Kimono Tee-Hack, die 2te

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen - Kopie

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Auch wenn ich keinerlei Kooperation mit Maria Denmark eingegangen bin, weder Güter noch Geld geflossen sind, und ich lediglich das kostenlose Schnittmuster heruntergeladen habe, ist das, was ich hier mitunter mache, seit kurzer Zeit als Werbung zu kennzeichnen. Hiermit geschehen. Auch wenn ich es Empfehlung nennen würde.

Wie kommt es bloß, dass ich diesen famosen Schnitt vor drei Jahren nur einmal genäht und ihn dann bis dieses Frühjahr links liegen gelassen habe? Verstehe ich gar nicht mehr!

Das Kimono Tee von Maria Denmark ist super wandelbar,  gerade weil es so ein simpler Schnitt ist. Deshalb kommt hier also schon mein nächstes abgewandeltes Kimono Tee. Wieder aus dehnbarem Material, aber mit Kragen und Schleife!

Genäht wird erst einmal wie gehabt „nach Anleitung“. Ihr näht alles soweit fertig, lediglich den Ausschnitt lasst Ihr noch unbearbeitet.
Für das Verarbeiten von Jersey müsst Ihr keine Overlock besitzen. Der enge Zickzackstich einer Haushaltsnähmaschine tut´s auch!

Für den Kragen messt Ihr einmal den gesamten Umfang des Ausschnitts mit einem Maßband ab. Zu diesem Ergebnis addiert ihr nun für die Schleifenbänder 20 Zentimeter, für jedes der beiden Schleifenteile also 10 Zentimeter. Somit habt ihr die Länge Eures Kragens.

Schneidet nun längs im Bruch liegend einen Streifen mit 5 Zentimetern Höhe (also aufgeklappt 10 Zentimeter) und Eurer errechneten Gesamtlänge zu. Der Fadenlauf läuft dabei parallel zu den beiden kurzen Ende.

Lasst den Zuschnitt im Bruch liegen und bügelt die Kante einmal ordentlich. Sodann näht Ihr die beiden kurzen Enden jeweils einmal im 45°-Winkel ab und kürzt die so entstandene dreieckige Nahtzugabe ein. Näht dann an beiden Enden jeweils 10 cm an der offenen Längskante entlang, wendet die so entstandenen Schleifenbänder und bügelt alles links auf links liegend und achtet darauf, dass die offenen Kanten bündig übereinander liegen (weil, wissen wir ja eigentlich, gut gebügelt ist halb genäht).

Schaubild Kragen Kimono Tee Hack_1

Wählt nun am Ausschnitt den Punkt aus, an dem Eure Schleife sitzen soll. Ich habe das so Pi mal Daumen entschieden, am besten ist, Ihr schlüpft mal rein und markiert Euch den Punkt, der Euch am besten taugt, mit einer Stecknadel oder einem Wonderclip.

Steckt dann den Kragen rechts auf rechts an den Ausschnitt beginnend bei Eurem markierten Anschlusspunkt, auf dem die spätere Schleife sitzen soll. Damit der Kragen gleichmäßig gedehnt angenäht werden kann (es wurde ja im 45°-Winkel abgenäht, sodass sich die anzunähende Strecke des Kragens verkürzt hat und das ist auch richtig so), unterteilt euch den Ausschnitt vorher ausgehend vom Anschlusspunkt in vier gleiche Strecken und markiert diese wiederum mit Stecknadeln oder Wonderclips. Das gleiche passiert mit dem Kragen, allerdings nur zwischen den beiden Anschlusspunkten, also dem Bereich, der angenäht werden soll. Die beiden Schleifen sind komplett außen vor.

Schaubild Anschlusspunkte Kimono Tee Hack

Legt nun die mit Nadeln/Wonderclips markierten Punkte von Kragen und Ausschnitt aufeinander und steckt an diesen Stellen Kragen und Ausschnitt mit nur einer Nadel aufeinander. Näht nun Kragen und Ausschnitt zusammen und dehnt innerhalb der abgesteckten Intervalle den Stoff des Kragens gleichmäßig. Achtet darauf, dass der Anschlusspunkt des Kragenendes dann wieder genau auf den Anschlusspunkt des Kragenausschnitts trifft.
Zuletzt klappt Ihr die innere Nahtzugabe nach unten und steppt diese knappkantig im Geradstich von rechts ab, damit sie nicht unschön „hochflappen“ kann.

