Hamburger Ausnahmezustand-Pinnwand

Ja, der 7. Juli 2017 in Hamburg, den werde ich nicht vergessen. Ich nehme an, den 8. Juli auch nicht. Den halben Tag habe ich nichts auf die Reihe bekommen, aber so langsam erwache ich aus meiner Schreckstarre.

Nicht, dass ich hier mit den Schablonen eines 1999 gekauften Schablonenbüchleins* so hell of al lot kreativ gewesen wäre, aber dafür war das Stupfen schön meditativ und das Ergebnis meines kleinen Pinnwand-Make Overs ganz schön schön!
Kleines Problem: An so ne Pinnwand mag man ja fast nix mehr dranpinnen… ;)

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Zutaten:

  • alte Pinnwand ausm Keller
  • Acrylfarbe Grün und Zitronengelb, um verschiedene Grüntöne zu erzeugen
  • florale Schablonen, hier Hibiskusblüte und Ranken
  • Stupfpinsel


*Katrina Hall, Gestalten mit Schablonen: Früchte & Blumen, Könemann Verlag 1999, ISBN 3829023057

Moppe Make Over: Skeleton Swing

Schablonendruck auf Holz mit Freezer Paper

Unser Moppe, die Minikommode von IKEA, wohnt schon lange bei uns, länger als der Offspring auf der Welt ist und der ist auch schon fast ein Teenager. Nach dem Umzug hatte sich die Lütte einfach einen neuen Anstrich bzw. ein komplettes Make Over verdient!

Ich bin Kreidefarbe (die mit der herrlich matten Optik) herzlich zugetan und hatte zwei, drei Farben sowieso im Haus, deshalb bekam die Holzkommode erst einmal einen frischen schwarzen Anstrich.  Zuerst hatte ich vor, nur die Vorderseiten der Einlegeböden und die Frontseiten des Rahmens cremeweiß zu streichen, aber dann kam mir eine viel bessere Idee: Schablonendruck!

Das Motiv war schnell gefunden und zwar ein tanzendes Skelett mit Zylinder, das sich sonst auf einem sehr schönen Calavera-Stoff von Alexander Henry zusammen mit vielen anderen Knochenweiblein und -männlich tummelt.
Abpausen ist ja nun nicht schwer, aber da ich die Kommode zum Drucken nicht kippen, also nicht plan legen konnte, weil dann die Schubladen 2 mm nach hinten rutschen und mit dem Rahmen keine ebene zum Fläche zum Drucken bilden würden, habe ich mich zu einem Experiment entschlossen.

Mit Freezer Paper, das in erster Linie ein mit einer dünnen Plastikschicht beschichtetes Einwickelpapier für Lebensmittel ist, kann man ja ziemlich gut mit Schablonen auf Textilien  drucken, indem man das schablonierte Papier mit der beschichteten Seite aufbügelt. Nach dem Druck lässt es sich rückstandslos wieder ablösen. Die Frage war jetzt: Klappt das bei gestrichenem Holz auch oder kommt dann beim Abziehen auch die ganze Farbe mit runter?

Im Netz fand ich bei der Stichwortsuche ‚Holz‘ und ‚Freezer Paper‘ diesbezüglich nichts. Aber ich fand  heraus, dass man mit Freezer Paper Holz bedrucken kann, indem man einen A4-Zuschnitt durch den Drucker jagt und das gewünschte Motiv auf der beschichteten Seite  spiegelverkehrt ausdruckt. Per Transferdruck  und mit Bügeleisen kann man dieses Motiv dann auf Holz bringen, was ich auch ganz spannend fand.

Aber zurück zu meiner Idee, denn da hieß es schlicht: Versuch macht klug!
Ich habe also zuerst seitlich an der Kommode ein kleines Stück Freezerpaper mit dem Bügeleisen auf Stufe 2 aufgebügelt, um zu sehen, wie sich die Farbe mit dem Papier verträgt.
Ergebnis:
a) das Papier haftete auf gestrichenem Holz
b) es ließ sich genauso einfach wie von Stoff ohne Kleberückstände wieder ablösen
c) die Farbe blieb, wo sie sein sollte

Also habe ich eine Schablone des Skeleton Man aus dem Papier erstellt, selbiges vorsichtig an einigen Stellen (nicht komplett!) an die Front der Kommode „angebügelt“ und dann wie es sich gehört mit dem Stupfpinsel vorsichtig die Farbe aufgetragen. Die Farbe kurz antrocknen lassen, dann das Papier behutsam abgezogen.
Na, da kam dann doch ein bisschen schwarze Farbe mit runter, aber sei´s drum, habe ich diese Stellen eben noch einmal vorsichtig mit Schmirgelpapier bearbeitet und mit einem feinen Pinsel schwarz übermalt. Zum Abschluss wurde das Ganze dann noch gewachst. Das Resultat mag ich leiden! Besonders toll finde ich diese Lösung für filigrane, detailreiche Schablonen, denn wenn die während des Druckens verrutschen, kann man neu beginnen; das ist beim Drucken mit Freezer Paper ausgeschlossen. :)

