Nostalgia profunda

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Jaaa.
Diese Woche hat mich Nerven gekostet, echt. Immerhin erreichte mich gestern die Zusage für die eigenART am 29. März hier in HH im Hühnerposten. Und obwohl ich es toll finde, dass es jetzt einfach mal kalt und trocken und nicht kalt und nass ist, habe ich, während die Heizungsrohre in meiner Werkstatt puckerten und ich an einer Lana-Handtsche in Rot und Anthrazit arbeitete, ein bisschen von Sonne und Wegfahren geträumt, verstärkt durch den Wiedereinstieg in meinen Spanischunterricht: Nach der Kubanerin Liane mit dem fixen MP-Mundwerk (habe bei ihr trotzdem problemos die Grundlagen gelernt!) und dem madrilenischen Philosophen Daniel beehrt uns seit Anfang des Jahres der argentinische Maler Juan, der einfach unfassbar guter Laune und der deutschen Sprache schon gar nicht mehr mächtig ist. So gut sollen wir also schon sein, meine drei Mitschüler und ich. ;) Im letzten Sommer erprobte ich auf den Straßen von Valencia die Sprache, wurde ständig unter herzlichem Gelächter verbessert, aber verstanden, und habe gelernt, dass man dort zur halben Bier tanque (Panzer) sagt und nicht etwa medio litro.
Es gibt viel zu sehen in der kleinen Schwester von Barcelona, die von viel weniger Menschen besucht wird. Alt und Neu, Verfall neben Sanierung, Modernisme und geradezu futuristische Architektur und interessante Streetart. Extrem entspannte Menschen gibt es dort auch! Also, Augen auf!

Aaach, ich schwelge jetzt einfach noch ein bisschen…♡

Morgen bin ich übrigens wieder im Grindelhof 11 im Pop-up Store anzutreffen. Kommt vorbei, wenn Ihr mögt, Patrizia vom PrunkWerk und ich sind von 11 bis 16 Uhr für Euch da!

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Danke, Sommer!

Boah, morgen schon geht hier in Hamburg der Ernst des Lebens wieder los, 4. Klasse und so. Also nicht ich, ich komm´ ja schon in die 34. Klasse…

…deshalb DANKE, Sommerferien, für

Zeit!, Sonne, Regen, neue Ideen, La Balkonia oheeeeee!, selbstgezogene Erdbeeren, Paprika und Salatköpfe, FreiluftKino aufm Rathausmarkt, Schwimmen und Tauchen wie verrückt, Kinder, die sich gegenseitig mit Pigmentpulver bewerfen und hinterher behaupten, dadurch hätten sie ihre innere Mitte gefunden, Siedler und Café International spielen, mit Papier arbeiten, die alte Heimat München, Valencia, La Granadella und meine kleine Eskapade, den Tagesausflug nach Berlin.

Es war toll! Und ich bin echt dankbar dafür!

Morgen werde ich mich endlich um die Anschaffung einer Overlock kümmern, denn bald schon geht die Stulpenproduktion wieder los und ich habe auch schon ein paar ganz brillante, farbenfrohe Jerseys eingekauft, auf deren Verarbeitung ich mich echt freue. Und keine Angst, es ist nicht alles in meinen bevorzugten Farben Blau und Türkis, ich habe bewusst auch andere Farbtöne gewählt! ;)

Für all diejenigen, die noch Sommerferien haben: Tschaka, geniesst es!
Für alle, die schon wieder ran müssen: Ich hoffe, Ihr hattet es toll und seid gut erholt!

Reise, Reise

 BIN IM URLAUB VOM 17. BIS 30. JULI

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I´m off!

Ich war ja schon ein bisschen weg, in der alten Heimat München, wo das Wetter zeitweise echt mistig, der ganze große Rest dafür aber umso sonniger gewesen ist.  Dankedankedanke, Ihr Lieben (S. und T. und B. und I. und E. und F. und B. und P. und Mama, fühlt Euch ruhig angesprochen)!

Mache keine Weltreise, freue mich aber wie ein Schneider darauf aus Hamburg einmal hinauszukommen, mal ein bisschen andere Luft, andere Gesichter, andere Kultur. Ebenfalls gut am Wegfahren finde ich, dass ich mich im Anschluss immer tierisch auf Hamburg freue, denn

the best journey
always
takes us
home

:-)

Bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen! Falls Ihr in den kommenden zwei Wochen etwas braucht, guckt mal HIER und Aufträge könnt Ihr nach wie vor schriftlich über das Kontaktformular schicken.

Andere Gefilde

Oh, toll, das Wochenende fängt gut an, dachte ich, als ich Freitagabend auf dem Weg aus der Werkstatt die Treppe hochgefallen bin und mir zum ersten Mal seit 24 Jahren das Knie aufgeschlagen habe. Beim direkt anschließenden Uromi-Besuch musste ich sorgfältig mein blutendes Knie in der hohlen Hand verbergen, damit sie sich in den kommenden Wochen nicht immer telefonisch rückversichern muss, dass das Bein noch dran ist.