Schleife bzw. lockeren Knoten machen nicht vergessen! Und dann reinschlüpfen! :)

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 1

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 2

Erinnert mich irgendwie an das Oberteils eines Tennisoutfits aus den Vierzigern. Aber das finde wahrscheinlich nur ich. Außerdem spiele ich gar nicht Tennis und werde diesbezüglich auch zukünftig keine Ambitionen haben. :)

Material: Ajour-Jersey (100 % Baumwolle)
genäht mit meinem Maschinen-Oldie (1989) und meiner Overlock

Hack-O-Rama: Kimono Tee mit Knopfleiste

Da stand ich einmal wieder mit einem vor Monaten im Affekt gekauften Meter Webware, wohlgemerkt ein Meter, der auf 1,10 m liegt, also einer Stoffmenge, mit der man in Sachen Kleidungnähen nicht gaaanz so weit kommt.  Also habe ich überlegt und folgendes Experiment gewagt: Ich habe das schöne, schlichte Kimono Tee, ein kostenloses Schnittmuster von Maria Denmark für ein T-Shirt mit überschnittenen Ärmeln, das für dehnbare Stoffe entworfen wurde, abgewandelt in ein Vintage-Blüschen in Größe S mit rückwärtiger Knopfleiste.

Hierzu bin ich folgendermaßen vorgegangen: Das Vorderteil habe ich wie gehabt im Bruch zugeschnitten, jedoch beim Rückenteil an der mittigen Bruchkante jeweils 2,5 cm hinzugefügt und aus einem Rückenteil zwei gemacht, die sich mittig überlappen. Bis auf den Halsausschnitt und die Ärmelausschnitte wurde alles einmal rundherum gekettelt bzw. mit der Overlock versäubert und dann die Schulternähte sowie die Seitennähte mit einem Geradstich der Haushaltsnähmaschine geschlossen.

Im Anschluss habe ich dünne Vlieseline (hier H200) in einer Breite von 2 cm links auf die Schnittkanten der zwei Rückenteile gebügelt, die Kanten in einem Abstand von 2 cm links auf links umgebügelt und knappkantig parallel zur Falzkante abgesteppt. Nun ging´s ans Knopflöcher nähen (zur Orientierung: Guckt man auf die Rückenansicht, kommen die Knopflöcher auf die rechte Seite): Meine schlichten rosa durchscheinenden Minis hatten einen Durchmesser von 1,3 cm, also addierte ich 0,2 cm hinzu, um die Länge der Knopflöcher zu erhalten. Zwischen den Knopflöchern selbst habe ich immer einen Abstand von 4,5 cm abgemessen, sodass ich am Ende auf eine Knopfleiste mit 7 Knöpfen gekommen bin. Weil ausnahmsweise zu Hause und nicht in der Schneiderei genäht wurde, kam meine allererste Maschine, mein good ole boy von 1989, zum Einsatz und ich sag´ Euch, der Maschinenopa hat die Knopflöcher wirklich einmal wieder einwandfrei hinbekommen. Ich weiß schon, warum ich ihn behalte, auch wenn ich oft an seinem Stichbild herummäkele, das nicht ganz so super gerade ist wie das meines Nähcomputers. Aber der Bursche ist für die Ewigkeit gemacht, kann Geradstich und Zickzack und Knopflöcher und mehr muss doch so ne Haushaltsnähmaschine genau genommen gar nicht können, um famose Ergebnisse zu erzielen. Behaupte ich mal!

Wie dem auch sei, hier geht´s jetzt mit der Minianleitung weiter:
Nachdem alle Knopflöcher mit dem Nahttrenner vorsichtig aufgeschnitten waren, drapierte ich das Kimono Tee vor mir und legte die von mir aus gesehene rechte Kante über die linke, sodass sich die beiden um ca. 2 cm überlappten. Mit Stecknadeln habe ich dann die Stellen markiert, an denen die Knöpfe angenäht werden müssen. Man steckt dazu durch das obere Ende (wichtig) des Knopflochs senkrecht eine Nadel in den darunterliegenden Stoff. Dies ist genau der Punkt, an dem der Knopf festgenäht werden muss, damit die Kopfleiste später gut sitzt und die Seiten parallel zueinander laufen. Mich persönlich nervt Knöpfe annähen kolossal, aber muss ja und das Ergebnis ist eine wirklich hübsche Rückenansicht, finde ich!

