Sommerfrisches Freestyle-Top

Modifiziertes Streifentop Vintage Stil Totale

Streifen finde ich von je her sehr gut! Ich habe ziemlich viel Gestreiftes, allerdings bisher nur horizontal, nicht diagonal.
Neulich besuchte ich meine Marktkollegin Y. und weil die so nahe bei ‚Alles für Selbermacher‘ in Hamburg-Bergedorf wohnt, hat sie mich im Anschluss dorthin hingebracht und mich dann auch gleich auf dem Parkplatz verlassen.
„Das geht nämlich nicht schnell! Und ich brauche gar keinen Stoff!“. Bin ich also alleine hinein und anderthalb Stunden nicht mehr hinausgekommen. Diese Vielfalt und die Mengen machen Dich fertig, ich kannte ‚Alles für Selbermacher‘ ja bisher nur aus dem Netz!
Ich habe dann auch etwas gekauft, nicht für die Koje, sondern ganz allein für mich! Und das ist der Stoff, den ihr hier seht!
Zwei Meter hatte ich genommen und nachdem ich mir einen half circle skirt im Mid Century Stil draus genäht hatte, blieb noch so viel übrig, dass ich dachte, mit ein bisschen Freestyling bekommst Du da noch ein Sommertop raus. Mir kam ziemlich schnell die Idee, ich könnte das Oberteil eines Fiftieskleids zuschneiden und den unteren Bund so weit wie der Stoffrest es zulässt verlängern, da das Top ja sonst auf Taillenhöhe enden würde. Da ich wegen der zusammenlaufenden Streifen jeweils in der Mitte von Vorder- und Rückteil nicht im Fadenlauf zuschneiden konnte, bin ich damit nicht sehr weit gekommen, dennn so viel „Rest“ war es dann doch nicht. Aber mal im Ernst: Ist doch gar nicht schlecht mit Bündchen! Mir gefällt´s!

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Als Grundschnitt habe ich mich für das Oberteil des Vestido Gala (dem Galakleid) aus dem Buch ‚Costura Vintage‘ (Vintage-Schneidern) von Annabel Bénilan entschieden, das mir vor Jahren im Spanienurlaub in die Hände fiel.
Es enthält 24 klassische Vintage-Schnittmuster in drei Doppelgrößen (36/38, 38/40 und 40/42) plus kurzer Nähanleitung (CAVE: überhaupt nicht anfängertauglich!) in Wort und Zeichnung.
Neben den zu erwartenden Schnittmustern für Kleider gibt es auch Schnittmuster für Oberteile, eine Caprihose, ein Cape und einen Regenmantel. Frau Bénilan ist übrigens Kostümbildnerin und Stylistin und stammt aus Frankreich, aber glücklicherweise wurde ihr Buch auch in Spanien von Larousse herausgegeben, den Französisch kann ich ja gar nicht gescheit! War auch nicht mein Lieblingsfach…

Für mein Oberteil habe ich Gr. 38/40 zugeschnitten und die Seiten um jeweils 1,5 Zentimeter verbreitert. Das habe ich gemacht, weil ich ein locker sitzendes Top und nix Knallenges wollte. Ursprünglich hatte ich geplant, einen rückseitigen nahtverdeckten Reißverschluss einzuarbeiten, aber bei der ersten Anprobe des gehefteten Stücks konnte ich so reinschlüpfen, also habe ich das mal gepflegt sein lassen.

Für die Blenden an Armen und Ausschnitt habe ich einen unregelmäßig rosafarbenen Baumwollstoff mit roten Herzchen verwendet. Der war mal weiß und ist in der Wäsche furchtbar ausgeblutet. Ja, wahrlich ein Stoff zum in die Tonne treten, aber für nicht sichtbare Blenden geht er natürlich.
Zuletzt habe ich einen breiten, dehnbaren, für die Fünfzigerjahre völlig unauthentischen Bund aus weißem Jersey angenäht und die Blenden innen an den Nahtzugaben vernäht, damit sie nicht ständig umklappen oder rausschlüpfen können.
Morgen zieh´ ich´s an! Und verlinkt habe ich bei Sew La La.

