Umziehen till kingdom come

Einfach mal auf die Gefahr hin, dass ihr herzlich über mich lachen müsst: Mir hat der Umzug vom 4. Stockwerk links in den 4. Stock rechts im selben Haus einiges an Kraft abverlangt. Es ist vielleicht ein bisschen so wie mit den Schülern, die zwar nur einen Katzensprung von der Schule entfernt wohnen, aber irgendwie sehr oft zu spät zum Unterricht erscheinen: Man denkt, das kriegt man easy hin, hat massig Zeit, etc., aber irgendwie rennt einem dann plötzlich die selbige davon.

Wenn man viele Bücher, DVDs, CDs und anderes Gedöns hat, wenn man vierzehneinhalb Jahre in ein und derselben Wohnung gelebt hat, in der sich natürlich enorm viel angesammelt hat, wenn dann zusätzlich irgendein übler Renovierscheiß durch die gestellten Handwerker passiert und man schließlich auf eigene Kosten Frau P., Malermeisterin des Vertrauens, kommen lassen muss, damit man überhaupt termingerecht umziehen kann, und wenn, und das war wirklich das Allerschlimmste, eine nächtelang schreiende Betty the cat Null Bock auf Revierwechsel hat und schon gar nicht in die Feindeswohnung, in der Lotti the cat vorher gewohnt hat, dann, ja dann hat man einfach KEINEN easy Umzug, OBWOHL man ja nur auf dem Stockwerk umzieht.

Wir haben es jetzt geschafft. Betty auch. Die markiert hier und da zaghaft und frisst und schläft noch im Katzen-Pheromone-Zimmer, allgemein bekannt als Wohnzimmer.

Also insgesamt? War das ein echt saudoofer Umzug! Aber ich habe natürlicht ein paar   schockierende / skurrile / coole Sachen gefunden, die mir in dem ganzen Chaos auch einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Wollt ihr vielleicht mal sehen?

Links seht ihr meinen wichtigsten Fund: Frank, von mir von klein auf Frankieboy genannt (yep, richtig, meine Eltern hatten bei der Namenswahl ihre Finger im Spiel). Er ist meine erste Puppe und die einzige, mit der ich je etwas anfangen konnte. Frankieboy hatte nie Jungsklamotten an. Das wird auch nix mehr, vermute ich, der kann froh sein, dass er Unterhosen anhat.

Rechts ein Minipulli, Gr. 62, in den wir doch tatsächlich den Offspring reingesteckt haben. Fragt mich nicht, wo der Strickpulli herkommt, der war plötzlich im Haushalt, gekauft habe ich den nicht…aber vielleicht bekommt Frank ihn jetzt?

Oha, those were the days! Bikerboots mit Kaktus-Stickerei! Habe ich in den Neunzigern angezogen! Im Ernst jetzt! Und nebendran in für mich heute untragbarer Kleidergröße 34 ein schwarzes Samtoberteil mit Perlenfransen und seitlichem Reißverschluss aus den Sechzigerjahren. Habe ich auch getragen, aber ich denke, es ist an der Zeit, dafür eine neue Besitzerin zu finden, denn ich werde da nie mehr hineinpassen. Interessenten vor! Ansonsten weiß ich ja, wo ich anfragen könnte! ;)

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Zu guter Letzt habe ich unheimlich schicke Interieur-Sachen aus meiner Lieblingsdesign-Zeit gefunden: Ein Kaktusbänkchen, was eigentlich schon wieder so cool ist, dass man sich ein paar kleine Kakteen anschaffen sollte, sowie einen Kissenbezug mit Rüschen und der typischen Printgrafik dieser Zeit. Flohmarktfund von ca. 1997 auf Kampnagel in Hamburg.

Na, nun richten wir uns erst einmal ein und ich gelobe Besserung in Sachen Homepage- und Blogpflege. Und bald nehme ich mir auch wieder die Zeit für mich zu nähen. Ich freue mich nach dieser Chaos-Episode auf jeden Fall sehr auf die kommende Zeit! :)

Bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen! Vielleicht sehen wir uns ja bald einmal auf einem der Märkte oder in der Schneiderei Kandemir!

Auf jeden Fall erst einmal einen famosen 1. Mai!

Liebling Lily´s turn

 

blog lily

Achtung, das ist jetzt nur etwas für Liebhaber und Fans von The Munsters oder generell von Sechzigerjahre Trash-Fernsehen!
Ich finde jedoch, dass auch Lily Munster einmal drankommen sollte, nachdem das Konterfei ihres Göttergatten Herman in der Koje doch reichlich, insbesondere aber auf Tote Bags aus Biobaumwolle, auftaucht.