Aber was soll ich sagen? Die kommenden zwei Tage wurden richtig gut!

Am Samstag zuckelte ich nämlich nach Marathon-Vorlesen und Mensch-ärgere-dich-nicht-Tournament mit Bollerwagen und zwei charmanten Helfern auf das Sommerfest der Elternschule Eimsbüttel. Spontan as I call it, denn ich wurde erst am Donnerstag von der Leiterin angeprochen, ob ich dort nicht auch meinen Koje-Stand aufschlagen möchte. Aber schließlich muss man auch mal etwas ausser der Reihe machen und das Wetter war sommerfesttauglich, also verbrachten die Jungs drei Stunden auf dem dortigen Skaterplatz und ich am Rand einer sehr grünen Wiese mit ganz entzückenden Standnachbarn zu meiner Linken und einem Admiral, der mehrfach die weiße Koje-Kiste als Landeplatz benutzte.

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Wie war das eigentlich noch einmal mit dem Über-den-Tellerrand-gucken? Am Sonntag habe ich, Asche auf mein Haupt, zum ersten mal in den fast neunzehn Jahren, die ich in Hamburg lebe, den Stadtteil Wilhelmsburg besucht.

Ich neige wie viele andere dazu meinen Kiez selten zu verlassen und höre noch meinen Mann im letzten Winter sagen: „Die Schanze nervt mich, ich fahre mit N. auf ein Bier nach Wilhelmsburg, wir suchen uns da ne neue Stammkneipe!“ Ja, macht mal, dachte ich nur, und musste lächeln, dass die Jungs nun mit der S-Bahn fahren, obwohl man hier ein paar Straßen weiter alle paar Meter über eine Kneipe stolpert.
Das mit der Stammkneipe hat sich übrigens als gar nicht so einfach herausgestellt, aber die beiden laufen dort gerne durch die Straßen und finden, wie man mir berichtete, auch den Bierpreis von 1,40 € ziemlich gut.

Ich habe natürlich, als ich nach Hamburg zog, vom Verfall Wilhelmsburgs gehört und einige Jahre später von den Anstrengungen des Hamburger Senats den gesamten Stadtteil wieder aufzuwerten, was gut gelungen ist, ohne dass das Schreckgespenst Gentrifizierung über allem schwebt. Aber hingefunden habe ich irgendwie trotzdem nicht.

Dieses Wochenende fand 48 h Wilhelmsburg statt, ein Festival der Hamburger Elbinselbewohner für ihre Nachbarschaft. Überall im Viertel traten Bands auf, manchmal auch direkt auf der Straße. Und ich war endlich fällig. Gerade mal 20 Minuten brauchten wir mit dem Auto, um buchstäblich ins Grüne zu fahren. Vom Biergarten ZUM ANLEGER aus wanderten wir kreuz und quer durch den Stadtteil durchs Reiherstieg-Viertel mit seinen schönen alten Gründerzeithäusern hin zur Honigfabrik, am Wasser entlang zu den Zinnwerken vorbei an der Soul Kitchen (jaaaa, logo, im Film gesehen, klar!) bis hin zu einem Flakbunker, der heute ein Sonnenkraftwerk ist und denn man per Aufzug erklimmen kann.  Später dann durch Schrebergärten und mithilfe einer Wilhelmsburgerin wieder querfeldein zwischen Wohnhäusern zurück ans Wasser und zum Auto.

Ich kann euch sagen: Auch ohne Festival einen Abstecher wert, wenn man Hamburg besucht. Ist sehr viel geerdeter als bei uns auf der anderen Seite. Ich habe einen sehr entspannten, ungekünstelten Stadtteil mit freundlichen, unprätentiösen Menschen vorgefunden. Mein Sohn sagte sogar: „Tina, das ist wie Urlaub in Barcelona hier!“ Und DAS ist ein ganz grosses Kompliment! :)

Wilhelmsburg, ich hoffe, dass du es schaffst, so zu bleiben wie du bist. Seit heute hast du zwei Fans mehr.

Gruß aus HH-Eimsbüttel!

Mi piaci ganz schön, Roma!

Ne, hat nix mit meiner Arbeit zu tun, aber das wollte ich euch trotzdem noch erzählen: Vor zwei Wochen hatte sich die ElTi Travel Association einmal wieder eingefunden!
Das El in ElTi hat meine bessere Hälfte vor mittlerweile acht Jahren auf dem Spielplatz vor unserem Haus getroffen. „Endlich habe ich eine NETTE Mutter kennengerlernt, mit der man NORMAL quatschen kann! DIE stelle ich Dir morgen gleich vor!“
So lernte ich Ela kennen und sie mich. Nachbarinnen waren wir auch noch und über die Jahre hinweg wurden wir Freundinnen. Letztes Jahr dann die Feuertaufe: Wir planten und machten einen Städtetrip nach Stockholm. Das war so gut, dass wir dieses Jahr gleich wieder zusammen für drei Tage weggefahren sind. Die Wahl ist auf Rom gefallen. Eine gute Wahl.

