Gertie´s shirtblouse goes Ghana

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Auf den Markt letztes Wochenende habe ich mich so gefreut, dass ich mich sogar etwas herausputzen wollte, was ich sonst aus praktischen Gründen so gut wie nie mache.
Ich habe mich also am Einheitstag hingesetzt und mir aus meinem Lieblingsschnittmusterbuch Rock’a’Bella den Schnitt für die Shirtbluse zusammengebastelt, den traditionell gemusterten Stoff aus Ghana zugeschnitten, den ich mir auf der Nähmesse vor knapp zwei Wochen gekauft habe, und dann den ‚good ol´ boy‘, meine erste Nähmaschine (wir wohnen seit fast 26 Jahren zusammen), in die Küche getragen. Bis dahin Vintage as Vitage can. ;)

Um den Halsausschnitt zu verstärken, habe ich statt Verstärkungsstichen quick and dirty ein Nahtband innerhalb der Nahtzugabe aufgebügelt. Da bin ich dann schon praktisch veranlagt und bediene mich der modernen Helfer. Ansonsten habe ich mich aber komplett an die Anleitung gehalten. Nur fertignähen konnte ich das schöne Stück zunächst leider nicht, denn ich hatte für die Belege keine Vlieseline im Haus, sodass ich sonntags auf ein alternatives Outfit ausgewichen bin.

Nun ist sie fertig und ich finde, dass der Stoff  von True Fabrics gut mit dem Schnitt harmoniert und da die Bluse nicht knalleng sitzt, kann ich sie auch im Winter mit einem Langarmshirt drunter tragen.
Was meint Ihr? Zu schrill oder genau richtig?
Und um ehrlich zu sein: Auf dem Wohnzimmerstuhl liegt schon der nächste, etwas konventionellere Stoff für die zweite Shirtbluse.  Zeig ich Euch dann!

…und gewonnen hat…

Ja ja, da war noch was!
Heute wurde das Hamburger Nähtalent aus den 20 Nähprojekten mit den meisten Stimmen auf der Nähmesse Hamburg gekürt. Ich war mit meinem Bleistiftkleid da übrigens nicht mit dabei, aber so ne Preisverleihung lasse ich mir doch nicht entgehen!

Nach einem ausgiebigen Elbspaziergang mit den beiden Jungs schmiss ich mich also in mein Kleid und ins Auto und fuhr zur Messe ins Modezentrum.
Bitte seid nicht verstimmt, dass ich mich mit meiner Telefonfunzel nicht unter die Profifotografen mit den Spiegelreflexkameras gemischt habe, da war ich heute nicht so für zu haben. Aber dafür hatte ich die Hände frei zum Klatschen. ;)

Den 1. Platz hat, meiner Meinung nach vollkommen verdient, dieses Rokoko-Kleid gemacht.

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Da an einer Wand noch einmal alle Beiträge mit Foto vertreten waren, möchte ich Euch auch noch meinen Favoriten zeigen, der selbstverständlich auch meine einzige zu vergebende Stimme in diesem Wettbewerb bekommen hat.

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Anschließend an die Preisverleihung bin ich durch die Gänge geschlendert und habe dabei den fantastischen Stand von True Fabrics entdeckt. Sie waren mir vorher bereits ein Begriff, aber zu einem Onlinekauf konnte ich mich bisher nicht durchringen.
True Fabrics importieren bedruckte Baumwollstoffe vom afrikanischen Kontinent und handeln fair, das heißt also, dass der Fabrikant anständig für seine Textilware bezahlt wird. 10% des Umsatzes aus den verkauften Stoffen fließen wieder in Hilfsprojekte, die dem Ausbau des Bildungswesens, der Trinkwasserversorgung und des Gesundheitswesens in afrikanischen Ländern zugute kommen. Ein unterstützenswerter Ansatz also. Und die Prints, zum Teil in einem komplizierten Wachsverfahren aufgebracht, sind eh der Knaller!

Und? Hat die Kojen-Tina was gekauft?
Hat sie!
‚Desert Treasure‘, einen Baumwollstoff aus Ghana. Ich weiß auch schon, was ich damit mache, das wird schrill!

Macht Euch unbedingt noch einen schönen Sonntagabend!
Liebe Grüße und Ahoi aus der Koje!

Like in the roarin´ Fifties!

20150410_155633Ich bin ständig auf der Suche und als ich diesen Stoff entdeckte, schlich ich virtuell erst einmal ein bisschen drum herum: Ein Original Baumwollstoff aus den Fifties, rund 20 Jahre älter als ich, unbenutzt, weil tatsächlich noch vom Ballen. Eigentlich ist das, ja, einfach sensationell!
Ich habe dann schließlich ganz „konservativ“ bestellt und siehe da, er sieht aus wie neu, kein unangenehmer Geruch, keine Stockflecken, überhaupt keinerlei Veschmutzungen, da hat jemand echt gut drauf acht gegeben. Klar, er musste in die Maschine, wie alle anderen Stoffe vor der Verarbeitung auch, obwohl es mir diesmal schwerfiel ob der ganzen Patina (im übertragenen Sinn natürlich!) der letzten Jahrzehnte, die ich damit runtergewaschen habe. Aber wat mutt, dat mutt!

Ende letzter Woche habe ich ihn dann angeschnitten und fürs erste ein schlichte Kosmetikclutch genäht, die ihr  momentan bei Frau Lux erstehen könnt.
There´s definitely more to come, und wenn ihr mögt, schreibt mich an, wenn ich Euch aus diesem Vintagematerial etwas nähen soll, ein derartiges Alter erreichen und dabei neuwertig sein, das gibt´s nicht alle Tage!

