Smells like Zirkeltraining

Ich kann Euch heute nicht mehr sagen, wie ich damals drauf gestoßen bin, aber aus der Ferne war ich schon zwei Jahre (gefühlte 10!) Fan der folgenden Produkte. Auf meinem letzten Markt im vergangenen Jahr habe ich nun die herrlichen Oldschool-Taschen von Zwischen.Pol endlich live und in Farbe gesehen! Und die, die dahintersteckt, nämlich die Frau mit dem wunderbaren Pseudonym  Dolores del Rio, gleich dazu!

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Frau Dolores aka Sandra hat sich, wie man unschwer auf den Fotos erkennt, auf die Verarbeitung von ausgedienten Turnmatten (gibt´s im Übrigen auch in Grün!) spezialisiert, die sie mit einem Wildlederimitat in Hellbraun und derben Steckschlössern kombiniert. Macht den Retrostyle ihrer Taschen und Notizbücher perfekt, finde ich! Man denkt, man könnte die Turnhallen der Kindheit (vor allem die der Grundschule!) förmlich riechen, was sich selbstverständlich als olfaktorische Fata Morgana entpuppt, denn es wird alles vor der Verarbeitung gründlich gereinigt. Praktisch ist auch, dass sich die Turnmattenprodukte nach starkem Gebrauch saubermachen lassen, da sogar das Wildlederimitat waschmaschinengeeignet ist.

Wer jetzt behauptet, er hätte schon genug Taschen oder stopfe eh alles in die Hosentasche, dem sei noch mitgeteilt, dass Sandra aus den bereits genannten Materialien und Weinkisten auch vielfach einsetzbare Kleinmöbel baut wie z. B. die ErsatzBank oder den SitzTurner, die sowohl als Sitztruhe als auch als Sitzregal eingesetzt werden können. Und Stauraum ist ja bekanntlich immer gut!

Wenn Euch diese Art des Upcyclings auch so gut gefällt, schaut in einer ruhigen Minute mal bei Zwischen.Pol im Shop vorbei, ich bin sicher, Ihr werdet fündig! Genau so wie ich!

Es grüßt vergnügt und wünscht Euch eine gute Woche
die Tina aus der Koje

Alt, älter, Upcycling

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O ja, was habe ich diesmal geupcycelt! Nix war neu bis aufs Bündchen und das Garn!

Schon im Juli, als mir mein Belegexemplar der Handmade Kultur 3/2015 zugeschickt wurde, fiel mir in der Ausgabe diese ‚Tja, Ideen muss man haben‘-Anleitung von Ann-Sophie vom Blog gesehen und gesehen werden auf.
So simpel, so genial: Aus nem alten Karohemd wird ne Collegejacke.

Das Projekt war schon mal fest eingeplant, nur wollte ich gern die Jacke noch ein wenig unterfüttern, damit ich sie an kälteren Tagen als Strickjackenersatz tragen kann. Das Material hatte ich auch schon an der Hand:

Das Hemd, wahrhaftig schon seit Anfang der Neunziger in meinem Besitz (yep, Grunge yells  a big Yeeeehaw from the past, und später dann hat´s mir als Malerklamotte gedient), und die olle graue Fleecejacke wurden auserkoren an diesem Projekt mitzuwirken. Die Umsetzung ist dann dank der Anleitung auch gar nicht schwer gewesen, aber meine Idee mit dem Innenfutter, naja…es kniff dann doch etwas nach meinem Freestyle-Anfall, sodass ich, man hat es ja diesen Sommer gelernt, Achselzwickel aus Fleece-Reststücken einsetzen und Stoff aus dem Rückenteil entfernen musste, um ihn an den Seiten wieder einzusetzen. Hört sich mal wieder sehr nach Frankenstein an und ist es auch, dafür ist es aber jetzt auch frankenstein-gemütlich!
Den grauen, teilbaren Reißverschluss der ursprünglichen Fleecejacke habe ich übrigens auf ca. 45 cm gekürzt, sodass auch er Wiederverwendung gefunden hat.

Nun isse perfekt für mich, meine neue Collegejacke! Man würde sie mir in dieser Familie auch gern abjagen, aber ich verleih´ die nur. ;)

Man dankt für diese wirklich tolle Idee!

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Where are the cocktails, hon?