Modifiziertes Streifentop Vintage Stil Front

Annabel Bénilan

Costura Vintage (spanische Ausgabe)
ISBN 9788416124725

Couture Vintage (französische Ausgabe)
ISBN 9782295004598

Annabel Bénilan Costura Vintage

 

 

Kannst kommen, Sommer! Plaid Rockabilly Dress von Gretchen Hirsch

Plaid Rockabilly Dress Gretchen Hirsch 1

Ihr merkt schon, ich habe immer noch so einige Gretchen-Schnitte aufzuarbeiten. Das Plaid Rockabilly Dress musste zum Beispiel ganze zwei Jahre auf die Realisation warten und das, obwohl ich sogar schon den passenden Stoff dafür hatte, der mitnichten ‚plaid‘, also kariert war, und den ich noch aus meiner Zeit im Stofffachgeschäft gehortet hatte.
Dabei handelt es sich um einen sehr dünnen und somit sommertauglichen Jeansstoff mit winzigen hellblauen Polka Dots. Der Stoff und ich sind übrigens auch nur wegen dieses dezenten Punktdurchmessers zusammengekommen, denn ein Kleid mit größeren oder gar großen Polka Dots wäre mir wirklich ein arger Graus.

Plaid Rockabilly dress Gretchen Hirsch 4

Das Schnittmuster  für das Plaid Rockabilly Dress stammt aus dem Buch ‚Gertie´s Ultimate Dress Book‘ und ist definitiv eines der leichter zu nähenden Modelle mit Puffärmeln sowie verspielten Details an Kragen und Saum. Letztere waren mir aber schon wieder zu krass, denn auf Zickzackband bin ich bisher nicht gerade abgefahren und einen harten Kontrast wollte ich auf jeden Fall vermeiden. Aber wer weiß, Geschmäcker können sich ändern und vielleicht packt es mich ja eines Tages noch…für dieses Kleid habe ich mich aber einmal wieder für eine Paspel in einem blassen Blauton entschieden, die meiner Meinung nach den Kragen betont, aber zugleich auch „entschärft; denn um ehrlich zu sein, bei der ersten Anprobe fand ich den noch nicht festgenähten Kragen an mir nicht so prickelnd, viel zu Western-, viel zu Cowgirl-mäßig kam mir das vor, als ob ich dazu am besten nur meine uralten Biker Boots aus dem Keller anziehe und mir schnellstmöglich ein Accessoire wie zum Beispiel ne Mistgabel anschaffen sollte. Na, was soll ich sagen: Die Paspel hat´s irgendwie rausgerissen für mich, jetzt gefällt es mir!

Plaid Rockabilly Dress Gretchen Hirsch 5

Selbstverständlich ging es auch diesmal nicht ohne Anpassung. Wie schon bei meiner geliebten Vintage Jeans von Gretchen liegt mein Taillenumfang in der ihren Büchern zugrunde liegenden Größentabelle eine ganze Größe über der für Brust und Hüfte, also 6 – 8 – 6. Klingt irgendwie fast wie 60 – 90 – 60, nicht war?! Ist aber absolut weniger als halb so schlimm! ;)

Plaid Rockbilly Dress Gretchen Hirsch 2

Als alle Schnittteile vernäht bzw. geheftet waren, bin ich vor dem Einsetzen des rückwärtigen Reißverschlusses einmal ins Kleid hineingestiegen, weil ich ja aus Fehlern lerne und mir sicher war, dass ich wie sonst auch eine Hohlkreuzanpassung vornehmen muss. Das war diesmal jedoch gar nicht notwendig, was mich echt überrascht hat! Dass aber einmal etwas wie angegossen sitzt, gibt es bei mir trotzdem nicht: Korrekturbedürftig waren die Abnäher im Vorderteil, die sowohl verlängert als auch vertieft werden mussten, denn da war definitiv zu viel Platz für meine Körbchengröße.

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Der Rest war dann, ich traue mich das allmählich zu sagen, Routine. Nahtverdeckter Reißverschluss rein, hintere Naht schließen, säumen: Fertig war das sehr luftige, aber figurbetonte Sommerkleidchen mit Platz für ein Mittagessen (und Eis hinterher)! Nun fehlt nur noch ein real McCoy-Sommer, damit ich es auch ausführen kann.
Irgendetwas sagt mir, dass das dieses Jahr klappen wird!

Einsteiger-Hosen: Vintage Jeans nach Gretchen Hirsch

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Oh, wie schön, da isse endlich, meine erste Hose, die ich Ende Dezember/Anfang Januar genäht habe!

