Weekender für mehr als zwei Tage

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Einige von Euch wissen ja, dass ich mit der Koje in einer Änderungsschneiderei eingemietet bin. Nicht in irgendeinem Hinterzimmer, sondern vorne bei den anderen im Laden habe ich meinen Arbeitsplatz und da die Chefin  eigentlich auch am liebsten den ganzen Tag Kleidung und Taschen nähen würde, fliegt da immer allerhand an Inspirationsmaterial herum. So auch das neue pattydoo-Buch ‚Taschenlieblinge selber nähen‘. In das habe ich natürlich reingesehen und fand insbesondere den Weekender sehr cool und supernützlich für mich. Und auch sonst ist das Buch glücklicherweise kein Langweiler, wirklich wahr!

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Genäht habe ich den Weekender ausschließlich aus lange gelagerten Stoffen und auch sonst aus vorhandenem Materialien, sogar den verstellbaren Träger einer alten Tasche fand ich fix und fertig im Gurtbandfundus. Der Boden ist auch nicht wie im Buch aus Kunstleder, sondern aus einem planenartigen Material (fragt mich nicht, wie´s heißt, aber es kann auf jeden Fall in der Maschine gewaschen werden!).

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Recht schlicht und dunkel ist sie geworden, die Tasche, aber auf Reisen finde ich das einfach praktischer. Und gereist ist sie übrigens schon, und zwar nach München und Barcelona. Davon dann aber ein andermal. ;)

pattydoo
Taschenlieblinge selber nähen
Christophorus Verlag
ISBN 9783841063564
LP 16,99 €

Scham…

…und Ekel befällt mich, wenn ich an diese sehr gute, weil so erschütternde und aufrüttelnde Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe denke, die ich diese Woche mit Frau Nähzimmer besucht habe.

Fast Fashion befasst sich kritisch mit sämtlichen Aspekten der Mode- und Bekleidungsindustrie. Dabei geht´s um Mangel und Überfluss, globale Gewinnspannen und lokale Löhne, darum, was wir Menschen Tieren und anderen Menschen antun, um den mörderischen Einsatz von Pestiziden im konventionellen Baumwollanbau, um chemische Produktionsprozesse und darum, wie der Inhalt unseres Kleiderschranks aussehen könnte, würden wir auf Slow Fashion setzen. Nicht nur Ansätze wie Re- und Upcycling werden da erneut vorgestellt, sondern z. B. der des Zero Waste, also einer Produktionskette, in der so gut wie keine Textilabfälle anfallen.

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Ja, weiß ich alles längst, denkt da so mancher, finde ich ja auch schlimm, habe aber trotzdem keinen Goldesel, um die Mehrkosten fair und nachhaltig produzierter Kleidung zu tragen, ein anderer. Ich glaube, viele von uns haben diesbezüglich bereits ein Gewissen entwickelt, aber beim Klamottenkauf tatsächlich Engel auf der linken und Teufel auf der rechten Schulter sitzen. Und stellt sich die Frage, kaufe ich das Shirt mit dem Fair Trade-Siegel oder genehmige ich mir für denselben Geldbetrag drei modisch geschnittene Oberteile einer konventionell produzierenden Bekleidungskette, siegt häufig der kleine Rote mit den Hörnern. Dabei darf man sich ruhig noch einmal vergegenwärtigen, dass auch viele große Marken-Labels, für deren Produkte wir viel Geld hinblättern, weder fair noch nachhaltig produzieren. Ich für meinen Teil bin echt angewidert, wenn ich mir vorstelle, dass sich für mein Kleidungsstück Arbeiter auf konventionellen Baumwollplantagen mit Pestiziden so vergiften, dass sie es nicht einmal lebend ins Krankenhaus schaffen, und Näherinnen zwar ohne Unterlass arbeiten, aber am Ende des Monats einen Lohn nach Hause tragen, der nur einen Bruchteil der monatlichen Ausgaben deckt.

Wer sowieso schon irgendwie fühlt, dass er zum endgültigen Umdenken und Handeln nur noch den allerletzten Schubs braucht, möge sich diese Ausstellung ansehen. Alle anderen selbstverständlich auch.
Im Netz geistert eine Typonachricht herum mit dem sinngemäßen Wortlaut: Erst bei Primark ein T-Shirt für 2,50 € kaufen und hinterher einen Café Latte für 6 € bei Starbucks trinken. Da grinsen wir alle immer wissend. Sagen: Ja, genau, wie bitter. Nach dem Besuch dieser Ausstellung grinst ihr nicht mehr. Da wollt ihr einfach hinmachen und handeln, damit sich etwas in die richtige Richtung bewegt.

