Christbaumkugeln, aber in schrill

Schon im letzten Jahr hatten wir das kleine Tannenbäumchen hervorgeholt und im Schaufenster mit Schwarzlicht angestrahlt, allerhöchste Zeit also, einmal aufzuschreiben, wie schnell und unkompliziert man eine etwas schrillere Neonvariante der traditionellen Christbaumkugel zaubern kann.

Ich habe mir sagen lassen bzw. gelesen, dass die allerersten historischen Überlieferungen von Christbaumschmuck bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen. Damals wurden noch ausschließlich Nüsse, Äpfel, Gebäck und Papierblumen in den Baum gehängt, die klassische Christbaumkugel gab es noch nicht. Erst im 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Kommerzialisierung von Baumschmuck die Christbaumkugel geboren und zwar in Thüringen im Jahr 1847. Der Legende nach haben wir sie einem Glasbläser aus Lauscha zu verdanken, der sich just in diesem Jahr keine teuren Äpfel und Nüsse für seinen Baum leisten konnte. Klingt natürlich schön, ist aber eher unwahrscheinlich, denn das Material für Christbaumkugeln wurde einem damals sicher auch nicht im Dutzend billiger hinterhergeschmissen… ;)

Auf jeden Fall begann man um 1880, die Kugeln auch in die USA zu exportieren und sie schlugen dort big time ein. Bis kurz vor dem ersten Weltkrieg hatten tatsächlich die Glasbläser aus Lauscha die Nase vorn, erst danach gesellte sich die Konkurrenz dazu, die zum Teil aber erheblich günstigere Ware produzierte.

Ich selber habe ein stattliches Sammelsurium an Kugeln, zum Teil neu gekauft, zum Teil gebraucht im Stilbruch, dem Kaufhaus der Hamburger Stadtreinigung, erstanden. Zwei Packungen á sechs Stück habe ich letztes Jahr für den sensationellen Preis von insgesamt 3 € geholt, um das Neondings, was mir im Kopf herumgeisterte, umzusetzen.

Ihr braucht dazu

  • Christbaumkugeln aus Glas oder Plastik
  • fluoreszierende Schwarzlichtfarben z. B. von neon nights
  • helle Farbe zum Grundieren, bei Glas am besten helle Glasmalfarbe, bei Plastik tut´s helle Acrylmalfarbe
  • Borstenpinsel
  • Wäscheleine oder Wäscheständer
  • S-Haken aus Draht als Christbaumschmuckaufhängung
  • Schwarzlichtlampe

Nachdem ihr also die Kugeln grundiert habt und die Farbe gut getrocknet ist (ich würde sie tatsächlich mindestens vier Stunden trocknen lassen, sonst guckt bitte auf die Anleitung!), tragt ihr mit einem Borstenpinsel die fluoreszierende Farbe auf und lasst auch diese am Besten über Nacht gut trocknen, um am nächsten Tag einen zweite Schicht Farbe darüber zu pinseln. Tja, noch einmal trocknen lassen und das war´s dann auch schon! :)

Zum Trocknen habe ich mir übrigens eine Wäscheleine gespannt, aber ein Wäscheständer tut´s natürlich auch. Hauptsache, die Kugel kann frei schwingen und von allen Seiten gut trocknen!

Ein völlig streifenfreies Ergebnis erhaltet ihr leider nur, wenn ihr die Kugeln taucht. Da es aber viel mehr an Farbe braucht, um die Kugeln komplett von „Kopf bis Fuß“ tauchen zu können, habe ich darauf verzichtet und konnte so das Ganze mit sechs verschiedenen Farben ausprobieren.

Um die ganze Pracht im Dunkel oder Halbdunkel erstrahlen zu lassen, braucht ihr nun noch eine Schwarzlichtglühbirne bzw. Schwarzlichtlampe, die ihr auf die Kugeln oder das geschmückte Bäumchen ausrichtet. Fertig!

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