Irgendjemand sagte mir mal, das wäre alles total einfach mit dem Hosennähen, aber ich sage jetzt lieber einmal: Das ist ein weites Feld, das ich da zukünftig beackern werde. In Sachen  Schnittmusteranpassung war die Vintagejeans nämlich definitiv mein bisher arbeitsintensivstes Projekt. Auch ‚lieber noch einmal aufgetrennt‘ habe ich relativ viel. Dafür bin ich aber jetzt hochzufrieden mit diesem schnittigen Vintageteilchen! :)

Die Jeans ist eine Variation der Cigarette Pants aus dem Buch ‚Gertie sews Vintage casual‘ von Gretchen Hirsch, den man zunächst relativ unkompliziert abwandeln kann, indem man an den Beinen seitlich außen ab der Hüfte bis zum Beinabschluss je 2,5 cm zugibt und die Beine verlängert.
Ich musste diesmal Größen miteinander kombinieren (Taille Größe 8, Hüfte Größe 6) und da ich ja nur 1,57 m groß bin, musste auch sonst fast alles angepasst werden, allen voran die Bundhöhe und der Schritt.  Mit dem hinteren Bund habe ich mich echt schwer getan (der Nahttrenner lässt Euch herzlich grüßen!), weil ich den Fehler gemacht habe, mein Hohlkreuz zuerst außer Acht zu lassen. Insgesamt habe ich dann fast 4 cm an den beiden hinteren Zuschnitten wegnehmen müssen und es nach vorne hin auslaufen lassen. Auch den Reißverschluss von 23 cm Länge musste ich um genau dieses Stück kürzen, denn ganz ehrlich, der wäre mir ja sonst fast über den ganz Hintern gegangen und das hätte ja nun echt nicht besonders apart ausgesehen.

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Einen weiteren Knaller habe ich mir dann noch zusätzlich geleistet: Ich habe die aufgesetzten Taschen nicht richtig an die vorderen Hosenzuschnitte angepasst, sodass die beiden Eingriffe jetzt sehr schmal geraten und sehr weit oben angesiedelt sind. Da kann ich ja froh sein, dass ich kleine Hände habe, ich bekomme sie tatsächlich noch hinein! Also, wenn ich die Schultern ein wenig hochziehe… ;)
Zum Glück hat die Optik nicht allzu sehr gelitten,  die Taschen mit den Kontrastnähten sehen trotzdem toll aus!

Im Gegensatz zum Original habe ich die Jeans mit recht weitem Bein genäht, da ich es gerne ein bisschen lockerer trage und insbesondere auf Enge an den Waden so gar nicht abfahre. So wie es jetzt ist, fühle ich mich in dem Kleidungsstück auf jeden Fall ganz schön wohl, und das, obwohl ich extrem lange um den Schnitt herumgeschlichen bin, weil ich mir so unsicher war, ob mir eine Hose mit derart hohem Bund und rückwärtigen Reißverschluss stehen würde.

20180104_145333Fazit: Ich kann das schon tragen, finde ich. Allerdings habe ich mir als Tüpfelchen auf dem i noch etwas dazu gegönnt, was es bis jetzt nicht bei mir im Schrank gab, und nun lacht mich ja nicht aus: Ich habe mir ne Bauch-weg-Unterhose gekauft! Echt, so eine wie Bridget Jones, aber in ner anderen Farbe! ;)
Bisher hatte ich es nicht so mit Shape Wear, aber mit fast 44 Jahren bin ich nun doch auf den Geschmack gekommen. Gut fühle ich mich damit!

Nun aber kurz noch etwas zum Material: Der verwendete Jeansstoff war ein Reststück und Superschnapper meines ehemaligen Stoffdealers Herrn J. um die Ecke. Die komplette Hose hat mich zusammen mit dem Metallreißer ganze 13 € gekostet.
Herr J. hat zwecks Lebensabend im Oktober letzten Jahres doch tatsächlich mit 79 1/2 Jahren sein alteingesessenes Stofffachgeschäft an eine große überregionale Kette verkauft. Das sei ihm echt gegönnt,  auch wenn er mir mit seiner Kauzigkeit und seinem Charme (nein, das schließt sich gegenseitig nicht aus!) ganz schön fehlt. Zum Glück haben die neuen Inhaber seine Restbestände übernommen, sodass man immer noch (zum Teil zu unschlagbaren Preisen) supertolle Bekleidungsstoffe erstehen kann.
Die Farbe des Stoffs hatte es mir gleich angetan. Sie geht so ein bisschen ins ‚Preußischblaue‘, was ich sehr mag und mich ein  bisschen an den Worker-Style der Zwanzigerjahre erinnert. Der Jeansstoff selbst ist von der mittelschweren Sorte und hat einen kleinen Elastan-Anteil. Ist nicht authentisch, ich finde so ein bisschen Dehnbarkeit aber sehr gut und praktisch!

