Kunst für alle!

20150724_120247
Das traf sich so was von gut!

Der Offspring und ich haben erst vor wenigen Wochen ausgiebig über Keith  Haring gesprochen und zwar im Zusammenhang mit LUNA LUNA, einem Jahrmarkt-Kunst-Projekt, das 1987 stattfand. Ich habe das Buch über die Entstehung noch hier, mit anderen Worten, ich fand es auch 1995 noch ziemlich gut, sodass es in einer Hamburg-Umzugskiste landete.

In München hat es dann auch nur eine Litfaßsäule mit Plakatwerbung gebraucht, um mich zu begeistern. Wann hat man schon die Möglichkeit so viele Haring-Originale auf einem Haufen zu sehen?!
Eben!

„Aber ich geh´ nur mit Dir hin, wenn wir nicht vor jedem Bild 10 Minuten stehen bleiben!“
„Keine Sorge, min Jung´, höchstens drei!“

In der Ausstellung finden sich viele Werke aus den Siebziger- und frühen Achzigerjahren und eine nicht kleine Menge seiner Subway Drawings, Kreidezeichnungen auf abgedeckten Werbetafeln aus der New Yorker U-Bahn, für die er alle naslang einkassiert wurde. Anhand der weichen Kreidestriche kann man erahnen, dass sich unzählige Schichten Papier unter der Malfläche befunden haben müssen; und dass davon überhaupt offiziell so viele erhalten sind und dann auch noch gerade in good old Bavaria abhängen, hätte ich nicht erwartet. Es zaubert einem doch immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, dass da jemand nicht nur von ‚art is for everybody‘ gesprochen hat, sondern es auch noch mit wachsendem Erfolg genau so gehalten hat.

Als Teenie kam ich an Keith Haring nicht vorbei, genausowenig wie an Madonna. Ich hielt beide für extrem coole Säue, wenn ich das mal so salopp sagen darf, und beide habe ich nicht nur für ihr Schaffen, sondern auch für ihre eindeutige Haltung bestimmten Dingen gegenüber sehr bewundert. Auch die Ausstellung zeigt viele Werke, in denen Haring seine Einstellung zu sozialen und politischen Missständen zum Ausdruck bringt. Und obwohl man dort eine große Fülle an Informationen vorfindet, ist es doch keine Ausstellung, bei der man ‚ab Raum 8‘ irgendwie nur noch schnell hindurchwandert. Wenn Ihr also die Möglichkeit habt und in der Nähe seid, schnappt Euch Eure Nachkommen und Vorfahren (jahaaa, auch meine Mutter musste mit!) und bringt ihnen the one and only Keith Haring näher, denn einen anderen werden wir laut seiner eigenen Aussage nicht bekommen!

20150724_115111

bis 30. August 2015

Keith Haring – Gegen den Strich
Kunsthalle Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstr. 8
80333 München

http://www.kunsthalle-muc.de/ausstellungen/details/keith-haring/

 

When I die there is nobody to take my place.
(Keith Haring)

Zentangle

Ich bin da vor einigen Monaten auf etwas gestossen, was ich unbedingt einmal ausprobieren wollte: Zentangle.

Zentangle setzt sich zusammen aus den Wörtern ZEN und „tangle“, was im Englischen so viel wie Wirrwarr bedeutet. Beim Zentangle geht es darum, durch das Zeichnen kleiner Muster und Ornamente, ähnlich dem unserer früheren „Telefonkritzeleien“, in den sogenannten flow zu kommen und auf diesem Wege zu entspannen. Ich habe natürlich längst bemerkt, dass ich beim Arbeiten, dem Schneidern, regelmäßig „in den flow“ komme, einen Zustand, bei dem ich ganz bei mir bin; aber da ich früher mehr als gerne gezeichnet habe, was aber im Laufe der Jahre irgendwie komplett auf der Strecke geblieben ist, haben wir uns hier in der Koje gemeinschaftlich den Einsteigerkurs Freude mit Zentangle, mehr ausführliches Heft als Buch, besorgt und es nacheinander einmal ausprobiert.

20150105_125907

Man braucht nicht viel dazu: Im Buch werden sog. tiles, also Kacheln empfohlen, kleine festere Papiere im Format 9 cm x 9 cm. Wir haben es nun erst einmal mit stinknormalen quadratischen Notizzetteln im gleichen Format versucht, das geht auch.

Darüberhinaus braucht man

– zwei schwarze Fineliner, einen feinen (F) zum Zeichnen, den dickeren (B) zum Füllen der Flächen
– einen weichen Bleistift (B, 2B, 3B)
– ggfs. noch einen Papierwischer, um Übergänge zu verwischen (ich hab´s mit dem Finger gemacht, geht auch)

20150105_13001420150105_130033

Man beginnt mit vier Eckpunkten, die man dann mit dem Bleistift verbindet, es muss nichts gerade sein. Innerhalb dieses Rahmens zeichnet man dann schwungvoll sog. Fäden, wobei man den Bleistift etwas weiter hinten anfasst. So entstehen einzelne Felder, die es jetzt mit Mustern und Ornamenten zu füllen gilt.

