Retrokühltasche aus einer Tiefkühltüte

upcycling Kühltasche aus Kühltüte

Ist auch beim Umzug ganz weit hinten in der Speisekammer aufgetaucht: Meine Tiefkühltüte von ALDI. Die ich vielleicht ca. vier Mal mithatte, wenn ich einkaufen war, inklusive dem einen Mal als ich sie gekauft habe. Ja. Wollte P. natürlich wegwerfen und was wollte ich? Das Gegenteil.

Ich mach´ da ja noch was draus!“
„Aha.“
„Ja, e-echt!“

Nun war ich aber in Zugzwang!
Zwischendurch habe ich ja aber auch mal ne Idee. Okay, zugegebenermaßen eine naheliegende. Ich hatte nämlich auch noch ein wunderbares Stück beschichtete Baumwolle, das ich einmal hinten in der Umkleide von Alexa´s gefunden hatte. Aus welchem Jahrzehnt weiß ich nicht, aber in jedem Fall mit einem ganz famosen Retromuster versehen, wie gemacht für eine richtig coole Kühltasche.

Upcycling Kühltasche aus Kühltüte
Und hier ist sie nun, die praktische, faltbare Kühltasche,  unter maximal möglicher Ausnutzung der inneren Folienbeschichtung  einer ALDI-Kühltüte.
30 cm hoch ist sie, 22 cm breit und 19 cm tief. War auch gleich im Einsatz beim Eis holen und schon beim Abendpicknick auf dem Spielplatz vorm Haus dabei.

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Habt Ihr eventuell auch noch so eine Kühltüte herumfliegen? Lust bekommen, das selbst einmal auszuprobieren?

Ich habe folgendes Material verwendet:

  • Kühltüte
  • Wachstuch
  • dicht gewebtes Baumwollmolton als stabilisierende und hitzeabsorbierende Zwischenlage
  • Reißverschluss (64 cm)
  • Schrägband zum Versäubern der offenen Kanten (1,8 cm)
  • Paspel (optional)

Achtet gleich zu Anfang darauf, dass ihr die Tüte so knapp wie möglich an der seitlichen Schweißnaht aufschneidet. So habe ich z. B. eine Fläche von 98 cm x 51 cm erhalten, mit der man ja schon einiges anfangen kann.

Das mit der Größe müsst ihr selbst entscheiden. Ich z. B. wollte die Kühltasche möglichst hoch nähen, damit ich darin auch mal eine Flasche aufrecht kühl halten kann, also habe ich mir die kürzere Seite der Kühlfolie (51 cm) vorgenommen und herumgerechnet, was am besten passen würde.

Ausgehend von der kurzen Seite habe ich dann 31 cm Höhe für die Kühltasche angesetzt und einen Streifen in der Länge des Reißverschlusses zugeschnitten, also 64 cm x 31 cm. Vom oberen Rad habe ich 4 cm abgemessen und Ober- und Unterteil  für den Reißverschlussteil zugeschnitten, das ergab zwei Streifen 64 cm x 4 cm und 64 cm x 27 cm.

Aus dem verbleibende Folienstreifen von 20 cm Breite habe ich das Ober- und Unterteil zugeschnitten, was bei mir jeweils 23 cm x 20 cm betragen hat.  Die Ecken habe ich jeweils abgerundet. Aus dem Umfang des Bodens und der Länge des Reißverschlussteils konnte ich sodann errechnen, wie breit der Streifen sein muss, der zwischen die beiden Reißverschlussenden eingesetzt werden muss und dieses Stück ebenfalls zuschneiden. Dabei müsst Ihr darauf achten, dass Ihr auch die Nahtzugaben mitberücksichtigt. (Wie man an der geöffneten Kühltasche unschwer erkennen kann, habe ich mich doch tatsächlich einmal verrechnet…aber Schrägband und ein weiteres Stück Kühlfolie haben´s gerichtet! ;) )

CAVE: Wie auch immer die Kühltasche am Ende aussehen soll, rechne zuerst genau durch und vergewissere Dich, dass Du genügend Kühlfolie für Dein Projekt hast!

Ich habe gemäß der vier Kühlfolien-Zuschnitte alle vier noch einmal aus Wachstuch und Molton zugeschnitten. Jeweils bei der Ober- und Unterseite der Tasche, also beim Deckel und beim Boden habe ich alle drei Schichten (Folie-Molton-Wachstuch) innerhalb der Nahtzugabe von 0,7 cm, also sehr knappkantig, inklusive einer olivgrünen Paspel zusammengenäht.

