Midi-Portemonnaie mit Bügelclip

Clipbörse Mid Century floral mit Kartenfächern

Also, als Kind hatte ich natürlich eine kleine, mit Perlen bestickte Clipbörse (die Siebziger eben!) und eigentlich fand ich Clipbörsen auch als Erwachsene, wenn ich sie bei anderen Ausstellern sah, immer ganz herzallerliebst, aber sie selber machen mit der ganz eigenen Zwölfte Koje links-Note?
Dabei machte mir nun wirklich nicht das Konzipieren und Nähen Sorgen, sondern die Sache mit dem Kleben. Also habe ich einmal wieder etwas länger gezögert…oder sagen wir, ich habe über ein Jahr lang immer wieder herumprobiert bis das Einkleben des Metallbügels saß und ohne größere Sauereien vonstatten ging.

Letzten Monat hatte ich dann genug geübt.
Letzten Monat befand ich meine diesbezügliche Geschicklichkeit als gut genug, um die ersten Zwölfte Koje links-Clipbörsen im Vintage-Stil in den beiden Shops anzubieten.

Ich wollte nicht, dass die Börse nur aus einem einzigen großen „Chaosfach“ besteht, so ein bisschen Ordnung und Komfort muss sein, also habe ich ihr im Inneren auf einer Seite zwei Einsteckfächer für Kartenmaterial sowie Ausweise und Führerschein verpasst. Dabei habe ich die Fächer so groß bemessen, dass pro Fach bis zu fünf Karten hineinpassen.

Clipbörse Mid Century floral mit Kartenfächern Detail 2

Sie soll und kann selbstverständlich kein klassisches Portemonnaie ersetzten, sondern kommt wie meine Weekender Kulturtaschen dann zum Einsatz, wenn frau nicht alles mitnehmen möchte. Und Ihr wisst ja selbst am besten, wann das bei Euch selbst der Fall ist. :)


Clipbörse mit zwei Kartenfächern (Mehrfachbelegung möglich)
Format ca. 13 cm x 11,5 cm
Material: Baumwolle, Wachstuch, Volumenvlies, Vlieseline, Schrägband, Metallbügel
Preis (Stand August 2018): 26,00 €

I dream of Jeannie: Glasuntersetzer und Kühlhusse für Flaschen

Kühlhusse und Glasuntersetzer DIY - Kopie

Na, endlich ist der Sommer wieder da!
Ich hatte ja ernsthaft letzte Woche schon wieder angefangen, Heißgetränke zuzubereiten, so frisch fand ich die Temperaturen. Aber nun geht´s wieder verstärkt raus! Und weil ich auch gerne lange mit Buch auf dem Balkon sitze und das Buch oft so spannend ist, dass ich darüber vergesse in die Küche zu laufen, um mein Glas wieder mit kühlem Nass aufzufüllen, habe ich uns eine Kühlhusse für Flaschen genäht und mich obendrein an Glasuntersetzern versucht.
Thema: ‚I dream of Jeannie‘, zu deutsch ‚Bezaubernde Jeannie‘, noch so ne Sixties-Fernsehserie, die ich als Kind unheimlich gern gesehen habe.

Kennt diese Serie der eine oder andere von Euch noch?
Jeannie ist ein sog. Dschinn, ein Flaschengeist, der aus Versehen von Tony Nelson, einem Astronauten, der nach einer Bruchlandung auf einer Pazifikinsel gestrandet ist, befreit wird. Ihr merkt schon, das ist wirklich alles ungeheuerlich lebensnah! Einmal aus der Flasche raus, möchte Jeannie ihrer Aufgabe gerecht werden und ihrem neuen Herren zu Diensten sein. Der will aber eigentlich gar nicht so richtig. Nichtsdestotrotz folgt Jeannie Tony nach dessen Rettung mit in sein Zuhause und versucht fortan, es ihrem Herren so bequem wie möglich zu machen. Der Haken an der Sache: Jeannie ist der absolute Chaot unter den Dschinns. Und mehr muss ich dazu, glaube ich, nicht sagen. ;)

Kühlhusse Flasche DIY

Für die Flaschenhusse habe ich mir ein Stück naturfarbene Biobaumwolle ausgesucht, die ich via Transferfolie für helle Stoffe bedruckt habe. Transferfolie gibt´s in vielen Schreibwarenläden und Bürofachmärkten und der Druck ist leicht zu bewerkstelligen. Ihr braucht lediglich einen Drucker, ein Bügeleisen und müsst Euch dann gaaanz genau an die beigelegte Anleitung halten.