Für den Halsausschnitt habe ich mir aus den Stoffresten ein Schrägband zum Einfassen genäht und gebügelt. Hierfür habe ich Stoffstreifen mit einer Breite von 3,5 cm diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten, die Enden im 45°-Winkel zugeschnitten und diese wie auf dem Foto abgebildet aneinander genäht, mittig gefalzt und die Längsenden ca. 0,7 cm nach innen gebügelt.

Die Ärmel haben jeweils ein schmales Bündchen von knapp einem Zentimeter Breite bekommen, das fix mit der Overlock angenäht wurde. Sodann einmal darüber gebügelt über das Ganze, schon war die Vintage-Bluse anziehfertig!

Sie passt im Übrigen einwandfrei zum Bleistift-, Teller- und A-Linie-Rock und zur langen wie kurzen Hose sieht sie auch sehr kleidsam aus. Man kann sie unter und selbstverständlich auch über dem Bund tragen. Letzteres sieht auch ganz apart aus, da die Knopfleiste nicht ganz nach unten reicht und die Enden dann ein bisschen auseinanderstreben wie ein Schwalbenschwanz. Ich mag es leiden!

Stichwort Bequemlichkeit: Doch, im Ernst, volle Punktzahl! Das gute Stück engt nicht ein und ist schwer bequem, weil auch genügend Armfreiheit gegeben ist.

Fazit: Aus der Not ne Tugend gemacht! Das Kimono Tee kann auch aus Webware mit Knopfleiste genäht werden. Selbige, die ja notwendig ist, um ins Shirt einsteigen zu können, ist gleichzeitig ein sehr schöner Hingucker. Ich würde sagen, ab an den See oder das Meer, in den Park oder gleich in die Sommerfrische damit!

Ich wünsch´ Euch was, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen! Genießt die Sonne!

P.S. Mit diesem Kleidungsstück gehe ich heute ein allerletztes Mal zu RUMS – Rund ums Weib. Leider schwebt auch über RUMS das Damoklesschwert der DSVGO. Und wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich für mich so an, als hätte dieses Schwert längst zugeschlagen, denn auch RUMS schließt aus diesem Grund wie so viele andere Blogs seine Pforten.

Liebe Muddi,

meinen allerherzlichsten Dank für, wie ich gerade gelesen habe, 281 (!) Male RUMS!
Ich habe immer gern vorbeigeschaut und auch gern meine „Ergüsse“ verlinkt. Ich wünsch´ Dir alles Gute!

So this time not only my name
but my gratitude as well! :)

Tina

 

Am besten gleich zwei: Bronte Top von Jennifer Lauren Handmade

Bronte Top Jennifer Lauren Handmade

Ihr wisst ja sicher um meinen für mich sehr kleidsamen Lieblingsschnitt LIV (den mit U-Boot-Ausschnitt), ein Evergreen, den ich mir immer mal wieder mit kurzen, Dreiviertel- oder langen Ärmeln nähe. Der hat jetzt Konkurrenz bekommen, denn dieser hier der neuseeländischen Schnittmusterdesignerin Jennifer Lauren gefällt mir auch enorm gut!

Bronte Top heißt er und das, was ihn auszeichnet, ist der sogenannte „amerikanische Ausschnitt“, den ich aus meiner eigenen Kindheit in den Siebzigern zur Genüge kenne. Und wer jemals einen kleinen Offspring oder mehrere zu Hause hatte, der ist ebenfalls sehr vertraut damit, denn viele Bodies für Babies haben diesen superpraktischen Ausschnitt ebenfalls.
Ich kann ihn keinem Jahrzehnt so richtig zuordnen, mal heißt es Vierzigerjahre, mal Fünfziger, mich erinnert´s an die Siebziger, aber schön Retro ist er in jedem Fall.

Das Schnittmuster ist ausschließlich digital und auf englisch erhältlich, ist gut verständlich und sehr einfach umzusetzen. Jennifer Lauren gibt im Ebook auch Tipps zur Beschaffenheit des Materials. Sie empfiehlt feste, auch nach Dehnung unbedingt in Form bleibende Maschenware, damit das Top nicht nach einem halben Tag wie ein Sack an einem herunterhängt.

