Tschüs Plastiktüte! Wir steigen um!

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Ja, ne, nicht Jute statt Plastik, sondern einfach Mehrweg statt Einweg! Gibt doch so viele Alternativen: miniklein faltbare, langlebige Polyesterbeutel, bedruckte Stoffbeutel, selbst genähte Einkaufstaschen, PET-Taschen von der Supermarktkasse, einmal gekauft, unzählige Male im Einsatz!

Seit 1. April 2016 gilt die freiwillige Selbstverpflichtung im Einzelhandel, Plastiktüten nur noch gegen ein Entgelt beim Einkauf abzugeben. Diesem Vorgehen liegt eine Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und dem Handelsverband Deutschland  zugrunde, eine EU-Richtlinie umzusetzen, nämlich den Pro-Kopf-Verbrauch von Plastiktüten auf 40 Stück im Jahr zu senken.

Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn es statt der freiwilligen Selbstverpflichtung gleich eine gesetzliche Regelung gegeben hätte, die nicht nur Plastiktüten, sondern auch Papiertüten (für deren Produktion diverse Chemikalien und ein fast doppelt so hoher Energieaufwand vonnöten sind) mit einschließt, obwohl ich mittlerweile den Eindruck gewonnen habe, dass bereits viele umgedacht haben und versuchen auf Plastiktüten ganz zu verzichten. Das finde ich sensationell gut, denn das mit dem Umdenken, das fällt uns Deutschen ja so manches Mal enorm schwer: Ich kann mich noch sehr gut an den Unmut einiger erinnern, als 2003 die Pfandpflicht für Einwegflaschen und Dosen in Kraft trat und ich direkt nach Silvester das erste Mal mit meinen leeren Mineralwasserflaschen in der Schlange stand. Ernsthaft ausgesprochen wurden damals Worte wie „Wo kommen wir denn da hin?! Wir sind doch hier in Deutschland! Ich habe auch Wichtigeres zu tun!“. Heute ist das normal und das Gemotze von damals mutet fast irrwitzig an.
Analog dazu bekommen  wir es  bestimmt auch noch hin, die Nutzung von Plastiktüten auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren! Man muss sich lediglich angewöhnen, zusammen mit Schlüssel, Geld und Telefon auch noch nen Büdel einzupacken und den dann auch mindestens 25 Mal zum Einsatz kommen lassen. Ist absolut machbar, oder?!

Alternativen gibt´s genug, die sich in der Regel gut in Handtaschen, Rucksäcken und Manteltaschen verstauen lassen wie z. B. folgende (Klick drauf, ich habe die alle verlinkt!):

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Übrigens: Bei Deutsche Umwelthilfe e. V. findest Du eine kompakt zusammengefasste Übersicht über die am meisten verbreiteten Tüten- und Tragetaschen-Typen.

Ein E. für E.

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Eine neue Miss hat sich für die kommenden Tage angekündigt und ich habe von Tante, Cousine und Cousin in spe den Auftrag erhalten ihr eine Spieluhr aus einem alten Graziela-Kissenbezug zu nähen, der schon lange in dieser Familie in Betrieb gewesen ist.
Am Graziela-Design sind wir Kinder der Siebzigerjahre wohl alle nicht ganz vorbeigekommen, sehr fein, einen solch orginalen Stoff mit Familienhistorie verarbeiten zu dürfen! Und dann auch noch so ein Service: Zusätzlich zum Bezug bekam ich eine hochkopierte Vorlage vom buntkarierten Elefanten Elmar zum Modifizieren, eine Spieluhr, die Brahms´ Wiegenlied spielt, sowie ein Stickgarn in Hellgrau mitgeliefert, denn E.s Herzens-Elmar soll auch Augen bekommen.

20150526_101725Elmar von David McKee galt nur als grobe Vorlage, also habe ich hier und da eine Kante weggenommen und auch mal eine Rundung hinzugefügt. Der Rüssel bekam zusätzlich noch einmal eine Nahtzugabe von 0,7 cm, damit er nach dem Ausstopfen nicht zu dünn wirkt.