Für meine Husse diente eine Weinflasche als Vorlage. Ich habe mir den Umfang des Flaschenbodens errechnet (kannste aber auch hier bei Mathepower errechnen lassen), den Umfang wieder halbiert und sodann einmal 1,4 cm für die Nahtzugaben (je 0,7 cm Füßchenbreite) und 2,5 cm für das „Spiel“ zugegeben. Ihr nehmt diese errechnete Bodenbreite und zeichnet Euch auf dieser Basis eine eindimensionale Flasche. Wenn es ans Verjüngen in den Flaschenhals geht, orientiert ihr Euch höhenmäßig wieder an der Originalflasche. Der Abstand sollte auch am Flaschenhals die Differenz aus errechneter Bodenbreite und halbiertem Umfang mit Nahtzugaben sein.
Fügt zum Schluss oben und unten noch einmal jeweils 0,7 cm Nahtzugabe und unten 1,5 cm Saumzugabe hinzu.  Schneidet die Vorlage zweimal aus Stoff, zweimal aus Wachstuch und zweimal aus dünnem Baumwollmolton zu.
Viele würden statt Baumwollmolton Thermolam zur Isolierung benutzen, aber bei uns in der Schneiderei bleiben aus der Produktion oft Moltonstücke übrig und ich finde, sie isolieren auch ganz prima, weil sie so dicht gewebt sind. Eine weitere Möglichkeit wäre die Verwendung einer alten Kühltüte aus dem Supermarkt oder Discounter. Eine solche kam bei meiner Kühltasche zum Einsatz und funktioniert ebenfalls super!

Zusammengenäht wird folgendermaßen:
1. Wer die Husse mit Webbändern etc. verzieren möchte, macht das mal zuallererst.
2. Die Moltonzuschnitte werden knappkantig auf die linke Seite des Wachstuchzuschnitts aufgesteppt.
3. Legt nun jeweils den abgesteppten Wachstuchzuschnitte rechts auf rechts auf den Außenstoff und näht die Flaschenhälse aneinander (senkrechte rote Linie im Schaubild).
4. Faltet die am Flaschenhals aneinander genähten Teile wie im Schaubild auseinander und näht die beiden so entstandenen Teil rechts auf rechts und natürlich Innenfutter auf Innenfutter und Außenstoff auf Außenstoff aufeinander (weiße Linien im Schaubild).
5. Stülpt nun das Innenfutter ins Außenfutter. Das ist ein bisschen fummelig durch den Flaschenhals, aber es geht!
6. Wenn alles zurecht gezupft ist, schlagt die offenen Kanten am unteren Ende der Husse 1,5 cm ein und steppt das Ganze noch einmal im Geradstich rundherum ab.

Flaschenusse Schaubild

Meine Glasuntersetzer bestehen aus drei Lagen dünnem Kork (hatte ich noch übrig, sonst hätte ich gern Kork mit einer Stärke von 0,5 cm verwendet, denn die Kanten hätten dann way better ausgesehen) und sog. Furnierholzpapier. Dieses selten coole Zeug habe ich im Januar bei Modulor in Berlin erstanden,  das gab´s da reduziert im Zehnerpack mit verschiedenen Holztönungen, aber günstig ist es auch reduziert nicht wirklich.

Das Holzfurnierpapier habe ich ebenfalls im Transferdruck, aber mit Acrylmedium bedruckt. Dafür braucht Ihr gespiegelte Laserausdrucke Eurer Motive, Acrylmedium, einen Pinsel, ein Spülschwämmchen und eine alte Scheckkarte o. ä.

Jeannie

Gedruckt wird so:
1. Zuerst pinselt Ihr das Holzfurnier und den Laserausdruck auf der bedruckten Seite mit Acrylmedium ein.
2. Drückt dann die bedruckte Seite des Laserausdrucks auf die eingepinselte Seite des Holzfurniers, streicht ihn glatt und schabt mit der Scheckkarte alle Luftbläschen oder zu viel aufgetragenes Acrylmedium hinaus. Dann gut durchtrocknen lassen, über Nacht schadet auch nicht.
3. Nehmt Euch ein Spülschwämmchen und feuchtet das Papier an.
CAVE: Benutzt nur die weiche Seite des Schwämmchens, nicht die grüne!
Löst nun in kreisenden Bewegungen das Papier vom Holzfurnier. Das kann etwas mühsam sein, ist aber auch sehr spannend, wenn das Motiv darunter zum Vorschein kommt. ;)
4. Seid gründlich!
5. Lasst alles gut durchtrocknen und gönnt dem Furnier noch ein bis zwei dünne Acrylmedium-Anstriche, die wieder gut durchtrocknen müssen.

