Eddie-Shirt mit U-Boot-Ausschnitt

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Irgendwann im Laufe des Jahres habe dann auch ich bemerkt, dass ich mittlerweile überwiegend selbst genähte Shirts trage. Ich habe da so fünf, sechs Lieblinge, die sehr oft im Einsatz sind. :)

Einer meiner Favoriten ist z. B. das Shirt-Schnittmuster „Liv“ von pattydoo, das ich vor Urzeiten einmal in der Variante mit einem U-Boot-Ausschnitt gekauft habe; und das ich noch nie so genäht habe, wie es gedacht ist, denn den Saumbund habe ich immer weggelassen und so leicht ausgestellte A-Linie-Shirts erhalten, die ich aufgrund meiner Körpergröße in der Länge um ca. 4 cm gekürzt habe.

Nicht gerade extravagant, aber figurschmeichelnd, bequem und superkleidsam für mich, finde ich. Und wandelbar, denn obwohl es ganz klar Casual ist, kann man da mit einer Schleife seitlich am Ausschnitt oder elastischer Borte an den Säumen Akzente setzen, sodass man es auch zu festlicheren Anlässen tragen kann.

Für den Moment erfreue ich mich sehr an meiner neuesten Liv, die ich selbst im Siebdruckverfahren bedruckt habe. Bei dem satten Grünton des Jerseys war mir schon beim Kauf klar, dass da einer aus der The Munsters-Familie drauf muss. Und weil Eddie der jüngste Neuzugang auf dem Siebdruckrahmen ist (der eigentlich für dieses Produkt beschichtet wurde), fiel meine Wahl auf ihn.

In diesem Sinne:

„Isn’t anybody going to say how lovely I look?“

Eddie Wolfgang Munster
(Folge: My Fair Munster)

Umziehen till kingdom come

Einfach mal auf die Gefahr hin, dass ihr herzlich über mich lachen müsst: Mir hat der Umzug vom 4. Stockwerk links in den 4. Stock rechts im selben Haus einiges an Kraft abverlangt. Es ist vielleicht ein bisschen so wie mit den Schülern, die zwar nur einen Katzensprung von der Schule entfernt wohnen, aber irgendwie sehr oft zu spät zum Unterricht erscheinen: Man denkt, das kriegt man easy hin, hat massig Zeit, etc., aber irgendwie rennt einem dann plötzlich die selbige davon.

Wenn man viele Bücher, DVDs, CDs und anderes Gedöns hat, wenn man vierzehneinhalb Jahre in ein und derselben Wohnung gelebt hat, in der sich natürlich enorm viel angesammelt hat, wenn dann zusätzlich irgendein übler Renovierscheiß durch die gestellten Handwerker passiert und man schließlich auf eigene Kosten Frau P., Malermeisterin des Vertrauens, kommen lassen muss, damit man überhaupt termingerecht umziehen kann, und wenn, und das war wirklich das Allerschlimmste, eine nächtelang schreiende Betty the cat Null Bock auf Revierwechsel hat und schon gar nicht in die Feindeswohnung, in der Lotti the cat vorher gewohnt hat, dann, ja dann hat man einfach KEINEN easy Umzug, OBWOHL man ja nur auf dem Stockwerk umzieht.

Wir haben es jetzt geschafft. Betty auch. Die markiert hier und da zaghaft und frisst und schläft noch im Katzen-Pheromone-Zimmer, allgemein bekannt als Wohnzimmer.

Also insgesamt? War das ein echt saudoofer Umzug! Aber ich habe natürlicht ein paar   schockierende / skurrile / coole Sachen gefunden, die mir in dem ganzen Chaos auch einmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Wollt ihr vielleicht mal sehen?

Links seht ihr meinen wichtigsten Fund: Frank, von mir von klein auf Frankieboy genannt (yep, richtig, meine Eltern hatten bei der Namenswahl ihre Finger im Spiel). Er ist meine erste Puppe und die einzige, mit der ich je etwas anfangen konnte. Frankieboy hatte nie Jungsklamotten an. Das wird auch nix mehr, vermute ich, der kann froh sein, dass er Unterhosen anhat.

Rechts ein Minipulli, Gr. 62, in den wir doch tatsächlich den Offspring reingesteckt haben. Fragt mich nicht, wo der Strickpulli herkommt, der war plötzlich im Haushalt, gekauft habe ich den nicht…aber vielleicht bekommt Frank ihn jetzt?

