Spielereien

Hermie 1

Neulich habe ich meinen allerersten Probedruck aus meinem Siebdruckkurs im letzten Jahr wiedergefunden, ein Bild von meinem absolut ‚liebenswertesten Lieblingsdeppen‘ Herman Munster aus der Sechzigerjahre-Fernsehserie The Munsters. Ich kenne die auch bloß, weil sie in den Achtzigerjahren im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, was ich damals unglaublich lustig fand. Ich bin eben ab und an auch sehr leicht zu erfreuen und seitdem großer Fan von Hermie, seiner Frau Lily & Co.

Sooo, zurück zum eigentlichen Thema. Er (der Print) war nicht perfekt, aber brauchbar, was also tun damit?
An die Wand hängen mit schickem DIY-Rahmen?
Nö.
Minimini-Kuschelkissen draus machen?
Nö, auch nicht.
Den ganzen Hermie auf eine Weekender Kulturtasche applizieren?
Hmmm, ja, okay, kann man machen.

Man muss ja auch nicht unbedingt einen Siebdruck hernehmen, Bilder kann man ja auch z. B. mit Transferfolie auf Stoff übertragen oder, im Hause Koje sehr beliebt, mit Hilfe eines ätherischen Öls wie beim Lavendeldruck. Wichtig ist nur, möchte man den Stempeleffekt haben, dass man sich ein Bild mit möglichst kontrastreichen Hell- und Dunkelanteilen aussucht und auf dieses dann in Photoshop  den Filter ‚Stempel‘ drüberlegt. Aber normale Aufnahmen gehen sebstverständlich auch.

Um das Stoffbild besser auf dem Untergrund fixieren zu können, habe ich auf die Rückseite Vliesofix aufgebügelt. Hermiebaby sollte aber nicht einfach schnöde im Zickzackstich appliziert werden, deshalb bekam er einen Rahmen aus  grünblauem Schrägband verpasst. Erst dann habe ich ihn auf kleinerer Stufe auf das Wachstuch aufgebügelt (ja, das geht, aber eben auf kleiner Stufe, nur, um die Appli grob zu fixieren) und konnte ihn aufgrund des Schrägbands in einem Geradstich festnähen.

Dann ging es auch schon ans Zusammennähen der Schnittteile und herausgekommen ist eine, wie ich finde, sehr famose, individuelle Kulturtasche, die perfekt für Kurztrips geeignet und auch ein sehr feines Mitbringsel ist (es muss ja nicht immer gleich Frankenstein vorne drauf sein…).

Ich denke, die nächste, die appliziert wird, wird Lily sein. Ich habe da schon so eine Idee…
:)

Liebe Grüße aus der Koje!
Tina

Mantra: Fluten und drucken, fluten, drucken, fluten, drucken…

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Nicht, dass ich nach der letzten Woche nicht schon reichlich „sonntagsreif“ im Sinne von „faulenzerreif“ gewesen wäre; aber die Möglichkeit war da, also haben Frau Nähzimmer und ich sie ergriffen und vorgestern im Stoffdeck in Wilhelmsburg Siebdrucken bei Claudia gelernt.

Das Stoffdeck vermietet gewerblich vier Einzelateliers an Textildesigner, ist aber hauptsächlich ein Co-Working-Space, also eine Werkstatt, in der man zusammen arbeitet, denn wie uns allen klar ist:

Zusammen ist man irgendwie weniger allein!

Es bietet auf über 250 m² Profiarbeitsplätze für Textildesigner und Menschen, die ihrer Näh- oder Druckleidenschaft frönen möchten, und wurde als gemeinnütziges Projekt, welches von der Kulturbehörde Hamburg gefördert wird, initiiert. Der Fokus liegt darüberhinaus auf Stadtteilprojekten, Schul- und Jugendarbeit und Angeboten für Arbeitssuchende, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

So, das waren die hard facts.