Glasuntersetzer Holzfurnier DIY

Schneidet nun die gewünschte Form für die Untersetzer aus dem Kork und dem Holzfurnier mit einem Bastelskalpell aus und klebt sie entweder mit Holzkleber oder (einfacher!) mit doppelseitig klebendem Klebeband aufeinander. Zuletzt packt ihr noch einmal für zwei bis drei Stunden einen dicken Wälzer (ich will doch hoffen, Ihr besitzt noch Bücher!) auf die Untersetzer, damit alles schön zusammengepresst wird.

DIY Glasuntersetzer Holzfurnier

So.
Und dann könnt ihr damit auch schon raus in den Garten oder auf den Balkon!
Schön!

Und im Winter verwendet Ihr die Kühlhusse einfach als Flaschenvasendeko und die Untersetzer schützen unbehandelte Holztische dann vor Tee- und Glühweinflecken. :)

DIY Glasuntersetzer Holzfurnierpapier

Kimono Tee-Hack, die 2te

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen - Kopie

+++Werbung+++

Auch wenn ich keinerlei Kooperation mit Maria Denmark eingegangen bin, weder Güter noch Geld geflossen sind, und ich lediglich das kostenlose Schnittmuster heruntergeladen habe, ist das, was ich hier mitunter mache, seit kurzer Zeit als Werbung zu kennzeichnen. Hiermit geschehen. Auch wenn ich es Empfehlung nennen würde.

Wie kommt es bloß, dass ich diesen famosen Schnitt vor drei Jahren nur einmal genäht und ihn dann bis dieses Frühjahr links liegen gelassen habe? Verstehe ich gar nicht mehr!

Das Kimono Tee von Maria Denmark ist super wandelbar,  gerade weil es so ein simpler Schnitt ist. Deshalb kommt hier also schon mein nächstes abgewandeltes Kimono Tee. Wieder aus dehnbarem Material, aber mit Kragen und Schleife!

Genäht wird erst einmal wie gehabt „nach Anleitung“. Ihr näht alles soweit fertig, lediglich den Ausschnitt lasst Ihr noch unbearbeitet.
Für das Verarbeiten von Jersey müsst Ihr keine Overlock besitzen. Der enge Zickzackstich einer Haushaltsnähmaschine tut´s auch!

Für den Kragen messt Ihr einmal den gesamten Umfang des Ausschnitts mit einem Maßband ab. Zu diesem Ergebnis addiert ihr nun für die Schleifenbänder 20 Zentimeter, für jedes der beiden Schleifenteile also 10 Zentimeter. Somit habt ihr die Länge Eures Kragens.

Schneidet nun längs im Bruch liegend einen Streifen mit 5 Zentimetern Höhe (also aufgeklappt 10 Zentimeter) und Eurer errechneten Gesamtlänge zu. Der Fadenlauf läuft dabei parallel zu den beiden kurzen Ende.

Lasst den Zuschnitt im Bruch liegen und bügelt die Kante einmal ordentlich. Sodann näht Ihr die beiden kurzen Enden jeweils einmal im 45°-Winkel ab und kürzt die so entstandene dreieckige Nahtzugabe ein. Näht dann an beiden Enden jeweils 10 cm an der offenen Längskante entlang, wendet die so entstandenen Schleifenbänder und bügelt alles links auf links liegend und achtet darauf, dass die offenen Kanten bündig übereinander liegen (weil, wissen wir ja eigentlich, gut gebügelt ist halb genäht).

Schaubild Kragen Kimono Tee Hack_1

Wählt nun am Ausschnitt den Punkt aus, an dem Eure Schleife sitzen soll. Ich habe das so Pi mal Daumen entschieden, am besten ist, Ihr schlüpft mal rein und markiert Euch den Punkt, der Euch am besten taugt, mit einer Stecknadel oder einem Wonderclip.

Steckt dann den Kragen rechts auf rechts an den Ausschnitt beginnend bei Eurem markierten Anschlusspunkt, auf dem die spätere Schleife sitzen soll. Damit der Kragen gleichmäßig gedehnt angenäht werden kann (es wurde ja im 45°-Winkel abgenäht, sodass sich die anzunähende Strecke des Kragens verkürzt hat und das ist auch richtig so), unterteilt euch den Ausschnitt vorher ausgehend vom Anschlusspunkt in vier gleiche Strecken und markiert diese wiederum mit Stecknadeln oder Wonderclips. Das gleiche passiert mit dem Kragen, allerdings nur zwischen den beiden Anschlusspunkten, also dem Bereich, der angenäht werden soll. Die beiden Schleifen sind komplett außen vor.