Oha, those were the days! Bikerboots mit Kaktus-Stickerei! Habe ich in den Neunzigern angezogen! Im Ernst jetzt! Und nebendran in für mich heute untragbarer Kleidergröße 34 ein schwarzes Samtoberteil mit Perlenfransen und seitlichem Reißverschluss aus den Sechzigerjahren. Habe ich auch getragen, aber ich denke, es ist an der Zeit, dafür eine neue Besitzerin zu finden, denn ich werde da nie mehr hineinpassen. Interessenten vor! Ansonsten weiß ich ja, wo ich anfragen könnte! ;)

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Zu guter Letzt habe ich unheimlich schicke Interieur-Sachen aus meiner Lieblingsdesign-Zeit gefunden: Ein Kaktusbänkchen, was eigentlich schon wieder so cool ist, dass man sich ein paar kleine Kakteen anschaffen sollte, sowie einen Kissenbezug mit Rüschen und der typischen Printgrafik dieser Zeit. Flohmarktfund von ca. 1997 auf Kampnagel in Hamburg.

Na, nun richten wir uns erst einmal ein und ich gelobe Besserung in Sachen Homepage- und Blogpflege. Und bald nehme ich mir auch wieder die Zeit für mich zu nähen. Ich freue mich nach dieser Chaos-Episode auf jeden Fall sehr auf die kommende Zeit! :)

Bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen! Vielleicht sehen wir uns ja bald einmal auf einem der Märkte oder in der Schneiderei Kandemir!

Auf jeden Fall erst einmal einen famosen 1. Mai!

Neue Mid Century Designs

Achtung, neue Stoffdesigns! Und ich bin in alle verknallt!

  1. Guckt Ihr die auch so gerne an, diese oft wuchtigen, mitunter pastellig lackierten Wagen aus der Wirtschaftswunderära? In ein paar dieser „Schlachtrösser“, wie ich sie manchmal nenne, bin ich auf Kuba ordentlich durchgerüttelt worden, zumindest, wenn die Wagen noch im Originalzustand und nicht neu gefedert waren. ;)
  2. Kakteen, ja, die sind selbstverständlich nicht explizit ein Fünfzigerjahre-Motiv. Diesen Stoff jedoch empfinde ich mit seiner bauchigen, organischen Grafik als ziemlich Retro, da denke ich gleich an Mariachi und Tequila, träge Tage und prächtige Nächte im Kurzurlaub in Acapulco. Wer das damals eben bezahlen konnte, ich kenne Acapulco ja nur aus Filmen…
  3. Ein bisschen weniger dekadent ging es auch: Der deutsche Nachkriegsbürger, der bislang ja höchstens im Schwarzwald oder vielleicht noch in Österreich Urlaub gemacht hatte, entdeckte in den Fünfzigerjahren Italien als Urlaubsland für sich. Wer es  sich leisten konnte, fuhr zum Urlauben mit dem eigenen PKW an die italienische Riviera oder setzte sogar total mutig mit der Fähre nach Ischia über. Was passt da besser als der himmelblaue Stoff im Vintage-Style mit seinen kleinen Segelbooten?
  4. Tiles, also Kacheln, oder Mosaike, die erinnern mich ebenfalls an süßes Nichtstun in den Fünfzigern, stilvolles Abhängen am Pool, bunte Drinks mit Schirmchen, etc.
    Wenn ich mir diesen Retrostoff ansehe, muss ich trotz der Trendfarbe, ich nenne die mal Hummerrot, an Sonnenlicht denken, das sich glitzernd in den Fliesen eines Pools in San Fernando Valley bricht. ;)
  5. Wir benutzen den Ausdruck relativ gedankenlos, obwohl er einen ziemlich unschönen Ursprung hat: Atomic Age, so werden die Jahre nach der ersten Detonation einer Testatombombe durch die USA im Jahr 1945 im Staate New Mexico genannt. Grafik, Design, Architektur und Werbung, sie alle waren während des Kalten Krieges stark durch die Atomwissenschaft und der Angst der westlichen Welt vor einem Atomkrieg beeinflusst, was sich in der Verwendung vieler verwandter Motiven und Formen niederschlug. Sputniks, Sterne, Raketen und fliegende Untertassen hatten ihre große Zeit!
    Ich habe eine sehr große Affinität zu diesem Design und freue mich deshalb besonders, Euch dieses Raketenmotiv mit der tollen Farbgebung präsentieren zu können. Und hoffe natürlich, dass ich in Zukunft noch auf weitere Designs in der Art stoßen werde!
  6. Atomic Cats, da brauche ich jetzt nicht wirklich viel dazu sagen, oder? Katzen gehen IMMER, egal ob Retro oder modern! Die schwarze Katze hier tummelt sich zusammen mit grafisch typischen Mid Century Elementen auf einem cremefarbenen Stoff. Und das Gute: Ich habe die noch auf anderen Stoffen gefunden. There´s more to come, Katzenfreunde! ;)

