Hochzeitsreise

img_20160910_121327-kopieLong time no see or hear, ich weiß! Manchmal hat man im nichtvirtuellen Leben eben einfach so viele Verpflichtungen und abgesehen davon auch so viel Feines zu tun wie z. B. auf tollen Hochzeiten von sensationellen Leuten eingeladen zu sein! ;)

Nun, die Brautleute von heute haben ja in der Regel schon alles, mit einem Mixstab oder Schnellkochtopf braucht man ihnen also nicht daherkommen. In diesem speziellen Fall war sogar gar nichts außer unserem Kommen gewünscht.

Aber ohne machen wir´s nicht. Also Geldgeschenk, ein Beitrag zur Hochzeitsreise. Naheliegend war da irgendetwas mit Autos und Dosen und ‚Just married‘, da ich ja auf Kuba so viele wunderbare alte US Autos geknipst hatte; und tatsächlich fand ich eine Aufnahme, die wunderbar passte: Aufgenommen am Malecón, der Uferpromenade von Havanna, mit einem Paar auf dem Rücksitz einer Limousine und sie sogar mit wehendem Haar!

Die Idee reifte, einfach statt Dosen Geldscheine hinten an die Stoßstange zu binden und so etwas Dreidimensionales aus dem zweidimensionalen Bild herauswachsen zu lassen.

Du brauchst dazu:

  • einen Bilderrahmen
  • einen Fotoausdruck eines Wagens in Rückansicht, optional mit Schriftzug
  • Cutter/Bastelskalpell
  • Satinbänder mit einer Länge von 30 cm bis 50 cm
  • Tesafilm und doppelseitig klebendes Klebeband
  • Geldscheine

Schneide mit dem Cutter vorsichtig oberhalb der Stoßstange eine ca. 1 cm breite und 1 mm bis 2 mm hohe Öffnung.

Binde nun jeweils an beide Enden der Bänder dreimal gefaltete Banknoten und fädele die zur Schlaufe geformte Mitte des Bandes vorsichtig durch den Schlitz an der Stoßstange. Wenn Du alle Bänder eingefädelt hast, fixiere sie mit einem Streifen Tesafilm, den Du vorher durch die Bänderschlaufen führst; so kann nichts mehr herausrutschen.

Nun musst nur noch das Bild ohne Glas- oder Kunststoffscheibe in den Rahmen gesetzt werden. Für einen guten Sitz habe ich den Fotoausdruck vorher noch mit doppelseitigem Klebeband auf der hinteren Spanplatte des Rahmens fixiert.

Fertig!

Vergrößerung mit Klick aufs Bild!

Ambitioniert

Ich musste einfach zwischendrin mal was anderes ausprobieren und habe nicht nur den echt famosen Portemonnaie-Wildspitz-Schnitt nachgenäht, bei dem ich mich im Übrigen angestellt habe wie der erste Mensch mit einer Nähanleitung (wirklich schlimm, keine meiner Sternstunden!), sondern habe dafür auch das seit Anfang Juli erhältliche sogenannte ‚vegane Leder‘ mit dem Markennamen Snap Pap verwendet. Darüber wurde ja schon einiges berichtet u. a. bei den Kolleginnen HIER und HIER.

20150721_162840 20150721_162755 20150721_162736 20150721_162654Ich fand die ganze Idee spannend und habe mir mal ne Rolle in Chocolate kommen lassen, die stand dann erst einmal ein paar Tage hier herum, bis ich sie in die Waschmaschine stopfte. Was dann aus der Maschine kam, fand ich noch viel spanndender, hatte das Papier doch glatt an Volumen zugelegt und fühlte sich an wie Fensterleder. Als es trocken war, fand ich es haptisch und optisch noch besser, weil seitdem eine ledrige Struktur zu sehen ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir zwar nicht vorstellen, Snap Pap für einen Koje-Schnitt einzusetzen, ABER die Sommerferien liegen vor uns und ich weiß, der Sohn und ich werden die ganze Bandbreite an Möglichkeiten ausschöpfen, die man mit diesem Material hat. Uns fällt schon was ein! :)

Und die Wildspitz? Die ist für die Kojen-Mama in München, denn morgen geht´s für ein paar Tage in die alte Heimat. Bis dahin sage ich mal tschüs, bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger & Leichtmatrosen! :)

Mantra: Fluten und drucken, fluten, drucken, fluten, drucken…

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Nicht, dass ich nach der letzten Woche nicht schon reichlich „sonntagsreif“ im Sinne von „faulenzerreif“ gewesen wäre; aber die Möglichkeit war da, also haben Frau Nähzimmer und ich sie ergriffen und vorgestern im Stoffdeck in Wilhelmsburg Siebdrucken bei Claudia gelernt.

Das Stoffdeck vermietet gewerblich vier Einzelateliers an Textildesigner, ist aber hauptsächlich ein Co-Working-Space, also eine Werkstatt, in der man zusammen arbeitet, denn wie uns allen klar ist:

Zusammen ist man irgendwie weniger allein!