Zur Person: Lily ist die bessere Hälfte des Ehepaares, um das sich die Familie Munster schart. Im Gegensatz zu ihrem Mann aus dem Hause Frankenstein ist sie ein Vampir und sorgt dafür, dass ihr Hermie immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückfindet, denn dahin muss er ziemlich oft zurückgebracht werden.

LILY´S TURN ist nun eine große Umhängetasche für nicht minder große The Munsters-Fans geworden: Auf der grünen, mit schwarzer Paspel eingefassten Klappe prangt in schwarzem Siebdruck Lily Munster, weil ich fand, dass genau dieser Grünton des Stoffes sehr gut zu ihr passt.
The Munsters wurden natürlich noch in Schwarzweiß gedreht, aber eigentlich, der Fan weiß das, ist Lily´s Teint grün, auch wenn er eher im Pastellbereich anzusiedeln ist. :)

Bei der Klappe habe ich mich in der Bücherhalle Hamburg beim Blättern in der Nähabteilung inspirieren lassen : Dort habe ich in einem Buch eine muschelförmige Klappe gesehen und dachte, eine etwas entschärfte Version mit weniger Richtungswechseln im Verlauf wäre auch einmal ganz schön, schließlich ist auch Lily´s turn eine Tasche für ein großes, verspieltes Mädchen.
Ausgestattet wurde sie im Inneren mit einem Reißverschlussfach und einer Einstecktasche für Telefon o. ä. und wird mit einem silberfarbenen Drehschloss verschlossen. Sie besitzt einen in der Länge verstellbaren Schultergurt und zusätzlich einen Henkel, sodass sie quer wie eine Crossover-Bag oder wie eine geräumige Handtasche am Henkel getragen werden kann. Beide Tragesysteme besitzen Karabiner, die man bei Bedarf aus den seitlichen D-Ringen oder aus den oberen Ösen ausklinken kann.
Der Henkel wurde übrigens von mir selbst aus einer Kordel mit einem Durchmesser von 0,7 cm gefertigt, die ich in ein 3,8 cm cm breites Gurtband eingenäht habe. So ist er auch schön griffig!

LILY´S TURN ist ein UNIKAT.

Taschenmaße:
48 cm x 36 cm

Ausstattung:
Drehverschluss aus Metall
Einsteckfach, 20 cm x 18 cm
Reißverschlussfach, 29 cm x 24 cm
verstellbarer Tragegurt, maximale Länge 1,30 m
Henkel, Länge 55 cm

Casual wear the Scottish way

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Manche von Euch kennen den Stoff, denn wenn Ihr ab und zu im Shop vorbeischaut oder bei FB oder Instagram, habt ihr bereits die Armstulpen gesehen, die ich daraus genäht habe. Ich finde das schottische Argyle-Muster als Stoffprint für Sweat sehr ungewöhnlich, es erinnert mich an die glorreichen Achtzigerjahre und Kniestrümpfe von Burlington, die damals mindestens so schwer angesagt waren wie Benetton-Pullis und Sonnenbrillen von Rayban. Also wenn man Popper war halt, sonst natürlich nicht… ;)

Ich fand es dann aber auch gleich so dermaßen schrill, dass ich mir (MMM) eine weitere COCO aus dem Hause Tilly Walnes daraus genäht habe.
Den an die Sechzigerjahre angelehnten Schnitt finde ich besonders wegen des Funnelnecks sehr schick, den ich allerdings einmal umgeschlagen trage und nicht aufgestellt, wie es eigentlich gedacht ist. Das ist mir dann aber echt too much Sixtiesness und außerdem habe ich mir doch diesmal richtig Mühe gegeben, sodass schwarze Innenkragen-Raute auf schwarze Vorderteil-Raute trifft und ich bin saustolz, dass das so ungefähr geklappt hat. ;)

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Aber auch das leicht ausgestellte, verhältnismäßig lange Oberteil finde ich richtig gut. Das Ding funktioniert bei mir zwar nur in relativ schmal geschnittener Hose und Schuhen mit hohen Hacken, aber man kann schließlich nicht sein ganzes Leben in Pollerjeans und Turnschuhen herumlaufen, nicht wahr?!

