Ruckedigu…

 

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…Geld ist im Schuh.

;)

Da hat sich jemand gezielt Geld gewünscht für Tanzschuhe. Mit denen man toll Balboa tanzen kann und die diverse Tanzabende und Workshops durchhalten sollen.
Nun, Geld im Umschlag zu übergeben find´ ich irgendwie lieblos und doof, und so richtig inspirierend fand ich die von Google gelieferten Ergebnisse mit den Suchwörtern ‚Geldgeschenk‘, ‚Tanzen‘ und/oder ‚Schuhe‘ auch nicht.

Da fiel mir aber auch schon die angebrochene Rolle Snap Pap im Farbton Chocolate vom letzten Jahr wieder ein, mit der ich ja schändlicherweise nicht gerade viel angefangen habe. Transferfolie hatte ich auch noch im Haus und schon war die Idee da: Mit einem Schwarzweiß-Print auf diesem dunklen Material könnte man wahrscheinlich einen richtig guten Vintage-Effekt erzielen, und um alte, wieder auflebende Tänze geht es ja schließlich.

Ich habe mir im Netz das Foto eines Aris Allen-Tanzschuhs im Vintage-Look ausgesucht und dieses dann zweimal (einmal spiegelverkehrt für die Rückseite) auf Transferfolie für helle Textilien ausgedruckt. Hell, weil ich in diesem Fall auf keinen Fall weiße Ränder auf dem dunklen Untergrund des Snap Paps haben wollte. Zugegeben, es war try and error, aber das Ergebnis fand ich sehr zufriedenstellend, sieht doch richtig schön „alt“ aus.

Der Folienanleitung folgend (die gibt´s zu jeder Transferfolie dazu) habe ich die Folien aufgebügelt, auskühlen lassen und dann mit einem ca. 1 cm breiten Rand zum Motiv ausgeschnitten. Vor dem Zusammennähen habe ich mit Stecknadeln drei Fixpunkte an Ecken des Motivs gepinnt, damit ich die beiden Schuhteile möglichst deckungsgleich aufeinander nähen konnte. Zusätzlich habe ich die beiden Teile mit Wonder Clips fixiert und dann mit einem Kontrast schaffenden, cremefarbenen Garn zusammen genäht. Dabei habe ich oben selbstverständlich eine großzügige Öffnung fürs Geld gelassen. Als das erledigt war, habe ich alle Ränder noch einmal auf ca. 2 mm zurückgeschnitten. Über der Schleife des Schuhs habe ich mit einem stinknormalen Locher gelocht und dann das ca. 30 cm lange Spitzenband durchgezogen und eine Schleife gebunden.

Fertig.

Und macht was her, finde ich.

Dear Ella

Ella

Nein, ich kann nicht behaupten, dass ich schon immer in Begeisterungsstürme ausgebrochen bin, wenn ich ihre Musik gehört habe. Mein Vater war ein Jazzer und ich bin praktisch vom ersten Lebenstag an mit Musik von Armstrong, Brubeck, Tom Lehrer & Co. gut versorgt gewesen. Mehr als gut versorgt. Als Teenie hat mich das ne Weile sogar genervt, denn alle anderen Eltern waren selbstverständlich Hippies gewesen (habe ich echt gedacht damals!) und hatten wenigstens die eine oder andere Stones-Platte im Regal stehen oder The Can oder Jimi Hendrix.

Bei uns zu Hause gab es außer Jazz – unerklärlicherweise – nur gelegentliche Ausflüge in den Pop wie z. B. drei Jahre lang bei Autofahrten Michael Jacksons ‚Thriller‘ auf Kassette. Also, um es jetzt einmal abzukürzen: Mit Jazz hatte ich echt längere Zeit nichts am Hut. Aber dann habe ich mich 1990 irgendwie breitschlagen lassen mit zum ausverkauften Ella Fitzgerald-Konzert im Gasteig in München zu kommen.