Mein erstes Bronte Top habe ich aber gleich einmal aus mintgrünem Ajourjersey aus 100 % Biobaumwolle ohne jegliches Elasthan genäht, also genau einem Material, von dem sie abrät. Ich finde, je nachdem welchen Sitz man bevorzugt, kann man das ruhig machen, denn der Ausschnitt bleibt trotzdem auch nach längerem Tragen schön im Form. Zum festlichen Kleidungsstück reicht es so natürlich nicht, aber zur legeren Alltagsgarderobe allemal.

Für mein zweites Bronte Top, das aus der schieren Begeisterung nur wenige Tage nach dem ersten genäht wurde, habe ich dann festen blauweißen Ringeljersey mit Elasthananteil verwendet. Es ist in derselben Größe zugeschnitten, sitzt aber im Gegensatz zum Ajourjersey sehr figurbetont und wirkt, als hätte ich es eine Nummer kleiner als das erste genäht.

Bronte Top Detail Knopf

Mir gefallen beide Shirts, die werde ich viel tragen, ich muss aber betonen, dass das Bronte Top nur dann richtig sitzt, wenn man die überlappenden vorderen und hinteren Ausschnitteile zurecht zieht und sie mit oder ohne Zierknöpfe miteinander fixiert. Tut man das nicht, gibt es unsexy Schulterwülste und Falten im Vorderteil. Die will ja keiner, nehme ich mal an, aber im Bronte Top hat die von hinten nach vorne kommende Ausschnittlinie so immer einen kleinen Knick, was man im Foto unschwer erkennen kann.

Da ich den amerikanischen Ausschnitt jedoch auch gerne „ohne Knick“ nähen würde, wollte ich schon mal sachte bei meinen Kolleginnen in der Schneiderei anfragen, ob man da mit einer Schnittanpassung etwas machen kann, aber dann fand ich doch glatt etwas im Netz darüber.
Womit wir wieder bei meinem Lieblingsschnitt LIV mit U-Boot-Ausschnitt (hier echt wichtig, die Anpassung funktioniert nur bei dieser Variante!) wären: Im pattydoo-Blog zeigt Ina nämlich, wie man selbigen Schnitt anpassen kann, um ihn mit amerikanischem Ausschnitt zu nähen. Das ist natürlich sehr cool! Und, das muss gesagt werden, auch sehr kostensparend gegenüber dem Luxuseinkauf bei Frau Lauren! :)

Retro-Jacke Clara von lillestoff

Jacke Clara lillestoff hellblau 2Jacke Clara lillestoff hellblau 3

Ne, im Ernst, ich bin ja gar nicht andauernd auf der Jagd nach neuen Schnittmustern, ich nähe ja hauptsächlich meine eigenen Schnitte für Euch, deshalb kriege ich auch 99 % der Neuerscheinungen gar nicht mit und stoße dann Monate / Jahre / ja, auch Jahrzehnte später durch Zufall auf etwas, was ich interessant finde und dass dann auf meiner Liste landet; was aber nicht heißt, dass es zeitnah eingekauft und realisiert wird.

Jacke Clara war so ein Fall. Letzten Herbst entdeckte ich sie auf einer Facebook-Seite und war gleich ganz verschossen in das schöne Retroteil. Und an allen, die Clara genäht und verbloggt hatten, sah sie auch noch super aus! An allen, echt wahr!

Ich also diesen Monat endlich den Schnitt gekauft, auf den ich dann noch ein paar Tage warten musste, weil´s die lillestoff-Schnittmuster gar nicht digital zum Download gibt. Aber Vorfreude ist ja…ach, ihr wisst schon. :)

Den Stoff für Clara habe ich mir bei kleinkariert Stoffversand geholt und zwar einen hellblauen Mini-Jacquard in Bioqualität von ALB Stoffe aus der Hamburger Liebe-Kollektion ‚Into the wild‘, den ich so extrem entzückend finde, dass ich ihn am liebsten noch auf Halde in anderen Farben geshoppt hätte. Aber noch konnte ich´s mir verkneifen! Es gilt gerade: Zuerst das Projekt, dann der Stoff. ;)