Über die Spieluhr war ich ein bisschen verwundert, denn sie hatte keine Aufhängung und ich war immer davon ausgegangen, dass man selbige im Inneren an der Aufhängekordel, die außen zu sehen ist, verankert. Das geht aber auch ohne ganz gut, sofern man die Spieluhr von allen Seiten schön mit Füllwatte polstert.
Habt Ihr da Erfahrung? Würde mich sehr interessieren!

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Wer´s selber einmal ausprobieren will, es ist echt keine Zauberei:

1. Such´ Dir eine geeignete Vorlage für eine Spieluhr und passe diese inklusive Nahtzugaben für ein Schnittmuster an. Versuche dabei plastisch bzw. in 3D zu denken, sonst werden viele Teile etwas zu dünn bzw. mickrig nachdem sie gefüllt wurden!

2. Schneide nun das Schnittmuster zweimal aus.
Falls Du keine weiteren Schnittteile hast, überspringe Punkt 3 und mache bei 4. weiter!

3. Bei E.s Elefanten habe ich auch die Ohren im Stoffbruch zugeschnitten (Nahtzugabe nicht vergessen, ich habe 0,7 cm gewählt!) und auf die linken Ohrenseiten Vlieseline H630 gebügelt, um die Ohren plastischer erscheinen zu lassen. Sodann habe ich die Ohren rechts auf rechts mit 0,7 cm abgesteppt, jeweils am Anfang und am Ende verriegelt und eine Wendeöffnung von ca. 4 cm gelassen. Ohren gewendet, gebügelt und die Öffnung verschlossen sowie die weiteren Seiten  knappkantig mit 3 mm Abstand zur Stoffkante abgesteppt und verriegelt.
Nun können die Ohren auf die Seitenteile aufgenäht werden.

4. Falls gewünscht, sticke nun mit Stickgarn die Augen (Nase, Mund, etc.) auf die Seitenteile.

5. Nimm nun die Kordel und nähe die beiden Enden mit einem Zickzackstich (mehrfach) zusammen.

6. Lege die Seitenteile rechts auf rechts und fixiere sie mit ein paar Stecknadeln. Lege am Scheitelpunkt der Zuschnitte die Baumwollkordel mit der Schlaufe nach innen zwischen die beiden Seitenteile und fixiere sie ebenfalls mit einer Stecknadel. Das Ende der Kordel ca. 1 cm herausstehen lassen.
Jetzt steppst Du einmal rundherum. Dabei nähst Du mehrfach über die Baumwollkordel, um diese zu fixieren. An der Unterseite lässt Du eine Wedenöffnung stehen, die so groß ist, dass das Spielwerk hindurchpasst. Am Anfang und Ende der Naht das Verriegeln nicht vergessen, sodann die Nahtzugabe auf 3 mm zurückschneiden, wenden, ausformen (z. B. mit Pinselenden) und bügeln. Hier könnt Ihr Euch übrigens ansehen, wie man die Nahtzugaben bei Ecken und Rundungen händelt.

6. Die Spieluhr mit Füllwatte ausstopfen, wenn nötig, wieder ein Stäbchen oder einen Pinsel benutzen, um schwierige Stellen zu füllen. Wenn die Spieluhr prall gefüllt ist, drücke mittig eine Mulde in die Füllung und setze über die wendeöffnung das Spielwerk ein. Das Ende des Zugbands bleibt außerhalb der Füllung.

7. Nun wird´s noch einmal etwas knifflig: Du darfst nun die Wendeöffnung am besten mit einem Matratzenstich zunähen. Achte dabei darauf, dass Du nicht aus Versehen die Zugschnur mit einnähst, sondern lasse links und rechts von der Zugschnur eine Öffnung von insgesamt ca. 3 mm stehen. Verstärke die Abschlüsse rechts und links von der Zugschnur mit eine paar Stichen auf derselben Stelle, um die Naht dort stabiler zu machen.