Alle Stoffdesigns findet Ihr aktuell in meinem DaWanda-Shop. Und falls Ihr aus einem der Stoffe etwas angefertigt haben möchtest, zögert nicht lange, meldet Euch, denn  ich hab´ Spaß an Sonderaufträgen!

Koje kariert

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Ja, richtig gesehen, die Koje wird diesen Herbst vom sog. Schottenkaro, dem Tartanmuster*, wieder eingeholt.
Ich wurde schon als Kind in Kilts gesteckt, mega angesagt in den Siebzigern, sage ich Euch, und als Teenie habe ich gleich so weitergemacht. Ich kann mich gut an einen rotkarierten Schal erinnern, den habe ich auch mal bis ins tiefe Frühjahr bei schon recht muckeligen Temperaturen getragen.

Ich finde, Rot passt gut zu flammenden Herbstfarben und kleckst später ein bisschen Farbe ins trübe Wintergrau hier in Deutschland. So habe ich mich entschlossen, einen Tartan in ebendieser Grundfarbe für meine Artikel zu verwenden. Er wird nicht immer als Außenstoff auftauchen, denn als kontrastreiches Innenfutter macht er sich einfach zu gut.
Ich hoffe, ich habe den Geschmack der/s einen oder anderen von Euch getroffen! Ein paar Produkte findet Ihr bereits in den Shops.

Vergrößerung  mit Klick aufs Bild möglich!

*Webmuster, das durch das Verweben verschiedenfarbiger Garne entsteht und heute hauptsächlich für schottische Kilts und Plaids verwendet wird. Die so entstandenen Karomuster repräsentieren seit dem 16. Jahrhundert bis zum heutigen Tag häufig die Zugehörigkeit in einem schottischen Clan. Rob Roy lässt schön grüssen! :)

Gertie´s shirtblouse goes Ghana

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Auf den Markt letztes Wochenende habe ich mich so gefreut, dass ich mich sogar etwas herausputzen wollte, was ich sonst aus praktischen Gründen so gut wie nie mache.
Ich habe mich also am Einheitstag hingesetzt und mir aus meinem Lieblingsschnittmusterbuch Rock’a’Bella den Schnitt für die Shirtbluse zusammengebastelt, den traditionell gemusterten Stoff aus Ghana zugeschnitten, den ich mir auf der Nähmesse vor knapp zwei Wochen gekauft habe, und dann den ‚good ol´ boy‘, meine erste Nähmaschine (wir wohnen seit fast 26 Jahren zusammen), in die Küche getragen. Bis dahin Vintage as Vitage can. ;)

Um den Halsausschnitt zu verstärken, habe ich statt Verstärkungsstichen quick and dirty ein Nahtband innerhalb der Nahtzugabe aufgebügelt. Da bin ich dann schon praktisch veranlagt und bediene mich der modernen Helfer. Ansonsten habe ich mich aber komplett an die Anleitung gehalten. Nur fertignähen konnte ich das schöne Stück zunächst leider nicht, denn ich hatte für die Belege keine Vlieseline im Haus, sodass ich sonntags auf ein alternatives Outfit ausgewichen bin.

Nun ist sie fertig und ich finde, dass der Stoff  von True Fabrics gut mit dem Schnitt harmoniert und da die Bluse nicht knalleng sitzt, kann ich sie auch im Winter mit einem Langarmshirt drunter tragen.
Was meint Ihr? Zu schrill oder genau richtig?
Und um ehrlich zu sein: Auf dem Wohnzimmerstuhl liegt schon der nächste, etwas konventionellere Stoff für die zweite Shirtbluse.  Zeig ich Euch dann!