Um mit einer Schablone aus Freezer Paper auf Holz zu drucken, braucht Ihr folgende Utensilien:

  • Freezer Paper z. B. Reynold´s Freezer Paper
  • Bleistift
  • Schneidematte oder dicken Karton als Unterlage
  • Bastelskalpell
  • Bügeleisen
  • Stupfpinsel, am besten aus Schaumstoff
  • alte Untertasse zum Abstreifen von überschüssiger Farbe
  • Farbe, die für Holz geeignet ist wie z. B. Kreidefarbe oder Acrylfarbe
  • Schleifpapier

Schablonendruck mit Freezer Paper auf Holz

Kork meets Acrylmedium

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Dass man mit Acrylmedium ganz wunderbar Laserausdrucke auf Holz bringen kann, habe ich ja schon einmal ausprobiert und für gut befunden, nun habe ich es mit einer dünnen Korkplatte versucht und das Ergebnis kann sich ebenfalls sehen lassen.

Ich musste mir nämlich Gedanken um einen Türstopper machen, da die Tür unseres neuen Badezimmers nach außen aufgeht und aufgrund der leicht schiefen Wände (tja, Vorkriegsbau) gerne zufällt.
Die Betty-Katze hätte im umgekehrten Fall kein Problem, denn sie springt auf Klinken, um Türen zu öffnen, in diesem Fall jedoch ist es absolut tagesformabhängig, ob sie mittels Pfote die recht schwere Tür aufdrücken kann. Der Blick, als ich neulich nach Hause kam und die Katze mich  nicht begrüßte, sondern genervt vor der geschlossenen Badezimmertür herumlungerte („Ihr Blödiane! Ich halte seit Stun-den ein!“), liess mich dann auch schnell handeln.

Nun sollte es aber wirklich nix schweres sein, an dem man sich womöglich noch die nackten Zehen anschlägt, nur etwas, das die Tür einen Spaltbreit offen hält.

Alsdann fielen mir drei nie benutzte Korkuntersetzer in die Hände (wir mussten ja auch mit dem Keller umziehen!). Ich besorgte mir zusätzlich eine 1 mm dicke Korkplatte und suchte im Netz nach einer passenden Grafik für unsere Zwecke. Gefunden habe ich die hier gezeigte, sehr aussagekräftige, auf den Punkt gebrachte Zeichnung von Herrn Kossak, die ich nur ein bisschen in Photoshop bearbeitet habe! :)

Während der Trocknungsphase des Drucks habe ich mir aus zwei Korkuntersetzern drei Kreise im Durchmesser von 10,5 cm zurecht geschnitzt. Habe ich nicht mit dem Skalpell gemacht, sondern mit einem alten Küchenmesser, ging einfach leichter mit einer größeren Klinge.
Die drei Teile habe ich inklusive bedruckter Korkplatte mit Holzleim aufeinander geklebt und während der Trocknung mit drei ordentlich schweren Buchschwarten beschwert. Weil ich Spraylack im Hause hatte, habe ich den Druck später damit fixiert, ein bis zwei Schichten dünn aufgepinseltes Acrylmedium tun es aber genauso.

Fertig!

Betty ist natürlich unbeeindruckt. Aber vielleicht eines Tages…

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P.S. Ein Untersetzer ist übrig, den ich auch noch bedrucken werde. Mal sehen, ob Acrylmedium hitzebeständig ist. Hat jemand schon Erfahrungen gemacht damit?

Neue Motivbeutel – introducing J. S. Rüttinger

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Manche Dinge dauern eben. Darüber gesprochen haben wir nämlich schon vor zwei Jahren: Der Offspring meinte damals, ob wir später nicht einmal gemeinsame Sache machen könnten, natürlich nur, wenn auch pekuniär etwas für ihn dabei herausspränge, umsonst gäbe es seine Entwürfe nicht! ;)
Darauf erwiderte ich, dass das mit der Lizenzgebühr schon klar gehen würde, dass ja aber in erster Linie noch ein passendes Druckmotiv fehlen würde.

Vor ca. einem Jahr dann tauchte in seinen Entwürfen das erste Mal der Delfin mit der Matrosenmütze in Form einer Bleistiftzeichnung auf. Der gefiel mir ja schon sehr gut!