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Mantra: Fluten und drucken, fluten, drucken, fluten, drucken…

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Nicht, dass ich nach der letzten Woche nicht schon reichlich „sonntagsreif“ im Sinne von „faulenzerreif“ gewesen wäre; aber die Möglichkeit war da, also haben Frau Nähzimmer und ich sie ergriffen und vorgestern im Stoffdeck in Wilhelmsburg Siebdrucken bei Claudia gelernt.

Das Stoffdeck vermietet gewerblich vier Einzelateliers an Textildesigner, ist aber hauptsächlich ein Co-Working-Space, also eine Werkstatt, in der man zusammen arbeitet, denn wie uns allen klar ist:

Zusammen ist man irgendwie weniger allein!

Es bietet auf über 250 m² Profiarbeitsplätze für Textildesigner und Menschen, die ihrer Näh- oder Druckleidenschaft frönen möchten, und wurde als gemeinnütziges Projekt, welches von der Kulturbehörde Hamburg gefördert wird, initiiert. Der Fokus liegt darüberhinaus auf Stadtteilprojekten, Schul- und Jugendarbeit und Angeboten für Arbeitssuchende, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

So, das waren die hard facts.

Kommen wir nun aber mal zum Kurs: Simone und ich waren nicht gerade brillant vorbereitet, dafür war´s zu spontan und die Woche zu vollgepackt, aber einige eigene Motive, die wir noch Samstagnacht vorbereitet und in zweifacher Ausführung auf Transparentpapier gebracht hatten, kamen dann doch mit uns in den Kurs.

Siebdrucken ist tatsächlich so, wie alle sagen, die es gelernt haben: Nicht schwer. Man muss es aber mindestens einmal richtig erklärt und gezeigt bekommen, denn Siebdruck-Supplies sind schlicht zu teuer, um auf diesem Feld gemäß dem Motto „try and error“ zu werkeln. Claudia verklickerte uns also zuerst die hilfreiche Theorie und den Druckablauf, und wer wollte, konnte sich aus der umfangreichen Vorlagenmappe noch ein paar Fremdmotive zusätzlich zu den eigenen aussuchen. Danach wurde es aber ernst.

Ich glaube, nach unseren ersten Probedrucken haben wir alle ehrfürchtig dasselbe gedacht: Det jeht! Ich kann siebdrucken!! Und überhaupt bin ich die Königin der Weeööölt!!!

Da man den Druckvorgang wirklich schnell erlernt, haben wir vier Kursteilnehmerinnen den ganzen Nachmittag hindurch hochkonzentriert arbeiten können (lauter Mädels und wir haben kaum gequatscht!).
Ich war sehr verhalten und hatte nur alte T-Shirts und einen Meter naturweißes Leinen mitgebracht, Simone war da mutiger und hatte Stoffe für zukünftige Nähprojekte mitgenommen, aber am Tisch nebenan wurde sogar forsch ein Teil des eigenen Kleiderschrankinhalts bedruckt.

Siebdrucken eröffnet einem ein weites Feld. Da rattert es im Hinterkopf, was man zukünftig an eigenen Entwürfen einmal auf Stoff oder Papier bringen möchte. Mit Absolvierung eines Kurses ist man im Stoffdeck nämlich willkommen, nach Voranmeldung das Siebdruckatelier zu nutzen: Die aktuellen Mietkonditionen findet ihr HIER. Darüberhinaus kann man Drucksiebe ausleihen und sie für einen Preis von 25 € vorab beschichten und nach Gebrauch auch reinigen lassen. Das heißt also, man kann selbst sofort mit der Belichtung und im Anschluß mit dem Drucken beginnen, wenn man im Stoffdeck einläuft. :)

Claudia, vielen Dank für den coolen Tag! Haste uns gut erklärt!

Dani, Rebi, Tina, Harry und Frank: Danke für den Geburtstagsobulus für die Kursgebühr!

Simone? Machen wa wieder mal, oder?!

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Fotostoffdruck mit ätherischem Öl

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Dass ich gerne mal Schriftzüge mit ätherischem Öl auf Stoff drucke, wissen viele von Euch ja bereits durch meine Koop mit dem feinen Postkartenvertrieb cosmic shop.
Der Versuch Bilder bzw. Fotos mit diesem Verfahren auf Stoff zu bringen stand noch aus, und neulich abends habe ich dann auch das ausprobiert: Hierzu hatte ich ein  privates Schwarzweißfoto ausgewählt, das bereits vom Fotografen „auf alt“ gemacht worden war, denn es enstand auf einer herausragend schönen Charleston-Veranstaltung in diesem Jahr. Da ich auch das Druckergebnis „körnig-alt“ haben wollte, habe ich zum Drucken einen gröberen Baumwollstoff ausgewählt.

Der Bilder- bzw. Fotodruck mit Lavendelöl läuft komplett analog zum Drucken von Schriftzügen ab, dauert aber natürlich länger, weil man eine größere Fläche zu bearbeiten hat.
Ich finde das Ergebnis sehr schön auf der groben Struktur des Stoffes. Kommt definitiv in den Rahmen und an die Wand!

Stehen noch Farbfotos aus…das dann ein andermal. Habe aber schon ein Foto im Hinterkopf :)

Ich wünsche Euch einen 1A-Sonntag!