Für das Reißverschlussteil wurden zuerst die beiden Zuschnitte aus Wachstuch und Molton als Außenseite aufeinander genäht. Der Reißverschluss wird dann wie gehabt zwischen Außenseite und Innenfutter eingenäht. Anschließend habe ich das Reißverschlussteil mit dem Rückteil der Kühltasche zu einem Ring vernäht und die offenen Kanten im Innenfutter mit Schrägband versäubert. Ober- und Unterteil eingenäht (natürlich bei offenem Reißverschluss um wenden zu können ;) ) und auch diese Kanten im Innenfutter mit Schrägband etwas schicker gemacht.

Fertig!

Bin hochzufrieden!

Die Kühltasche ist tatsächlich sehr geräumig geworden. Wenn es zukünftig nur noch mit dieser famosen Tasche zum Picknicken geht, passen da locker noch ein paar Kühlelemente hinein, die Getränke und Lebensmittel länger kühl halten. Klar habe ich noch schnöde blaue Coldpacks im Gefrierfach liegen, aber mittlerweile schwöre ich auf die kleinen patentierten Breenbüdel mit der Spielfigur drin. Die übrigens alle von Kindern bespielt sind, ein richtiges Upcycling-Produkt also. Genau wie meine Kühltasche! :)

Upcycling Kühltasche mit Breenbüddel

Weekender für mehr als zwei Tage

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Einige von Euch wissen ja, dass ich mit der Koje in einer Änderungsschneiderei eingemietet bin. Nicht in irgendeinem Hinterzimmer, sondern vorne bei den anderen im Laden habe ich meinen Arbeitsplatz und da die Chefin  eigentlich auch am liebsten den ganzen Tag Kleidung und Taschen nähen würde, fliegt da immer allerhand an Inspirationsmaterial herum. So auch das neue pattydoo-Buch ‚Taschenlieblinge selber nähen‘. In das habe ich natürlich reingesehen und fand insbesondere den Weekender sehr cool und supernützlich für mich. Und auch sonst ist das Buch glücklicherweise kein Langweiler, wirklich wahr!

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Genäht habe ich den Weekender ausschließlich aus lange gelagerten Stoffen und auch sonst aus vorhandenem Materialien, sogar den verstellbaren Träger einer alten Tasche fand ich fix und fertig im Gurtbandfundus. Der Boden ist auch nicht wie im Buch aus Kunstleder, sondern aus einem planenartigen Material (fragt mich nicht, wie´s heißt, aber es kann auf jeden Fall in der Maschine gewaschen werden!).

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Recht schlicht und dunkel ist sie geworden, die Tasche, aber auf Reisen finde ich das einfach praktischer. Und gereist ist sie übrigens schon, und zwar nach München und Barcelona. Davon dann aber ein andermal. ;)

pattydoo
Taschenlieblinge selber nähen
Christophorus Verlag
ISBN 9783841063564
LP 16,99 €

Scham…

…und Ekel befällt mich, wenn ich an diese sehr gute, weil so erschütternde und aufrüttelnde Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe denke, die ich diese Woche mit Frau Nähzimmer besucht habe.

Fast Fashion befasst sich kritisch mit sämtlichen Aspekten der Mode- und Bekleidungsindustrie. Dabei geht´s um Mangel und Überfluss, globale Gewinnspannen und lokale Löhne, darum, was wir Menschen Tieren und anderen Menschen antun, um den mörderischen Einsatz von Pestiziden im konventionellen Baumwollanbau, um chemische Produktionsprozesse und darum, wie der Inhalt unseres Kleiderschranks aussehen könnte, würden wir auf Slow Fashion setzen. Nicht nur Ansätze wie Re- und Upcycling werden da erneut vorgestellt, sondern z. B. der des Zero Waste, also einer Produktionskette, in der so gut wie keine Textilabfälle anfallen.

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Ja, weiß ich alles längst, denkt da so mancher, finde ich ja auch schlimm, habe aber trotzdem keinen Goldesel, um die Mehrkosten fair und nachhaltig produzierter Kleidung zu tragen, ein anderer. Ich glaube, viele von uns haben diesbezüglich bereits ein Gewissen entwickelt, aber beim Klamottenkauf tatsächlich Engel auf der linken und Teufel auf der rechten Schulter sitzen. Und stellt sich die Frage, kaufe ich das Shirt mit dem Fair Trade-Siegel oder genehmige ich mir für denselben Geldbetrag drei modisch geschnittene Oberteile einer konventionell produzierenden Bekleidungskette, siegt häufig der kleine Rote mit den Hörnern. Dabei darf man sich ruhig noch einmal vergegenwärtigen, dass auch viele große Marken-Labels, für deren Produkte wir viel Geld hinblättern, weder fair noch nachhaltig produzieren. Ich für meinen Teil bin echt angewidert, wenn ich mir vorstelle, dass sich für mein Kleidungsstück Arbeiter auf konventionellen Baumwollplantagen mit Pestiziden so vergiften, dass sie es nicht einmal lebend ins Krankenhaus schaffen, und Näherinnen zwar ohne Unterlass arbeiten, aber am Ende des Monats einen Lohn nach Hause tragen, der nur einen Bruchteil der monatlichen Ausgaben deckt.