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Aber natürlich hat es jetzt noch einmal eine ganze Weile gedauert bis der Delfin in eine Siebdruckvorlage umgestaltet worden war.
Anlass war ein gemeinsamer Siebdrucktag in den gerade vergangenen Frühjahrsferien, an dem der Offspring  selbst einmal Sieb und Rakel ausprobieren sollte. Am Druckvortag entstand so die jetzt vorliegende Grafik, für die die Textildesignerin Linda das letzte Feintuning übernommen hat und die es zukünftig in den zwei abgebildeten Varianten geben wird.

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Der Delfinbeutel ist ein sehr ordentlich verarbeiteter, inzwischen auch GOTS-zertifizierter Biobaumwollbeutel mit einer Bodentiefe von 14 cm und breiten, komfortablen Trägern, also ideal zum Einkaufen oder für den Transport von Pfandflaschen und Altpapier. Bei uns zu Hause hat sich diese Beutelform schon vor vielen Jahren bewährt und Plastiktüten fast vollständig ersetzt, ungelogen! Die Baumwollshopper kommen  außerdem auch ganz schön rum, denn zusammengefaltet passen sie sogar in kleine Handtaschen hinein und sind so auch beim Spontaneinkauf parat.

Info J. S. Rüttinger:
Der Offspring ist 30 Jahre jünger als ich. Zu seinem 1. Geburtstag bekam er Wachsmalmäuse von Pelikan geschenkt und legte ziemlich zügig mit Zweifarb-Gekrickel los. Malen und Zeichnen gehören seitdem zu seiner Freizeitgestaltung, mal mehr, mal auch weniger. In jedem Fall ist sein Stil im Laufe der Jahre gereift.
Er bedient sich vieler verschiedener Techniken und Gestaltungsmöglichkeiten wie Kreide, Bleistift, Stencil und Tempera, sein Favorit ist (und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben) der Bleistift.

P.S. In Sachen Lizenzgebühr haben wir uns geeinigt und uns an dem Prozentsatz orientiert, den auch mein Partner in crime Anja Jung vom Cosmic Shop erhält. Da gibt´s wirklich nix zu meckern! ;)

Ruckedigu…

 

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…Geld ist im Schuh.

;)

Da hat sich jemand gezielt Geld gewünscht für Tanzschuhe. Mit denen man toll Balboa tanzen kann und die diverse Tanzabende und Workshops durchhalten sollen.
Nun, Geld im Umschlag zu übergeben find´ ich irgendwie lieblos und doof, und so richtig inspirierend fand ich die von Google gelieferten Ergebnisse mit den Suchwörtern ‚Geldgeschenk‘, ‚Tanzen‘ und/oder ‚Schuhe‘ auch nicht.

Da fiel mir aber auch schon die angebrochene Rolle Snap Pap im Farbton Chocolate vom letzten Jahr wieder ein, mit der ich ja schändlicherweise nicht gerade viel angefangen habe. Transferfolie hatte ich auch noch im Haus und schon war die Idee da: Mit einem Schwarzweiß-Print auf diesem dunklen Material könnte man wahrscheinlich einen richtig guten Vintage-Effekt erzielen, und um alte, wieder auflebende Tänze geht es ja schließlich.

Ich habe mir im Netz das Foto eines Aris Allen-Tanzschuhs im Vintage-Look ausgesucht und dieses dann zweimal (einmal spiegelverkehrt für die Rückseite) auf Transferfolie für helle Textilien ausgedruckt. Hell, weil ich in diesem Fall auf keinen Fall weiße Ränder auf dem dunklen Untergrund des Snap Paps haben wollte. Zugegeben, es war try and error, aber das Ergebnis fand ich sehr zufriedenstellend, sieht doch richtig schön „alt“ aus.

Der Folienanleitung folgend (die gibt´s zu jeder Transferfolie dazu) habe ich die Folien aufgebügelt, auskühlen lassen und dann mit einem ca. 1 cm breiten Rand zum Motiv ausgeschnitten. Vor dem Zusammennähen habe ich mit Stecknadeln drei Fixpunkte an Ecken des Motivs gepinnt, damit ich die beiden Schuhteile möglichst deckungsgleich aufeinander nähen konnte. Zusätzlich habe ich die beiden Teile mit Wonder Clips fixiert und dann mit einem Kontrast schaffenden, cremefarbenen Garn zusammen genäht. Dabei habe ich oben selbstverständlich eine großzügige Öffnung fürs Geld gelassen. Als das erledigt war, habe ich alle Ränder noch einmal auf ca. 2 mm zurückgeschnitten. Über der Schleife des Schuhs habe ich mit einem stinknormalen Locher gelocht und dann das ca. 30 cm lange Spitzenband durchgezogen und eine Schleife gebunden.

Fertig.

Und macht was her, finde ich.