Leftover-Etuis

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Also, jetzt mal ehrlich: Machen diejenigen unter Euch, die auch Textiles verkaufen, das wenigstens manchmal auch so wie ich oder findet Ihr das kolossal unprofessionell?

Ich habe mich heute mit meinen Leftover-Etuis aus der Deckung gewagt und sie bei Facebook im Rahmen von 7 Tage / Produkte / 7 Nominierungen vorgestellt. Denn sie sind, das ist ja schließlich eine Tatsache, ebenfalls ein Koje-Produkt, auch wenn sie strenggenommen ein…o neee, jetzt muss ich das wirklich schreiben…Abfallprodukt sind.

Ja, ein Abfallprodukt. Sieht man ihnen gar nicht an, nicht? ;)
Ihr glaubt gar nicht, was bei mir an kleineren Stoffresten anfällt und ich packe das nicht, die einfach wegzuwerfen.
Vor ein paar Jahren habe ich damit noch wie ein Berserker Knopfrohlinge bezogen, aber später fing ich an, kleine Etuis, mal mit, mal ohne Kunstleder, daraus zu nähen. Die Größe des Stoffrestes entscheidet dabei das spätere Format, es kommt, wie es passt. Und deshalb gibt´s die fast gar nicht im Onlineshop, sondern bei Sevgi in der Modenäherei & Boutique Kandemir, in der ich meinen Arbeitsplatz habe, sowie bei Linda im Nachmacher x, Laden und Werkstatt für individuelle Produkte, Upcycling und Mitmachangebote in Hamburg-Eimsbüttel.

Für mich ist das inzwischen eine zufriedenstellende Maßnahme, der Stoffreste, der leftovers, Herr zu werden. Zero waste werde ich nicht schaffen, komme dem Ganzen dadurch aber etwas näher.

Was denkt ihr darüber?

Ambitioniert

Ich musste einfach zwischendrin mal was anderes ausprobieren und habe nicht nur den echt famosen Portemonnaie-Wildspitz-Schnitt nachgenäht, bei dem ich mich im Übrigen angestellt habe wie der erste Mensch mit einer Nähanleitung (wirklich schlimm, keine meiner Sternstunden!), sondern habe dafür auch das seit Anfang Juli erhältliche sogenannte ‚vegane Leder‘ mit dem Markennamen Snap Pap verwendet. Darüber wurde ja schon einiges berichtet u. a. bei den Kolleginnen HIER und HIER.

20150721_162840 20150721_162755 20150721_162736 20150721_162654Ich fand die ganze Idee spannend und habe mir mal ne Rolle in Chocolate kommen lassen, die stand dann erst einmal ein paar Tage hier herum, bis ich sie in die Waschmaschine stopfte. Was dann aus der Maschine kam, fand ich noch viel spanndender, hatte das Papier doch glatt an Volumen zugelegt und fühlte sich an wie Fensterleder. Als es trocken war, fand ich es haptisch und optisch noch besser, weil seitdem eine ledrige Struktur zu sehen ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir zwar nicht vorstellen, Snap Pap für einen Koje-Schnitt einzusetzen, ABER die Sommerferien liegen vor uns und ich weiß, der Sohn und ich werden die ganze Bandbreite an Möglichkeiten ausschöpfen, die man mit diesem Material hat. Uns fällt schon was ein! :)

Und die Wildspitz? Die ist für die Kojen-Mama in München, denn morgen geht´s für ein paar Tage in die alte Heimat. Bis dahin sage ich mal tschüs, bis denn dann, Ihr Seefrauen, Landgänger & Leichtmatrosen! :)