Er schwingt so schön, mein Tellerrock…

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Ich möchte mich damit gar nicht hinsetzen, sondern einfach nur laufen, laufen, laufen und den Rock schwingen lassen!

Mein neuer Tellerrock ist nach dem E-Book MILOU von Kreativlabor Berlin entstanden, für das ich in dieser Sache Probe genäht habe. Er ist wirklich sehr einfach zu nähen, da er keinen Bund mit verdecktem Reißverschluss hat, sondern stattdessen ein dehnbares Bündchen eingearbeitet wurde. Also auch für Anfänger sehr gut zu wuppen! Und sieht doch famos und absolut tipptopp aus!

Im E-Book gibt es zwei Varianten, einmal mit Strickbündchen, das andere Mal mit Gummibund. Ich habe eine Kombination aus beidem gewählt und ein Gummiband in mein Strickbündchen eingezogen, weil ich keines in einer zum Stoff passenden Farbe gefunden habe. So wie es jetzt ist, sieht es gut aus und sitzt Bombe!

Für meinen Rock habe ich Webstoff gewählt und Karo war dabei definitiv in der engeren Auswahl; aber dass ich so eine Knaller-Farbkombi in Orangerot und Türkis finden würde, stand wirklich in den Sternen. Ich bin ganz verknallt in den Stoff, denn er hat für einen schwingenden Rock auch genau die richtige Schwere.

Übrigens kann man  so einen Tellerrock auch aus Jersey oder in einer Kombination aus weichem Tüll und Futterstoff nähen. Petticoat drunter und das Schwingen kann beginnen!

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Die wunderbaren Fotos, die aufgrund des Wetters unter nicht ganz einfachen Lichtbedingungen aufgenommen wurden, habe ich abermals meinem Partner in crime Anja Jung zu verdanken, die mit Cosmic Shop auch hinter den maritimen Schriftzügen für einige unserer Biobaumwollbeutel mit Lavendelprint steckt. Abertausend Dank!

Buchtipp: Nähen macht glücklich

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Ich muss gestehen, ich habe dieses Buch die ersten Monate nach Erscheinen letzten Spätsommer erst einmal links liegen gelassen, nicht, weil ich Blutsgeschwister-Kleidung doof finde, ganz im Gegenteil, aber ich hatte so viel Liegengebliebenes wegen meines Händeausfalls, dass es mich nur genervt hätte, wenn ich mich nicht sofort ans Ausprobieren hätte machen können. Arbeit ging halt vor und ich war eine Zeitlang sowieso übervorsichtig.

Ende Dezember nun habe ich mich fürs überstandene Weihnachtsgeschäft belohnt und siehe da, mir gefällt der Inhalt von Nähen macht glücklich noch viel besser als erwartet!

Es sind zumindest für mich einige Schnittmusterüberraschungen dabei wie  Wendehandschuhe, High-Waist-Panties (!!!) und ein Dirndl. Klar gibt´s auch Anleitungen für weitere Kleider und Hoodies sowie für ein paar hübsche Wohnaccessoires in größerem Stil, die ich auch nicht unbedingt in diesem Buch erwartet hätte.

Mit den Schnitten für die Oberteile wurde mit Sicherheit das Rad nicht neu erfunden, aber mal ehrlich, wann passiert das schon? Das Tolle ist, dass es sich um solide, alltagstaugliche Oberteile handelt, die zum größten Teil so konzipiert wurden, dass sie mit den Schnitten für die Rockteile der Kleider kombinierbar sind und man so ohne größere Schnittmusteranpassung loslegen könnte.

Frau Ziegler hat auf den Schnittmusterbögen lediglich zwei Größen, nämlich S/M und L/XL gradiert, erklärt aber für einen Laien ziemlich ausführlich, wie man diese Grundmuster an die eigene Figur anpassen kann. Das ist bestimmt nix für komplette Anfänger, aber man kommt definitiv zurecht, wenn man sich schon ein paar Kleidungsstücke genäht hat.

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Ich selbst habe mir bisher die Schlupfbluse im Materialmix Jersey/Interlock plus feste Baumwolle/Viskose sowie das Highland Rose-Kleid auf dem Cover genäht, das man im Übrigen trotz der Schwere der Rockstoffe tatsächlich auch ohne den Gürtel, den ich mir dazu genäht habe, tragen kann, nur dann eben etwas „hüftiger“.

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Zu guter Letzt sei gesagt, dass auch dieser Titel ein paar Upcycling-Ideen birgt. Die abgefahrenste ist sicherlich die mit dem alten Sonnenschirmbezug, aus dem ein Fifties-Tellerrock entsteht.

Und? Lust bekommen? ;)

Karin Ziegler
Nähen macht glücklich
Dorling Kindersley
ISBN 9783831027903
LP 19,95 €

Auf Wiedersehen, Mr. Bowie!