8. Fertig, kann losgehen! :)
Und die Spieluhr ist sogar für Handwäsche geeignet!

Material:
Upcycling-Baumwolle (hier alter Kissenbezug byGraziela)
Spielwerk für Spieluhren (hier Wiegenlied von Brahms), ca. 8,50 € im Fachhandel
Füllwatte, etwas Stickgarn, eine ca. 25 cm lange Baumwollkordel, Vlieseline H630 (zur Polsterung der Ohren)

Scham…

…und Ekel befällt mich, wenn ich an diese sehr gute, weil so erschütternde und aufrüttelnde Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe denke, die ich diese Woche mit Frau Nähzimmer besucht habe.

Fast Fashion befasst sich kritisch mit sämtlichen Aspekten der Mode- und Bekleidungsindustrie. Dabei geht´s um Mangel und Überfluss, globale Gewinnspannen und lokale Löhne, darum, was wir Menschen Tieren und anderen Menschen antun; es geht um den mörderischen Einsatz von Pestiziden im konventionellen Baumwollanbau, um chemische Produktionsprozesse und darum, wie der Inhalt unseres Kleiderschranks aussehen könnte, würden wir auf Slow Fashion setzen. Nicht nur Ansätze wie Re- und Upcycling werden da erneut vorgestellt, sondern z. B. der des Zero Waste, also einer Produktionskette, in der so gut wie keine Textilabfälle anfallen.

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Ja, weiß ich alles längst, denkt da so mancher, finde ich ja auch schlimm, habe aber trotzdem keinen Goldesel, um die Mehrkosten fair und nachhaltig produzierter Kleidung zu tragen, ein anderer. Ich glaube, viele von uns haben diesbezüglich bereits ein Gewissen entwickelt, aber beim Klamottenkauf tatsächlich Engel auf der linken und Teufel auf der rechten Schulter sitzen. Und stellt sich die Frage, kaufe ich das Shirt mit dem Fair Trade-Siegel oder genehmige ich mir für denselben Geldbetrag drei modisch geschnittene Oberteile einer konventionell produzierenden Bekleidungskette, siegt häufig der kleine Rote mit den Hörnern. Dabei darf man sich ruhig noch einmal vergegenwärtigen, dass auch viele große Marken-Labels, für deren Produkte wir viel Geld hinblättern, weder fair noch nachhaltig produzieren. Ich für meinen Teil bin echt angewidert, wenn ich mir vorstelle, dass sich für mein Kleidungsstück Arbeiter auf konventionellen Baumwollplantagen mit Pestiziden so vergiften, dass sie es nicht einmal lebend ins Krankenhaus schaffen, und Näherinnen zwar ohne Unterlass arbeiten, aber am Ende des Monats einen Lohn nach Hause tragen, der nur einen Bruchteil der monatlichen Ausgaben deckt.

Wer sowieso schon irgendwie fühlt, dass er zum endgültigen Umdenken und Handeln nur noch den allerletzten Schubs braucht, möge sich diese Ausstellung ansehen. Alle anderen selbstverständlich auch.
Im Netz geistert eine Typonachricht herum mit dem sinngemäßen Wortlaut: Erst bei Primark ein T-Shirt für 2,50 € kaufen und hinterher einen Café Latte für 6 € bei Starbucks trinken. Da grinsen wir alle immer wissend. Sagen: Ja, genau, wie bitter. Nach dem Besuch dieser Ausstellung grinst ihr nicht mehr. Da wollt ihr einfach hinmachen und handeln, damit sich etwas in die richtige Richtung bewegt.

Fast Fashion
20. März bis 20. September 2015
Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg

P.S. Bitte überlegt euch gut, ob ihr das Filmmaterial ‚ab 18‘ in der abgeteilten Nische des Ausstellungsraumes ansehen wollt. Ich hatte Bedenken, hielt mich aber für eine hartgesottene Kettensägenmassaker-Maid. Die Maid hat nicht einmal drei Sekunden lang hinsehen können.