Kommen wir nun aber mal zum Kurs: Simone und ich waren nicht gerade brillant vorbereitet, dafür war´s zu spontan und die Woche zu vollgepackt, aber einige eigene Motive, die wir noch Samstagnacht vorbereitet und in zweifacher Ausführung auf Transparentpapier gebracht hatten, kamen dann doch mit uns in den Kurs.

Siebdrucken ist tatsächlich so, wie alle sagen, die es gelernt haben: Nicht schwer. Man muss es aber mindestens einmal richtig erklärt und gezeigt bekommen, denn Siebdruck-Supplies sind schlicht zu teuer, um auf diesem Feld gemäß dem Motto „try and error“ zu werkeln. Claudia verklickerte uns also zuerst die hilfreiche Theorie und den Druckablauf, und wer wollte, konnte sich aus der umfangreichen Vorlagenmappe noch ein paar Fremdmotive zusätzlich zu den eigenen aussuchen. Danach wurde es aber ernst.

Ich glaube, nach unseren ersten Probedrucken haben wir alle ehrfürchtig dasselbe gedacht: Det jeht! Ich kann siebdrucken!! Und überhaupt bin ich die Königin der Weeööölt!!!

Da man den Druckvorgang wirklich schnell erlernt, haben wir vier Kursteilnehmerinnen den ganzen Nachmittag hindurch hochkonzentriert arbeiten können (lauter Mädels und wir haben kaum gequatscht!).
Ich war sehr verhalten und hatte nur alte T-Shirts und einen Meter naturweißes Leinen mitgebracht, Simone war da mutiger und hatte Stoffe für zukünftige Nähprojekte mitgenommen, aber am Tisch nebenan wurde sogar forsch ein Teil des eigenen Kleiderschrankinhalts bedruckt.

Siebdrucken eröffnet einem ein weites Feld. Da rattert es im Hinterkopf, was man zukünftig an eigenen Entwürfen einmal auf Stoff oder Papier bringen möchte. Mit Absolvierung eines Kurses ist man im Stoffdeck nämlich willkommen, nach Voranmeldung das Siebdruckatelier zu nutzen: Die aktuellen Mietkonditionen findet ihr HIER. Darüberhinaus kann man Drucksiebe ausleihen und sie für einen Preis von 25 € vorab beschichten und nach Gebrauch auch reinigen lassen. Das heißt also, man kann selbst sofort mit der Belichtung und im Anschluß mit dem Drucken beginnen, wenn man im Stoffdeck einläuft. :)

Claudia, vielen Dank für den coolen Tag! Haste uns gut erklärt!

Dani, Rebi, Tina, Harry und Frank: Danke für den Geburtstagsobulus für die Kursgebühr!

Simone? Machen wa wieder mal, oder?!

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Kunst aufm Kiez

Gestalten auf großer Leinwand

Nur kurz, muss ich Euch zeigen: Im Rahmen des Reeperbahn Festivals findet derzeit der europäische Ableger der Flatstock Poster Convention statt, der seine Zelte hier in Hamburg auf dem Spielbudenplatz aufgeschlagen hat.
Die Siebdrucke, überwiegend Konzertposter, sind wahrhaftige Kunstwerke und haben mal so gar nix mit so manch dröger Konzertankündigung  auf heimischen Litfasssäulen zu tun. Die Siebdrucke können selbstverständlich auch erworben werden und das zu sehr humanen Preisen. Später, aber das wisst Ihr ja, erreichen die Poster Sammlerwerte in zum Teil schwindelerregenden Höhen.

Auf dem Foto seht Ihr einen Künstler in luftiger Höhe  bei der Arbeit an einem überdimensionalen Bild. Beeindruckend, wenn ich mir vergegenwärtige, was ein einzelner in wenigen Stunden erschaffen kann.

Wer Spaß an Grafik und Posterart hat und gerade in Hamburg ist, hat heute noch die Gelegenheit:

Flatstock European Poster Convention
Spielbudenplatz/Reeperbahn
Hamburg
14 bis 23 Uhr