Gestatten, Lieblingssweater Ida

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+++ Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation. Das digitale Schnittmuster ‚Pullover Ida‘ wurde mir kostenlos von Kreativlabor Berlin zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist davon unbeeinflusst. +++

Ich bin ja gerade im Winter großer Fan des Zwiebellooks und manche belächeln auch meine Vorliebe für schwarze Fleecejacken, von denen ich drei Stück habe, die seit vielen Jahren immer schön nacheinander zum Einsatz kommen. Die Sweater-Fraktion in meinem Schrank ist tatsächlich recht überschaubar, aber als ich nun gefragt wurde, ob ich das Schnittmuster für IDA testen und zur Probe nähen möchte, war ich beim Anblick schon ganz verschossen, weil mir die Passe samt Eingrifftaschen mit blitzendem Innenfutter so gut gefielen. Da gibt es ja unendliche Variationsmöglichkeiten! Sportiv oder edel einfarbig, schlicht oder farbenfroh, mit oder ohne elastische Paspel, etc. p.p. …und auch fertig genäht ist nix von meiner Begeisterung für Pulli IDA aus dem Hause Kreativlabor Berlin auf der Strecke geblieben.
Den Schnitt gibt´s samt sehr ausführlicher Anleitung in den Größen 34 bis 48. Im Schnittmuster enthalten sind auch die Stoffzugaben, falls man den Pulli ohne Ärmel- oder Bauchbündchen nähen möchte.

Ausgesucht hatte ich mir einen grünmelierten Sweat, den ich mit einem graumelierten Jersey kombiniert habe, auf dem Blumen ranken und Vögel zwitschern. Ja, ich weiß, aber an dem bin ich einfach nicht vorbeigekommen und als Kombistoff finde ich ihn auch nicht zu krass. Abgerundet durch das schwarze Bündchen habe ich jetzt einen schrillschönen Pulli, den ich bestimmt viel tragen werde.

IDA kann natürlich auch aus Strickware genäht werden, eigentlich geht alles, was dehnbar ist. Falls ich also an einem Strickstoff vorbeikomme, der mich so richtig umhaut, wird es in Kürze noch eine zweite IDA in der Koje geben. Aber nur dann! Ist ja nicht so als ob ich meine drei Fleecejacken ausmustern wollen würde…  ;)

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Casual wear the Scottish way

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Manche von Euch kennen den Stoff, denn wenn Ihr ab und zu im Shop vorbeischaut oder bei FB oder Instagram, habt ihr bereits die Armstulpen gesehen, die ich daraus genäht habe. Ich finde das schottische Argyle-Muster als Stoffprint für Sweat sehr ungewöhnlich, es erinnert mich an die glorreichen Achtzigerjahre und Kniestrümpfe von Burlington, die damals mindestens so schwer angesagt waren wie Benetton-Pullis und Sonnenbrillen von Rayban. Also wenn man Popper war halt, sonst natürlich nicht… ;)

Ich fand es dann aber auch gleich so dermaßen schrill, dass ich mir (MMM) eine weitere COCO aus dem Hause Tilly Walnes daraus genäht habe.
Den an die Sechzigerjahre angelehnten Schnitt finde ich besonders wegen des Funnelnecks sehr schick, den ich allerdings einmal umgeschlagen trage und nicht aufgestellt, wie es eigentlich gedacht ist. Das ist mir dann aber echt too much Sixtiesness und außerdem habe ich mir doch diesmal richtig Mühe gegeben, sodass schwarze Innenkragen-Raute auf schwarze Vorderteil-Raute trifft und ich bin saustolz, dass das so ungefähr geklappt hat. ;)

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Aber auch das leicht ausgestellte, verhältnismäßig lange Oberteil finde ich richtig gut. Das Ding funktioniert bei mir zwar nur in relativ schmal geschnittener Hose und Schuhen mit hohen Hacken, aber man kann schließlich nicht sein ganzes Leben in Pollerjeans und Turnschuhen herumlaufen, nicht wahr?!

Die Vorführung in ganzer Pracht übernimmt diesmal meine Assistentin Reni, weil mich gerade keiner fotografieren kann. Ich denke man bekommt nichtsdestotrotz einen Eindruck20161116_105644-kopie_2.

Übrigens kann man COCO und einige weitere sehr Sixties & Seventies inspired Schnittmuster  auf der Homepage von Tilly Walnes namens Tilly and the Buttons wahlweise als Print oder als digitales Schnittmuster erwerben. Tilly Walnes ist absolute Autodidaktin und hat sich das Nähen weitestgehend selbst beigebracht. Vielleicht sind auch gerade deshalb die Anleitungen so gut beschrieben. Ein wenig Näh-Englisch ist jedoch auf jeden Fall von Vorteil, da die Schnittmuster bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

Zurück nach 1955

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Absolute Bombe, das Heft!
In Berlins Modenblatt vom Januar 1955 sind ja längst nicht nur Kleider vorgestellt und zwei für unsere bequemen Zeiten extrem ungewohnt vollgepackte, unübersichtliche  Schnittmusterbögen beigefügt. Nö!
Wir erfahren auch noch etwas über Rembrandt und den Kaukasischen Kreidekreis nebst einer Filmzusammenfassung des cineastischen Meilensteins ‚Hotelboy Ed Martin‘! Nicht, dass hier noch die Allgemeinbildung zu kurz kommt, man möchte schließlich gepflegt Konversation machen können!