So! Nun aber zu Clärchen:
Die Anleitung ist vom Text her sehr überschaubar und enthält nur wenige Zeichnungen, sodass sie definitiv nix für Anfänger ist. Hat man aber schon ein bisschen Erfahrung im Kleidernähen und in der Arbeit mit dehnbaren Stoffen, sollte die Realisation kein Problem darstellen. Beim Übertragen des Schnittmusters auf den Stoff müssen die Nahtzugaben extra angezeichnet werden, da diese im Schnittmuster nicht enthalten sind. Empfohlen werden 1 cm bis 1,5 cm. Da ich in erster Linie mit der Overlock gearbeitet habe, habe ich mich gleich für eine Nahtzugabe von 0,7 cm entschieden. Größentechnisch stecke ich laut angegebener Größentabelle gerade zwischen 38 und 40, dachte mir aber, dass mein Umfang im Frühjahr ja eh wieder weniger wird und schnitt deshalb die Größe 38 zu. War auch gut so!

Jacke Clara lillestoff hellblau

Beim Nähen war für mich das Einsetzen des fertig genähten Ärmels in den fertig genähten Korpus Neuland. Hat auf Anhieb gut geklappt, obwohl ich sonst immer so verfahre, die Ärmel- und die Seitennähte des Oberteils in einem Rutsch zu verschließen, wie wahrscheinlich viele andere von Euch auch.
Absolut schmuck finde ich auch das Ergebnis, wenn man die Blenden mit der Einlage vor dem Bügeln miteinander verstürzt, also rechts auf rechts (die Klebefläche der Vlieseline gilt als linke Seite!) an den offenen Kanten des Schnittteils vernäht, dann wendet und ausformt und erst zuletzt festbügelt. Ergibt eine superschicke, saubere Kante, habe ich vorher nie drüber nachgedacht!
Das einzige, was ich echt frickelig fand, war das Verschließen des Wendelochs an der hinteren Stoßkante zwischen Korpus und Saum. Das lag aber am Stoff, denn der Jacquard rollt sich stark ein, so dass das Vernähen mit dem Matratzenstich für mich ein ziemlicher Kampf gewesen ist, denn die Oberteil-Stofflage soll ja zwischen den beiden Bündchen-Stofflagen liegen. Das Ergebnis, naja, ist okay, habe ich aber schon besser gemacht.

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Die Anprobe war dann allerdings auch erst einmal enttäuschend: Clara und ich, wir sahen zusammen aus wie A… mit Eimer. Einzig die Schulternähte saßen da, wo sie sitzen sollen. Ansonsten sah Größe 38 an mir jedoch viel zu kastig aus, um  einfach drei Häkchen als Verschlüsse anzubringen und die Jacke vorne etwas auseinanderklaffen zu lassen. Und sie offen zu tragen ging schon gleich dreimal nicht, das sah aufgrund der Beschaffenheit des Stoffes dann endgültig nach Lappen aus! Ja, Mist!
Also musste Puppe Reni das Jäckchen anziehen, und ich probierte, ob ich die Vorderseiten auch überlappen lassen könnte. Was war ich froh, dass das die Lösung war! Clara hat nun Knopflöcher und eine Knopfleiste selbst bezogener Knöpfe und die auslaufenden Enden des Bubikragens treffen von vorne betrachtet nur ein ganz klein wenig zu weit links aufeinander. Da sehe ich jetzt aber mal großzügig darüber weg!

Fazit: Sehr schönes Retroschnittmuster für Fortgeschrittene! Und ich kann nur wieder betonen: An allen Damen, an denen ich Clara gesehen habe, sah die Variante mit den Knebelverschlüssen oder Häkchen gut aus. Ich selbst plane lieber eine Knopfleiste für zukünftige Claras ein, denn wir zwei werden dicke Freundinnen! Ich hätte Bock auf ne Strickvariante!

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Näh-Rückblick 2017: Tops & ein Flop

Für mich hat nach Weihnachten die ruhigste Zeit des Jahres begonnen und so kann ich gerade viel für mich und die Meinen nähen und mir die Zeit nehmen, in Sachen Schneidern dazuzulernen und Neues auszuprobieren. Ich bin schon dabei! So ganz ohne Zeitdruck. :)

Auch habe ich Revue passieren lassen, was ich im letzten Jahr für mich genäht habe. Insgesamt war´s sehr Jersey-lastig und es ist nur eine Handvoll Kleidung genäht worden,  obwohl ich tatsächlich  mit viel mehr Schnittmustern geliebäugelt habe. Aber die liebe Zeit! Und dann hat man ja auch nicht gerade wenig schon im Kleiderschrank liegen!
Andererseits habe ich wohl die Prioritäten bei der  Auswahl der Schnittmuster richtig gesetzt, denn nix ist blöder als ne Schrankleiche zu nähen und ich ziehe fast alle 2017 genähten Teile supergerne an.