Die Hose wird jetzt erst einmal fleißig getragen. Und dann gucke ich mal, ob ich mich bald einmal an einen modernen Hosenschnitt wage. Oder ob ich das überhaupt will! :)

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 P.S. Mit seiner ersten Hose darf man auch mal wieder zum MeMadeMittwoch, oder!? :)

 

Gerties Bleistiftkleid aus…Jersey

Pencil Dress Gretchen Hirsch

Das finden sicher einige ganz schön unmöglich: Einen von Gretchen Hirsch modifizierten Vogue-Schnitt aus den Fünfzigern aus…böse Tina!…Jersey nähen. Pfui! Und dann sieht das nicht einmal richtig doof aus! Im Gegenteil, finde ich!

Ich finde den Schnitt sowieso so selten cool, den könnte man nach diesem von Erfolg gekrönten Nähversuch bestimmt auch noch einmal mit Strickware realisieren. Denn klar war ich skeptisch, ob das mit einem derartigen Rückenausschnitt klappen würde und in der Schneiderei, in der ich eingemietet bin, hieß es auch von den beiden Profis: „Möchtest du den Ausschnitt nicht wenigstens ein bisschen verkleinern?“
Wollte ich nicht.

Das Kleid ist seiner Entstehungszeit entsprechend für feste Stoffe konzipiert und wird im Rücken mit einem Reißverschluss geschlossen. Bei der Jersey-Variante habe ich den Reißer natürlich weglassen können, aber nicht nur mit einer Blende gearbeitet, sondern die Stoffkanten des hinteren Ausschnitts mit einem breiten aufbügelbaren Nahtband versehen, damit dieser in Form bleibt. Es mag unkonventionell sein, aber für mich funktioniert es, der Ausschnitt liegt gut an und hängt nirgendwo durch.

Ein richtiges Wohlfühlkleid ist es geworden, werde ich oft tragen! :)

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Der Schnitt für das Bleistiftkleid ist aus folgendem fabelhaften Buch von Gretchen Hirsch entnommen und sogar vorne auf dem Cover abgebildet.

Vor gut zwei Jahren habe ich mich das erste Mal an eine Variante mit halblangem Arm gewagt. Damals hatte ich noch viel mehr dazuzulernen als heute und oft wollte ich nach hinten auf den Hof laufen und den ganzen Klumpatsch einfach anzünden.  Dank Sevgi, meiner Vermieterin und Mentorin, habe ich aber durchgehalten und erhielt am Schluss ein klassisches, auch bürotaugliches Bleistiftkleid im Fünfzierjahre-Stil (obwohl ich ja gar nicht mehr ins Büro gehe!).

Das Buch kann ich in jedem Fall immer noch uneingeschränkt empfehlen! Man kann ne Menge lernen, wenn man sich etwas eingehender damit beschäftigt. Wirklich wahr! :)

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Carmen-Shirt auf die ganz einfache Tour

Carmen Shirt

 

Als ich noch im Textilfachhandel gearbeitet habe und meine Kolleginnen und ich wegen  neu eingetroffener Stoffe in Verzückung gerieten, fiel häufig der Satz: „Ich darf den gar nicht kaufen, erst, wenn ich dafür ein Projekt gefunden habe.“ Aber sehr oft haben wir uns nicht daran gehalten und man schnitt sich dann doch ein Stück ab unter den verständnisvollen Blicken der anderen.