Im Buch gibt es Zeichenanleitungen für Muster mit unterscheidlichen Schwierigkeitsgraden. Da es hier nicht um Perfektion geht, sondern um Entspannung, kann ich nur empfehlen, sich nach dem Einstieg mit einigen einfachen Mustern schnell auch an komplexere zu wagen. Es bringt wirklich Spaß und macht den Kopf frei. Und da nur kleine Flächen zu füllen sind, liegt ziemlich schnell eine fertige Zeichnung vor.

Mir gefällt diese Entspannungsmethode, vor allem, weil man sie fast überall machen kann. Naja, und ganz vielleicht bringt es mich ja meinem früheren Hobby auch wieder etwas näher. ;)
Für Leute, die gerne kritzeln, ist es auf jeden Fall zu empfehlen! Und den anderen, die glauben, in Zeichendingen völlig talentfrei zu sein, kann ich sagen: Das seid Ihr nicht! Zentangle kann jeder, echt!

Anya Lothrop
Freude mit Zentangle – Der Einsteigerkurs
Trinity Verlag
ISBN 9783955501051

20150106_153013

Betriebsamkeit

CIMG2558

Grummeliges Mistwetter all working week. Und kalt wars auch. Samstags in der Früh dann auch noch ganz dichter Nebel. Und dann plötzlich vormittags das Supersonnenwetter. Da habe ich mich gleich in meinen Jeansrock geworfen, mir LSF 30 ins Gesicht geschmiert und raus ging es zum Lesen und Kaffeetrinken auf den Balkon. Am liebsten hätte ich mir noch ein Dolomiti gekauft, aber am Kiosk um die Ecke gab es noch keins. Das muss ich aber bald nachholen, denn Dolomiti ist neben Minimilk das Eis am Stiel meiner Kindheit, und ich finde super, dass es in der Originalrezeptur wieder auf den Markt geworfen wird!

CIMG2571     CIMG2573

Apropos Stiel: Mein Sohn (9) ist nicht nur ein Kreativer, sondern auch eine Zuckerschnute und deshalb Stammkunde am Stand von Cake Pop Hamburg. Wenn ich bei der Marktzeit in Altona arbeite, kommt er mich immer auf einen Sprung besuchen und flitzt sodann zu seiner Freundin mit den kleinen Kuchen am Stiel. Dort wurde neulich der Plan ausgeheckt, er könne doch einmal einen der angebotenen Pop Cakes zeichnen und vielleicht, ganz vielleicht, könne man die Zeichnung dann zu Werbezwecken einsetzen. Er war Feuer und Flamme. Und fleissig. HIER könnt ihr mal vergleichen, wenn ihr wollt. Ick find, dit hatter jut jemacht! ;)

CIMG2556

Ich war aber auch nicht untätig und habe viel Zeit in meinem Arbeitszimmer mit Aretha Franklin und dem großartigen Soundtrack von High Fidelity (gerade wieder bei mir im Regal entdeckt) verbracht.
Wie bereits angekündigt, wurde das Koje-Sortiment bei Sevgi in der Modenäherei & Boutique Kandemir im Grindel ausgewechselt und die ersten neuen Taschen abgeliefert. Wenn ihr Online-Einkaufen blöd findet und auch keine Lust auf Wochenmärkte habt, könnt ihr in Hamburg dort Taschengucken und auch -anfassen.

CIMG2535

Übrigens habe ich mir jetzt eine Tageslichtlampe in die Werkstatt mitgenommen und dort die ersten Produktaufnahmen und Fotos von Arbeitsschritten und nicht in meiner Küche gemacht. Ihr seht schon, ich versuche, die Arbeit immer mehr vom Privatleben zu separieren, ist auch nicht verkehrt, finde ich. Ich bin immer noch weit davon entfernt, perfekte Fotos zu schießen, aber fürs Erste reicht es, und abgesehen davon lerne ich schließlich an-dau-ernd dazu. :)
Zu guter Letzt habe ich mich spontan und zum ersten Mal  für ein Probenähen beworben, einfach so, mir war danach. Schön, dass das „mir war danach“ auch gestillt wird, denn Julia vom Kreativlabor Berlin hat mir heute Morgen mitgeteilt, dass ich zusammen mit 14 weiteren Damen ausgewählt wurde.
Also, ihr Lieben, ich glaube, die nächste Woche wird fein, ich freue mich aufs Nähen (sowieso) und wünsche euch allen einen gemütlichen Sonntag!