Den Anfang machte das Langarmshirt Mathilda, das es in einer Schnittmusterkombi aus Kleid und Shirt vom Kreativlabor Berlin in vielen Varianten gibt.

Der Einsatz meines mintfarbenen Shirts ist aus ganz feingeripptem Bündchen, aus dem ich auch die Ärmelabschlüsse genäht habe. Damit´s noch ein bisschen mehr her macht,  gab´s von mir auch noch ne Baumwollpaspel in Offwhite, die den „Latz“ noch einmal ein bisschen mehr hervorhebt. Sehr verspielt, trage ich jetzt schon den zweiten Winter recht gerne!

Später im Jahr nähte ich dann in Anlehnung an das Schnittmuster ein in der Taille abschließendes und sehr gut sitzendes El día de los muertos-Shirt, das man extrem gut zu Röcken und Hosen mit hohem Bund tragen kann.

Kleid Mathilda Kreativlabor Berlin

Mathilda in der Variante als Kleid habe ich selbstverständlich auch genäht!
Zuerst schwebte mir ein „Gouvernantenkleid“ aus schwerem Jersey vor, ohne kontrastreichen Einsatz und komplett Schwarz mit weißem Bubikragen, aber letztendlich gefiel mir dann das kleine Schwarze mit zwei großen stoffbezogenen Zierknöpfen besser.

Fazit: Der Schnitt sowie die Anleitung dazu sind  wie jedes Mal aus dem Hause Kreativlabor absolut anfängertauglich und aufgrund der vielen Variationsmöglichkeiten ihren Preis mehr als wert!

Im Frühjahr probierte ich mich dann an einem Carmenshirt aus, für das ich selbst ein einfaches Schnittmuster konzipierte.
Das Shirt links endet mit einem Bündchen knapp unterhalb der Taille, sodass auch dies ein Oberteil ist, das ich nur zu Röcken und Hosen mit hohem Bund trage (bauchfrei war für mich in den Neunzigern…). Der Schnitt lässt sich jedoch in der Länge leicht abwandeln, indem man die Trapezhöhe des Vorder- und Rückteils verändert, und so entstand im Herbst eine längere Variante mit Dreiviertelärmeln, die ich auch zu meinen alten Jeans mit eher niedrigem Bund tragen kann, ohne dass ich ständig an dem Shirt herumzuppeln muss.

Fazit: Das ist alles andere als einen raffinierter Schnitt, aber er funktioniert! Und ist bequem! Und ist schnell genäht! Und ist anfängertauglich!

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Im Juli wagte ich mich an ein Experiment und nähte das Bleistiftkleid aus dem Buch Rock´a`Bella von Gretchen Hirsch. Aus Jersey. Für das der Originalschnitt aus den Fünfzigern natürlich nicht gedacht ist.
Es funktioniert. Ohne Reißverschluss im Rücken und mit einem Nahtband als Verstärkung des Rückenausschnitts.

Dies ist tatsächlich eines meiner Lieblingsteile geworden und ich hätte es gern öfter getragen, wenn nur der Hamburger Sommer ein klitzekleines bisschen besser gewesen wäre.;)

Pencildress Bleistiftkleid Vogue Getchen Hirsch Nickistoff

Weil´s aber im Sommer so gut geklappt hat, habe ich mir im Herbst noch ein Gretchen Hirsch Pencil Dress aus Nickisamt genäht, diesmal mit Dreiviertelärmeln.
Auch hier hat es ohne Reißer im Rücken und mit Nahtband beim Rückenausschnitt nahezu fantastisch geklappt und ich möchte nicht ohne einen gewissen Stolz hervorheben, dass ich auch die Achselzwickel, die bei längeren Ärmeln eingenäht werden müssen, diesmal ziemlich souverän und mit nur einer Nahtkorrektur gemeistert habe. Auf den Fotos stehe ich mal wieder gut im Futter, sodass es gerade oben herum ein weeenig zu knapp geraten ist, aber ich fühle mich trotzdem wohl drin (und außerdem schaue ich jetzt noch genauso aus).