Die Vorführung in ganzer Pracht übernimmt diesmal meine Assistentin Reni, weil mich gerade keiner fotografieren kann. Ich denke man bekommt nichtsdestotrotz einen Eindruck20161116_105644-kopie_2.

Übrigens kann man COCO und einige weitere sehr Sixties & Seventies inspired Schnittmuster  auf der Homepage von Tilly Walnes namens Tilly and the Buttons wahlweise als Print oder als digitales Schnittmuster erwerben. Tilly Walnes ist absolute Autodidaktin und hat sich das Nähen weitestgehend selbst beigebracht. Vielleicht sind auch gerade deshalb die Anleitungen so gut beschrieben. Ein wenig Näh-Englisch ist jedoch auf jeden Fall von Vorteil, da die Schnittmuster bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

Wilma! Eine andere Clutch.

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Ich habe die „Fensterclutch“ von neulich ein bisschen weiterentwickelt und die allererste davon ist nun tatsächlich in den Shop gewandert. Gestatten, Wilma, die ein Fenster aus durchsichtigem Vinyl mit Steppnähten bekommen hat.

Schon während der Arbeit an ihr musste ich oft an Familie Feuerstein denken, die Steinzeit-Zeichentrickserie aus den 60ern (geliebt hab´ ich sie!), sodass der Name ganz schnell klar war. Zu Wilma, Fred Feuersteins Angetraute, hätte diese Clutch meiner Meinung nach nämlich enorm gut gepasst! Außerdem: Ne Bettie gibt´s ja bei Zwölfte Koje links schon!

Wilma ist 27,5 cm x 13,5 cm groß und hat im Inneren wie auch die ANCHOR GIRL-Clutch ein auf der gesamten Breite durchgehendes Reißverschlussfach sowie eine Handgelenksschlaufe, die man bei Bedarf ausklinken kann.

Anders ist, dass die Kanten mit Schrägband oder breitem Ripsband versäubert werden und der Taschenkorpus samt Klappe nur aus zwei Schnittteilen besteht.

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Mir wirbeln weitere Modelle durch den Kopf, sowohl mit gemusterten Retrostoffen als auch bedruckten Stoffen mit im weitesten Sinne Szenen und Figuren. Mal sehen, was mir so unterkommt…ich bin ja Sammlerin und mitunter sehr geduldig bis der richtige Stoff vorbeikommt. Es wird aber in jedem Fall in Kürze ein paar weitere Modelle in den Shops geben.

Auch bei dieser Tasche gilt im Übrigen: Habt Ihr einen Stoff, der für Euch persönlich in eine Handtasche dieser Art eingearbeitet werden soll, meldet Euch gern, denn das übernehme ich auch gern! :)

Und hinterlasst mir bitte ein Feedback, wenn Euch danach ist!
Ich bedanke mich schon einmal recht herzlich im Voraus! Ihr seid toll!

Teufelsbraten

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Oldtimer und US Car Treffen Hamburg-Bramfeld, Mai 2016

Mit Autos ist es bei mir wie mit Wein: Entweder mir gefällt/schmeckt es oder eben nicht („Pscht, Tina, der Wein hat x € die Flasche gekostet!“). Ahnung habe ich von beidem tatsächlich nicht die geringste, aber ich trinke gern trockenen Weißwein und ein sechzig Jahre altes Auto würde ich auch gern einmal fahren, auch wenn man mir sicher zwei Keilkissen auf den Fahrersitz packen müsste, damit ich übers Lenkrad schauen kann.

Gestern habe ich nicht nur auf dem Oldtimer und US Car Treffen in Bramfeld gearbeitet, sondern auch 400 phänomenale Oldtimer aus den verschiedensten Jahrzehnten ab Baujahr 1986 ansehen dürfen.
Meinen Favoriten seht Ihr hier: Mattschwarz lackiert, mit Glitterdach, Weißwandreifen und diesen schnuckeligen Nebelleuchten (?  Neiiin, fragt mich NICHT, wie die heißen!), die wie kleine Stoßzähne aussehen. Ich sehe sie förmlich vor mir, die halbstarken Schurken, die in so einem Teufelsbraten früher über die Landstraße schaukelten…was für eine geile Schäsn*, wie der Bayer so sagt und auch so schreibt! ;)

*chaise, frz. Kutsche, regional benutzt für ‚altes Fahrzeug‘ bzw. ‚Automobil‘

In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an Bernd, der das Treffen seit 2014 einmal jährlich veranstaltet. Hat großen Spaß gemacht!