Wer sowieso schon irgendwie fühlt, dass er zum endgültigen Umdenken und Handeln nur noch den allerletzten Schubs braucht, möge sich diese Ausstellung ansehen. Alle anderen selbstverständlich auch.
Im Netz geistert eine Typonachricht herum mit dem sinngemäßen Wortlaut: Erst bei Primark ein T-Shirt für 2,50 € kaufen und hinterher einen Café Latte für 6 € bei Starbucks trinken. Da grinsen wir alle immer wissend. Sagen: Ja, genau, wie bitter. Nach dem Besuch dieser Ausstellung grinst ihr nicht mehr. Da wollt ihr einfach hinmachen und handeln, damit sich etwas in die richtige Richtung bewegt.

Fast Fashion
20. März bis 20. September 2015
Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg

P.S. Bitte überlegt euch gut, ob ihr das Filmmaterial ‚ab 18‘ in der abgeteilten Nische des Ausstellungsraumes ansehen wollt. Ich hatte Bedenken, hielt mich aber für eine hartgesottene Kettensägenmassaker-Maid. Die Maid hat nicht einmal drei Sekunden lang hinsehen können.

Ich mag euch nicht mit vielen Links zuballern, aber diese vier sind hilfreich, wenn man sich schnell einen Überblick verschaffen möchte:

– bei Fairtrade Deutschland findet ihr z. B. eine Produkt- und Produzentenliste fair gehandelter Waren
– bei Fairtrade Kleidung könnt ihr euch über Produzenten und Anbieter (Labels, OnlineShops, Baby- und Kleinkindkleidung) informieren
– bei rankabrand könnt ihr recherchieren, wie nachhaltig die Bekleidungsmarken wirtschaften, die ihr tragt
– im Bioverzeichnis findet ihr viele weiterführende Adressen sowie Bio- und Ökoinformationen

All überall…

…Leuchten, Strahlen, Glühen!

Hi, Ihr treuen Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen,

alle fit?
Ich bin wieder ansprechbar. Ja, eher als erwartet, aber die letzten Feier- und Faulenzertage waren derart erholsam und kraftspendend, so dass ich mir erlaube, mich ein bisschen eher zurück zu melden. Morgen begebe ich mich sogar wieder in die Werkstatt, weil ich mal wieder etwas ausprobieren muss. Und dann habe ich auch ein privates Restaurationsprojekt am Start.

„Boah, Tina, jetzt schmeiß´ ihn weg!“
„Ne.“
„Doch, der ist hin!“
„Nein! Ich sitze JEDEN Tag auf ihm!“
„Tina, Du hast doch noch mehrere andere! Hau ihn wech!“
„NEIN!!!“
„Was willste denn mit dem kaputten Ding?“
„…ja, hmm…restaurieren…vielleicht? Genau, restaurieren!“
„Da wünsch´ ich Dir aber ganz viel Spaß bei!“

Werde ich sicher eine ganze Menge von haben inklusive stiller Wutanfälle aus purer Verzweiflung, denn einen Profi kann ich mir nicht leisten. Aber ich pack´ das nicht, den treuen Begleiter in den Hausmüllcontainer im Recyclinghof zu werfen, also muss ich in den sauren Apfel beissen. Vielleicht finde ich es gar nicht mehr so schlimm, wenn ich mich schlau gemacht habe…ich lasse es Euch wissen! Mehr davon im kommenden Jahr! Erst einmal aber mehr von dem, was ich beherrsche! :)

Expresskerzen

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Nachdem wir vor anderhalb Wochen unseren alten Selfmade-Adventskranz, der seit vielen Jahren zum Einsatz kommt, herausgekramt hatten, fiel mal wieder auf, wie viele Wachsreste sich in unserer Kerzenkiste türmten. Stumpen in den verschiedensten Farben lagen da herum und ich habe sie kurzerhand in eine Metallschüssel ins Wasserbad gestellt und schmelzen lassen; inklusive Dochte, die kann man schließlich später herausfischen.

Als das Wachs sich vollständig verflüssigt hatte, habe ich es ungefähr fingerbreit in vier flache Gläschen gegossen und mittig jeweils ein Teelicht hineingesetzt, so dass das Teelicht knapp mit dem flüssigen Wachs bedeckt war. Noch ca. eine Minute gewartet und ein bisschen Flitter darauf gegeben, fertig.

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Echt leicht, oder?

Also, Du brauchst lediglich:

★Wachsreste
★Teelichte ohne Aluminiumbehältnis
★flache Gläschen oder standfeste Schalen
★Flitter (optional)

Und die Brenndauer sollte definitiv länger sein als bei Teelichten! :)