Letzten Winter auf einem Markt lief es mal wieder genauso: Ich kaufte von meiner Kollegin Y. ein Stück Jersey der Größe 0,5 m x 1,50 m. Und ich wusste natürlich da auch erst nix damit anzufangen, fand ihn einfach nur unfassbar schrill. Tja, und die Gestaltungsmöglichkeiten für „Erwachsenenkleidung“ ist bei der geringen Stoffmenge ja auch eher begrenzt.
Dann kamen endlich die ersten warmen Tage und ich guckte mich im Netz nach einem Schnittmuster für ein Carmen-Shirt mit gerafftem Ausschnitt um. Ich fand im Ranking ziemlich weit oben eine Zeichnung einer Carmen-Bluse, für die es bei der Hobbyschneiderin auch eine Anleitung gibt. Nach der ich aber nicht nähen konnte, da ich nicht genug Stoff zur Verfügung hatte, um je ein Vorder- und Rückenteil mit angesetzten Ärmeln  zuzuschneiden. Mir kam jedoch durch die Zeichnung eine Idee: Ein horizontal gestrecktes  Sechseck als Vorder- und Rückenteil und ein Trapez als Ärmel. Alles gerade Linien, keine Rundungen. Ehrlich, mehr ist es nicht. Für das Schnittmuster Maß genommen habe ich folgendermaßen:

  • Taillenumfang halbiert plus 6 cm (hier ist die Nahtzugabe von 0,7 cm schon enthalten) = untere und obere Breite des „Vorder- und Rückenteil-Sechsecks“ (bei den Winkeln des Trapezes habe ich experimentiert und schließlich oben mit 120 Grad, unten mit 110 Grad angesetzt)
  • Oberkörperlänge gemessen von der Drosselgrube bis zur Taille plus 3 cm (davon untere Nahtzugabe 0,7 cm sowie 2,3 cm für den Tunnel am Halsausschnitt, durch den das Flachgummi gezogen wird = Länge des Vorder- und Rückenteils.
    CAVE: Dies gilt nur, wenn man ein Taillenbündchen von 5 cm Breite annähen möchte und das Shirt auf Taillenhöhe enden soll, also wenn man es zu Röcken und High Waist-Hosen tragen möchte. Ohne Bündchen, aber auf Taille gebracht würde ich 10 cm zugeben.
  • Oberarmumfang, damit ich das Gummiband für den Ärmeltunnel gut anpassen kann und es später beim Tragen nicht einschneidet; des Weiteren zum Oberarmumfang 4 cm dazu addieren, so erhält man die untere Breite des Ärmel-Trapezes. Wenn man nun zur unteren Breite 15 cm dazu addiert, erhält man die obere Breite des Ärmels. Die Ärmellänge habe ich abgeschätzt, indem ich am Vorderteil die Länge der kürzeren oberen Seite, an die die Ärmel genäht werden, abgemessen habe und dazu für die Kurzarmvariante 10 cm dazu addiert habe (8 cm Ärmellänge plus 2 cm zur Tunnelbildung).

Genäht wird entweder mit der Overlock oder auf der Haushaltsnähmaschine mit Zickzack- oder, wenn vorhanden, mit Overlock-Stich.

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Nachdem ich die Ärmel an Vorder- und Rückenteil genäht hatte, bekam ich zugegebenermaßen Zweifel, ob ich da nicht doch einen Denkfehler drin habe: Das Gebilde sah aus wie ein U-Boot! Aber seit dem Einziehen des oberen Gummis geht es eindeutig als Carmen-Shirt durch!

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Für die Tunnel an Halsausschnitt und den Ärmeln habe ich 2 cm umgeklappt und mit einem Geradstich längs genäht. Die Wendeöffnung beträgt jeweils ca. 5 cm und eingezogen habe ich ein 0,5 cm starkes Flachgummi, mit 0,7 cm geht es aber bestimmt auch.
An der Gummibandlänge für den Halsausschnitt habe ich einfach herumprobiert, wie weit oder eng es mir selbst am besten gefällt, also grob verknotet und ins Kleidungsstück reingeschlüpft bis es mir gefiel. Das würde ich auch immer empfehlen, da Gummis oft sehr unterschiedlich dehnbar sind, eine Längenangabe gibt´s deshalb von mir nicht.

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Ich bin reichlich zufrieden mit dem Schnitt. Den nähe ich mir noch einmal unifarben oder meliert. Aber natürlich nur wenn mir der richtige Stoff übern Weg läuft. ;)

Material:

  • dehnbarer Stoff, am besten Jersey oder Interlock (Länge in der Abmessung des Vorder- und Rückenteils bzw. zzgl. der Ärmellänge, wenn man das Shirt aus einem Stoff nähen möchte, Stoffbreite muss mind. 1,40 m betragen)
  • Flachgummi zwischen 1,50 m und 2 m