Marokkanischer Mini-Teppich aus Baumwollkordel

Marokkanischer Teppich aus Baumwollkordel

Ich gucke mir schon sehr gern farbenfrohe Häkelgeschichten bzw. Crocheting-Arbeiten an, und besonders einige gehäkelte Läufer (ja, ernsthaft!), die ich gesehen habe, finde ich richtig schick (auch ernst gemeint!)!
Da ich selbst es aber mit Häkeln und Stricken irgendwie so gar nicht halte, habe ich etwas ausprobiert, was vom Effekt her auch als „Quick and dirty“-Variante dessen betrachtete werden kann. Also, nur auf die Entfernung natürlich, aber ich bin hochzufrieden mit dem Ergebnis.

Für meinen Mini-Teppich habe ich 30 Meter naturweiße Baumwollkordel mit einem breiten, großen Zickzackstich immer rundherum aneinandergenäht und das Ganze der Stabilität wegen noch ein zweites Mal mit einer Zickzack-Naht fixiert. Indem man einen Anschiebetisch benutzt, stellt man auch sicher, dass die Kordel jeweils immer parallel zum bereits genähten Teil festgenäht wird, schließlich wollen wir keine große Kordel-Schüssel, sondern eine Fläche, die plan liegt! Wenn es aber doch passiert und sich ein Teil ein wenig hervorwölbt, so kann man mit dem Dampfbügeleisen kleine Unebenheiten noch ganz gut korrigieren.

Marokannischer Teppich aus Baumwollkordel 2

Weil mir der Läufer unifarben dann doch zu schlicht für unseren Haushalt war, habe ich ein einfaches, aber effektvolles marokkanisches Muster auf zwei aneinandergeklebte Bögen Freezer Paper kopiert, mit dem Cutter das Muster ausgeschnitten und das Papier dann vorsichtig auf den kleinen Teppich aufgebügelt. Mir gefallen die Texturen marokkanischer und im Allgemeinen arabischer Muster sehr. Für den Teppich durfte es jedoch keine allzu komplizierte, detailreiche Verzierung sein, aber ich finde, auch diese großflächige hier entfaltet schon eine leicht orientalische Wirkung.

Die Aussparungen der papierenen Druckvorlage habe ich mit dunkelblauer Textilfarbe für helle Stoffe ausgefüllt und dafür einen ganz normalen Borstenpinsel benutzt. Das Schöne ist, das die Farbe mit nur einem bis zwei Anstrichen nicht alle Stellen der Kordel erreicht, sodass an manchen Stellen immer noch ein wenig Naturweiß durchschimmert, was mir persönlich famos gut gefällt.

Marokkanischer Teppich aus Baumwollkordel 3

Nach der Trocknungszeit von ca. einer Stunde kann man das Freezer Paper dann abziehen, lässt das Muster noch einmal ordentlich über Nacht durchtrocknen und kann dann den Farbauftrag per Bügeln waschecht fixieren.

Unser Mini kommt bei uns nun im Flur zum Einsatz, aber ich kann mir die kleinen Läufer auch sehr gut als Balkon-Deko für den Sommer  oder aus Kordel in dunkleren Farben sogar als Alternative zum Fußabstreifer vorstellen. Wichtig ist nur, dass man darauf achtet, reine Baumwollkordel zu verarbeiten, wenn man den Teppich noch bedrucken möchte. Ansonsten tut´s auch eine Kordel mit synthetischen Anteilen.

Marokkanischer Teppich aus Baumwollkordel 4

Für meinen Teppich habe ich folgende Materialien und Gerätschaften benötigt:

  • 30 m Baumwollkordel mit einem Durchmesser von 8 mm
  • farblich passendes Polyestergarn
  • Freezer Paper
  • Cutter / Skalpell
  • Bleistift
  • Textilfarbe
  • Borstenpinsel
  • Bügeleisen
  • Nähmaschine
  • optional Anschiebetisch der Haushaltsnähmaschine (ist heute bei vielen Nähmaschinen standardmäßig als Zubehör dabei)

Hamburger Ausnahmezustand-Pinnwand

Ja, der 7. Juli 2017 in Hamburg, den werde ich nicht vergessen. Ich nehme an, den 8. Juli auch nicht. Den halben Tag habe ich nichts auf die Reihe bekommen, aber so langsam erwache ich aus meiner Schreckstarre.