Frau Fitzgerald war 73 Jahre alt, sah winzig aus vor ihrem Mikro und hat die Bude gerockt oder vielmehr durchgejazzt. Wie unfassbar charmant und lustig sie war, auf eine ganz leise, angenehme Art! Und im Gegenzug dann diese Power in der Stimme, man konnte gar nicht glauben, dass diese Töne von der kleinen Person da vorne auf der Bühne erzeugt wurden.
Klar hat sie mich mit diesem nach allen Seiten Funken sprühenden Auftritt auch erreicht! Als sie dann nach der Konzertpause veranlasste, alle vorm Gasteig wartenden Fans unentgeltlich auch noch hineinzulassen, schließlich gäbe es  oben am Rang noch genügend Stehplätze, ich sag´s Euch, she had taken me by storm! Ich bin heute noch froh, damals nicht einen meiner bockigen Teenie-alles Mist und Kacke-Tage gehabt zu haben, als man mich fragte!

Heute ist Ella Fitzgerald, The first Lady of Song, auf den Tag genau 20 Jahre tot, und auch wenn mein Sohn zurzeit am liebsten Radio Energy hört, so kommt auch er nicht ganz drum herum hier ab und zu Jazz- und Bluesklängen zu lauschen. Noch findet er´s übrigens saublöd, aber da das mit dem musikalischen Horizont erweitern auch bei mir irgendwann geklappt hat, bin ich eigentlich ganz zuversichtlich! ;)

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Zierkissen Ella mit Hotelverschluss, Format 50 cm x 50 cm, Transferdruck auf Baumwollcanvas, die Anleitung findest Du hier.

P.S. Ich habe tatsächlich eine Aufnahme von damals auf YouTube gefunden. Magste mal reinhören?
Ella in Munich (1990)

Vintage Times – Kurzweil aus der Schwyz

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Vintage Times, Ausgabe 3, Dez. 15 – Feb. 16 

Zwischen den Jahren, ich war unterwegs zu den Schwiegereltern, habe ich mir im Bahnhofsbuchhandel meine erste Vintage Times besorgt. Und war total geflasht, so ein kurzweiliges Stück Magazinkultur ist das!

Die Artikel sind vielseitig, informativ und mit einer Wärme und einem Herz geschrieben, das echtes Interesse an der Geschichte und den Personen dahinter zeigt. Da haben einige Leute richtig Lust zu schreiben!
Es finden sich Städte- und Personenportraits, Interviews, die Rubriken Classic Cars für Oldtimer-Interessierte und Classy Home für diejenigen, die es sich zu Hause in jeder Hinsicht stilvoll gemütlich machen wollen. Abgerundet wird das Ganze durch Newsseiten, einen Veranstaltungskalender (der sich ja vielleicht auch bald nicht mehr nur auf die Schweiz beschränken wird?) und Buchbesprechungen sowie die Sparte Arts, in der es in der aktuellen Ausgabe unter anderem um Film Noir geht.
Insgesamt ein sehr erfrischender Rundumschlag, der dabei nie den Bezug zum Special Interest Retro und Vintage verliert, und ein grundsympathisches, sehr gut gemachtes Magazin.

You got me, babe, zum Geburtstag wünsch´ ich mir ein Abo! Und den Machern der Vintage Times ganz viel Erfolg und viele, viele neue Leser!

Es grüßt Euch recht herzlich
die Tina

P.S. Die Vintage Times ist ein noch junges Projekt und erscheint seit dem Sommer letzten Jahres vierteljährlich in unserem Nachbarland Schweiz. Sie ist direkt über die Webpage des Magazins im Abo oder als Einzelheft bestellbar und ansonsten in Deutschland im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel erhältlich.

Das Wichtigste auf kleinstem Raum

Ich selbst hab´ ja statt Rhythmusgefühl das Hampel-Gen, aber in meinem engsten Freundeskreis sind zwei Tänzerinnen, die tanzen sich day and night durch die Jahrzehnte und Tanzstile, Lindy Hop, Charleston, Balboa, alles können die schon und ziehen da ne Menge Lebensfreude draus.

Umso blöder ist es, dass bei den Tanzveranstaltungen in jüngster Zeit immer mehr gestohlen wird. Ja, so nenne ich das, nicht stibitzen, klauen, mopsen, sondern STEHLEN. Sehr ungeil, denn klar lässt man sein Zeug beim Tanzen unbeaufsichtigt, es sei denn, man hat einen Aufpasser abgestellt.

