Farbentaumel Marmorieren

Seit der Sohn zur Schule geht, stellt sich während seiner Sommerferien bei mir das längst verloren geglaubte Sommerferiengefühl wieder ein. Obwohl ich ja gar keine mehr habe.
Ich gönne ihm jede Stunde seiner Freizeit und bin am letzten Ferientag abends auch immer ein wenig traurig (heimlich, versteht sich), dass alles schon wieder vorbei ist. Zum Glück haben wir noch fast zweieinhalb Wochen! :)

Letzte Woche, als es so garstig dampfig war, dass wir schon gar keine Lust mehr hatten, draußen etwas zu unternehmen, hatte ich die Idee mit ihm Papier zu marmorieren.
Vor Urzeiten, als ich selbst noch zur Schule ging, habe ich es auch schon einmal versucht und fand die Ergebnisse damals ganz famos.

CIMG4243 Du brauchst dazu folgende Materialien:

– handelsübliches 80 g-Papier
– Ölfarbe
– Tapetenkleister
– Terpentin/Terpentinersatz
– Haushaltseimer
– flache Schalen in ausreichender Größe
– Pipette oder Spritze
– Zahnstocher/Schaschlikspieß/Gabel
– alte Löffel oder Holzspatel
– Untertassen/Schälchen zum Anrühren der Farben
– Küchenkrepp
– altes Küchentuch

1. Je nachdem wie groß die Papierzuschnitte sind, die Ihr marmorieren wollt, müsst Ihr Euch auf die Suche nach flachen Schalen machen, in die das Papierformat locker hineinpasst. Zum Rand sollten noch mehrere Zentimeter Abstand sein, damit man das fertig marmorierte Papier gut an zwei Ecke greifen und herausziehen kann.
Wir haben übrigens  im Format DIN A4 und DIN A6 und mit unserer großen Keramikauflaufform gearbeitet.

2. Nachdem man alle Materialien beisammen hat, wird in einem Eimer ein Wasser-Kleister-Gemisch angerührt.
Ich habe auf 5 Liter Wasser 3 Esslöffel Tapetenkleisterpulver gegeben. Mit einem Stock oder Kochlöffel gut umrühren, 3 bis 4 Minuten stehen lassen und dann noch einmal gründlich umrühren. Das Gemisch dann 20 Minuten ruhen lassen. Nach Ablauf der Zeit ist das Gemisch gebrauchsfertig und kann vorsichtig in die flachen Schalen gegossen werden.

3. Nun geht´s ans Farbe anrühren!
Drücke dazu ein etwa haselnußgroßes Stück Ölfarbe aus der Tube auf eine Untertasse…

CIMG4246

…und verdünne die Farbe nun tropfenweise mit dem Terpentin oder dem Terpentinersatz. Vermische Farbe und Terpentin mit einem Holzspatel oder Plastiklöffel gut durch bis ein gerade noch festes, cremeartiges Farbgemisch ensteht. Die Farbe darf nicht zu flüssig sein!

CIMG4244

4. Nimm nun mit einer Pipette/einer Spritze (ein Löffel tut´s aber auch) ein wenig von dem Farbgemisch auf und tropfe es vorsichtig auf das Wasser-Kleister-Gemisch in der Schale.

Faustregel 1: Sinkt der Tropfen zu Boden, muss noch ein wenig mehr Terpentin zur Farbe hinzugefügt werden.

Faustregel 2: Breitet sich die Farbe gar nicht aus, muss noch ein wenig Wasser zum Kleistergemisch gegeben werden.

Faustregel 3: Die zuletzt aufgetropfte Farbe verdrängt die vorherigen Farben. Das heisst also, dass die zuletzt aufgetropfte Farbe die dominanteste in der Marmorierung sein wird.

CIMG4250

5. Ziehe sodann mit einem Zahnstocher/einem Schaschlikstäbchen/einer Gabel ein Muster durch den Farbauftrag, so dass eine Marmorierung entsteht.

CIMG4253

6. Lege nun vorsichtig ein Blatt Papier auf die Farboberfläche, bis auf der Blattrückseite die Marmorierung zu erkennen ist. Das geht in der Regel ganz fix! Nimm dann das Blatt an einer der kurzen Seiten und ziehe es schnell nach oben heraus.