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Im Heft enthalten sind Schnittmuster für Kostümensembles, also Röcke mit dazu passenden Kragenjacken, bürotaugliche Alltagskleider, mitunter freizügige Faschingskostüme (Bäh! Wer im Februar Geburtstag hat und in Bayern großgeworden ist, näht sich im Alter KEINE Faschingskostüme mehr!), Hausmäntel auch für den Herrn sowie Nacht- und Unterwäsche samt Büstenhalter und Frisierkragen. Des Weiteren gibt es Strickanleitungen für Hüttenschuhe, Fausthandschuhe, eine Kapuzenmütze mit typischem Schulterkragen und einen wirklich superschönen Pulli mit diagonalen Streifen (stricken müsste Frau Rü können!).

Totale Fundgrube! Bin happy! :)

Blaues Vintageblüschen aus Double Gauze

Ach, ich habe es schon wieder getan, weil ich mich in dem Schnitt so wohl fühle! Ich bilde mir ein, obwohl er so kastig aussieht, betont er angezogen durch die gut platzierten Abnäher auch die richtigen Stellen. :)

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Zum dritten Mal ist nach dem Schnittmuster Shirtbluse von Gretchen Hirsch aus dem fabelhaften Buch Rock´a`Bella eine Bluse entstanden.
Der Schnitt ist sehr schlicht und mächtig einfach zu nähen, das Ergebnis dabei aber indirekt proportional kleidsam zum Aufwand. Volle Punktzahl, besser geht es nicht! Nicht, dass ich nicht auch Nähherausforderungen lieben würde! ;)

Ich habe mich das erste Mal an Double Gauze versucht und dachte, es sei vielleicht ein bisschen tricky, weil der Stoff schon sehr flexibel ist. Ich wollte schließlich kein verzogenes Muster vernähen. Rückblickend war es tatsächlich einfach. Ich musste den Stoff zwar vor dem Zuschneiden gerade ziehen, aber das war´s dann auch schon, das Vernähen war kinderleicht.

Anders als bei meinen beiden anderen Shirtblusen habe ich bei Gr. 36 keinen seitlichen Reißverschluss eingenäht, da ich bemerkt habe, dass ich auch so ganz bequem hinein- und herausschlüpfen kann. Übrigens trage ich 38/40, Gerties Größen fallen häufig einen Tick größer aus. Wenn man es weiß und darauf achtet, kommt man mit dem Buch aber gut zurecht. Zur Not ausmessen! Sich selbst natürlich und dann den Größenschnitt! ;)

Zum Vergleich seht Ihr hier noch einmal alle drei Varianten: Links aus Viskose, in der Mitte aus mittelfester Baumwolle, rechts aus Double Gauze. Ich mag die natürlich alle gerne, aber für den Herbstübergang ist Double Gauze wohl die kuschelige Wahl für mich.

Tja, fehlt nur noch eine Wintervariante…umfunktioniert zum Pullunder aus Baumwollstrick vielleicht?!

Wagnis Bluse – Check!

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Ich habe irre lange gezögert mir eine „echte“ Bluse zu nähen, so mit Kragen und Knopfleiste. Um ehrlich zu sein, hat mich letztere so lange davon abgehalten, weil ich vor dem finalen Arbeitsschritt, dem Nähen der Knopflöcher, doch etwas mehr als Respekt hatte. Man sollte meinen, wer so viel an der Maschine sitzt wie ich, der denkt nicht mehr daran sich ein Kleidungsstück durch falsch platzierte oder zu große Knopflöcher zu verhunzen, aber genau so war´s bei mir.
Aber wie so oft: Einfach mal machen schafft Abhilfe und in diesem Fall auch, dass man vorher (wie es ja auch in fast jeder Nähanleitung empfohlen wird!) in einen Rest des Blusenstoffes ein bis zwei Probeknopflöcher näht.

Verknallt hatte ich  mich in den Blusenschnitt Mimi aus dem Buch ‚Liebe auf den ersten Stich‘ von Tilly Walnes, das ich nach wie vor für einen Titel mit sehr guten, weil ausführlichen Nähanleitungen halte.

Ein Sechzigerjahre-Schnitt erfordert selbstverständlich auch ein dementsprechend psychedelisches Muster und so wurde dieser famose dünne Baumwollstoff mit dem illustren Namen Lusine und der „verschobenen Punkteoptik“ für dieses Projekt verbraten.

Mit dem Ergebnis bin ich wirklich nicht unzufrieden  und auch wenn auf den Fotos meine Assistentin Renate die Bluse präsentiert (ach, ich hatte einfach keine Lust auf Spiegelfotos), so garantiere ich Euch, dass dieses Kleidungsstück von mir enorm viel getragen werden wird.

Ich wünsche Euch einen guten Tag und sage tschüs und bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen!