Kannst kommen, Sommer! Plaid Rockabilly Dress von Gretchen Hirsch

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Ihr merkt schon, ich habe immer noch so einige Gretchen-Schnitte aufzuarbeiten. Das Plaid Rockabilly Dress musste zum Beispiel ganze zwei Jahre auf die Realisation warten und das, obwohl ich sogar schon den passenden Stoff dafür hatte, der mitnichten ‚plaid‘, also kariert war, und den ich noch aus meiner Zeit im Stofffachgeschäft gehortet hatte.
Dabei handelt es sich um einen sehr dünnen und somit sommertauglichen Jeansstoff mit winzigen hellblauen Polka Dots. Der Stoff und ich sind übrigens auch nur wegen dieses dezenten Punktdurchmessers zusammengekommen, denn ein Kleid mit größeren oder gar großen Polka Dots wäre mir wirklich ein arger Graus.

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Das Schnittmuster  für das Plaid Rockabilly Dress stammt aus dem Buch ‚Gertie´s Ultimate Dress Book‘ und ist definitiv eines der leichter zu nähenden Modelle mit Puffärmeln sowie verspielten Details an Kragen und Saum. Letztere waren mir aber schon wieder zu krass, denn auf Zickzackband bin ich bisher nicht gerade abgefahren und einen harten Kontrast wollte ich auf jeden Fall vermeiden. Aber wer weiß, Geschmäcker können sich ändern und vielleicht packt es mich ja eines Tages noch…für dieses Kleid habe ich mich aber einmal wieder für eine Paspel in einem blassen Blauton entschieden, die meiner Meinung nach den Kragen betont, aber zugleich auch „entschärft; denn um ehrlich zu sein, bei der ersten Anprobe fand ich den noch nicht festgenähten Kragen an mir nicht so prickelnd, viel zu Western-, viel zu Cowgirl-mäßig kam mir das vor, als ob ich dazu am besten nur meine uralten Biker Boots aus dem Keller anziehe und mir schnellstmöglich ein Accessoire wie zum Beispiel ne Mistgabel anschaffen sollte. Na, was soll ich sagen: Die Paspel hat´s irgendwie rausgerissen für mich, jetzt gefällt es mir!

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Selbstverständlich ging es auch diesmal nicht ohne Anpassung. Wie schon bei meiner geliebten Vintage Jeans von Gretchen liegt mein Taillenumfang in der ihren Büchern zugrunde liegenden Größentabelle eine ganze Größe über der für Brust und Hüfte, also 6 – 8 – 6. Klingt irgendwie fast wie 60 – 90 – 60, nicht war?! Ist aber absolut weniger als halb so schlimm! ;)

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Als alle Schnittteile vernäht bzw. geheftet waren, bin ich vor dem Einsetzen des rückwärtigen Reißverschlusses einmal ins Kleid hineingestiegen, weil ich ja aus Fehlern lerne und mir sicher war, dass ich wie sonst auch eine Hohlkreuzanpassung vornehmen muss. Das war diesmal jedoch gar nicht notwendig, was mich echt überrascht hat! Dass aber einmal etwas wie angegossen sitzt, gibt es bei mir trotzdem nicht: Korrekturbedürftig waren die Abnäher im Vorderteil, die sowohl verlängert als auch vertieft werden mussten, denn da war definitiv zu viel Platz für meine Körbchengröße.

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Der Rest war dann, ich traue mich das allmählich zu sagen, Routine. Nahtverdeckter Reißverschluss rein, hintere Naht schließen, säumen: Fertig war das sehr luftige, aber figurbetonte Sommerkleidchen mit Platz für ein Mittagessen (und Eis hinterher)! Nun fehlt nur noch ein real McCoy-Sommer, damit ich es auch ausführen kann.
Irgendetwas sagt mir, dass das dieses Jahr klappen wird!

Retro-Jacke Clara von lillestoff

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Ne, im Ernst, ich bin ja gar nicht andauernd auf der Jagd nach neuen Schnittmustern, ich nähe ja hauptsächlich meine eigenen Schnitte für Euch, deshalb kriege ich auch 99 % der Neuerscheinungen gar nicht mit und stoße dann Monate / Jahre / ja, auch Jahrzehnte später durch Zufall auf etwas, was ich interessant finde und dass dann auf meiner Liste landet; was aber nicht heißt, dass es zeitnah eingekauft und realisiert wird.

Jacke Clara war so ein Fall. Letzten Herbst entdeckte ich sie auf einer Facebook-Seite und war gleich ganz verschossen in das schöne Retroteil. Und an allen, die Clara genäht und verbloggt hatten, sah sie auch noch super aus! An allen, echt wahr!

Ich also diesen Monat endlich den Schnitt gekauft, auf den ich dann noch ein paar Tage warten musste, weil´s die lillestoff-Schnittmuster gar nicht digital zum Download gibt. Aber Vorfreude ist ja…ach, ihr wisst schon. :)

Den Stoff für Clara habe ich mir bei kleinkariert Stoffversand geholt und zwar einen hellblauen Mini-Jacquard in Bioqualität von ALB Stoffe aus der Hamburger Liebe-Kollektion ‚Into the wild‘, den ich so extrem entzückend finde, dass ich ihn am liebsten noch auf Halde in anderen Farben geshoppt hätte. Aber noch konnte ich´s mir verkneifen! Es gilt gerade: Zuerst das Projekt, dann der Stoff. ;)

So! Nun aber zu Clärchen:
Die Anleitung ist vom Text her sehr überschaubar und enthält nur wenige Zeichnungen, sodass sie definitiv nix für Anfänger ist. Hat man aber schon ein bisschen Erfahrung im Kleidernähen und in der Arbeit mit dehnbaren Stoffen, sollte die Realisation kein Problem darstellen. Beim Übertragen des Schnittmusters auf den Stoff müssen die Nahtzugaben extra angezeichnet werden, da diese im Schnittmuster nicht enthalten sind. Empfohlen werden 1 cm bis 1,5 cm. Da ich in erster Linie mit der Overlock gearbeitet habe, habe ich mich gleich für eine Nahtzugabe von 0,7 cm entschieden. Größentechnisch stecke ich laut angegebener Größentabelle gerade zwischen 38 und 40, dachte mir aber, dass mein Umfang im Frühjahr ja eh wieder weniger wird und schnitt deshalb die Größe 38 zu. War auch gut so!

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Beim Nähen war für mich das Einsetzen des fertig genähten Ärmels in den fertig genähten Korpus Neuland. Hat auf Anhieb gut geklappt, obwohl ich sonst immer so verfahre, die Ärmel- und die Seitennähte des Oberteils in einem Rutsch zu verschließen, wie wahrscheinlich viele andere von Euch auch.
Absolut schmuck finde ich auch das Ergebnis, wenn man die Blenden mit der Einlage vor dem Bügeln miteinander verstürzt, also rechts auf rechts (die Klebefläche der Vlieseline gilt als linke Seite!) an den offenen Kanten des Schnittteils vernäht, dann wendet und ausformt und erst zuletzt festbügelt. Ergibt eine superschicke, saubere Kante, habe ich vorher nie drüber nachgedacht!
Das einzige, was ich echt frickelig fand, war das Verschließen des Wendelochs an der hinteren Stoßkante zwischen Korpus und Saum. Das lag aber am Stoff, denn der Jacquard rollt sich stark ein, so dass das Vernähen mit dem Matratzenstich für mich ein ziemlicher Kampf gewesen ist, denn die Oberteil-Stofflage soll ja zwischen den beiden Bündchen-Stofflagen liegen. Das Ergebnis, naja, ist okay, habe ich aber schon besser gemacht.

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Die Anprobe war dann allerdings auch erst einmal enttäuschend: Clara und ich, wir sahen zusammen aus wie A… mit Eimer. Einzig die Schulternähte saßen da, wo sie sitzen sollen. Ansonsten sah Größe 38 an mir jedoch viel zu kastig aus, um  einfach drei Häkchen als Verschlüsse anzubringen und die Jacke vorne etwas auseinanderklaffen zu lassen. Und sie offen zu tragen ging schon gleich dreimal nicht, das sah aufgrund der Beschaffenheit des Stoffes dann endgültig nach Lappen aus! Ja, Mist!
Also musste Puppe Reni das Jäckchen anziehen, und ich probierte, ob ich die Vorderseiten auch überlappen lassen könnte. Was war ich froh, dass das die Lösung war! Clara hat nun Knopflöcher und eine Knopfleiste selbst bezogener Knöpfe und die auslaufenden Enden des Bubikragens treffen von vorne betrachtet nur ein ganz klein wenig zu weit links aufeinander. Da sehe ich jetzt aber mal großzügig darüber weg!