Meine Freundin jedenfalls nimmt nur noch das Allernötigte mit und trägt es am Körper, ist aber von ihrem Mini-Umhängetäschchen, dass nun beim Tanzen mitschlenkert, nicht sehr angetan. Ihre Idee war ein, wie soll man das nennen, Handgelenkstäschchen, eine kleine Reißverschlußtasche, die man sich wie ein Armband mit der Reißverschlussseite nach unten ums Handgelenk legt. Mir schwirrten erst einmal folgende Schlagwörter im Kopf rum: Achtziger, Turnen, Pulswärmer, Frottee,…aber so, wie sie es sich gedacht hat und ich es jetzt umgesetzt habe, ist es doch fast ein Ethno-Schmuckstück und passt auch zum Zwanzigerjahre-Outfit. Oder, was meint Ihr?

Das mittlere Hauptteil wurde nämlich mit auf dünne Lederbänder gefädelten Stäbchenperlen verziert, während sich auf der Unterseite das Reißverschlussfach befindet. „Das merkt kein Schwein, dass das ne Handgelenkstasche ist!“, meinte auch meine Freundin und genauso hat sie es sich ja auch gewünscht. :)

Format ca. 25 cm x 6,5 cm, RV-Fach ca. 10 cm x 6,5 cm. da passen problemlos Fahrkarte, etwas Geld und der Schlüssel hinein!

Was Ihr dazu braucht: festen Baumwollstoff (hier Köper in Schwarz), dünne Leder- oder Gummibänder, kleine bzw. flache Perlen nach Wahl, Reißverschluss, Stylefix zum Fixieren der Bänder vor dem Nähen, Kam Snaps oder Metalldruckknöpfe

Und wenn Ihr so etwas auch haben und es nicht selbst basteln/nähen wollt, wisst Ihr ja, an wen Ihr euch wenden könnt! ;)

Eine ausführliche Anleitung findet Ihr HIER.

Do the Tanzbrötchen!

Dancing in the street The Killin´Trills + Special Guest

Kitchen-Scene:

Tu so, als ob du nach ner Coladose trittst!
Ja!
Höher!
Was?!
Du musst von oben treten, also Knie höher!
So?
Jaaaaa…!

Meine Freundin Ela hat vor einigen Monaten das Tanzen entdeckt. Lindy Hop, yes. Die moderne Frau zog das Ding mit dem Tanzenlernen kurzerhand ohne festen Tanzpartner durch.
Seitdem taucht sie zum Teil mehrmals pro Woche in ein swingendes Paralleluniversum ab. Bei diesen Veranstaltungen werden Riesenmengen an Endorphinen ausgeschüttet. Da hat sie mich einfach mal mitgenommen, denn eine Portion Glücksgefühl kann ja jeder gut vertragen, stimmt´s?! So karrte sie uns dann sonntags rüber nach St. Pauli ins Kölibri, in dem es mittags um eins schon recht hoch her ging.

Whoahey.

Also, Doppel-Whoahey.

1. Sooo freundliche Atmosphäre mit gutgelaunten, unprätentiösen Tänzern jeden Alters. Die wollen nicht quatschen, die wollen keinen Aufriss machen, die wollen nicht posen, die wollen tanzen, Mann!
2. The Killin´ Trills inkl. Guest Star an der Trompete spielten mit großem Enthusiasmus Swing und Jazz, sodass innerhalb von Sekunden Kindheitserinnerungen aktiviert wurden.
Ich bin eine Münchnerin in Hamburg, und früher im Biergarten (und meine Generation ist zu einem Gutteil in der Schiffschaukel im Biergarten großgeworden, könnt Ihr mir glauben) wurde nicht gerade selten a richtig gscheider Dixieland aufgspuit.

Deshalb meine Empfehlung auch für nichtbouncende Mitwipper:

Tanzbrötchen. Sonntags-Swing-Frühstück
Kölibri
Hein-Köllisch-Platz 11 + 12
bei uns in Hamburch auf St. Pauli

Der nächste Termin ist der 22. März 2015.
Und darüberhinaus gibt´s auch noch ganz viele andere Angebote, mit Sicherheit auch in Deiner näheren Umgebung! ;)

Ich wünsche Euch eine sehr gute Woche!

P.S. End of story?
Nach einem beschwingten Spaziergang  in der Nachmittagssonne nach Hause in die Koje, wurde mit heißem  Tee, Buch und Wolldecke die Balkonsaison eingeläutet. Endorphines still bouncing.