…und gewonnen hat…

Ja ja, da war noch was!
Heute wurde das Hamburger Nähtalent aus den 20 Nähprojekten mit den meisten Stimmen auf der Nähmesse Hamburg gekürt. Ich war mit meinem Bleistiftkleid da übrigens nicht mit dabei, aber so ne Preisverleihung lasse ich mir doch nicht entgehen!

Nach einem ausgiebigen Elbspaziergang mit den beiden Jungs schmiss ich mich also in mein Kleid und ins Auto und fuhr zur Messe ins Modezentrum.
Bitte seid nicht verstimmt, dass ich mich mit meiner Telefonfunzel nicht unter die Profifotografen mit den Spiegelreflexkameras gemischt habe, da war ich heute nicht so für zu haben. Aber dafür hatte ich die Hände frei zum Klatschen. ;)

Den 1. Platz hat, meiner Meinung nach vollkommen verdient, dieses Rokoko-Kleid gemacht.

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Da an einer Wand noch einmal alle Beiträge mit Foto vertreten waren, möchte ich Euch auch noch meinen Favoriten zeigen, der selbstverständlich auch meine einzige zu vergebende Stimme in diesem Wettbewerb bekommen hat.

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Anschließend an die Preisverleihung bin ich durch die Gänge geschlendert und habe dabei den fantastischen Stand von True Fabrics entdeckt. Sie waren mir vorher bereits ein Begriff, aber zu einem Onlinekauf konnte ich mich bisher nicht durchringen.
True Fabrics importieren bedruckte Baumwollstoffe vom afrikanischen Kontinent und handeln fair, das heißt also, dass der Fabrikant anständig für seine Textilware bezahlt wird. 10% des Umsatzes aus den verkauften Stoffen fließen wieder in Hilfsprojekte, die dem Ausbau des Bildungswesens, der Trinkwasserversorgung und des Gesundheitswesens in afrikanischen Ländern zugute kommen. Ein unterstützenswerter Ansatz also. Und die Prints, zum Teil in einem komplizierten Wachsverfahren aufgebracht, sind eh der Knaller!

Und? Hat die Kojen-Tina was gekauft?
Hat sie!
‚Desert Treasure‘, einen Baumwollstoff aus Ghana. Ich weiß auch schon, was ich damit mache, das wird schrill!

Macht Euch unbedingt noch einen schönen Sonntagabend!
Liebe Grüße und Ahoi aus der Koje!

Ach, irgendwie doch ganz anders

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Der Stoff war zuerst da. Als zum Frühjahr nämlich die Hamburger Liebe-Stoffkollektion Kamehameha rauskam, wars um mich geschehen. So wat Schrilles, meine Güte!
Ich bin ja schon ein älteres Mädchen und im Übrigen auch ein großer Ringelfreund und Unifarbenes finde ich oft auch total ausreichend. Aber manchmal, da kriegt sie mich mit nem Stoffdesign, die Frau HHL!

Nun fehlte mir n Schnitt, es sollte ja sommerlich sein und Röcke habe ich ja eigentlich mehr als genug. Dann erfuhr ich über einen Blogeintrag von Bootstrap Fashion und habe da beizeiten mal vorbeigeguckt. Bootstrap beinhaltet unter anderem eine sehr große Sammlung an Schnittmustern, man braucht schon etwas Geduld, um sich durchzuklicken. Fündig geworden bin ich trotzdem und für $ 2,49 konnte man das ja mal ausprobieren, aber nicht ohne gleichzeitig meinen eigenen Avatar, eine virtuelle Schneiderpuppe sozusagen, bauen zu lassen. Also habe ich mich vermessen und die Daten bei Bootstrap eingegeben und über Nacht bekam ich eine Mail mit Schnittmuster-Anhang und der Mitteilung, dass der Schnitt an meine Maße angepasst worden sei.

Ich hatte mir was Ärmelloses mit gerafftem Bund und schrägem Fadenlauf ausgesucht, fand und finde ich voll schick, aber als ich mir dann das Schnittmuster ansah und merkte, dass das Ding ein komplettes Innenfutter hat, fing ich schon wieder an zu improvieren. Denn im Sommer will ich doch nix Ärmelloses tragen, was dann sozusagen als Kompensation für die fehlenden Ärmel ein schön kuscheliges Jerseyinnenfutter hat, denn darum ging es ja: Um ein Jerseytop und nicht um eines aus Wildseide, bei dem ein Futterstoff unverzichtbar ist!
So kam es, dass ich den eigentlichen Schnitt erst einmal gar nicht ausprobiert habe, sondern mir lediglich das Muster fürs Innenfutter zusammengeklebt habe. Das fand ich mit seinen Abnähern auch ganz gut, aber nur ohne Bündchenabschlüsse!
Okay, Belege mussten her. Kurz in einem meiner Lieblingsbücher ‚Gertie sews Vintage Casual‘ nachgeguckt, wie man Belege am besten zuschneidet, dann fand ich die Sache rund. Und herausgekommen ist jetzt irgendwie ein ganz anderes Shirt als ursprünglich angedacht, aber, pfff, was soll´s, ich bin zufrieden!