Schaubild Anschlusspunkte Kimono Tee Hack

Legt nun die mit Nadeln/Wonderclips markierten Punkte von Kragen und Ausschnitt aufeinander und steckt an diesen Stellen Kragen und Ausschnitt mit nur einer Nadel aufeinander. Näht nun Kragen und Ausschnitt zusammen und dehnt innerhalb der abgesteckten Intervalle den Stoff des Kragens gleichmäßig. Achtet darauf, dass der Anschlusspunkt des Kragenendes dann wieder genau auf den Anschlusspunkt des Kragenausschnitts trifft.
Zuletzt klappt Ihr die innere Nahtzugabe nach unten und steppt diese knappkantig im Geradstich von rechts ab, damit sie nicht unschön „hochflappen“ kann.

Schleife bzw. lockeren Knoten machen nicht vergessen! Und dann reinschlüpfen! :)

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 1

Kimono Tee Hack mit Jerseykragen Detail 2

Erinnert mich irgendwie an das Oberteils eines Tennisoutfits aus den Vierzigern. Aber das finde wahrscheinlich nur ich. Außerdem spiele ich gar nicht Tennis und werde diesbezüglich auch zukünftig keine Ambitionen haben. :)

Material: Ajour-Jersey (100 % Baumwolle)
genäht mit meinem Maschinen-Oldie (1989) und meiner Overlock
verlinkt auf Sew La La

Komm her, Schluppe!

Suzabelle Dress Vintagekleid

St. Pauli-Flohmarktgespräche

Mann hinterm Tresen: Hier, ‚Plan 9 from outer Space‘, den musst du haben, das ist der schlechteste Film aller Zeiten, lohnt sich!
Ich: Neee, den bin ich doch gerade erst Anfang April in Barmbek aufm Flohmarkt losgeworden! Und weißt du was, ich glaube, DU warst der Käufer!
Mann hinterm Tresen: …
Ich: Stimmt´s? Im April war das!
Mann hinterm Tresen: Joa…is richtig…aber hast du den auch ganz zu Ende geguckt?

Ja, glaubt mir, habe ich, der kommt mir nicht mehr ins Haus, der Film schmerzt und ist harte Arbeit!

Außerdem habe ich was viel Besseres gefunden, nämlich dieses wahnsinnig hübsche Schluppenkleid (Label: Suzabelle). Stört mich auch nicht, dass es nicht original Sixties ist (hat auch Vorteile, ist aus Baumwolle, nicht aus Polyester), der Schnitt ist herrlich Vintage und es muss nix geändert werden, es passt! Einfach so!

Fleamarket rules! Immer wieder! :)

Hack-O-Rama: Kimono Tee mit Knopfleiste

Da stand ich einmal wieder mit einem vor Monaten im Affekt gekauften Meter Webware, wohlgemerkt ein Meter, der auf 1,10 m liegt, also einer Stoffmenge, mit der man in Sachen Kleidungnähen nicht gaaanz so weit kommt.  Also habe ich überlegt und folgendes Experiment gewagt: Ich habe das schöne, schlichte Kimono Tee, ein kostenloses Schnittmuster von Maria Denmark für ein T-Shirt mit überschnittenen Ärmeln, das für dehnbare Stoffe entworfen wurde, abgewandelt in ein Vintage-Blüschen in Größe S mit rückwärtiger Knopfleiste.

Hierzu bin ich folgendermaßen vorgegangen: Das Vorderteil habe ich wie gehabt im Bruch zugeschnitten, jedoch beim Rückenteil an der mittigen Bruchkante jeweils 2,5 cm hinzugefügt und aus einem Rückenteil zwei gemacht, die sich mittig überlappen. Bis auf den Halsausschnitt und die Ärmelausschnitte wurde alles einmal rundherum gekettelt bzw. mit der Overlock versäubert und dann die Schulternähte sowie die Seitennähte mit einem Geradstich der Haushaltsnähmaschine geschlossen.