Nicht, dass ich hier mit den Schablonen eines 1999 gekauften Schablonenbüchleins* so hell of al lot kreativ gewesen wäre, aber dafür war das Stupfen schön meditativ und das Ergebnis meines kleinen Pinnwand-Make Overs ganz schön schön!
Kleines Problem: An so ne Pinnwand mag man ja fast nix mehr dranpinnen… ;)

20170707_151244.jpg

Zutaten:

  • alte Pinnwand ausm Keller
  • Acrylfarbe Grün und Zitronengelb, um verschiedene Grüntöne zu erzeugen
  • florale Schablonen, hier Hibiskusblüte und Ranken
  • Stupfpinsel


*Katrina Hall, Gestalten mit Schablonen: Früchte & Blumen, Könemann Verlag 1999, ISBN 3829023057

¡Oiga, Salamanca!* Ich versuche mich an T-Shirt-Schablonendruck

*span. für „He, Salamanca!“

Überfällig: Schablonendruck mit Freezer Paper, dem beschichteten Einwickelpapier aus den USA!
Frau Pelant, meine schmerzlich vermisste Kollegin aus dem Nähzimmer, hatte mir vor einigen Monaten davon berichtet und ich wollte es gerne ausprobieren, sobald mir ein passendes Motiv eingefallen war.

Nun hat meine bessere Hälfte bald Geburtstag und da wir beide immer noch von der einmalig guten Serie Breaking Bad zehren, kam mir in den Sinn, das Konterfei eines der Protagonisten, Victor Salamanca, auf ein Jersey-T-Shirt zu bringen (den hier gezeigten Effekt, ein Foto ausschließlich in seinen Hell- und Dunkelanteilen wiederzugeben, erhält man über den Photoshop-Zeichenfilter „Stempel“).

Für die Erstellung der Schablone und den Druck braucht ihr folgendes:

– Freezer Paper
– Bügeleisen
– Pappe
– Bleistift
– Tesa oder Malerkrepp
– Cutter oder Skalpell (bei einfachen Motiven tut´s natürlich die Schere)
– Stofffarbe für helle oder dunkle Stoffe
– kleine Plexiglasscheibe oder ähnlich glatten Untergrund
– Gummirolle
– Pinsel
– optional Schneidematte

1. Zuallererst empfehle ich, den zu bedruckenden Stoff einmal in der Waschmaschine zu waschen, damit eventuelle Rückstände von Mitteln der Textilindustrie ausgewaschen werden.
2. Auf eine Kopie der Druckvorlage das Freezer Paper mit der beschichteten Seite nach unten legen und die Vorlage mit Tesafilm fixieren, damit beim Abpausen nichts verrutschen kann.

CIMG2716    CIMG2664

3. Motiv mit einem Bleistift abpausen und im Anschluss alle Partien, die gedruckt werden sollen vorsichtig mit dem Cutter ausschneiden. Wer keine Schneidematte besitzt, kann einfach eine dicke Pappe als Unterlage verwenden.
4. Hat man, wie in meiner Vorlage, innerhalb der zu bedruckenden Flächen kleine Felder, die nicht bedruckt werden sollen, so muss man diese ebenfalls vorsichtig mit dem Cutter ausschneiden und für den Druck aufbewahren.

CIMG2666    CIMG2667

5. Die Vorlage von der fertigen Schablone aus Freezer Paper ablösen und die Schablone mit der beschichteten Seite nach unten auf dem zu bedruckenden Stoff platzieren.
6. Mit dem Bügeleisen auf Stufe II die Schablone auf den Stoff aufbügeln; ggfs. die ausgeschnittenen Kleinteile mithilfe der kopierten Vorlage an der richtigen Stelle platzieren und ebenfalls auf den Stoff bügeln.

CIMG2668    CIMG2669

7. Unter den zu bedruckenden Stoff eine Pappe legen, damit keine Farbe auf die darunterliegende Stoffschicht oder die Tischplatte gelangen kann. Die Stofffarbe umrühren und ein wenig davon auf die Plexiglasscheibe aufbringen. Dann mit der Gummirolle darüberwalzen und die Farbe vorsichtig mit der Gummirolle auf den Stoff aufbringen. Bei den kleinen Aussparungen  musste ich den Pinsel zuhilfe nehmen, da sich die Kleinteile durch den Walzendruck gelöst hätten. Beim nächsten Mal probiere ich es mit einer Schaumstoffwalze.
8. Schablone zügig nach dem Auftragen der Farbe vorsichtig vom Stoff lösen.

CIMG2675    CIMG2678

9. Stoff gut trocknen lassen und den Schablonendruck im Anschluß von links mit dem Bügeleisen ca. fünf Minuten bügeln.

CIMG2682

Et voilá: Mein erstes T-Shirt! It ain´t perfect, but I like it! :)

P.S. Wer diese Art von Schablonendruck gerne selbst ausprobieren, aber keine ganze Rolle Freezer Paper kaufen möchte, der möge einmal HIER bei aennie nähen.häkeln.stricken. [für. jungs.] im Blog nachsehen. Sie hat sich ihr eigenes kostengünstiges Freezerpaper gebastelt. Und der Druck damit hat ganz wunderbar funktioniert!