Fazit: Nach dreimaligem Nähen dieses Kleides und vielen Anpassungen an meine Figur besitze ich nun mein persönliches Schnittmuster in diesem Kleid.
Die Anleitungen von Gretchen Hirsch sind definitiv nix für Anfänger, aber für Nähbegeisterte, die schon ein wenig Erfahrung im Nähen von Kleidung haben,  durchaus einen Versuch wert. Vielleicht eben doch erst einmal, wie es sowieso empfohlen wird, aus Nessel oder günstigem Stoff ein Probestück nähen. Sagt natürlich wieder einmal die Richtige… ;)

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Bevor ich nun zum grauenhaften Megaflop des Jahres komme, zeige ich Euch noch meinen absoluten Lieblings-Shirtschnitt LIV von pattydoo in der Variante mit U-Boot-Ausschnitt.
Vor Urzeiten habe ich den auch einmal so genäht, wie er gedacht ist, also mit Hals-, Ärmel- und Saumbündchen. Dann habe ich gemerkt, dass die leichte A-Linie perfekt für mich ohne Bund funktioniert und lediglich am Halsausschnitt geringfügig geändert werden muss.
Das Ringelshirt z. B. hat eine Blende am Halsausschnitt, während mein eigens bedrucktes Eddie Munster-Shirt lediglich mit 1,3 cm Nahtzugabe umgenäht wurde. Ich stehe auf beides und diesen Schnitt sowieso! Der wurde mittlerweile schon oft genäht und wird es sicherlich auch immer wieder!

Jacke Handmade Kultur 2016

Hier aber nun zu meinem persönlichen Oberflop des Nähjahres 2017, eines Blousons, den ich nach einer Anleitung von Handmade Kultur (Ausgabe 3/2016) versucht habe zu realisieren. Dafür habe ich ein lange gehortetes Reststück Hahnentritt-Cord von meinem Stoffdealer um die Ecke rausgekramt, der glücklicherweise nicht die Welt gekostet hat. Probestück? Fehlanzeige, wisst ihr ja!
Mit der Anleitung bin ich eher schlecht klargekommen, ich schätze aber auch, dass dicker Cord sowie die Unterfütterung mit Volumenvlies einfach ne Runde zu viel für den Schnitt waren. Ich hatte enorme Probleme die Ärmel einzusetzen wie man unschwer auf dem Foto erkennen kann (es sieht Sch… aus, sind wir mal ehrlich) und obwohl ich Gr. 40 gewählt und ganz sicher nicht die Nahtzugaben vergessen habe, damit unter Umständen auch mal n Hoodie oder ne Fleecejacke darunter passen, ist die ganze Chose extrem eng geworden und ich sehe insbesondere mit geschlossenem Reißverschluss aus, als ob ich mich in eine zu kleine Jacke gezwängt hätte. Unbequem ist sie auch noch, ich habe immer das Gefühl, es zieht mir die Schultern nach oben.

Fazit: Ich hatte an dieser Anleitung wenig Freude und kann sie guten Gewissens nur Leuten mit sehr viel Näherfahrung empfehlen. Am besten wäre, man kennt sich im Jacken- und Pattentaschen-Nähen eh schon gut aus!
Mein Nähergebnis ist absolut untragbar und wanderte im Ganzen in die Restekiste. Wer weiß, eventuell kann ich ja vom Stoff noch etwas retten, wenn ich mal Bock habe, das Ding komplett aufzutrennen, denn das Muster und auch die Braun-Violett-Kombi finde ich schon ziemlich gut.

Nun bin ich gespannt, welche interessanten Schnittmuster mir 2018 unterkommen und was ich davon tatsächlich nähen werde. Es gab ja schon ne Hose dieses Jahr (meine erste!), aber mehr vom Hosennähen ein andermal!

Ausprobieren möchte ich aber generell mehr Hosenschnitte, das Jäckchen CLARA von lillestoff sowie das Plaid Rockabilly Dress aus Gertie´s Ultimate Dress Book.
Ebenfalls in die engere Wahl sind das Kleid ETTA sowie der Rock MIETTE von Tilly & the Buttons gekommen. Ich werde berichten!