7. Lege das marmorierte Papier zum Trocknen auf eine glatte Oberfläche.

8. Ist das Papier nach dem Trocknen noch sehr wellig, einfach ein paar Bücher über Nacht drauflegen! :)

9. Wenn Du nun mit weiteren Farbkombis marmorieren möchtest und nicht mit den bereits aufgetropften, kannst Du überschüssige Farbe vom Kleistergemisch abnehmen, indem Du mit der Kante eines Papiers über die Oberfläche fährst.

Voilá, ein paar unserer Ergebnisse!

10. Ganz WICHTIG, denn jetzt geht´s ans Saubermachen und Entsorgen:

Flüssige Ölfarbenreste nie in den Ausguss und nie in die Toilette schütten!

Alle benutzten Utensilien, an denen Ölfarbe klebt, sorgfältig mit Küchenkrepp sauber wischen. Sodann kann das Material gespült werden. Das Küchenkrepp mit den Farbresten gut trocknen lassen und dann im normalen Hausmüll entsorgen.

Tapetenkleister besteht aus Methylzellulose, einem ungiftigen, nicht allergenen und obendrein geruchsfreien Pulver. Reste des angerührten Wasser-Kleister-Gemischs können demnach in der Toilette entsorgt werden.

Oder aber man füllt unbenutzte Reste in eine PET-Flasche oder ein Einmachglas fürs Marmorieren Pt. 2. :)

P.S. Ich habe einmal gelernt, dass diese Methode aussschließlich mit Terpentin funktioniert. Grund genug, es diesmal mit Terpentinersatz zu versuchen. Hat geklappt. Filigraner wird´s allerdings mit Terpentin.
Falls ich einmal mit Terpentin Marmorieren sollte, bekommt Ihr natürlich Vergleichsfotos! :)

Zweiter Frühling für Buch-Oldies

Beim ersten Vorbeigehen am Stand schiesst einem vielleicht noch durch den Kopf: Oha, antiquarische Bücher!
Da wir uns aber gerade NICHT auf einem Flohmarkt befinden, rattert´s im Anschluß auch schon, dass damit ja irgendetwas angestellt worden sein muss. Und so isses auch!

Nicole von Herz und Handwerk verhilft alten, ausgedienten und aussortierten Hardcovern zu einem zweiten Leben als Notiz- oder Tagebuch, indem der alte Buchblock vorsichtig entfernt und durch einen neuen Blanko-Buchblock aus hochwertigem Schreibpapier ersetzt wird.
Das Ganze ist keine UHU-Bastelei am Küchentisch, sondern wird sehr professionell von einem Hersteller (also jemandem, der von der Materie echt Ahnung hat!) der Elbe-Werkstätten Hamburg erledigt. Ganz wichtig dabei ist, dass die Titelei, also die ersten Seiten des Buches, dabei erhalten bleiben.

Wenn ihr also für einen Bibliophilen ein außergewöhnliches Geschenk sucht (oder selber einer seid!), findet ihr bestimmt ein passendes Vintage-Unikat „mit Patina“ in Nicoles Onlineshop. Und wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, guckt einfach einmal in ihrem Blog vorbei!

Ich find´s toll! Das alte Buchhändlermädchen in mir ist begeistert! :) :) :)

P.S. Auf den Fotos seht ihr übrigens auch noch eine weitere originelle Zweitverwertung, nämlich die alter Buchseiten, die schlicht als Druckerpapier für Zitate und Sprüche verwendet wurden. Da musste auch erst mal draufkommen!

P.P.S. Ja, ich hatte nur das Handy dabei, besser ging nicht.

Happy busy Easter week

Holy Moly, was für ne Woche!
Sehr famos Ostern gefeiert mit unserer Uromi, drei Markttermine wahrgenommen, in Sachen Stoffdruck wieder etwas Neues ausprobiert (sehr bald mehr dazu!), Osterdekoimprovisation zusammen mit meinem Sohn betrieben, in der Hafencity zum Spanischüben bei einem Mitschüler gewesen, probegenäht (zeige ich euch auch noch), die Sonne genossen und, ach ja, auch noch in jeder „freien“ Minute ganz regulär gearbeitet.
Bin platt und zufrieden und muss heute früh ins Bett.