Fazit: Sehr schönes Retroschnittmuster für Fortgeschrittene! Und ich kann nur wieder betonen: An allen Damen, an denen ich Clara gesehen habe, sah die Variante mit den Knebelverschlüssen oder Häkchen gut aus. Ich selbst plane lieber eine Knopfleiste für zukünftige Claras ein, denn wir zwei werden dicke Freundinnen! Ich hätte Bock auf ne Strickvariante!

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Einsteiger-Hosen: Vintage Jeans nach Gretchen Hirsch

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Oh, wie schön, da isse endlich, meine erste Hose, die ich Ende Dezember/Anfang Januar genäht habe!

Irgendjemand sagte mir mal, das wäre alles total einfach mit dem Hosennähen, aber ich sage jetzt lieber einmal: Das ist ein weites Feld, das ich da zukünftig beackern werde. In Sachen  Schnittmusteranpassung war die Vintagejeans nämlich definitiv mein bisher arbeitsintensivstes Projekt. Auch ‚lieber noch einmal aufgetrennt‘ habe ich relativ viel. Dafür bin ich aber jetzt hochzufrieden mit diesem schnittigen Vintageteilchen! :)

Die Jeans ist eine Variation der Cigarette Pants aus dem Buch ‚Gertie sews Vintage casual‘ von Gretchen Hirsch, den man zunächst relativ unkompliziert abwandeln kann, indem man an den Beinen seitlich außen ab der Hüfte bis zum Beinabschluss je 2,5 cm zugibt und die Beine verlängert.
Ich musste diesmal Größen miteinander kombinieren (Taille Größe 8, Hüfte Größe 6) und da ich ja nur 1,57 m groß bin, musste auch sonst fast alles angepasst werden, allen voran die Bundhöhe und der Schritt.  Mit dem hinteren Bund habe ich mich echt schwer getan (der Nahttrenner lässt Euch herzlich grüßen!), weil ich den Fehler gemacht habe, mein Hohlkreuz zuerst außer Acht zu lassen. Insgesamt habe ich dann fast 4 cm an den beiden hinteren Zuschnitten wegnehmen müssen und es nach vorne hin auslaufen lassen. Auch den Reißverschluss von 23 cm Länge musste ich um genau dieses Stück kürzen, denn ganz ehrlich, der wäre mir ja sonst fast über den ganz Hintern gegangen und das hätte ja nun echt nicht besonders apart ausgesehen.

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Einen weiteren Knaller habe ich mir dann noch zusätzlich geleistet: Ich habe die aufgesetzten Taschen nicht richtig an die vorderen Hosenzuschnitte angepasst, sodass die beiden Eingriffe jetzt sehr schmal geraten und sehr weit oben angesiedelt sind. Da kann ich ja froh sein, dass ich kleine Hände habe, ich bekomme sie tatsächlich noch hinein! Also, wenn ich die Schultern ein wenig hochziehe… ;)
Zum Glück hat die Optik nicht allzu sehr gelitten,  die Taschen mit den Kontrastnähten sehen trotzdem toll aus!

Im Gegensatz zum Original habe ich die Jeans mit recht weitem Bein genäht, da ich es gerne ein bisschen lockerer trage und insbesondere auf Enge an den Waden so gar nicht abfahre. So wie es jetzt ist, fühle ich mich in dem Kleidungsstück auf jeden Fall ganz schön wohl, und das, obwohl ich extrem lange um den Schnitt herumgeschlichen bin, weil ich mir so unsicher war, ob mir eine Hose mit derart hohem Bund und rückwärtigen Reißverschluss stehen würde.

20180104_145333Fazit: Ich kann das schon tragen, finde ich. Allerdings habe ich mir als Tüpfelchen auf dem i noch etwas dazu gegönnt, was es bis jetzt nicht bei mir im Schrank gab, und nun lacht mich ja nicht aus: Ich habe mir ne Bauch-weg-Unterhose gekauft! Echt, so eine wie Bridget Jones, aber in ner anderen Farbe! ;)
Bisher hatte ich es nicht so mit Shape Wear, aber mit fast 44 Jahren bin ich nun doch auf den Geschmack gekommen. Gut fühle ich mich damit!