Lang ist es her, dass ich angekündigt habe, meinen Königinnen-Küchenstuhl neu zu beziehen. Zwischendurch plagten mich nämlich nicht zu verachtende Selbstzweifel. Die waren dann aber irgendwann wieder weg und zwar genau an dem Punkt, an dem der Stuhl derart verlottert ausgesehen hat, dass ich ihn in den Keller hätte tragen müssen. Bei uns zu Hause ist ja nun vieles wirklich alt, aber total verschlissen ist dann auch für mich irgendwann inakzeptabel.
Aus dem Grund bitte ich Euch auch darüber hinwegzusehen, dass ich kein Vorher-Bild poste. Ihr könnt Eurer Phantasie ja freien Lauf lassen und Euch einen ca. 60 Jahre alten Cocktailstuhl mit Vinylbezug vorstellen, dessen Vordernaht an der Sitzkante gute 25 cm aufklafft und so Einblick ins Innenleben gewährt. Und morgens die Rüttinger (= me) drauf, zerknautscht und vorm ersten Kaffee.

Ob ich alles richtig gemacht habe? Keine Ahnung! Ich werde ja sehen, wie lange der Bezug hält! Aber die Optik, die begeistert, oder?! :)

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Diesen absolut sensationellen Bezugsstoff habe ich Tina zu verdanken, die ihn mir vor sechs Wochen aus den USA mitgebracht hat. Die war nämlich in New York bei Mood Fabrics und hat vorher ne Bestellung aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wofür, aber oft ist es ja so, dass zusammen kommt, was zusammen soll, und als ich sah, dass sich das Orangerot im Stoff auch im Vinylbezug (intakt, wohlgemerkt!) der Lehne wiederfindet, war die Sache geritzt. :)

Also habe ich den Stuhl auseinandergebaut (was ja grundsätzlich der leichteste Part ist), Ziernägel und Tackermunition herausgepult, den kaputten Bezug entfernt, diesen auch komplett in seine Bestandteile aufgetrennt und anhand dieser Teile ein Papierschnittmuster für die Sitzfläche erstellt. Im Nachhinein weiß ich, dass ich etwas großzügiger mit den Nahtzugaben hätte ein müssen, weil das alte Kunstleder durch die offene Naht unheimlich verzogen und zusammengeschnurzelt war. Aber sei´s drum, beim nächten Mal eben.

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Untendrunter hatte der, wie soll ich ihn nennen, „Futterstoff“ seine besten Zeiten auch längst hinter sich, also ab damit! Da drunter war dann der vordere Sitzbereich so plattgesessen, dass ich ihn vorm Beziehen mit dickem Volumenvlies aufgepolstert habe, die restliche Polsterung (sah aus wie Malervlies) war okay. Als Futterstoff habe ich Baumwolle verwendet. Die habe ich auf Zug gebracht und am Rahmen festgetackert. Alles, was überstand, habe ich bis auf ca. 1 cm gekürzt.

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Für den Bezug habe ich mir beim Stoffdealer um die Ecke Paspel in Schwarz besorgt, was sich ja auch schon im Stoff wiederfand. Auch hier ist es so, dass ich nun für den nächsten Stuhl schon mal ein wenig schlauer bin: Als Näh-Urschel bin ich es gewohnt, Paspelanfang/-ende unten bzw. hinten zu platzieren. Habe ich beim Bezug aus Macht der Gewohnheit auch gemacht. Siehste jetzt halt. Seitlich wär´ hübscher gewesen, weil so der Übergang unter dem Seitenteil der Lehne verschwunden wäre. Aber sei´s drum Pt. 2!

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Als der Bezug fertig war, wurde es für mich dann spannend: Passt das jetzt auch alles, wenn es auf Zug gebracht ist? Auch hier sage ich: Mit ein wenig mehr Großzügigkeit in der Stoffbreite des Rahmenstoffes hätte ich mir definitiv einen Gefallen getan. Das Beziehen hat gerade noch so gut geklappt, eine Minifalte habe ich drin, aber beim nächsten Mal heißt es mehr Stoff-Spiel, das erleichtert das Festtackern.