Es bietet auf über 250 m² Profiarbeitsplätze für Textildesigner und Menschen, die ihrer Näh- oder Druckleidenschaft frönen möchten, und wurde als gemeinnütziges Projekt, welches von der Kulturbehörde Hamburg gefördert wird, initiiert. Der Fokus liegt darüberhinaus auf Stadtteilprojekten, Schul- und Jugendarbeit und Angeboten für Arbeitssuchende, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

So, das waren die hard facts.

Kommen wir nun aber mal zum Kurs: Simone und ich waren nicht gerade brillant vorbereitet, dafür war´s zu spontan und die Woche zu vollgepackt, aber einige eigene Motive, die wir noch Samstagnacht vorbereitet und in zweifacher Ausführung auf Transparentpapier gebracht hatten, kamen dann doch mit uns in den Kurs.

Siebdrucken ist tatsächlich so, wie alle sagen, die es gelernt haben: Nicht schwer. Man muss es aber mindestens einmal richtig erklärt und gezeigt bekommen, denn Siebdruck-Supplies sind schlicht zu teuer, um auf diesem Feld gemäß dem Motto „try and error“ zu werkeln. Claudia verklickerte uns also zuerst die hilfreiche Theorie und den Druckablauf, und wer wollte, konnte sich aus der umfangreichen Vorlagenmappe noch ein paar Fremdmotive zusätzlich zu den eigenen aussuchen. Danach wurde es aber ernst.

Ich glaube, nach unseren ersten Probedrucken haben wir alle ehrfürchtig dasselbe gedacht: Det jeht! Ich kann siebdrucken!! Und überhaupt bin ich die Königin der Weeööölt!!!

Da man den Druckvorgang wirklich schnell erlernt, haben wir vier Kursteilnehmerinnen den ganzen Nachmittag hindurch hochkonzentriert arbeiten können (lauter Mädels und wir haben kaum gequatscht!).
Ich war sehr verhalten und hatte nur alte T-Shirts und einen Meter naturweißes Leinen mitgebracht, Simone war da mutiger und hatte Stoffe für zukünftige Nähprojekte mitgenommen, aber am Tisch nebenan wurde sogar forsch ein Teil des eigenen Kleiderschrankinhalts bedruckt.

Siebdrucken eröffnet einem ein weites Feld. Da rattert es im Hinterkopf, was man zukünftig an eigenen Entwürfen einmal auf Stoff oder Papier bringen möchte. Mit Absolvierung eines Kurses ist man im Stoffdeck nämlich willkommen, nach Voranmeldung das Siebdruckatelier zu nutzen: Die aktuellen Mietkonditionen findet ihr HIER. Darüberhinaus kann man Drucksiebe ausleihen und sie für einen Preis von 25 € vorab beschichten und nach Gebrauch auch reinigen lassen. Das heißt also, man kann selbst sofort mit der Belichtung und im Anschluß mit dem Drucken beginnen, wenn man im Stoffdeck einläuft. :)

Claudia, vielen Dank für den coolen Tag! Haste uns gut erklärt!

Dani, Rebi, Tina, Harry und Frank: Danke für den Geburtstagsobulus für die Kursgebühr!

Simone? Machen wa wieder mal, oder?!

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Ein bisschen Rocky Horror

Samstagsliebe…was für ein feines altes Filmplakat!

Ich habe beschlossen, eine weitere Kategorie im Koje-Blog aufzumachen und zwar Fundstücke.
Ich möchte Euch bestimmt nicht mit Belangslosigkeiten zumüllen, werde aber ab und zu etwas zeigen, was mir unterwegs begegnet und ins Auge gestochen ist.
Ob Kuriosität oder Wandmalerei, Grafisches oder Straßenszenerie, jetzt hat es in der Koje seinen Platz. Ende der Durchsage. :)

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…Anne Francis stars in Forbidden Planet… (Science Fiction/Double Feature)

Kulturflohmarkt beim Museum der Arbeit, Hamburg-Barmbek

Stempelschnitzen die 2te

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Nach den letzten wilden anderthalb Wochen habe ich mir heute nach Bergen von Stoffzuschnitt die Zeit genommen, um einen zweiten Versuch im Stempelschnitzen zu unternehmen. Zu Haus bei mir in der Küche, Ihr braucht nicht denken, dass ich auch dafür noch in meiner Arbeitshöhle unter der Erde bleibe. ;)

Nachdem ich beim ersten Mal bewusst ein einfaches, vorgezeichnetes Motiv gewählt hatte, wollte ich mich jetzt an etwas Komplexerem versuchen. Also habe ich mir aus den Weiten des Netzes eine Vorlage für eine Lotusblüte herausgesucht. Erkennt Ihr sie?

Meiner Meinung nach ist das Ergebnis noch etwas plump, aber filigraner bekomme ich es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht hin ohne zuviel wegzuschnitzen. Was soll´s, ich mag den Stempel trotzdem! Außerdem entspannt es mich, das Schnitzen.

Material: Backpapier, hartes Stempelgummi, doppelseitig klebendes Klebeband, Korkblock (Schleifblock, gibt´s im Baumarkt)
Werkzeug: weicher Bleistift (B4), Linolschnittwerkzeug