Nun aber kurz noch etwas zum Material: Der verwendete Jeansstoff war ein Reststück und Superschnapper meines ehemaligen Stoffdealers Herrn J. um die Ecke. Die komplette Hose hat mich zusammen mit dem Metallreißer ganze 13 € gekostet.
Herr J. hat zwecks Lebensabend im Oktober letzten Jahres doch tatsächlich mit 79 1/2 Jahren sein alteingesessenes Stofffachgeschäft an eine große überregionale Kette verkauft. Das sei ihm echt gegönnt,  auch wenn er mir mit seiner Kauzigkeit und seinem Charme (nein, das schließt sich gegenseitig nicht aus!) ganz schön fehlt. Zum Glück haben die neuen Inhaber seine Restbestände übernommen, sodass man immer noch (zum Teil zu unschlagbaren Preisen) supertolle Bekleidungsstoffe erstehen kann.
Die Farbe des Stoffs hatte es mir gleich angetan. Sie geht so ein bisschen ins ‚Preußischblaue‘, was ich sehr mag und mich ein  bisschen an den Worker-Style der Zwanzigerjahre erinnert. Der Jeansstoff selbst ist von der mittelschweren Sorte und hat einen kleinen Elastan-Anteil. Ist nicht authentisch, ich finde so ein bisschen Dehnbarkeit aber sehr gut und praktisch!

Die Hose wird jetzt erst einmal fleißig getragen. Und dann gucke ich mal, ob ich mich bald einmal an einen modernen Hosenschnitt wage. Oder ob ich das überhaupt will! :)

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 P.S. Mit seiner ersten Hose darf man auch mal wieder zum MeMadeMittwoch, oder!? :)

 

Quilt-Kombi Tischläufer und Untersetzer

Ich habe natürlich schon wieder begonnen Material einzukaufen, schnüre aber auch fleißig Stoffpacks für die HAMB am 25. Februar und habe mal wieder eine große Tasche voll mit kleinen Stoffresten. Klar, aus einigen nähe ich Leftover-Etuis, andere sind dafür schon zu klein oder machen in Kombination mit Kunstleder irgendwie nix her.

Also habe ich mich wie letztes Jahr dem Kampf mit dem Rollschneider (mei, ich mag ihn halt einfach nicht!) gestellt und Quadrate geschnitten bzw. dieses Mal sogar gleichschenklige Dreiecke. Man muss sich ja schließlich auch weiterentwickeln, nicht wahr!?

Für n Topflappen waren es viel zu viele Dreiecke, also habe ich einen Tischläufer gequiltet, den man auch als Topfuntersetzer benutzen kann. Dafür habe ich Quadrate im Format 14 cm x 14 cm zugeschnitten und diese dann noch einmal diagonal halbiert. Naja, und dann alles irgendwie wieder mit einer Nahtzugabe von 1 cm zusammengenäht! Zuerst die Dreiecke zu Quadraten, die Quadrate zu Stoffbahnen und die Bahnen sodann aneinander genäht. Und nicht vergessen: Zwischen den Nähschritten immer gewissenhaft die Nahtzugaben auseinanderbügeln!

 

Als Trägermaterial für  das so entstandene Top habe ich dicken Baumwollmolton verwendet, der ganz wunderbar Kälte (wie bei meiner Kühltasche) sowie Hitze isoliert und deshalb eine gute Alternative zum Thermolam ist. Und da habe ich dann auch zum ersten Mal in meinem Leben wahrhaftig gequiltet, also das Top durch Absteppen in den Nahtschatten der entstandenen Quadrate mit dem Molton fest verbunden. Mit gefühlt 30 Stecknadeln für so n lüttes Ding hat das Verbinden der beiden Lagen auch fast durchgehend gut geklappt.

Da es sich lediglich um einen kleinen Quilt handelt, konnte ich auch von oben nach unten bzw. von links nach rechts „durchsteppen“, das Diagonale habe ich mir gespart. Bei größeren Quilts sollte man das allerdings nicht auf diese Weise machen, sondern immer schön in der Mitte beginnend nach außen arbeiten. So verhindert man, dass sich unschöne Stofffalten bilden, man streicht also quasi von der Mitte aus „Unebenes“ aus. Am einfachsten gelingt dies, wenn man das Top und die Füll-Lage und, wenn sie mit gesteppt werden soll, die Unterseite auf dem Boden ausbreitet. Die zuunterst liegende Schicht sollte man am Boden z. B. mit Washi Tape richtig gut fixieren, damit beim Abstecken möglichst wenig verrutschen kann. Mit Gewichten kann man selbstverständlich auch arbeiten.