Fast Fashion
20. März bis 20. September 2015
Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz
20099 Hamburg

P.S. Bitte überlegt euch gut, ob ihr das Filmmaterial ‚ab 18‘ in der abgeteilten Nische des Ausstellungsraumes ansehen wollt. Ich hatte Bedenken, hielt mich aber für eine hartgesottene Kettensägenmassaker-Maid. Die Maid hat nicht einmal drei Sekunden lang hinsehen können.

Ich mag euch nicht mit vielen Links zuballern, aber diese vier sind hilfreich, wenn man sich schnell einen Überblick verschaffen möchte:

– bei Fairtrade Deutschland findet ihr z. B. eine Produkt- und Produzentenliste fair gehandelter Waren
– bei Fairtrade Kleidung könnt ihr euch über Produzenten und Anbieter (Labels, OnlineShops, Baby- und Kleinkindkleidung) informieren
– bei rankabrand könnt ihr recherchieren, wie nachhaltig die Bekleidungsmarken wirtschaften, die ihr tragt
– im Bioverzeichnis findet ihr viele weiterführende Adressen sowie Bio- und Ökoinformationen

All überall…

…Leuchten, Strahlen, Glühen!

Hi, Ihr treuen Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen,

alle fit?
Ich bin wieder ansprechbar. Ja, eher als erwartet, aber die letzten Feier- und Faulenzertage waren derart erholsam und kraftspendend, so dass ich mir erlaube, mich ein bisschen eher zurück zu melden. Morgen begebe ich mich sogar wieder in die Werkstatt, weil ich mal wieder etwas ausprobieren muss. Und dann habe ich auch ein privates Restaurationsprojekt am Start.

„Boah, Tina, jetzt schmeiß´ ihn weg!“
„Ne.“
„Doch, der ist hin!“
„Nein! Ich sitze JEDEN Tag auf ihm!“
„Tina, Du hast doch noch mehrere andere! Hau ihn wech!“
„NEIN!!!“
„Was willste denn mit dem kaputten Ding?“
„…ja, hmm…restaurieren…vielleicht? Genau, restaurieren!“
„Da wünsch´ ich Dir aber ganz viel Spaß bei!“

Werde ich sicher eine ganze Menge von haben inklusive stiller Wutanfälle aus purer Verzweiflung, denn einen Profi kann ich mir nicht leisten. Aber ich pack´ das nicht, den treuen Begleiter in den Hausmüllcontainer im Recyclinghof zu werfen, also muss ich in den sauren Apfel beissen. Vielleicht finde ich es gar nicht mehr so schlimm, wenn ich mich schlau gemacht habe…ich lasse es Euch wissen! Mehr davon im kommenden Jahr! Erst einmal aber mehr von dem, was ich beherrsche! :)

Expresskerzen

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Nachdem wir vor anderhalb Wochen unseren alten Selfmade-Adventskranz, der seit vielen Jahren zum Einsatz kommt, herausgekramt hatten, fiel mal wieder auf, wie viele Wachsreste sich in unserer Kerzenkiste türmten. Stumpen in den verschiedensten Farben lagen da herum und ich habe sie kurzerhand in eine Metallschüssel ins Wasserbad gestellt und schmelzen lassen; inklusive Dochte, die kann man schließlich später herausfischen.

Als das Wachs sich vollständig verflüssigt hatte, habe ich es ungefähr fingerbreit in vier flache Gläschen gegossen und mittig jeweils ein Teelicht hineingesetzt, so dass das Teelicht knapp mit dem flüssigen Wachs bedeckt war. Noch ca. eine Minute gewartet und ein bisschen Flitter darauf gegeben, fertig.

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Echt leicht, oder?

Also, Du brauchst lediglich:

★Wachsreste
★Teelichte ohne Aluminiumbehältnis
★flache Gläschen oder standfeste Schalen
★Flitter (optional)

Und die Brenndauer sollte definitiv länger sein als bei Teelichten! :)