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Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich einmal um jemanden, den ich nie persönlich getroffen habe, so bitterlich weinen würde.
Von dem Moment an, in dem ich vom Tode David Bowies erfuhr, liefen die Tränen, gegen die ich eine ganze Weile machtlos war. Ich möchte Euch auch jetzt gar nicht mit meinem persönlichen Schmonzens zuballern; ich war und bin einfach nur ein Fangirl und seine Musik hat mich den größten Teil meines Lebens begleitet.

Wenn´s hart auf hart kommt, was mache ich dann?
Ja, dann wird auch genäht. Das hilft ganz oft. Auch diesmal.
Jetzt, nachdem ich nicht mehr „überzulaufen“ drohe, schleicht sich sogar schon ab und zu ein Schmunzeln ein. Was für eine Wahnsinnsshow das war! Ganz bis zum Schluss!

It was such a pleasure to have you here, Mr. Bowie!
Wish I could turn back time.

Material: Interlock, Webstoff, Viskose
Schnittmuster (abgewandelt): Karin Ziegler, Kleid ‚Highland Rose‘ aus dem Buch ‚Nähen macht glücklich‘
Druckrealisation: Schablonendruck mit Freezer-Paper
Fotos: Anja Jung

Mein besonderer Dank gilt Anja, die sich mit mir bei minus 5° Celsius auf den eisigen Bahnsteig gewagt hat. Tausend Dank!

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I did not expect that I would once so bitterly weep for someone I’ve never met in person.
From the moment in which I learned of the death of David Bowie, the tears ran down, against which I was powerless for a while. I don´t want to bother you with my personal stuff; I was and am just a fangirl and his music has been with me for most of my life.

When the chips are down, what do I do then?
Yes, I also sew. This helps very often. This time, too.
Now that I no longer bubble over with tears a smile creeps across my face from time to time. What a wicked show that was! Quite to the end!

It was such a pleasure to have you here, Mr. Bowie!
Wish I could turn back time.

Material: Interlock, woven, viscose
Patterns (modified): Karin Ziegler, dress ‚Highland Rose‘ taken from the book ‚Nähen macht glücklich‘
Printing production: screen printing with freezer paper
Photography: Anja Jung

My special thanks go to Anja who has ventured with me at minus 5 degrees on the platform of the icy tube station. Thank you so much!

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Nature exploding

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..und zwar nicht nur bei mir hinten im Hof, sondern auch auf einem absoluten Unikat-Beutel. Ich hab´ ihn PEGGY SUE getauft, denn der Büdel ist echt ein absolutes Mädchen, auch wenn er sich auf dem Foto wenig damenhaft hingefläzt hat.

Ich war neulich wegen was ganz anderem in dem Laden, in dem Frau Nähzimmer ihre Kurse gibt, da fiel er mir in die Hände: ein strechtiger Stoff in MINT!!! mit Blumenbukett. Geht´s noch toller?! Den habe ich dann für mich gekauft, denn daraus ist, manche sind bereits total im Bilde, der Easy Knit Pencil Skirt aus dem großartigen Buch Gertie sews Vintage Casual vom noch viel großartigeren Gretchen entstanden. Tja, danach war aber noch Stoff übrig…

…also, der Bleistiftrock ist definitiv meiner, aber der Rucksackbeutel PEGGY SUE für eine von euch.

⚓ Format: 34 cm x 44 cm
⚓ Innenfutter aus dunkelbauer Baumwolle mit leichtem Strukturmuster
⚓ Tunnelzüge und Schlaufen aus naturfarbenem Leinen
⚓ aufgesetzte Innentasche aus naturfarbenem Leinen mit Druckknopf im Format 13 cm x 18 cm
⚓ Länge der Kordelzüge je 2 m, kann also bequem als Rucksack getragen werden

Preis 40 €

Bei Interesse schickt mir eine Nachricht, okay?

Love it! Easy Knit Pencil Skirt

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Ach, ich hab´s mir wieder leicht gemacht, das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen! Nase mal wieder in Gertie sews Vintage Casual gesteckt und den figurnahen Easy Knit Pencil Skirt aus einem ganz wunderbar geblümten, leicht stretchigen Stoff und einem 3 cm breiten Gummiband genäht. There´s room for lunch as I say.

Das Schnittmuster von Gretchen Hirsch kann ich wärmstens empfehlen. Das ist auch das, was ich so an ihr mag: Dass sie einerseits total famose Vintageschnittmuster liefert und uns alte Nähtechniken wieder näher bringt, und andererseits so ne leicht und schnell zu nähende Fakenummer für ein Retrokleidungsstück abliefert. Gut, ich musste den Schnitt mal wieder an meine Größe anpassen (ganze 10 cm sind dabei flöten gegangen), ansonsten jedoch ist es auch für Anfängerinnen ganz prima geeignet, und ungelogen, wenn ihr lest, wie man Schnittmuster an die eigenen Maße anpasst, werdet ihr merken: Auch das ist keine Zauberei, nur ein bisschen Arbeit, wie eine ehemalige Kollegin zu sagen pflegte. ;)