Aber nun zurück zu meinem Mini-Quilt: Die unifarbene Rückseite aus Canvas  habe ich nur durch die Seitennähte bzw. dem Binding (Einfassung) mit den anderen beiden Lagen verbunden. Sollte aber reichen, oder? Hierfür fanden sich im Vorrat noch einige Meter dunkelblaues Schrägband in der Breite von 1,8 cm mit kleinen weißen Ankern drauf, das bei der Stärke der einzelnen Lagen gerade noch so gut verwendet werden konnte. Aus dem Schrägband habe ich bei zwei diagonal liegenden Ecken auch sichtbare Aufhängungen genäht. Würde ich im Falle eines nächsten Males wahrscheinlich versteckt auf der Rückseite anbringen, aber nun gut, jetzt ist es so und auf Auftrennen hatte ich dieses Mal irgendwie keine Lust… ;)

Übrigens fiel mir die Anordnung der Dreiecke erstaunlicherweise leicht, das fand sich einfach so. Und überhaupt freut mich am meisten, dass der fertige Tischläufer jetzt auch obendrein noch so aussieht, als hätte ich gaaanz lange überlegt, welche Stoffe ich denn miteinander kombinieren soll.  Habe ich aber gar nicht! Das war echtes Reste-Quilten! Zwei Fliegen mit einer Klappe also!

Haptisch ist es ein sehr feines Teil geworden und optisch mag ich es auch echt leiden, obwohl der Tischläufer / Topfuntersetzer alles andere als eine einwandfreie Arbeit ist, denn nicht alle Nähte treffen so aufeinander wie sie es sollen und ab und zu liegen meine Fixiernähte doch nicht ganz im Nahtschatten. Und manche Quadrate sind auch etwas schief geraten, mit dem Winkellineal (ihr glaubt doch wohl nicht im Ernst, ich hätte ein Quilt-Lineal?) darf man echt nicht nachmessen. So ein akkurat arbeitender Quilter werde ich wohl eher nicht, dazu fehlt mir tatsächlich komplett die Ambition, aber da meine Quilt-Versuche ja nur für mich sind und nicht zum Verkauf stehen: So what!?

Nostalgiecampen in der Hauptstadt

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Ein 100 %-iges Fundstück für Vintageliebhaber, auch wenn der Hüttenpalast in Berlin-Neukölln bestimmt auch für viele andere ein Heidenspaß ist!

Neben ganz regulären Hotelzimmern betreibt der Hüttenpalast nämlich in einem Hinterhof zwei aneinander angrenzende Hallen, die alte Wohnwägen und Holzhütten beherbergen und obendrein mit viel Liebe zum Detail dekoriert wurden (Holzskier, prall gefüllte Kassettenkoffer, Opas „voll bewappnete“ Wanderstöcke, etc. pp.). Sozusagen ein Indoor-Campingplatz, der einen stark an Familienurlaube aus der Kindheit erinnert.

Vor jeder Hütte befindet sich eine Sitzgelegenheit mit Tisch, sodass außerhalb der Schlafstätten sehr feines Campingfeeling herrscht. Aber keine Sorge, in den Behausungen schläft man nicht der Authentizität wegen auf Campingliegen, sondern nächtigt in sehr bequemen Betten bzw. auf Matratzen. Und auch die Sanitäranlagen erinnern zum Glück nicht an die früheren Gemeinschaftswaschräume auf Zeltplätzen, die man damals selbst mit Adiletten nur ungern betreten hat. Bett und Bad sind also modern (und absolut sauber). Sonst aber kann und soll man sich ruhig ein wenig der Nostalgie vergangener Tage hingeben. Seht selbst!

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P. S. Echt gutes Frühstück kann man natürlich für 9,50 € dazu buchen, als kleine Aufmerksamkeit und im Preis inbegriffen sind jedoch Obst und Croissants, die morgens ganz still und leise auf der Kaffeetheke in der Halle platziert werden. Nett, oder? Da wird der erste Kaffee ja vorm Wohnwagen getrunken! :)