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Fast fertig. Zuletzt kam der superoberspanndende Teil für mich: Kriege ich alle drei Teile, also Lehne, Sitzfläche und den Unterboden mit den Stuhlbeinen auch wieder zusammengebaut?
Jep. Aber ganz modern mit Akkuschrauber.
;)

Ich binnnnnnicht unzufrieden mit dem Ergebnis. Also, eigentlich bin ich schwer begeistert.
Ich habe für die Arbeit Schraubenzieher, Stoffschere, Tacker und Munition, Hammer, Zange und ein wenig Gaffatape gebraucht (weil ein so´n Zugband an einer Sprungfeder gerissen war, was weiß ich!?). Klar, die Haushaltsnähmaschine kam auch zum Einsatz und musste stärkeres Garn als sonst verarbeiten. Das verbrauchte Material hat mich insgesamt vielleicht 20 € gekostet.
Schade, nicht wahr, dass die anderen drei Cocktailstühle in diesem Haushalt intakt sind…aber der Zahn der Zeit wird´s schon  richten…muahahahaaaaaaaaaa!

P.S. Bei Teenage Wasteland könnt Ihr mal gucken, wie das Baby ursprünglich ausgesehen hat. Ist auch sonst ne ganz herrliche Alte-Möbel-Anguck-Seite. :)

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Echt jetzt: ein Belegexemplar!

Es war was in der Post für mich und im ersten Moment hab´ ich n Schreck bekommen, denn ich habe gar nichts abonniert außer der taz!
Dann dämmerte es: Ja, ach so, das kann nur ja ein Belegexemplar sein!

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Der E. für E., die inzwischen schon viereinhalb Wochen alt ist, hat das Interesse der Handmade Kultur-Redaktion geweckt! Und sie haben mich selbstverständlich auch angeschrieben und gefragt, ob ich einer Publikation des Spieluhr-Elefanten zustimme.
Aber ehrlich: Damit habe ich gar nicht gerechnet, denn Ihr seht ja, wie ich fotografiere, und zwar nicht gerade begnadet. Ausleuchtung hier, da, dort, ach komm, das geht auch irgendwie anders, denke ich ganz oft! Und dass ich halt andere Dinge besser kann.
Demnach gab´s auch nur Knipsnummern, die ich weitergeben konnte und an die erst einmal die Frau Grafikerin ranmusste, denn die Spieluhr war ja auch längst bei E. im Kinderzimmer und stand als Modell nicht mehr zur Verfügung.
Umso mehr freut mich, dass es der Lütte aus Original Vintagestoff doch noch ins Heft geschafft hat. In seiner Familie ist er übrigens mit großer Freude aufgenommen worden und oft im Einsatz, hab´ ich mir sagen lassen. ;)

Herzlichen Dank, Handmade Kultur, dass mein Imperfektionismus für Euch kein k.o.-Kriterium war!

Die neue Handmade Kultur gibt es ab 14. Juli im Handel und für Abonnenten schon etwas früher. Ich verkrümel mich heute Abend aufs Sofa und werde mich mal eingehend mit der neuen Ausgabe beschäftigen.

Einen schönen Abend wünsche ich Euch, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen!

Nein, das war kein Mehlsack!

Es war ein naturfarbener Leinen-Kissenbezug mit roter Zierborte, den ich neulich geschenkt bekommen habe. Für alte Originale bin ich ja schwer zu haben, wie Ihr wisst, und im Kopf ratterte es sofort los, was ich damit machen könnte; habe ich dann aber alles wieder verworfen, denn als ich gestern Morgen in der schon ziemlich mollig warmen Zwischenwerkstatt ankam, fügte sich mal wieder in Sekunden alles zusammen.

Es war sowieso die Woche der Rucksackbeutel, ich glaube, nur vorm Hafengeburtstag habe ich in einer Woche noch mehr Exemplare genäht. Auf einen mehr kam es da auch nicht mehr an (obwohl ich dann zum Abschluß der Arbeitswoche als Ausgleich auch noch ne schön organisch geformte Clutch nähen durfte, ich hatte ja bereits viereckige Augen!).

Herausgekommen ist ein maritimes Kerlchen, kernig und verwegen, und ich habe ihm den Namen HEIN gegeben. Bekommen könnt Ihr den Unikat-HEIN über Frau Lux, ein Original, das ich so kein zweites Mal nähen werde.

Format: 34 cm x 44 cm
Innentasche: 13 cm x 18 cm
Kordellänge je 2 m, kann angepasst werden

Material: gestreifter Jeansstoff, hellgrauer Baumwollköper, Upcycling-Leinen, Baumwollkordel, Volumenvlies H630

So, und nun wünsche ich Euch allen ein Sommerwochenende to remember!
Macht was ganz Tolles und seid herzlich gegrüsst von der Tina aus der Koje