IMG_0121 IMG_0125

Links ein wunderbar weiter Ausblick auf die Elbe vom Dallmannkai aus gesehen.
Rechts: Imposant, aber weniger schön finde ich den hohlen Zahn aka die Elbphilharmonie. Ich bin aber auch selten so nah dran…

IMG_0129 IMG_0148

Links: Morgens sind die Tage noch echt superfrisch auf dem Schlumper Wochenmarkt.
Kann man sehen, oder?!
Rechts: Lass mich, ich muss ausruhen!

IMG_0156IMG_0160

Links: 240g-Papier zugeschnitten und mit Stempeln aus meinem Siebzigerjahre-Stempelkasten bedruckt. Herausgekommen sind Lesezeichen, deren Aufdrucke Romanen und einem Lied entlehnt sind (ihr wisst ja, direkt zitieren geht nicht wegen Urheberrecht).

ELEKTROLYTE NICHT VERGESSEN (Sven Regener, HERR LEHMANN, 2001)
DER GÄRTNER WARS (Reinhard Mey, DER MÖRDER IST IMMER DER GÄRTNER, 1971)
VERSCHIEB ES DOCH AUF MORGEN (Margaret Mitchell, VOM WINDE VERWEHT, 1936)
WHAT WOULD MISS MARPLE DO (Agatha Christie, MISS MARPLE-Reihe, 1930-1976)
PAROLE EMIL (Erich Kästner, EMIL UND DIE DETEKTIVE, 1929)

Rechts:  Moin! Ein Blick in die Runde am Samstag beim MARKTZEIT-Aufbau

IMG_0169  IMG_0170

Rechts: Die etwas andere Mucke von Freddy Albers, dem „Kapitän der guten Laune“ (O-Ton),  klingt stark nach Hafen, Heimweh, Sehnsucht und Seefahrt.
Links: Ich habe was vom Ostersohn bekommen, nämlich einen Hasensack, der ist offen zwischen den Löffeln!

IMG_0171 IMG_0173

Viel Ballast bei eindeutigem Aprilwetter in hoffentlich gute Hände abgegeben: Flohmarkt am Ostermontag in Barmbek beim Museum der Arbeit. Jetzt bin ich ne gemachte Frau! Für zwei Wochen oder so…

Nicht nur was fürs Auge

Letzten Winter hat mein Sohn versucht mir das Fröbeln beizubringen. Ich fand mich auch immer ganz gut, so ungefähr bis Schritt 24. Danach war alles Glückssache, mal klappte es, mal fehlten dem Fröbelstern ein paar Zacken. Irgendwie war ich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr auf Perfektion aus, zumal ich trotz Anleitung bis zum heutigen Tag nicht drauf gekommen bin, an welcher Stelle ich mich „verfaltet“ habe. Ich zweifelte im Dezember schon an meinen kognitiven Fähigkeiten, aber dann war Weihnachten vorbei und damit auch das komplizierte Sternefalten. Aus den Augen, aus dem Sinn, sozusagen. Mit der anschaulichen Origami Box-Faltanleitung von Perihan ist es mir zum Glück nicht so ergangen.
In ihrem DIY-Blog ludorn zeigt sie uns nämlich nicht nur schönstes Design und famos ausgesuchte Fotos, sondern präsentiert DIY-Ideen und -anleitungen, vorzugsweise mit Papier. Vom kleinen Anhänger bis hin zum gefalteten Lampenschirmen ist alles dabei, man kann sich kaum sattsehen. Und man bekommt Lust auf mehr. Ich habe mich für den Anfang – Origami light ;) – an den bunten kleinen Papierboxen versucht. Wenn ihr die Origami-Boxen einmal selber falten wollt, findet ihr HIER die Anleitung. Aber ich sag´s euch gleich: Das Aufpusten am Schluß ist am besten!

CIMG2589