Im Anschluss habe ich dünne Vlieseline (hier H200) in einer Breite von 2 cm links auf die Schnittkanten der zwei Rückenteile gebügelt, die Kanten in einem Abstand von 2 cm links auf links umgebügelt und knappkantig parallel zur Falzkante abgesteppt. Nun ging´s ans Knopflöcher nähen (zur Orientierung: Guckt man auf die Rückenansicht, kommen die Knopflöcher auf die rechte Seite): Meine schlichten rosa durchscheinenden Minis hatten einen Durchmesser von 1,3 cm, also addierte ich 0,2 cm hinzu, um die Länge der Knopflöcher zu erhalten. Zwischen den Knopflöchern selbst habe ich immer einen Abstand von 4,5 cm abgemessen, sodass ich am Ende auf eine Knopfleiste mit 7 Knöpfen gekommen bin. Weil ausnahmsweise zu Hause und nicht in der Schneiderei genäht wurde, kam meine allererste Maschine, mein good ole boy von 1989, zum Einsatz und ich sag´ Euch, der Maschinenopa hat die Knopflöcher wirklich einmal wieder einwandfrei hinbekommen. Ich weiß schon, warum ich ihn behalte, auch wenn ich oft an seinem Stichbild herummäkele, das nicht ganz so super gerade ist wie das meines Nähcomputers. Aber der Bursche ist für die Ewigkeit gemacht, kann Geradstich und Zickzack und Knopflöcher und mehr muss doch so ne Haushaltsnähmaschine genau genommen gar nicht können, um famose Ergebnisse zu erzielen. Behaupte ich mal!

Wie dem auch sei, hier geht´s jetzt mit der Minianleitung weiter:
Nachdem alle Knopflöcher mit dem Nahttrenner vorsichtig aufgeschnitten waren, drapierte ich das Kimono Tee vor mir und legte die von mir aus gesehene rechte Kante über die linke, sodass sich die beiden um ca. 2 cm überlappten. Mit Stecknadeln habe ich dann die Stellen markiert, an denen die Knöpfe angenäht werden müssen. Man steckt dazu durch das obere Ende (wichtig) des Knopflochs senkrecht eine Nadel in den darunterliegenden Stoff. Dies ist genau der Punkt, an dem der Knopf festgenäht werden muss, damit die Kopfleiste später gut sitzt und die Seiten parallel zueinander laufen. Mich persönlich nervt Knöpfe annähen kolossal, aber muss ja und das Ergebnis ist eine wirklich hübsche Rückenansicht, finde ich!

Für den Halsausschnitt habe ich mir aus den Stoffresten ein Schrägband zum Einfassen genäht und gebügelt. Hierfür habe ich Stoffstreifen mit einer Breite von 3,5 cm diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten, die Enden im 45°-Winkel zugeschnitten und diese wie auf dem Foto abgebildet aneinander genäht, mittig gefalzt und die Längsenden ca. 0,7 cm nach innen gebügelt.

Die Ärmel haben jeweils ein schmales Bündchen von knapp einem Zentimeter Breite bekommen, das fix mit der Overlock angenäht wurde. Sodann einmal darüber gebügelt über das Ganze, schon war die Vintage-Bluse anziehfertig!

Sie passt im Übrigen einwandfrei zum Bleistift-, Teller- und A-Linie-Rock und zur langen wie kurzen Hose sieht sie auch sehr kleidsam aus. Man kann sie unter und selbstverständlich auch über dem Bund tragen. Letzteres sieht auch ganz apart aus, da die Knopfleiste nicht ganz nach unten reicht und die Enden dann ein bisschen auseinanderstreben wie ein Schwalbenschwanz. Ich mag es leiden!

Stichwort Bequemlichkeit: Doch, im Ernst, volle Punktzahl! Das gute Stück engt nicht ein und ist schwer bequem, weil auch genügend Armfreiheit gegeben ist.

Fazit: Aus der Not ne Tugend gemacht! Das Kimono Tee kann auch aus Webware mit Knopfleiste genäht werden. Selbige, die ja notwendig ist, um ins Shirt einsteigen zu können, ist gleichzeitig ein sehr schöner Hingucker. Ich würde sagen, ab an den See oder das Meer, in den Park oder gleich in die Sommerfrische damit!

Ich wünsch´ Euch was, Ihr Seefrauen, Landgänger und Leichtmatrosen! Genießt die Sonne!

P.S. Mit diesem Kleidungsstück gehe ich heute ein allerletztes Mal zu RUMS – Rund ums Weib. Leider schwebt auch über RUMS das Damoklesschwert der DSVGO. Und wenn ich ehrlich bin, fühlt es sich für mich so an, als hätte dieses Schwert längst zugeschlagen, denn auch RUMS schließt aus diesem Grund wie so viele andere Blogs seine Pforten.

Liebe Muddi,

meinen allerherzlichsten Dank für, wie ich gerade gelesen habe, 281 (!) Male RUMS!
Ich habe immer gern vorbeigeschaut und auch gern meine „Ergüsse“ verlinkt. Ich wünsch´ Dir alles Gute!

So this time not only my name
but my gratitude as well! :)

Tina