Ich mag euch nicht mit vielen Links zuballern, aber diese vier sind hilfreich, wenn man sich schnell einen Überblick verschaffen möchte:

– bei Fairtrade Deutschland findet ihr z. B. eine Produkt- und Produzentenliste fair gehandelter Waren
– bei Fairtrade Kleidung könnt ihr euch über Produzenten und Anbieter (Labels, OnlineShops, Baby- und Kleinkindkleidung) informieren
– bei rankabrand könnt ihr recherchieren, wie nachhaltig die Bekleidungsmarken wirtschaften, die ihr tragt
– im Bioverzeichnis findet ihr viele weiterführende Adressen sowie Bio- und Ökoinformationen

Neuer Shopper ABSCHLEPPER eingelaufen!

Vorher noch Meldung machen, dann ist Feierabend, Jungs!      CIMG4289

Bei uns im Hamburger Hafen geht nichts ohne sie, wenn die großen Pötte ankommen: Die kleinen Schleppschiffe, die die Container-Giganten ziehend und schiebend an ihren Liegeplatz bugsieren. Guckt man von oben auf so ein Manöver, kann es einem schon vorkommen, als trippelte eine wendige Maus voran, gefolgt von einem schwerfälligen Elefanten.

Unseren neuen Biobaumwollshopper ABSCHLEPPER  kann man wunderbar klein zusammenfalten und in der Handtasche verstauen. Der stört dort nicht weiter, ist aber ein prima Helfer, wenn etwas spontan transportiert werden muss.
Ist doch herrlich, wenn man nicht auf Plastiktüten angewiesen ist, oder? Und schöner aussehen tut es auch! :)

Und wo gibt´s das praktische Teil? Bei der nachbarin in Hamburg-Eimsbüttel und bei Etsy im Onlineshop.

Wer eher mit Knallorange oder Olivgrün etwas anfangen kann: Einfach über das Kontaktformular melden.
Wi mok dat för Di, wir machen das für Dich!

Material: Biobaumwolle, GOTS-zertifiziert
Farbe: naturweiß
aktueller Aufdruck: Blau oder Pink
weitere Farben nach Absprache wählbar
ca. H 38 x B 34 cm, Bodentiefe 14 cm
Schulter Trägerlänge ca. 30 cm lang und 3,5 cm breit
Aufdruck: Lavendeldruck, handgedruckt
Maschinenwäsche bei 30°, Schonwaschgang

Hafenglück goes Museumsshop

Ja, ich freu´ mich schon, kann ich Euch flüstern… :D…

…denn ab heute gibt es unseren HAFENGLÜCK-Shopper im Museumsshop-Container der Freunde der Hamburger Kunsthalle!

Schick zusammengezimmert, flankiert von Blümchen und mit Blitzableiter versehen, wie man mir berichtete, stehen zwei Hafencontainer an der Ecke Glockengiesserwall/Ernst-Merck-Straße direkt am Hauptbahnhof und zwar von heute an bis zum voraussichtlichen Ende (ich will keine Elbphilharmonie-Witze an dieser Stelle hören!) der Modernisierungsarbeiten.

Im Container-Lädchen findet ihr Kunstbücher und Ausstellungskataloge, Postkarten, feines Hamburg-Gedöns, Mitbringsel und Dinge, die man vielleicht auch einfach lieber selber behält.

Die Kunsthalle ist im übrigen weiterhin geöffnet. Die aktuellen Ausstellungen findet ihr HIER.

Wenn ich mir das so ansehe…bin ich gerade ganz schön froh.

Shopper HAFENGLÜCK aus Biobaumwolle
handbedruckt im Transfer mit Lavendelöl
H 38 x B 34 cm, Bodentiefe 14 cm
Trägerlänge ca. 30 cm lang, Breite 3,5 cm