P.S. Ich werde das geraffte Top auch noch nähen, bestimmt! Mit Gummibund! :)

Mantra: Fluten und drucken, fluten, drucken, fluten, drucken…

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Nicht, dass ich nach der letzten Woche nicht schon reichlich „sonntagsreif“ im Sinne von „faulenzerreif“ gewesen wäre; aber die Möglichkeit war da, also haben Frau Nähzimmer und ich sie ergriffen und vorgestern im Stoffdeck in Wilhelmsburg Siebdrucken bei Claudia gelernt.

Das Stoffdeck vermietet gewerblich vier Einzelateliers an Textildesigner, ist aber hauptsächlich ein Co-Working-Space, also eine Werkstatt, in der man zusammen arbeitet, denn wie uns allen klar ist:

Zusammen ist man irgendwie weniger allein!

Es bietet auf über 250 m² Profiarbeitsplätze für Textildesigner und Menschen, die ihrer Näh- oder Druckleidenschaft frönen möchten, und wurde als gemeinnütziges Projekt, welches von der Kulturbehörde Hamburg gefördert wird, initiiert. Der Fokus liegt darüberhinaus auf Stadtteilprojekten, Schul- und Jugendarbeit und Angeboten für Arbeitssuchende, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

So, das waren die hard facts.

Kommen wir nun aber mal zum Kurs: Simone und ich waren nicht gerade brillant vorbereitet, dafür war´s zu spontan und die Woche zu vollgepackt, aber einige eigene Motive, die wir noch Samstagnacht vorbereitet und in zweifacher Ausführung auf Transparentpapier gebracht hatten, kamen dann doch mit uns in den Kurs.

Siebdrucken ist tatsächlich so, wie alle sagen, die es gelernt haben: Nicht schwer. Man muss es aber mindestens einmal richtig erklärt und gezeigt bekommen, denn Siebdruck-Supplies sind schlicht zu teuer, um auf diesem Feld gemäß dem Motto „try and error“ zu werkeln. Claudia verklickerte uns also zuerst die hilfreiche Theorie und den Druckablauf, und wer wollte, konnte sich aus der umfangreichen Vorlagenmappe noch ein paar Fremdmotive zusätzlich zu den eigenen aussuchen. Danach wurde es aber ernst.

Ich glaube, nach unseren ersten Probedrucken haben wir alle ehrfürchtig dasselbe gedacht: Det jeht! Ich kann siebdrucken!! Und überhaupt bin ich die Königin der Weeööölt!!!

Da man den Druckvorgang wirklich schnell erlernt, haben wir vier Kursteilnehmerinnen den ganzen Nachmittag hindurch hochkonzentriert arbeiten können (lauter Mädels und wir haben kaum gequatscht!).
Ich war sehr verhalten und hatte nur alte T-Shirts und einen Meter naturweißes Leinen mitgebracht, Simone war da mutiger und hatte Stoffe für zukünftige Nähprojekte mitgenommen, aber am Tisch nebenan wurde sogar forsch ein Teil des eigenen Kleiderschrankinhalts bedruckt.

Siebdrucken eröffnet einem ein weites Feld. Da rattert es im Hinterkopf, was man zukünftig an eigenen Entwürfen einmal auf Stoff oder Papier bringen möchte. Mit Absolvierung eines Kurses ist man im Stoffdeck nämlich willkommen, nach Voranmeldung das Siebdruckatelier zu nutzen: Die aktuellen Mietkonditionen findet ihr HIER. Darüberhinaus kann man Drucksiebe ausleihen und sie für einen Preis von 25 € vorab beschichten und nach Gebrauch auch reinigen lassen. Das heißt also, man kann selbst sofort mit der Belichtung und im Anschluß mit dem Drucken beginnen, wenn man im Stoffdeck einläuft. :)

Claudia, vielen Dank für den coolen Tag! Haste uns gut erklärt!

