einmal auf ca. 2 mm zurückgeschnitten. Über der Schleife des Schuhs habe ich mit einem stinknormalen Locher gelocht und dann das ca. 30 cm lange Spitzenband durchgezogen und eine Schleife gebunden.

Fertig.

Und macht was her, finde ich.