Rom kann einen ja vor lauter Sehenswürdigkeiten regelrecht erschlagen, also hatte ich mir vorgenommen, mich einfach treiben zu lassen, denn es gibt genug zu sehen, was im Reiseführer überhaupt keine Erwähnung findet. Weil wir nun schon da waren, haben wir natürlich auch einigen sog. „must sees“ Besuche abgestattet. Von denen hat mich das Pantheon am meisten beeindruckt, denn derartiger Bombast in Stein haut mich gerne mal aus den Socken. Ich bin dann sogar hineingelaufen und habe die Erinnerung mitgenommen, dass just in dem Augenblick, in dem ich hoch zur offenen Kuppel schaute, ein Wölkchen am sonst durchgehend blauen Himmel vorbeizog. :)
Elas Favorit, ich glaube, ich darf das sagen, war die Fontana die Trevi. Noch in Zeiten aufgewachsen, in denen die ganzen wunderbaren Fünfzigerjahre-Filme nachmittags im Fernsehen liefen, hatte sie all die Jahre Audrey Hepburn und Gregory Peck in Ein Herz und eine Krone im Hinterkopf behalten. Als wir dann am Brunnen ankamen, standen wir  – klar, völlig unromantisch – inmitten von Hunderten von Touris. Dennoch entfuhr Ela: „Da erfüllt sich ein Traum!“. Dann kaufte sie sich und mir ein Eis.

Unsere Unterkunft war ein Kracher. Da wir beide nicht wie die Königin von Saba residieren können, waren wir ziemlich aus dem Häuschen, als wir im Netz das Orsa Maggiore, eine Art Hostel im Internationalen Frauenhaus mitten in Trastevere, fanden. Das Doppelzimmer inkl. Frühstück wirklich sehr günstig. Und die Unterkunft auch noch total gut bewertet. Als wir ankamen, wurde uns erst klar, dass wir in einem ehemaligen Kloster nächtigen werden. Unser Zimmer war gemütlich und absolut entzückend. Und überhaupt empfand ich die Atmosphäre dort als extrem enstpannt und freundlich. Kann ich nur empfehlen!

Die Römer, denen wir begegnet sind, überraschten mich generell mit ihrer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Lebt man in einer Großstadt, in die viele Touristen reisen, können selbige ja auch ganz schön nerven, insbesondere, wenn die Fremden nicht mal in der Lage sind, Rudimentäres in der Landessprache zu artikulieren. Ela und ich zusammen genommen, wir sprechen ja ein paar Sprachen, aber Italienisch ist bislang noch nicht dabei. Dafür vertüdelten wir uns gern und brachten ab und zu ein paar Spanisch- und Französischbrocken unter. Aber auch anderen ging es mitunter so: Wenn wir uns zum Frühstück in der Gemeinschaftsküche einfanden, begrüsste uns eine Dame auch jeden Morgen laut und deutlich mit „¡Buenos dias!“. :)

Abends zogen wir natürlich los, viel zu früh meistens, denn der Italiener isst ja irgendwie frühestens um 21 Uhr. An unserem letzten Abend hatten wir den Dreh dann aber raus: Um halb zehn reihten wir uns in die Warteschlange der sensationellen Pizzeria La Montecarlo ein, warteten ganz souverän mit Einheimischen, plärrten auch laut „Due!“, wenn Plätze verteilt wurden und unterstrichen dies mit dem Victory-Zeichen.
Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich dort die beste Pizza meines Lebens gegessen habe. Der Geräuschpegel während des Essens war der Wahnsinn, von überall her schwappten laute Gesprächsfetzen und Lacher zu uns. Wir passten uns an, uns blieb ja auch nichts anderes übrig, wollten wir uns nicht anschweigen. Und wir haben es echt genossen! Das war Italien pur!

Was ich auch nicht unerwähnt lassen möchte, ist, dass ich Rom überhaupt nicht als teuer empfand. Das Essen (in Gasthäusern für Einheimische) war nicht teuer und sehr gut, Lebensmittel günstig, der Kaffee kostete fast überall um die zwei Euro. Viele Sehenswürdigkeiten kann man ohne Eintrittsgeld ansehen und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat uns auch nicht arm gemacht. Keine Ahnung, ob es im Sommer, wenn der Römer in der Sommerfrische am Meer ist, anders aussieht…auf jeden Fall war der Mai ein seeehr guter Reisemonat!
Guckt mal:

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Foresteria Orsa Maggiore
Via S. Francesco di Sales 1a
00165 Roma
http://www.foresteriaorsa.altervista.org

Pizzeria La Montecarlo
Vicolo Savelli 13
00186 Rom

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Rom, ich denke, du siehst mich wieder!