Dani, Rebi, Tina, Harry und Frank: Danke für den Geburtstagsobulus für die Kursgebühr!

Simone? Machen wa wieder mal, oder?!

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Fotostoffdruck mit ätherischem Öl

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Dass ich gerne mal Schriftzüge mit ätherischem Öl auf Stoff drucke, wissen viele von Euch ja bereits durch meine Koop mit dem feinen Postkartenvertrieb cosmic shop.
Der Versuch Bilder bzw. Fotos mit diesem Verfahren auf Stoff zu bringen stand noch aus, und neulich abends habe ich dann auch das ausprobiert: Hierzu hatte ich ein  privates Schwarzweißfoto ausgewählt, das bereits vom Fotografen „auf alt“ gemacht worden war, denn es enstand auf einer herausragend schönen Charleston-Veranstaltung in diesem Jahr. Da ich auch das Druckergebnis „körnig-alt“ haben wollte, habe ich zum Drucken einen gröberen Baumwollstoff ausgewählt.

Der Bilder- bzw. Fotodruck mit Lavendelöl läuft komplett analog zum Drucken von Schriftzügen ab, dauert aber natürlich länger, weil man eine größere Fläche zu bearbeiten hat.
Ich finde das Ergebnis sehr schön auf der groben Struktur des Stoffes. Kommt definitiv in den Rahmen und an die Wand!

Stehen noch Farbfotos aus…das dann ein andermal. Habe aber schon ein Foto im Hinterkopf :)

Ich wünsche Euch einen 1A-Sonntag!

Das neue Nähzimmer: Ricarda Henning Stoffe & Accessoires

NähzimmerDer eine oder andere von Euch kann sich bestimmt noch erinnern, dass ich einmal gewerbliche Untermieterin im Nähzimmer Hamburg gewesen bin. Ein kleines Arbeitszimmer zum Hof hinaus, aber irgendwie war ich immer mittendrin im Ladengeschehen und den Nähkursen, denn meine Tür war nie zu. Hach, schön war die Zeit… :)

Nun sind Simone und das Nähzimmer zusammen mit Ricarda Henning Stoffe & Accessoires ein Stück weiter den Eppendorfer Weg in Hamburg hinaufgezogen, in große, helle Ladenräume, und seit knapp sechs Wochen kann man dort nun nach Herzenslust im stark erweiterten Stoffsortiment stöbern.
Besonders angetan bin ich von den superschönen Sweatstoffen, die mir sofort Ideen für den Herbst und Winter durch den Kopf wirbeln lassen.
Ob Jerseys mit Kindermotiven, Walkloden, moderne Baumwolldesigns wie z. B. von Hamburger Liebe, hochwertige Wachstücher oder Biostoffe von C. Pauli: Da findste alles! Fehlt Dir ein Knopf, guck mal zuerst bei Ricarda Henning vorbei, denn die Auswahl an Knöpfen ist gigantisch und sehr farbenfroh! Klar gibt´s dort auch Nähzubehör von Prym, Reißverschlüsse, Schrägband, Kordeln und ein sehr knuffiges Sortiment an Aspegren-Bändern.

Diejenigen, die gerne im Team nähen und sich noch etwas beipulen lassen wollen, dürfen ruhig auch mal etwas tiefer in den Laden hineingehen, denn im hinteren Ladenbereich befindet sich die Nähschule. Hell und freundlich ist es und Platz hat man auch genug. Ein Team aus mehreren Kursleitungen sorgt dafür, dass jeden Tag Kurse stattfinden, selbstverständlich auch arbeitnehmerfreundlich in den Abendstunden.
Was ich toll und nicht selbstverständlich finde ist, dass Ihr selber Stoffe zum Kurs mitbringen oder aber mit einem Teilnehmerrabatt das Material für Euer Nähprojekt direkt im Laden erwerben könnt. Ich finde das sehr sympathisch!

Und nur mal so: Nach dem Kurs könnt Ihr auch noch gaaanz gemütlich um die Ecke Kaffeetrinken oder Bierchenzischen gehen, denn der Eppendorfer Weg und die Osterstraße gehören zu den belebtesten Straßen Eimsbüttels.
Also, Ihr lieben Schneidersleut´ und Ihr, die Ihr es werden wollt, gebt Euch einen Ruck und a warm welcome to Ricarda Henning Stoffe & Nähzimmer! Das wird toll!

Ricarda Henning Stoffe & Accessoires
& Nähzimmer
Eppendorfer Weg 103
20259 Hamburg
Tel.: 040-50038664
kontakt@naehzimmer-hamburg.de

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